Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (13)

NAEP - Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen - Effektstärke 1990 bis 2015

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 13: Wie groß ist die Lücke?

Auf der Grundlage der NAEP-Studien wird die Entwicklung der Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 analysiert. Obgleich die 9- und die 13-jährigen Schwarzen den Abstand in der Lesekompetenz und in Mathematik beträchtlich verringern konnten, ist der Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen nach wie vor sehr groß und nichts deutet darauf hin, dass die Lücke in kurzer Zeit geschlossen werden könnte. Die Lesekompetenz-Lücke beträgt etwa 0,75 und die Mathematik-Lücke etwas mehr als 0,9 Standardabweichungseinheiten, das entspricht etwa 11 beziehungsweise 14 IQ-Punkten.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Auf der Grundlage der NAEP-Studien [1] haben wir in → Teil 8 die Lesekompetenz-Lücke und im → Teil 12 die Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen anhand der Effektstärke betrachtet und festgestellt, dass die 9- und die 13-jährigen Schwarzen die Lücke von 1990 bis 2017 beträchtlich verkleinern konnten. In den Abbildungen → 8.1 und → 12.1 drückte sich dies durch stark fallende Regressionsgeraden aus.

Obgleich sich die Lücke in beiden Bereichen beträchtlich verkleinert hat, ist der Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen nach wie vor sehr groß. Um dies explizit zu veranschaulichen, ist in den folgenden Abbildungen die Y-Achse jeweils so skaliert, dass der Nullpunkt – also der Punkt, an dem Weiße und Schwarze gleich wären – enthalten ist. Abbildung 13.1 (entspricht Abbildung 8.1) zeigt die Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke, Abbildung 13.2 (entspricht Abbildung 12.1) zeigt die Entwicklung der Mathematik-Lücke.

NAEP - Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 - Effektstärke.
Abbildung 13.1: NAEP – Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 – Effektstärke.

NAEP - Entwicklung der Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 - Effektstärke.
Abbildung 13.2: NAEP – Entwicklung der Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 – Effektstärke.

Durch die veränderte Skalierung der Y-Achse erscheinen die Verringerungen der Lücke viel weniger dramatisch [A1]. Der Abstand zum Nullpunkt macht klar, dass der Leistungsunterschied zwischen Weißen und Schwarzen nach wie vor sehr groß ist. Bei der Lesekompetenz sind es etwa 0,75 und in Mathematik etwas mehr als 0,9 Standardabweichungseinheiten, das entspricht rund 11 beziehungsweise 14 IQ-Punkten. Nichts darauf hindeutet, dass die Lücke in kurzer Zeit geschlossen werden könnte. Das gilt ganz besonders für die 17-Jährigen, bei denen keine substanziellen Veränderungen zu registrieren sind.

Fortsetzung folgt.

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Anmerkungen


[A1] Die Effektstärken und die Parameter der Regressionsgeraden bleiben selbstverständlich unverändert; durch die Umskalierung der Y-Achse wird lediglich der visuelle Bezugsrahmen verändert und durch die Einbeziehung des Nullpunktes wird das tatsächliche Ausmaß der Lücke anschaulich gemacht.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Mathematik, Lücke, Efektstärke, Lesekompetenz

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Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (12)

NAEP 1990-2017 - Mathematik - Effektstaerke d

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 12: Entwicklung der Mathematik-Lücke von 1990 bis 2017

Auf der Grundlage der NAEP-Studien wird die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von 9- und 13-jährigen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 analysiert. Die 9- und die 13-jährigen Schwarzen konnten den Abstand zu den Weißen beträchtlich verringern, bei den 17-Jährigen zeigen sich keine wesentlichen Veränderungen. 2017 beträgt die Lücke bei den 9-Jährigen 13,1 und bei den 13-Jährigen 13,9 IQ-Punkte. Bei den 17-Jährigen sind es im Jahr 2015 14,5 IQ-Punkte.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Auf der Grundlage der NAEP-Studien [1] haben wir in → Teil 9, → Teil 10 und → Teil 11 die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 anhand der Mittelwerte betrachtet und festgestellt, dass sich die Lücke bei den 9- und den 13-Jährigen deutlich verkleinert hat, während bei den 17-Jährigen keinerlei Veränderung zu registrieren ist.

Im Folgenden berücksichtigen wir nicht nur die Mittelwertsdifferenzen, sondern auch die Streuungen, und betrachten die Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen anhand der Effektstärke d (= Mittelwert der Weißen minus Mittelwert der Schwarzen dividiert durch die gemeinsame Standardabweichung) [A1]. Die Werte für die drei Altersgruppen sind in Abbildung 12.1 dargestellt; die punktierten Linien sind die Regressionsgeraden bei linearer Regression.

NAEP - Entwicklung der Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 - Effektstaerke d
Abbildung 12.1: NAEP – Entwicklung der Mathematik-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 – Effektstaerke d

Bei den 9-Jährigen (blau) zeigt sich eine deutliche Verkleinerung der Lücke. Das Maximum im Jahr 1992 beträgt 1,20 Standardabweichungen, das entspricht 18 Punkten auf einer IQ-Skala. Das Minimum im Jahr 2017 beträgt 0,87 Standardabweichungen (13 IQ-Punkte). Die Steigung der Regressionsgeraden beträgt -0,0119, das heißt: Im Durchschnitt hat sich die Lücke pro Jahr um 0,0119 Standardabweichungen (0,18 IQ-Punkte) verkleinert. Nimmt man den Ausreißer im Jahr 1990 heraus, dann hat sich die Lücke im Schnitt um 0,0142 Standardabweichungen (0,21 IQ-Punkte) verkleinert.

Die 13-Jährigen (orange) zeigen eine sehr ähnliche Entwicklung. Zwischen dem Maximum 1992 (d=1,25; 18,75 IQ-Punkte) und dem Minimum 2017 (d=0,92; 13,8 IQ-Punkte) liegen 0,33 Standardabweichungen oder 5 IQ-Punkte. Die Steigung der Regressionsgeraden beträgt -0,0097, das heißt: im Durchschnitt hat sich die Lücke um 0,0097 Standardabweichungen (0,15 IQ-Punkte) pro Jahr verkleinert. Nimmt man den extremen Ausreißer im Jahr 1990 heraus, verkleinert sich die Lücke um 0,0148 Standardabweichungen (0,22 IQ-Punkte) pro Jahr – das ist fast exakt derselbe Wert wie bei den 9-Jährigen.

Völlig anders ist die Entwicklung bei den 17-Jährigen (grau). Die durchschnittliche Veränderung pro Jahr beträgt lediglich -0,0037 Standardabweichungen (0,05 IQ-Punkte). Bei den 17-Jährigen liegen leider nur vier Messpunkte vor (siehe Anmerkung [A1]), so dass die Aussagekraft stark eingeschränkt ist.

Insgesamt ergibt sich aus der unterschiedlichen Entwicklung bei den 9- und den 13-Jährigen einerseits und den 17-Jährigen andererseits, dass im Jahr 2017 die Lücke bei den Jüngeren etwas kleiner ist als bei den 17-Jährigen, obwohl sie ursprünglich bei den Jüngeren deutlich größer war. Zum letzten Erhebungspunkt (2015 bei den 17-Jährigen und 2017 bei den 9- und den 13-Jährigen) beträgt der Abstand zwischen Weißen und Schwarzen bei den 9-Jährigen 13,1, bei den 13-Jährigen 13,9 und bei den 17-Jährigen 14,5 IQ-Punkte.

Es sei noch angemerkt, dass die Mathematik-Lücke, gemessen mit der Effektstärke d, deutlich größer ist als die Lesekompetenz-Lücke, die wir im → Teil 8 betrachtet haben, dass aber beide eine sehr ähnliche Entwicklung aufweisen. Darauf werden wir später noch ausführlich zurückkommen.

Methodische Anmerkung: Ein Vergleich von Abbildung 12.1 mit → Abbildung 11.1 im Teil 11 macht deutlich, dass eine alleinige Betrachtung von Mittelwerten nicht ausreicht. Bei den 9-Jährigen sind die Mittelwerte – und somit auch die Mittelwertsdifferenzen – von 2005 bis 2017 praktisch konstant, bei den d-Werten in Abbildung ist jedoch keine Seitwärtsbewegung ab 2005 zu erkennen. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass die Streuungen kleiner wurden. Im Gegensatz zu den Mittelwerten ist bei der Effektstärke keinerlei Trendwende zu erkennen.

