Geographie der Intelligenz – Italien

Intelligenz und Breitengrad - Italien

Geographie der Intelligenz

Nord-Süd-Gefälle in Italien

In einem Beitrag zur Geographie der Intelligenz in Europa habe ich gezeigt, dass auf dem europäischen Kontinent außerordentlich große Unterschiede zwischen den Ländern bestehen. In der PISA-Studie 2015 betrug die Differenz zwischen dem Spitzenreiter Estland und dem Schlusslicht Albanien 1,62 Standardabweichungseinheiten.

Die Unterschiede zwischen nationalen Intelligenzwerten haben selbstverständlich mehrere Ursachen, die zum großen Teil nicht bekannt sind. Der augenfälligste Faktor ist ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Nordeuropäische Länder weisen einen viel höheren IQ auf als südeuropäische Länder. Dies deckt sich mit der seit Langem bekannten Tatsache, dass die Intelligenz eng mit dem geographischen Breitengrad korreliert (1).

Lynn (2015, Seite 38/39) verweist auf mehrere Studien, in denen ein Nord-Süd-Gefälle auch zwischen den Regionen innerhalb Italiens sowie zwischen den Regionen innerhalb Spaniens aufgezeigt wurde (1).

Im Folgenden betrachte ich den Zusammenhang zwischen Intelligenz und dem geographischen Breitengrad in Italien anhand der PISA-Studie.

PISA 2012 schlüsselt die Leistungen in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz für 21 Regionen auf (neben den 20 Autonomen Regionen Italiens wird Bozen gesondert aufgeführt) (2). Die Lage der Regionen ist in Abbildung 1 zu sehen (3).

Wichtiger Hinweis: Die Einfärbung der Karte hat nichts mit der regionalen Verteilung der Intelligenz zu tun.

Italien - Autonome Regionen
Abbildung 1: Autonome Regionen Italiens.
Die Einfärbung der Karte hat nichts mit der regionalen Verteilung der Intelligenz zu tun.

Wie in allen PISA-Studien korrelieren die drei Fächer extrem hoch miteinander:
Mathematik/Naturwissenschaften = 0,97
Mathematik/Lesekompetenz = 0,95
Naturwissenschaften/Lesekompetenz = 0,96.
Der Mittelwert dieser drei Skalen ist offenkundig ein hervorragendes Maß der Allgemeinen Intelligenz (→ PISA und Intelligenz).

In Tabelle 1 finden sich die PISA-Werte, die ich in eine IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 transformiert habe.

Die letzte Spalte von Tabelle 1 zeigt den geographischen Breitengrad der jeweiligen Regionalhauptstadt (4).

  PISA-IQ  
Mathe Natur Lesen Gesamt Grad
Bolzano 101,65 102,85 99,55 101,35 46,50
Trento 102,70 104,95 103,15 103,60 46,07
Valle d’Aosta 96,85 101,20 100,30 99,45 45,73
Friuli Venezia Giulia 102,70 104,65 102,70 103,35 45,60
Lombardia 100,90 104,35 103,15 102,80 45,47
Veneto 101,80 104,65 103,15 103,20 45,43
Piemonte 97,75 101,35 100,90 100,00 45,07
Emilia Romagna 98,50 101,80 99,70 100,00 44,50
Liguria 96,85 100,15 98,50 98,50 44,42
Toscana 97,75 100,15 98,20 98,70 43,78
Marche 97,75 101,05 99,55 99,45 43,62
Umbria 97,00 100,15 98,80 98,65 43,12
Abruzzo 94,45 97,30 97,00 96,25 42,35
Lazio 94,15 97,60 97,00 96,25 41,88
Molise 93,55 95,20 96,40 95,05 41,57
Puglia 94,90 97,45 98,95 97,10 41,13
Campania 91,60 93,55 94,60 93,25 40,83
Basilicata 94,00 94,75 96,10 94,95 40,63
Sardegna 92,20 95,95 94,60 94,25 39,22
Calabria 88,15 89,65 90,10 89,30 38,90
Sicilia 91,45 93,10 93,25 92,60 38,23
Korrelation 0,91 0,93 0,90 0,93  
Tabelle 1: PISA 2012 – PISA-Intelligenz und geographischer Breitengrad der italienischen Regionen.
Letzte Zeile: Korrelation IQ/Breitengrad.