In der nächsten Folge werden wir die Frage „Wie große ist die Lücke?“ aus einem anderen Blickwinkel betrachten und neben der Mathematik auch die Lesekompetenz berücksichtigen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 13: Wie groß ist die Lücke?

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Anmerkungen


[A1] Die zugrunde liegenden Mittelwerte und Standardabweichungen wurden mit dem NAEP Data Explorer erzeugt [1]. Für die 17-Jährigen liegen leider nur die Daten von 2005 bis 2015 vor. Ab NAEP 2005 wurde der Mathematik-Test neu konzipiert und anders skaliert, so dass keine direkte Vergleichbarkeit zu früheren Untersuchungen gegeben ist.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Mathematik, Lücke, Efektstärke

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (11)

Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen. . NAEP - Mathematik. Trends von 1990 bis 2017

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 11: Mathematik – Trends von 1990 bis 2017 (Fortsetzung)

Auf der Grundlage der NAEP-Studien wird die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von 9- und 13-jährigen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 analysiert. Bei den aufeinanderfolgenden Geburtsjahrgängen bis Mitte der 90er-Jahre zeigen sich stetige Verbesserungen. Bei den Geburtsjahrgängen ab Ende der 90er-Jahre tritt eine Stagnation ein.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Die NAEP-Studien [1] von 1990 bis 2017 zeigen eine unterschiedliche Entwicklung der mathematischen Kompetenz von 17-Jährigen auf der einen und 9- und 13-Jährigen auf der anderen Seite (→ Teil 9): Die 17-Jährigen zeigten im gesamten Zeitraum keinerlei Veränderung, die 9- und die 13-Jährigen verzeichneten hingegen deutliche Zugewinne.

Die detaillierte Analyse im → Teil 10 hat gezeigt, dass sich für den Zeitraum 1990 bis 2017 bei den 9- und den 13-Jährigen zwei Trends unterscheiden lassen, und zwar für die Weißen ebenso wie für die Schwarzen.

Die Trends sind in Abbildung 11.1 dargestellt (entspricht → Abbildung 10.1 im Teil 10).

Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen. NAEP - Mathematik. Trends von 1990 bis 2017
Abbildung 11.1: NAEP – Mathematik. Trends von 1990-2017.
Blau: 13-jährige Weiße; Rot: 13-jährige Schwarze, Grün: 9-jährige Weiße; Gelb: 9-jährige Schwarze.

Abbildung 11.1 zeigt ein außergewöhnlich klares Muster.

Bei den 9-Jährigen stimmt die Entwicklung der Weißen (grün) und der Schwarzen (gelb) fast perfekt überein. Die beiden Gruppen unterscheiden sich lediglich im Niveau (das sehr deutlich) und in den etwas größeren Zugewinnen bei den Schwarzen. Bei beiden markiert das Jahr 2007 die Trendwende.

Der Schülerjahrgang, der zum Zeitpunkt der Trendwende 2007 9 Jahre alt war, war im Jahr 2011 13 Jahre alt. Bei den 13-jährigen Schwarzen (rot) liegt die Trendwende im Jahr 2011 – der Wendepunkt betrifft also exakt denselben Geburtsjahrgang. Bei den 13-jährigen Weißen (blau) erfolgt die Trendwende zwar „schon“ 2009, aber die Werte von 2009 und 2011 sind identisch und da der Wendepunkt durch eine grobe Regel ermittelt wurde (Anmerkung [A1] im Teil 10), ist diese „Abweichung“ unwesentlich.

Würde man auf der X-Achse den Geburtsjahrgang eintragen, dann müsste man die 13-Jährigen (blau und rot) um vier Jahre nach links verschieben. Dann würde die verblüffende Übereinstimmung noch deutlicher hervortreten.

Geht man von Geburtsjahrgängen aus, dann ergibt sich für alle vier Gruppen dasselbe Resultat:

  • Bei den aufeinanderfolgenden Geburtsjahrgängen bis Mitte der 90er-Jahre zeigen sich stetige Verbesserungen [A1].
  • Bei den Geburtsjahrgängen ab Ende der 90er-Jahre tritt eine Stagnation ein [A2].

Insgesamt spricht vieles dafür, dass hier in der Tat eine Trendwende vorliegt. Angesichts der Tatsache, dass die letzten Werte (2017) bei allen vier Gruppen deutlich unter der jeweiligen steigenden Trendlinie liegen, erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass in den nächsten Jahren die steigende Trendlinie wieder erreicht wird [A3]. Angesichts der kleinen Zahl der Messpunkte ist jedoch Zurückhaltung angebracht. In einer späteren Folge werden wir auf die Schwierigkeiten bei Prognosen zurückkommen.

In der nächsten Folge untersuchen wir, wie sich die Lücke zwischen Weißen und Schwarzen entwickelt hat, wobei wir neben den Mittelwertsunterschieden auch die Streuungen berücksichtigen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 12: Entwicklung der Mathematik-Lücke von 1990 bis 2017.

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Anmerkungen


[A1] Die Verbesserungen bei den Schwarzen fallen etwas größer aus als bei den Weißen, wodurch sich die Lücke verkleinert. Hierauf kommen wir in der nächsten Folge zurück.

[A2] Bei den 13-Jährigen Schwarzen zeigt sich sogar eine Verschlechterung. Da diese jedoch auf nur vier Messpunkten beruht, wäre es verfrüht, von einem negativen Trend zu sprechen.

[A3] Es sei explizit angemerkt, dass die Stagnation – so sie denn tatsächlich eintreten sollte – auf dem jeweils höchsten Niveau erfolgen würde, da sie an eine Phase stetiger Zugewinne anschließt.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Mathematik, Trends, Trendwende

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (10)

Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen. . NAEP - Mathematik. Trends von 1990 bis 2017

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 10: Mathematik – Trends von 1990 bis 2017

Auf der Grundlage der NAEP-Studien wird die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von 9- und 13-jährigen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 analysiert. Dabei zeigen sich zwei unterschiedliche Trends: Von 1990 bis 2007 (2009, 2011) steigen die Leistungen kontinuierlich an, von 2007 (2009, 2011) bis 2017 stagnieren die Leistungen oder sie fallen sogar.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Im → Teil 9 haben wir auf der Grundlage der NAEP-Studien [1] die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 betrachtet.

Bei den 17-Jährigen zeigen sich über den gesamten Zeitraum praktisch keinerlei Veränderungen. Die Jüngeren konnten hingegen deutliche Zugewinne verbuchen. Bei den 9-jährigen Schwarzen waren es durchschnittlich 1,46 Punkte pro Jahr, bei den 9-jährigen Weißen 1,07, bei den 13-jährigen Schwarzen 1,10 und bei den 13-jährigen Weißen 0,84 (siehe Tabelle 10.1 unten).

In → Abbildung 9.1 im Teil 9 sind die Entwicklungen als lineare Trends über den Gesamtzeitraum von 1990 bis 2017 dargestellt. Da die Abweichungen von der jeweiligen Regressionsgeraden gering sind, ist diese Darstellung als grobe Annäherung durchaus sinnvoll.

Bei den 9- und den 13-Jährigen fällt jedoch unmittelbar ins Auge, dass die Abweichungen von der linearen Regression nicht zufällig über den Gesamtzeitraum verteilt sind. Sie weisen vielmehr eine Systematik auf, die innerhalb jeder Gruppe zwei unterschiedliche Trends erkennen lässt. Diese Systematik wird durch Abbildung 10.1 veranschaulicht.

Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen. NAEP - Mathematik. Trends von 1990 bis 2017
Abbildung 10.1: NAEP – Mathematik. Trends von 1990-2017.
Blau: 13-jährige Weiße; Rot: 13-jährige Schwarze, Grün: 9-jährige Weiße; Gelb: 9-jährige Schwarze.

Die Trendlinien in Abbildung 10.1 zeigen für alle vier Gruppen dasselbe Bild: Zunächst ein kontinuierlicher Anstieg, dann ein waagerechter oder gar fallender Trend. Kleinere Unterschiede gibt es lediglich in dem Zeitpunkt, zu dem die Trendwende erfolgt [A1].

Die Steigungskoeffizienten der Teiltrends sind in Tabelle 10.1 zusammengefasst. Sie geben die durchschnittliche Veränderung pro Jahr an. In der letzten Spalte (Gesamt) sind die Werte für den Gesamtzeitraum angegeben.