Die Unterschiede zwischen den italienischen Regionen sind enorm: Die Spannweite beträgt fast eine volle Standardabweichung!

Die Unterschiede sind nicht nur wegen ihrer Größe bemerkenswert, sie zeigen auch eine klare Systematik: In allen Fächern und auf der Gesamtskala fallen die Werte von oben nach unten, also von Nord nach Süd. Die Korrelation zwischen IQ und Breitengrad (letzte Zeile) beträgt für Mathematik 0,91, Naturwissenschaften 0,93, Lesekompetenz 0,90 und für PISA-Gesamt 0,93. Es besteht also innerhalb Italiens ein außerordentlich enger Zusammenhang zwischen der Nord-Süd-Lage und der Intelligenz.

Der geographische Breitengrad klärt 86 Prozent der Varianz der PISA-Gesamtskala auf!

Abbildung 1 veranschaulicht den Zusammenhang am Beispiel des PISA-Gesamtwerts.

Intelligenz und Breitengrad - Italien
Abbildung 2: PISA 2012 – Intelligenz und geographische Lage in Italien.
Horizontal: Breitengrad der Hauptstadt der Autonomen Regionen.
Vertikal: PISA-Gesamt-IQ.

Fasst man die sieben nördlichen Regionen zur Großregion Norden, die sieben mittleren zur Großregion Mitte und die sieben südlichen zur Großregion Süden zusammen, dann ergeben sich die in Tabelle 2 zusammengefassten Werte.

  PISA-IQ
Mathe Natur Lesen Gesamt
Norden 101 103 102 102
Mitte 97 100 98 98
Süden 92 94 95 94
Tabelle 2: PISA 2012 – PISA-IQ in Italien (gerundet)


Auch zwischen den drei Großregionen zeigen sich deutliche Intelligenzunterschiede.

Fortsetzung folgt.


*
Quellen und Anmerkungen

(1) Richard Lynn (2015). Race Differences in Intelligence. An Evolutionary Analysis. Augusta, Georgia: Washington Summit Publishers.

(2) PISA 2012 – Anhang B: Ergebnisse für einzelne Regionen innerhalb der Länder. Tabellen B2.1.3, B2.1.6 und B2.1.9
In der neueren Studie PISA 2015 finden sich nur noch die Daten für vier italienische Regionen, somit bietet PISA 2012 die neuesten Daten für alle Regionen Italiens.

(3) Bildquelle und Rechte → Wikipedia

(4) Auf der Basis von PISA 2006 untersuchte Lynn 12 Regionen. Als Breitengrad benutzte er den ungefähren geographischen Schwerpunkt der Region. Die Differenz zwischen dem geographischem Schwerpunkt der Region und Lage der Hauptstadt dürfte kaum ins Gewicht fallen.
Richard Lynn (2010). In Italy, north–south differences in IQ predict differences in income, education, infant mortality, stature, and literacy. Intelligence, 38, 93-100.

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PISA, Intelligenz, Geographie, Italien, Nord-Süd-Gefälle, Regionen

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Europäische Geographie der Intelligenz

PISA-Intelligenz in Europa

PISA 2015 in Europa

Teil 3: Europäische Geographie der Intelligenz

Im Teil 1 dieser Serie habe ich einen groben Überblick über die durchschnittliche Intelligenz in den 37 europäischen Teilnehmerstaaten der PISA-Studie 2015 gegeben. Der Teil 2 enthält einen groben Überblick über die Variation innerhalb der Länder.

Nun beleuchte ich die Unterschiede zwischen den Ländern aus geographischer Sicht.

Abbildung 1, die wir bereits aus Teil 1 kennen, zeigt den PISA-IQ der teilnehmenden europäischen Staaten.

PISA 2015 - Intelligenz in Europa
Abbildung 1: PISA-Intelligenz in Europa. Mittelwerte.

Dass die Intelligenzunterschiede auf dem europäischen Kontinent gigantisch sind – die Differenz zwischen Estland (524) und Kosovo (362) beträgt 162 Punkte, also 1,62 Standardabweichungseinheiten –, haben wir bereits im Teil 1 gesehen.

Die geographische Zuordnung macht deutlich, dass die Leistungsunterschiede keineswegs zufällig über den europäischen Kontinent verstreut sind. Ganz im Gegenteil: Es gibt ein sehr klares Muster.