Tabelle 10.1: NAEP – Mathematikleistung von Weißen und Schwarzen. Trends von 1990 bis 2017.
Jahr 1990 bis J J bis 2017 Gesamt
13-jähige Weiße 2009 1,11 -0,12 0,84
13-jährige Schwarze 2011 1,37 -0,39 1,10
9-jährige Weiße 2007 1,58 0,05 1,07
9-jährige Schwarze 2007 2,08 0,15 1,46

Die 13-jährigen Weißen können im Gesamtzeitraum einen durchschnittlichen Zugewinn von 0,84 Punkten pro Jahr verzeichnen. Während im Teilzeitraum 1990 bis 2009 der jährliche Zugewinn 1,11 Punkte beträgt, ergibt sich von 2009 bis 2017 ein leichter Verlust von -0,12 Punkten pro Jahr.

Bei den 13-jährigen Schwarzen zeigt sich dasselbe Bild mit einem noch stärkeren Kontrast: Der jährliche Zugewinn von 1,10 Punkten im Gesamtzeitraum zerfällt in einen jährlichen Zugewinn von 1,37 Punkten von 1990 bis 2011 und einen jährlichen Verlust von -0,39 Punkten von 2011 bis 2017.

Bei den 9-jährigen Weißen beträgt der durchschnittliche Zugewinn 1,07 Punkte im Gesamtzeitraum. Auf einen jährlichen Zugewinn von 1,58 Punkten von 1990 bis 2007 folgt von 2007 bis 2017 eine Stagnation (0,05 Punkte).

Bei den 9-Jährigen Schwarzen zerfällt der jährliche Gewinn von 1,46 Punkten im Gesamtzeitraum in einen jährlichen Zugewinn von 2,08 von 1990 bis 2007 und ein mehr oder weniger bedeutungsloses jährliches Plus von 0,15 von 2007 bis 2017.

Die bemerkenswerte Gleichförmigkeit der Trendwende bei Weißen und Schwarzen in beiden Altersgruppen werden wir in der nächsten Folge diskutieren.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 11: Mathematik – Trends von 1990 bis 2017 (Fortsetzung)

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Anmerkungen


[A1] Der Zeitpunkt der Trendwende ist nicht eindeutig definiert; er wurde wie folgt bestimmt: Der aufsteigende Trend beginnt 1990 und endet mit dem Jahr, in dem die Regressionsgerade unterschritten wird und sich ein neuer Trend abzeichnet. Der anschließende Trend beginnt mit dem Zeitpunkt der Trendwende und endet 2017. Bei den 9-jährigen Weißen und Schwarzen erfolgt die Trendwende 2007, bei den 13-jährigen Weißen 2009 und bei den 13-jährigen Schwarzen 2011. Diese Zeitpunkte sind jeweils in beiden Trends einbezogen, einmal als Endjahr und einmal als Anfangsjahr; sie sind in Abbildung 10.1 als Schnittpunkte zu erkennen.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Mathematik, Trends

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (9)

NAEP 1990-2017 - Mathematik

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 9: Mathematik 1990 bis 2017

Auf der Grundlage der NAEP-Studien wird die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017 analysiert. Für die Altersgruppen zeigen sich völlig unterschiedliche Entwicklungen, die bei den 17-Jährigen sehr ungünstig ausfallen. Besonders bemerkenswert: Die 17-jährigen Schwarzen erreichen lediglich das Niveau der 13-jährigen Weißen.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

In Teil 6, Teil 7 und Teil 8 haben wir auf der Grundlage der NAEP-Studien die Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 analysiert. Nun betrachten wir die Entwicklung im Bereich Mathematik von 1990 bis 2017 [A1].

Abbildung 9.1 zeigt die Mittelwerte aufgeschlüsselt nach Weißen und Schwarzen und den Altersstufen 9-Jährige, 13-Jährige und 17-Jährige. Die punktierten Linien zeigen die linearen Regressionsgeraden.

NAEP 1990-2017 - Mathematik Schwarze und Weiße
Abbildung 9.1: NAEP 1992-2017 – Mathematik.
W: Weiße; S: Schwarze; 9: 9-Jährige; 13: 13-Jährige; 17: 17-Jährige.

Abbildung 9.1 zeigt für die Mathematik dasselbe Bild wie Abbildung 6.1 im Teil 6 für die Lesekompetenz.

Bei den 9- und den 13-Jährigen zeigen sich einige kleinere, aber systematische Abweichungen vom linearen Trend. Diese werden wir in der nächsten Folge näher analysieren.

Ebenso wie bei der Lesekompetenz zeigen sich auch in der Mathematik in allen Altersgruppen enorme Niveauunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen und die Entwicklungsverläufe der verschiedenen Altersgruppen unterschieden sich sehr stark.

Die 9-Jährigen zeigen insgesamt starke Verbesserungen. Die Zugewinne der Schwarzen (orange) betragen im Durchschnitt 1,46 Punkte pro Jahr, die Weißen (hellblau) gewinnen im Durchschnitt 1,07 Punkte hinzu. Aufgrund der größeren Zugewinne der Schwarzen hat sich die Lücke im Schnitt jährlich um 0,39 Punkte verringert.

Auch die 13-Jährigen verzeichnen Zugewinne, die jedoch ein wenig schwächer ausfallen. Die Schwarzen (gelb) verbessern sich im Schnitt um 1,10 Punkte pro Jahr, die Weißen (grau) um 0,81 Punkte. Somit verringert sich die Lücke um 0,29 Punkte pro Jahr.

Genau wie bei der Lesekompetenz zeigt sich auch im Bereich Mathematik bei den 17-Jährigen eine völlig andere Entwicklung. Sowohl die Weißen (blau) als auch die Schwarzen (grün) zeigen im Grunde keinerlei Veränderung. Der durchschnittliche jährliche Zugewinn der Weißen ist mit 0,11 Punkten bedeutungslos. Dasselbe gilt für die Schwarzen, deren Werte völlig unverändert sind (dass sich mit -0,007 Punkten sogar ein negatives Vorzeichen ergibt, ist irrelevant) [A2].

  • Bei den 17-Jährigen, die aus gesellschaftlicher Sicht die bedeutsamste Altersgruppe stellen, hat sich über 25 Jahre hinweg sowohl bei den Weißen als auch bei den Schwarzen nicht das Allergeringste verändert.

Die totale Stagnation bei den 17-Jährigen ist zweifellos eines der herausragenden – und außerordentlich enttäuschenden – Ergebnisse der NAEP-Studien. Wir kommen darauf später ausführlich zurück.

Ebenso wie bei der Lesekompetenz in Teil 6 sei an dieser Stelle ein weiteres außerordentlich wichtiges Ergebnis festgehalten:

  • Die 17-jährigen Schwarzen (grün) liegen auf demselben Niveau wie die 13-jährigen Weißen (grau). Ja mehr noch: Seit 2000 schneiden die 17-jährigen Schwarzen sogar schlechter ab als die 13-jährigen Weißen.

Auch auf diesen ganz zentralen Punkt kommen wir später ausführlich zurück.

In der nächsten Folge werden wir die systematischen Abweichungen vom linearen Trend bei den 9- und den 13-Jährigen genauer betrachten und feststellen, dass diese Differenzierung die oben genannten Befunde erheblich relativiert.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 10: Mathematik – Trends von 1990 bis 2017

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

(2) National Center for Education Statistics (2013). The Nation’s Report Card: Trends in Academic Progress 2012 (NCES 2013 456). Institute of Education Sciences, U.S. Department of Education, Washington, D.C.
Online: https://nces.ed.gov/nationsreportcard/subject/publications/main2012/pdf/2013456.pdf

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Anmerkungen


[A1] Die Daten der 9- und der 13-Jährigen wurden mit Hilfe des NAEP Data Explorers erzeugt [1]. Der Mathematik-Test für 17-Jährige wurde 2005 neu konzipiert und anders skaliert. Mit dem NAEP Data Explorer lasen sich nur die Daten ab 2005 erzeugen. Die Daten der 17-Jährigen von 1990 bis 2012 wurden der Nation’s Report Card 2012 entnommen [2], die Werte für 2015 wurden anhand der NAEP-Data-Explorer-Werte geschätzt (der Fehler dürfte maximal einen Punkt betragen).

[A2] Eine subjektive Anmerkung: Ich habe stets den Eindruck, als würde die grüne Linie (17-jährige Schwarze) deutlich fallen. Tatsächlich ist das Gefälle minimal und die Linie ist fast perfekt waagerecht. Meine irreführende Wahrnehmung ist sicherlich auf die Kreuzung mit der grauen Linie zurückzuführen.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Mathematik

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (8)

NAEP Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen; 9-Jährige, 13-Jährige, 17-Jährige; 1992 bis 2017. Effektstärke

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 8: Die Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke von 1992 bis 2017

Auf der Grundlage der NAEP-Studien werden das Ausmaß und die Entwicklung der Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 analysiert. Die Lücke zwischen den Weißen und den Schwarzen hat sich bei den 9-Jährigen um 0,011 Standardabweichungen (0,16 IQ-Punkte) und bei den 13-Jährigen um 0,004 Standardabweichungen (0,06 IQ-Punkte) pro Jahr verringert. Bei den 17-Jährigen blieb sie – mit kleineren zwischenzeitlichen Schwankungen – über 23 Jahre hinweg unverändert.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Auf der Grundlage der NAEP-Studien [1] haben wir im → Teil 6 und → Teil 7 die Entwicklung der Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 anhand der Mittelwerte betrachtet. Ohne einen Bezugsrahmen sind Mittelwertsunterschiede für sich alleine genommen nicht sehr aussagekräftig. Da die verschiedenen Teilgruppen unterschiedliche Streuungen aufweisen und die Streuungen über die Jahre gewissen Schwankungen unterliegen, kann ein und dieselbe Mittelwertsdifferenz sehr Unterschiedliches bedeuten.

Im Folgenden betrachten wir die Lesekompetenz-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen anhand der Effektstärke d (= Mittelwert der Weißen minus Mittelwert der Schwarzen dividiert durch die gemeinsame Standardabweichung). Die Werte für die drei Altersgruppen sind in Abbildung 8.1 dargestellt; die punktierten Linien sind die Regressionsgeraden bei linearer Regression.

NAEP Lesekompetenz-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen (Effektstärke d); 9-Jährige, 13-Jährige, 17-Jährige; 1992 bis 2017
Abbildung 8.1: NAEP Lesekompetenz-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen (Effektstärke d); 9-Jährige, 13-Jährige, 17-Jährige; 1992 bis 2017.

Die Entwicklung bei den 9-Jährigen (blaue Linie) und den 13-Jährigen (orange) folgt einem linearen Trend; die Abweichungen von der Regressionsgeraden sind sehr klein.

Die größten Veränderungen zeigen sich bei den 9-Jährigen. Das Maximum liegt im Jahr 1994 bei 1,02 (das entspricht 15,2 IQ-Punkten auf der üblichen IQ-Skala mit einer Standardabweichung von 15), das Minimum im Jahr 2017 bei 0,72 Standardabweichungen (10,8 IQ-Punkte). Der Steigungskoeffizient der Regressionsgeraden beträgt -0,011, das heißt: im Durchschnitt hat sich der Abstand zwischen den Weißen und den Schwarzen um 0,011 Standardabweichungen (0,16 IQ-Punkte) pro Jahr verringert.

Bei den 13-Jährigen liegt das Maximum im Jahr 1992 bei 0,89 Standardabweichungen (13,4 IQ-Punkte), das Minimum im Jahr 2017 bei 0,75 (11,3 IQ-Punkte). Der Steigungskoeffizient beträgt -0,004, das heißt: im Durchschnitt verringerte sich die Lücke um 0,004 Standardabweichungen (0,06 IQ-Punkte) pro Jahr.

Bei den 17-Jährigen liegt kein linearer Trend vor, die Abweichungen von der linearen Regressionsgeraden sind jedoch geringer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Der früheste und der letzte Zeitpunkt 1992 und 2015 zeigen mit 0,78 und 0,77 nahezu identische d-Werte (11,8 bzw. 11,6 IQ-Punkte). Das Maximum im Jahr 2013 beträgt 0,84 (12,6 IQ-Punkte), das Minimum im Jahr 2002 beträgt 0,70 (10,5 IQ-Punkte). Die zwischenzeitlichen Schwankungen betragen einen IQ-Punkt nach oben und nach unten. Der Steigungskoeffizient der linearen Regression beträgt -0,0001, das heißt: im Mittel hat sich die Lücke zwischen Weißen und Schwarzen über 23 Jahre hinweg überhaupt nicht verändert.

Bemerkenswert ist, dass die 17-Jährigen von vornherein den geringsten Unterschied aufwiesen und dass die 9- und die 13-Jährigen erst ab 2009 das Niveau der 17-Jährigen erreicht haben. 1992 war der Unterschied zwischen den Altersgruppen noch sehr groß, 2017 ist er minimal. Aktuell liegt die Differenz für alle Altersgruppen grob bei 0,75 Standardabweichungen oder 11 IQ-Punkten. Es ist eine spannende Frage, wie die Entwicklung weitergeht.

In der nächsten Folge untersuchen wir die Entwicklung der mathematischen Kompetenz von 1990 bis 2017.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 9: Mathematik 1990 bis 2017.

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Lesekompetenz, Effektstärke

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (7)

NAEP 1992-2017 - Lesekompetenz

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 7: Die Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke von 1992 bis 2017

Auf der Grundlage der NAEP-Studien werden das Ausmaß und die Entwicklung der Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 analysiert. Die höchsten Zuwächse zeigen sich bei den 9-Jährigen, bei denen sich die Lücke im Schnitt um 0,42 Punkte pro Jahr verringert. Bei den 13-Jährigen sind die Zuwächse etwas kleiner, die Lücke verringert sich um 0,18 Punkte pro Jahr. Bei den 17-Jährigen zeigt sich bei den Weißen keinerlei Veränderung, die Schwarzen verschlechtern sich sogar.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Auf der Grundlage der NAEP-Studien [1] haben wir im → Teil 6 die Entwicklung der Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 betrachtet.

Abbildung 7.1, die der Abbildung 6.1 aus Teil 6 entspricht, zeigt die Mittelwerte aufgeschlüsselt nach Weißen und Schwarzen und den Altersstufen 9-Jährige, 13-Jährige und 17-Jährige.

NAEP 1992-2017 - Lesekompetenz
Abbildung 7.1: NAEP 1992-2017 – Lesekompetenz.
W: Weiße; S: Schwarze; 9: 9-Jährige; 13: 13-Jährige; 17: 17-Jährige.

Die gepunkteten Linien zeigen die Regressionsgerade bei linearer Regression. In den meisten Fällen sind die Abweichungen von einem linearen Trend nur geringfügig. Im Folgenden betrachten wir die Richtung des linearen Trends, die sich in der Steigung der Geraden ausdrückt. Die Steigungskoeffizienten sind in Tabelle 7.1 zusammengefasst. Die Steigungskoeffizienten geben den durchschnittlichen jährlichen Punktezuwachs wieder.

Tabelle 7.1: NAEP – Entwicklung der Lesekompetenz von 9-, 13- und 17-jährigen Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017. Steigungskoeffizienten der Regressionsgeraden (= durchschnittliche Veränderung der Punktzahl pro Jahr).
9-Jährige 13-Jährige 17-Jährige
Weiße 0,38 0,33 0,02
Schwarze 0,82 0,51 -0,13

Tabelle 7.1 drückt das bereits Bekannte numerisch aus.

Die stärksten Zuwächse zeigen sich bei den 9-Jährigen. Die Schwarzen (orangefarbene Linie) verbesserten sich im Jahresschnitt um 0,82, die Weißen (hellblau) um 0,38 Punkte. Damit verringerte sich die Lücke um durchschnittlich 0,42 Punkte pro Jahr.

Auch die 13-Jährigen zeigen eine stetige Verbesserung: die Schwarzen (gelb) um 0,51, die Weißen (grau) um 0,33 Punkte. Damit wird auch hier die Lücke kleiner, wenngleich in wesentlich geringerem Tempo (0,18 Punkte pro Jahr).

Bei den 17-Jährigen ergibt sich hingegen ein völlig anderes Bild: Die Weißen (blau) zeigen praktisch überhaupt keine Veränderung (+0,02), die Schwarzen (grün) zeigen mit -0,13 einen negativen Trend, so dass die Schere zwischen Weißen und Schwarzen zunehmend auseinanderklafft (0,15 Punkte pro Jahr).

Die ungünstige Entwicklung bei den 17-Jährigen ist besonders hervorzuheben, da die 17-Jährigen für die Gesamtgesellschaft besonders relevant sind. Darauf werden wir später ausführlich zurückkommen.