Zum einen zeigt sich ein klares Nord-Süd-Gefälle, zum anderen schneidet Europas Süd-Osten außerordentlich schlecht ab.

Eine grobe, rein schematische Drittelung macht bereits den Kern deutlich:
Im oberen Drittel findet sich kein einziges südeuropäisches Land.
Im unteren Drittel findet sich kein einziges westeuropäisches und kein einziges nordeuropäisches Land.

Die Spitzengruppe

In der Spitzengruppe lässt sich eine Zweiteilung vornehmen.

Top A: Estland und Finnland.
Die beiden Spitzenreiter schneiden signifikant besser ab als das drittplatzierte Irland (der Abstand beträgt 13 1/3 Punkte).

Top B: Irland, Slowenien, Deutschland, Niederlande, Schweiz, Norwegen, Dänemark, Polen, Belgien, Großbritannien.
Die Unterschiede zwischen diesen Ländern sind sehr gering, die maximale Differenz beträgt 9 Punkte.

Geographisch bemerkenswert: Zehn der zwölf Länder sind Nordsee- oder Ostseeanrainer. Der einzige Mittelmeeranrainer ist Slowenien – allerdings ist Sloweniens Küstenlinie nur 40 Kilometer lang, Luftlinie sind es gar nur 17 Kilometer. Der einzige Binnenstaat ist die Schweiz.

Das Mittelfeld

Die Abgrenzung zwischen dem oberen und dem mittleren Drittel ist recht willkürlich, da der Abstand zwischen Großbritannien und Portugal lediglich 2 2/3 Punkte beträgt. Zu den punktgleichen Schweden und Frankreich sind es 4 Punkte. Der Abstand Großbritannien-Österreich ist mit 7 2/3 jedoch schon recht deutlich.
Nach unten ist die Abgrenzung klarer: Der Abstand Litauen-Ungarn beträgt nur 1/3 Punkte. Demgegenüber zeigt sich zwischen Ungarn und Malta ein starker Abfall von 11 Punkten. Dementsprechend ist Ungarn eindeutig der mittleren Gruppe zuzuordnen.

Mitte: Portugal, Schweden, Frankreich, Österreich, Russland, Spanien, Tschechien, Lettland, Italien, Luxemburg, Island, Kroatien, Litauen, Ungarn.

Geographisch gesehen überdeckt das Mittelfeld einen sehr breiten Bereich, lediglich der Süd-Osten ist ausgenommen.

Die Schlusslichter

Im unteren Bereich gibt es eine klare Viergliederung.
Flop A: Malta, Slowakei, Griechenland
Flop B: Bulgarien, Zypern, Rumänien
Flop C: Moldawien, Montenegro, Albanien
Flop D: Mazedonien, Kosovo

Geographisch gesehen ist die Lage eindeutig: Die – mit Abstand – niedrigsten Intelligenzwerte finden sich in den Regionen Balkan, östliches Mittelmeer und Schwarzes Meer, also in Europas Süd-Osten.

Nord-Süd-Gefälle und deutlicher Abfall im Süd-Osten

Das Nord-Süd-Gefälle und das dramatisch schlechte Abschneiden des Süd-Ostens sind nichts Neues – all das ist seit Langem bekannt und durch zahllose Untersuchungen wissenschaftlich untermauert (1). Die Unterschiede sind so gravierend, dass jeder unvoreingenommene Betrachter sie wahrnehmen kann.

Die rein geographische Betrachtung, auf die ich mich hier beschränkt habe, bietet natürlich für sich genommen keine Erklärung für die gravierenden Intelligenzunterschiede auf dem europäischen Kontinent. Zur Erklärung der Intelligenzunterschiede müssen sowohl genetische als auch kulturelle Faktoren berücksichtigt werden. Darauf werde ich in weiteren Beiträgen eingehen.


Anmerkungen und Quellen

(1) Richard Lynn (2015). Race Differences in Intelligence. An Evolutionary Analysis. Augusta, Georgia: Washington Summit Publishers.

(2) Bei der Interpretation der „Europäischen Intelligenzampel“ in Abbildung 1 ist zu beachten, dass die Unterschiede zwischen einigen grünen und einigen gelben Ländern sehr klein sind. Hingegen ist der Abstand der roten zu allen anderen Ländern sehr deutlich.

PISA-Intelligenz in Europa. Europäische Intelligenzampel
Abbildung 1: PISA-Intelligenz in Europa

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