In der nächsten Folge analysieren wir die Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke, indem wir zusätzlich zu den Mittelwerten auch die Streuungen berücksichtigen und – technisch gesprochen – die Effektstärke betrachten.

Hie gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 8: Die Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke von 1992 bis 2017.

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Lesekompetenz

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (6)

NAEP 1992-2017 - Lesekompetenz

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 6: Lesekompetenz 1992 bis 2017

Auf der Grundlage der NAEP-Studien werden das Ausmaß und die Entwicklung der Lesekompetenz von Weißen und Schwarzen von 1992 bis 2017 analysiert. Für die Altersgruppen zeigen sich völlig unterschiedliche Entwicklungen, die bei den 17-Jährigen sehr ungünstig ausfallen. Besonders bemerkenswert: Die 17-jährigen Schwarzen erreichen lediglich das Niveau der 13-jährigen Weißen.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Auf der Grundlage der NAEP-Studien analysieren wir Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen von 1990 bis 2017. Als Erstes betrachten wir den Bereich Lesekompetenz. Hierfür liegen Daten von 1992 bis 2017 vor, die mit Hilfe des NAEP Data Explorers erzeugt wurden [1].

Abbildung 6.1 zeigt die Mittelwerte aufgeschlüsselt nach Weißen und Schwarzen und den Altersstufen 9-Jährige, 13-Jährige und 17-Jährige.


NAEP 1992-2017 - Lesekompetenz
Abbildung 6.1: NAEP 1992-2017 – Lesekompetenz.
W: Weiße; S: Schwarze; 9: 9-Jährige; 13: 13-Jährige; 17: 17-Jährige.

Abbildung 6.1 zeigt ein klares Bild: Im unteren Bereich finden sich große Zugewinne, im oberen Bereich verlaufen die Kurven flacher und es findet sich sogar eine gegenläufige Entwicklung.

Bei den 9-Jährigen zeigen die Schwarzen (orange) sehr viel schlechtere Leistungen als die Weißen (hellblau) [A1]. Da die Zugewinne der Schwarzen jedoch deutlich größer sind als die Zugewinne der Weißen, verringert sich die Lücke stetig.

Auch bei den 13-Jährigen zeigen die Schwarzen (gelb) sehr viel schlechtere Leistungen als die Weißen (grau). Auch hier sind die Zugewinne der Schwarzen größer als die der Weißen. Die Kurven verlaufen jedoch deutlich flacher und die Lücke verringert sich nicht so stark wie bei den 9-Jährigen.

Bei den 17-Jährigen liegen die Schwarzen (grün) ebenfalls weit hinter den Weißen (blau), aber die zeitlich Entwicklung zeigt ein völlig anderes Bild: Bei den Weißen zeigt sich keinerlei Veränderung, bei den Schwarzen zeigt sich sogar eine Verschlechterung, so dass die Lücke weiter auseinanderklafft.

Die völlig unterschiedliche Entwicklung bei den Altersgruppen werden wir in der nächsten Folge genauer betrachten.

An dieser Stelle sei noch ein sehr wichtiges Ergebnis festgehalten: Die 17-jährigen Schwarzen (grün) liegen auf demselben Niveau wie die 13-jährigen Weißen (grau). Ja mehr noch: Seit 2003 schneiden die 17-jährigen Schwarzen sogar schlechter ab als die 13-jährigen Weißen [A2]. Die Tatsache, dass die 17-jährigen Schwarzen ganze vier Jahre hinter den Weißen liegen, ist außerordentlich bemerkenswert. Auf diesen Punkt kommen wir später ausführlich zurück.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 7: Die Entwicklung der Lesekompetenz-Lücke von 1992 bis 2017.

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Literatur


(1) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

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Anmerkungen

[A1] Mittelwertsunterschiede sind für sich alleine genommen nicht aussagekräftig. In der nächsten Folge berücksichtigen wir neben den Mittelwerten auch die Streuungen. Dann wird deutlich, wie groß die Unterschiede tatsächlich sind.

[A2] 2013 waren die 13-Jährigen Weißen um 0,24 Standardabweichungen besser als die 17-Jährigen Schwarzen. 2015 waren es 0,25 Standardabweichungen. Das entspricht einer Differenz von 3,6 bzw. 3,8 IQ-Punkten!

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Alter, Lesekompetenz

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (5)

NAEP: IQ-Lücke Weiße-Schwarze

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 5: Kurze Zwischenbilanz und Ausblick

Auf der Grundlage der NAEP-Studien untersuchten Rindermann und Thompson (2013) das Ausmaß und die Entwicklung von Intelligenzunterschieden zwischen Weißen, Schwarzen, Hispanics und Anderen im Zeitraum von 1971 bis 2008. Im Folgenden werden Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen im Zeitraum von 1990 bis 2017 betrachtet.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen.

Anhand der Studie von Rindermann und Thompson (2013) [1] haben wir die Entwicklung der Intelligenzunterschiede zwischen Weißen und Schwarzen in den NAEP-Studien von 1971 bis 2008 betrachtet.

Unter den zahlreichen Befunden sind für das Folgende zwei Punkte von herausragender Bedeutung.

  • Die Intelligenzlücke zwischen Weißen und Schwarzen hat sich von 1971 bis 2008 beträchtlich verringert. Für diesen Zeitraum gibt es jedoch eine strikte Zweiteilung: Dramatische Zugewinne der Schwarzen erfolgten von 1971 bis 1988. Nach 1988 bleibt die Lücke mehr oder weniger unverändert.
  • Die Zugewinne (bei Weißen und Schwarzen) sind bei den 9-Jährigen am größten, die 13-Jährigen nehmen eine Zwischenstellung ein und bei den 17-Jährigen sind die Zugewinne sehr klein. Letzteres gilt für die 17-jährigen Schwarzen ab 1988.

Im Zeitraum 1971 bis 2008 stellt das Jahr 1988 einen Ausreißer und einen Scheidepunkt dar. Im Folgenden werden wir den Beobachtungszeitraum verlängern und die Entwicklung von 1990 bis 2017 analysieren.

Die Grundlage bilden Daten, die mit Hilfe des NAEP Data Explorer NDE [2] erzeugt wurden, sowie Daten aus dem Digest of Education Statistics des National Center for Educational Statistics [3].

Für den Zeitraum 1990 bis 2008, der sich mit Rindermann und Thompson (2013) überlappt, stimmen die Daten leider nicht vollständig überein; die Abweichungen sind jedoch minimal. Es ist davon auszugehen, dass die aktuellen Daten, die im April 2018 erzeugt wurden, die angemesseneren sind.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 6: Lesekompetenz 1992 bis 2017.

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Literatur


(1) Rindermann, H. und Thompson, J. (2013). Ability rise in NAEP and narrowing ethnic gaps? Intelligence, 41, 821-831.

(2) The Nation’s Report Card. NAEP Data Explorer. Online unter https://www.nationsreportcard.gov/ndecore/xplore/NDE
Daten abgerufen im April 2018.

(3) National Center for Educational Statistics. Digest of Education Statistics. Online unter https://nces.ed.gov/programs/digest/current_tables.asp
Daten abgerufen im Mai 2018.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (4)

NAEP. Entwicklung der IQ-Lücke zwischen 17-jährigen Weißen und Schwarzen

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 4: Die Untersuchung von Rindermann und Thompson (2013) (Fortsetzung)

Auf der Grundlage der NAEP-Studien untersuchten Rindermann und Thompson (2013) das Ausmaß und die Entwicklung von Intelligenzunterschieden zwischen Weißen, Schwarzen, Hispanics und Anderen im Zeitraum von 1971 bis 2008. Die Verringerung der IQ-Lücke zwischen Weißen auf der einen und der Schwarzen und Hispanics auf der anderen Seite hat positive Effekte, die jedoch die starken Einbußen durch die äußerst negative demographische Entwicklung nicht kompensieren können.

Hier geht es zum Anfang → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Die Untersuchung von Rindermann und Thompson (2013)

Im → Teil 3 haben wir uns anhand der Studie von Rindermann und Thompson (2013) [1] auf den Vergleich Weiße vs. Schwarze konzentriert. Nun betrachten wir wieder die Gesamtgruppe.

11.   Die Verbesserungen zeigen sich vor allem im unteren Leistungsbereich. In der Gesamtstichprobe beträgt der Zugewinn pro Dekade bei den unteren 10 Prozent des Leistungsspektrums 1,79 IQ-Punkte, bei den oberen 10 Prozent 1,03. In der Gruppe der 17-Jährigen haben sich die unteren 10 Prozent um 1,09 Punkte pro Dekade verbessert, während die oberen 10 Prozent mit 0,08 Punkten praktisch unverändert geblieben sind.
Die Stagnation im obersten Leistungsbereich ist deshalb erwähnenswert, weil das Wirtschaftswachstum, die soziale und die politische Stabilität eines Landes vor allem vom Leistungspotenzial der obersten Intelligenzschicht abhängen (Burhan et al. (2014) [2]; Jones und Potrafke, 2014 [3]; Rindermann (2018) [4]).

12.   Die je nach Leistungsbereich unterschiedlichen Zugewinne, die im Punkt 11 genannt sind, beziehen sich zwar auf die Gesamtstichprobe, sie ergeben sich aber zu einem erheblichen Teil aus den Unterschieden zwischen Schwarzen und Weißen: Trotz ihres geringen Bevölkerungsanteils von 13 bis 16 Prozent stellen die Schwarzen im untersten Intelligenzbereich ein großes Kontingent und ihre Zugewinne schlagen dort zu Buche. Unter den oberen 10 Prozent finden sich hingegen praktisch gar keine Schwarzen.

13.   Im → Punkt 5 wurde für die Weißen ein Zugewinn von 1,29 und für die Schwarzen ein Zugewinn von 3,04 pro Dekade angeben. Der Zugewinn der Hispanics beträgt 2,27. Diese Zahlen scheinen auf den ersten Blick im Widerspruch zu → Punkt 1 zu stehen, wo für die Gesamtstichprobe ein Zugewinn von 1,17 Punkten pro Dekade angegeben wurde. Der scheinbare Widerspruch löst sich jedoch auf, wenn man die Veränderung der Bevölkerungsstruktur berücksichtigt. Der Anteil der Weißen sank von 82 auf 57 Prozent, der Anteil der Schwarzen stieg von 13 auf 16 und der Anteil der Hispanics erhöhte sich von 4 auf 20 Prozent. Da das Leistungsniveau der Weißen sehr viel höher ist als das der Schwarzen und der Hispanics, ist der Anteil der Leistungsstärkeren dramatisch gesunken und der Anteil der Leistungsschwächeren dramatisch gestiegen. Daraus resultiert das nur scheinbar paradoxe Resultat, dass jede Teilgruppe für sich genommen einen höheren Zuwachs hat als die Gesamtgruppe.

14.   Ein wichtiger Effekt der negativen demographischen Entwicklung zeigt sich an folgender Betrachtung: Wäre die Bevölkerungsstruktur seit 1971 konstant geblieben, dann stünde die Gesamtgruppe im Jahr 2008 um 1,83 IQ-Punkte besser da. Bei den 17-Jährigen wären es sogar 2,47 Punkte mehr. Ausgehend von den 17-Jährigen schätzen Rindermann und Thompson, dass durch die negative demographische Entwicklung das Bruttosozialprodukt der USA um etwa 4 Prozent oder 628 Milliarden Dollar pro Jahr gesenkt wurde, was einem Pro-Kopf-Verlust von 2001 Dollar entspricht.
Der negative Effekt der demographischen Entwicklung geht zum allergrößten Teil auf den stark verringerten Anteil der Weißen und den stark gestiegenen Anteil der Hispanics zurück. Die Veränderungen bei den Schwarzen fallen kaum ins Gewicht.
Durch die beträchtlichen Zugewinne der Schwarzen und der Hispanics wird die negative demographische Entwicklung zum Teil abgemildert (bezogen auf die 17-Jährigen ergibt sich aus der Verringerung der IQ-Lücke ein Pro-Kopf-Gewinn von 745 Dollar).

Fortsetzung folgt.

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Literatur


(1) Rindermann, H. und Thompson, J. (2013). Ability rise in NAEP and narrowing ethnic gaps? Intelligence, 41, 821-831.

(2) Burhan, N.A.S., Mohamad, M.R., Kurniawan, Y. und Sidek, A.H. (2014). The impact of low, average, and hig IQ on economic growth and technological progress: Do all individuals contribute equally? Intelligence, 46, 1-8.

(3) Jones, G. und Potrafke, N. (2014). Human capital and national institutional quality: Are TIMSS, PISA, and national average IQ robust predictors? Intelligence, 46, 148-155.

(4) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Rindermann und Thompson

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (3)

NAEP: Entwicklung des IQ bei 17-jährigen Weißen und Schwarzen

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 3: Die Untersuchung von Rindermann und Thompson (2013) (Fortsetzung)

Auf der Grundlage der NAEP-Studien untersuchten Rindermann und Thompson (2013) das Ausmaß und die Entwicklung von Intelligenzunterschieden zwischen Weißen, Schwarzen, Hispanics und Anderen im Zeitraum von 1971 bis 2008. Von 1971 bis 1988 haben Schwarze gegenüber Weißen beträchtlich aufgeholt. Von 1990 bis 2008 zeigen sich hingegen nur kleinere Schwankungen.

Im → Teil 2 haben wir anhand der Studie von Rindermann und Thompson (2013) [1] die Entwicklung von Intelligenzunterschieden zwischen Weißen, Schwarzen, Hispanics und Anderen im Zeitraum von 1971 bis 2008 betrachtet. Im Folgenden beschränken wir uns auf den Vergleich Weiße vs. Schwarze.


5.   Von 1971 bis 2008 beträgt der Zugewinn für die Weißen 4,77 und für die Schwarzen 11,27 IQ-Punkte. Pro Dekade entspricht dies einem Zugewinn von 1,29 Punkten für die Weißen und 3,04 Punkten für die Schwarzen.

6.   Die IQ-Lücke zwischen Weißen und Schwarzen hat sich von 16,33 Punkten im Jahr 1971 auf 9,94 Punkte im Jahr 2008 verringert. Die Entwicklung erfolgte jedoch nicht kontinuierlich: Von 1971 bis 1988 zeigt sich eine starke Reduktion – 1988 zeigt die Lücke mit 8,26 Punkten ihr Minimum – danach schwanken die Werte zwischen 12 und 10 Punkten. Diese Entwicklung wird durch die Abbildung 1 veranschaulicht.

NAEP. Entwicklung der IQ-Lücke Weiße-Schwarze von 1971 bis 2008
Abbildung 1: NAEP. Entwicklung der IQ-Lücke Weiße-Schwarze von 1971 bis 2008. Nach den Werten in Table 2, Rindermann und Thompson (2013).


7.   Wie im → Punkt 2 berichtet, fallen die Verbesserungen bei den 17-Jährigen geringer aus als bei den jüngeren Gruppen. Da die 17-Jährigen dem Eintritt in das Erwerbsleben am nächsten stehen, ist diese Gruppe von besonderem Interesse. Abbildung 2 zeigt die zeitliche Entwicklung für die 17-jährigen Weißen und Schwarzen.

NAEP: Entwicklung des IQ von 17-jährigen Weißen und Schwarzen
Abbildung 2: NAEP. Entwicklung des IQ von 17-jährigen Weißen und Schwarzen. Nach den Werten in Table 2, Rindermann und Thompson (2013).

Die 17-jährigen Weißen zeigen nur minimale Veränderungen, der Zugewinn pro Dekade beträgt gerade mal 0,45 Punkte. Die 17-jährigen Schwarzen zeigen zunächst starke Zugewinne und erreichen 1988 mit 96,4 ihr Maximum, danach pendeln die Werte zwischen 93 und 95. Der Zugewinn pro Dekade beträgt 2,35 Punkte.

8.   Bei den 17-Jährigen hat sich die IQ-Lücke im Mittel um 1,89 Punkte pro Dekade verringert. Dieser Wert ist jedoch irreführend, da sich die Lücke von 1971 bis 1988 um 10 Punkte verringert, dann aber bis 2008 um 3,5 vergrößert hat. Die Entwicklung der IQ-Lücke ist in Abbildung 3 dargestellt.

NAEP. Entwicklung der IQ-Lücke zwischen 17-jährigen Weißen und Schwarzen
Abbildung 3: NAEP. Entwicklung der IQ-Lücke zwischen 17-jährigen Weißen und Schwarzen. Nach den Werten in Table 2, Rindermann und Thompson (2013).


9.   Bei den 17-jährigen Schwarzen zerfällt der Zeitraum von 1971 bis 2008 in zwei unterschiedliche Phasen: Von 1971 bis 1988 zeigen sich sehr starke Zugewinne, von 1990 bis 2008 bewegen sich die Werte jedoch nur noch in einem schmalen Band. Das Jahr 1988 markiert einen Ausreißer. Hier erreicht die IQ-Lücke mit knapp 7 Punkten ihr Minimum, in der Folgezeit pendelt sie zwischen 9 und 12. Gemessen an der sehr schlechten Ausgangssituation zu Beginn der 70er Jahre haben die Schwarzen insgesamt deutlich aufgeholt.


10.   Aus der Stagnation bei den 17-jährigen Schwarzen seit 1990 folgt keineswegs zwangsläufig, dass seither keinerlei Verbesserungen stattgefunden haben. Da sich die Quote der Schulbesucher erhöht hat (von 89 Prozent 1975 auf 95 Prozent 2009), wird nun eine größere Zahl schwächerer Schüler erfasst, die in früheren Jahren ausgeschieden wären. Dadurch können faktische Verbesserungen verdeckt werden.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 4: Die Untersuchung von Rindermann und Thompson (2013).

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Literatur


(1) Rindermann, H. und Thompson, J. (2013). Ability rise in NAEP and narrowing ethnic gaps? Intelligence, 41, 821-831.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Rindermann und Thompson

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen (2)

Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen

Teil 2: Die Untersuchung von Rindermann und Thompson (2013)

Auf der Grundlage der NAEP-Studien untersuchten Rindermann und Thompson (2013) das Ausmaß und die Entwicklung von Intelligenzunterschieden zwischen Weißen, Schwarzen, Hispanics und Anderen im Zeitraum von 1971 bis 2008. Einige wesentliche Punkte werden zusammenfassend dargestellt.

Unter dem Titel „Ability rise in NAEP and narrowing ethnic gap?“ untersuchten Rindermann und Thompson (2013) [1] die Entwicklung des Bildungsniveaus von Weißen, Schwarzen, Hispanics und Anderen in den USA im Zeitraum von 1971 bis 2008.

NAEP (National Assessment of Educational Progress) ist die größte repräsentative Bildungsstudie in den USA. Seit 1971 werden in unregelmäßigen Abständen repräsentative Stichproben von jeweils mehr als 25.000 Schülern im Alter von 9, 13 und 17 Jahren untersucht.

Auf der Grundlage des Datensatzes von Rampey, Dion und Donahue (2008) [2] analysierten Rindermann und Thompson die Leistungen in den Bereichen Lesekompetenz und Mathematik von 1971 bis 2008.

Die Werte wurden so skaliert, dass zu Beginn des Untersuchungszeitraums, also 1971, in allen Teilgruppen (Bereich x Altersgruppe) der Mittelwert 100 und die Standardabweichung 15 beträgt. Für die Bereiche Lesekompetenz und Mathematik wurde ein Gesamt-IQ ermittelt. [A1]

Im Folgenden geben wir einige wichtige Befunde wieder.


1.   Von 1971 bis 2008 stieg der Gesamt-IQ um 4,34 Punkte. Das entspricht 1,17 Punkten pro Dekade. Das ist deutlich weniger als der nahezu weltweit beobachtete Intelligenzanstieg im 20. Jahrhundert, der als Flynn-Effekt [3] bekannt ist und in den westlichen Ländern etwa 3 Punkte pro Dekade beträgt [4].

2.   Der größte Leistungsanstieg zeigt sich bei den 9-Jährigen, der geringste bei den 17-Jährigen. Pro Dekade beträgt der Zugewinn bei den 9-Jährigen 2,02, bei den 13-Jährigen 1,20 und bei den 17-Jährigen nur noch 0,30 Punkte. Da die 17-Jährigen die Gruppe bilden, die dem Eintritt ins Erwerbsleben am nächsten steht, ist dies ein außerordentlich enttäuschendes Ergebnis nach dem Motto „Wie gewonnen so zerronnen“.

3.   Der Leistungsanstieg ist in Mathematik deutlich größer als in der Lesekompetenz: 2,37 vs. 0,54 Punkte pro Dekade. Bei den 17-Jährigen beträgt der Zugewinn pro Dekade in Mathematik 1,27 Punkte; in der Lesekompetenz ist hingegen keinerlei Veränderung zu erkennen (-0,01).

4.   Die Streuung hat sich im Zeitraum von 1971 bis 2008 von 15,00 auf 13,56 erheblich verringert. Das heißt: Bei allgemein steigendem Niveau sind die Leistungsunterschiede kleiner geworden. Dieser Effekt ist in Mathematik deutlich größer als in der Lesekompetenz (-0,56 vs. -0,10 Punkte pro Dekade). Zwischen den Altersgruppen zeigen sich keine nennenswerten Unterschiede. Einige wesentliche Ursachen für die zunehmende Homogenität werden im Folgenden deutlich.

Die genannten Befunde beziehen sich auf alle ethnischen/rassischen Gruppen. In der nächsten Folge wenden wir uns dem eigentlichen Thema zu, nämlich den Unterschieden zwischen Weißen und Schwarzen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen. Teil 3: Die Untersuchung von Rindermann und Thompson (2013).

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Literatur


(1) Rindermann, H. und Thompson, J. (2013). Ability rise in NAEP and narrowing ethnic gaps? Intelligence, 41, 821-831.

(2) Rampey, B.D., Dion, G.S. und Donahue, P.L. (2008). NAEP 2008 trends in academic progress. Washington: national Center for Education Statistics.

(3). Flynn, J.R. (2009): What is intelligence? Cambridge: Cambridge University Press.

(4) Pietschnik, J. und Voracek, M. (2015). One Century of Global IQ Gains: A
Formal Meta-Analysis of the Flynn Effect (1909–2013). Perspectives on Psychological Science, 2015, 10(3), 282–306.

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Anmerkungen

Damit werden alle IQ-Angaben an dem Jahr 1971 verankert. Dies sollte stets im Auge behalten werden. Auf eine explizite Kennzeichnung wie zum Beispiel IQ1971 wird der Übersichtlichkeit halber verzichtet.

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Stichwörter:
Intelligenz, USA, Bildung, Bildungsstudien, Schwarze, Weiße, Rasse, Ethnie, NAEP, Rindermann und Thompson

Der Welt-IQ

Teil 2: PISA 2015: Niveauunterschiede zwischen Deutschland und Türkei

Der Welt-IQ

Von Türken, Deutschen, Juden und 10 Punkten.

Die durchschnittliche Intelligenz der Weltbevölkerung, der Welt-IQ, beträgt 89. Die Türkei liegt etwa bei diesem Welt, Deutschland liegt etwa zehn Punkte darüber und wird seinerseits um etwa zehn Punkte von den aschkenasischen Juden übertroffen, die die Gruppe mit der weltweit höchsten Intelligenz bilden. Die überragende Intelligenz der Juden schlägt sich um Beispiel darin nieder, dass sie 22,5 Prozent aller Nobelpreisträger stellen, obwohl ihr Anteil an der Weltbevölkerung weniger als 0,2 Prozent beträgt.

Wie intelligent ist die Menschheit insgesamt?

Genauso wie man für jedes Land zum Beispiel das Bruttosozialprodukt und alle möglichen sonstigen Kenngrößen erheben kann, kann man auch die durchschnittliche Intelligenz seiner Bürger messen. Das Maß hierfür ist der Nationale IQ. In Anlehnung an den Nullmeridian, der durch die Sternwarte von Greenwich verläuft, ist der Nationale IQ so normiert, dass Großbritannien den Mittelwert 100 hat. (Hier gibt es eine → Liste der Nationalen IQs.)

Unter Berücksichtigung der Nationalen IQs und der Bevölkerungszahl ergibt sich ein Welt-IQ von 89 [A1].

Aktualisierung: Rindermann (2018) kommt auf der Grundlage neuerer Daten aus internationalen Bildungsstudien wie PISA, PIMSS, PIRLS und IQ-Daten für 173 Länder auf einen Welt-IQ von 87,23 [7; S.96].

  • Die Türkei liegt ziemlich genau bei dem Wert 89.
  • Praktisch alle anderen islamischen Länder liegen – zum Teil beträchtlich – darunter.
  • Praktisch alle europäischen Länder liegen – zum Großteil beträchtlich – darüber.

Die Türkei repräsentiert die Intelligenzspitze der islamischen Welt. Lediglich Malaysia liegt mit etwa 92 ein wenig darüber, aber das verdankt es seinem hohen Anteil an Chinesen (rund 24 Prozent), deren Intelligenz weit über der islamischen Bevölkerung liegt.

Der Europa-IQ liegt etwa bei 96. Deutschland befindet sich mit mehreren Ländern an der Intelligenzspitze Europas. Am unteren Ende der europäischen Intelligenz sind lediglich ein paar Balkanstaaten, die jahrhundertelang unter dem Osmanischen Reich gelitten haben, etwa genauso „schlecht“ wie die Türkei und nur Albanien und Montenegro schneiden schlechter ab [A2].

„Schlecht“ ist hier in Anführungszeichen gesetzt, weil die Türken weltweit betrachtet keineswegs schlecht sind, sondern absolutes Mittelmaß. Würde man den Nationalen IQ an der Türkei normieren, dann hätte man einen neutralen Punkt, der die obere von der unteren Hälfte der Menschheit scheidet (und die gesamte islamische Welt befände sich in der unteren) [A3].

Im Vergleich zu Deutschland sind die Türken in der Tat schlecht und zwischen Deutschland und der Türkei liegen Welten; siehe das Logo dieses Beitrags, das die Intelligenzverteilung in Deutschland und der Türkei anhand zweier Normalverteilungen darstellt [A4].

Der Unterschied zwischen Deutschland und der Türkei beträgt etwa 10 Punkte. Das entspricht zwei Drittel Standardabweichungen.

Was bedeutet eine IQ-Differenz von 10 Punkten?

Die Antwort kann je nach Bezugspunkt sehr unterschiedlich ausfallen.

Auf der Individuenebene wird man einen 10-Punkte-Unterschied durchaus bemerken, aber er ist ganz und gar nichts Außergewöhnliches. So beträgt zum Beispiel der Unterschied zwischen zwei Geschwistern, die innerhalb derselben Familie aufgewachsen sind, im Mittel etwa 11 bis 14 Punkte [A5]).

Auf Populationsebene hat eine 10-Punkte-Differenz jedoch dramatische Konsequenzen.
Populationen, deren IQ sich um zehn Punkte unterscheidet, gehören zu zwei verschiedenen Welten. Selbst das obere Viertel der weniger intelligenten Population gehört in der intelligenteren Population überwiegend nur zum Durchschnitt. Bei gleicher Populationsgröße wird der oberste Leistungsbereich fast vollständig von der intelligenteren Population besetzt.

Wie stark eine 10-Punkte-Differenz zu Buche schlagen kann, zeigt nicht nur der Vergleich Deutschland-Türkei. Eindrucksvoll ist zum Beispiel auch der Vergleich Deutschland versus aschkenasische Juden [A6].

Die aschkenasischen Juden sind die Gruppe, die weltweit die höchsten Intelligenzwerte aufweist. Ihr IQ liegt etwa bei 110, die Differenz zu den Deutschen beträgt somit etwa 10 Punkte [5].

Wie auf der → Liste der jüdischen Nobelpreisträger nachzulesen ist, wurde bislang an 892 Individuen ein Nobelpreis vergeben. Darunter sind 201 Juden, das sind 22,5 Prozent aller Auszeichnungen. Da Juden weniger als 0,2 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, sind sie um das 112-Fache überrepräsentiert. Die überragende Intelligenz schlägt sich in einer überragenden Dominanz im allerobersten Leistungsbereich nieder.

Die Aufschlüsselung der → Nobelpreisträger nach Ländern weist für Deutschland 107 Preisträger auf (darunter mehrere Juden) und für die Türkei 2.

Intelligenz ist zwar ein außerordentlich wichtiges, aber keineswegs das einzige Kriterium für absolute Spitzenleistungen. Das zeigt sich zum Beispiel an China. Der Nationale IQ Chinas ist um sechs bis sieben Punkte höher als der Deutschlands, aber bislang ist China nur mit acht Nobelpreisträgern vertreten. Es ist jedoch zu erwarten, dass China im Laufe dieses Jahrhunderts enorm aufholen wird. Gemessen an seinem überragenden Intelligenzpotenzial und seiner ungeheuren Bevölkerungszahl müsste der Anteil chinesischer Nobelpreisträger geradezu explodieren (→ siehe hier, Abbildung 5.5). Es ist eine spannenden Frage, ob und wann China die Hindernisse überwinden kann, die einer absoluten Spitzenstellung in den Wissenschaften im Wege stehen.

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Hier gibt es die Serie → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

In der Serie → Auf nach Estland! werden die europäischen Intelligenzspitzenreiter miteinander verglichen.

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Literatur


(1) Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

(2) Human Development Report 2016. Human Development for Everyone. United Nations Development Programme (UNDP), 2016.

(3) Lynn, R. (2011). Dysgenics. Genetic deterioration in modern populations. London: Ulster Institute for Social Research.

(4) Jensen, A. (1998).The g factor. The science of mental ability. Westport, Connecticut: Praeger.

(5) Lynn, R. (2001). Eugenics. A Reassessment. Westport, Connecticut: Praeger.

(6) Lynn, R. (2011). The Chosen People: A Study of Jewish Intelligence and Achievement. eBook Amazon Kindle.

(7) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] Diese Schätzung beruht auf den Nationalen IQs für 199 Länder, die Lynn und Vanhanen (2012) [1] in Tabelle 12.5 aufgelistet haben und den Bevölkerungszahlen, die im Human Development Report 2016 [2] angegeben sind. Lynn (2011) [3] gibt als Schätzung für das Jahr 2000 den Wert 90,1 an.

[A2] Siehe → Europäische Geographie der Intelligenz.
Auch die Regionen Süditaliens und Südspaniens, die jahrhundertelang dem Ansturm aus Nordafrika und dem östlichen Mittelmeerraum ausgesetzt waren, zeigen deutlich niedrigere Intelligenzwerte; siehe → Geographie der Intelligenz – Italien.

[A3] Durch die Bevölkerungsexplosion in Schwarzafrika, das sich durch die allerniedrigsten Intelligenzwerte auszeichnet, und den starken Geburtenrückgang in fast allen Hochintelligenzländern wird der Welt-IQ im Laufe des Jahrhunderts zwangsläufig um mehrere Punkte nach unten gedrückt.
Durch die Verankerung der Nationalen IQs an Großbritannien ergibt sich folgender Nebeneffekt: Wegen der dysgenischen Entwicklung, insbesondere aufgrund der Migranten aus Niedrigintelligenzländern wird die Intelligenz Großbritanniens sinken und dadurch werden alle übrigen Länder an Intelligenz „gewinnen“. Dieser Verankerungsbias ändert überhaupt nichts am effektiven Absinken der Weltintelligenz, er wird es aber ein bisschen kaschieren.

[A4] Siehe hierzu die Serie → Bildungsproblem Türken. Eine Dokumentation der nationalen und internationalen Bildungsstudien.

[A5] Jensen, 1998, S.357 [4] gibt 11 Punkte an; Lynn, 2001, S.142 [5] 14 Punkte.

[A6] „Als Aschkenasim (hebräisch אַשְׁכֲּנָזִים, Plural von Aschkenasi), aschkenasische Juden (יְהוּדֵי אַשְׁכֲּנָז), seltener auch Aschkenasen, bezeichnen sich mittel-, nord- und osteuropäische Juden und ihre Nachfahren. Sie bilden die größte Gruppe im heutigen Judentum.“ → Wikipedia zu Aschkenasische Juden.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, Welt-IQ, Europa-IQ, Deutschland, Türkei, Juden, aschkenasische Juden, China, Nobelpreis, Nobelpreisträger, Moslems, Islam

Bildungsproblem Türken – Teil 17

Normalverteilungen - Effektstärke d=0,94, Varianzquotient 1,14

Bildungsproblem Türken

17. Varianzunterschiede zwischen Deutschland und der Türkei

Wie sich Varianzunterschiede auswirken und was der Anteil der Migranten – insbesondere auch der türkischstämmigen Migranten – mit dem Varianzunterschied zu tun hat.

Zum Anfang der Serie → Bildungsproblem Türken

In den vorangegangenen Folgen haben wir anhand von PISA 2015 [1] und PIAAC 2012/2014 [2] [3] die enormen Unterschiede im Bildungsniveau in Deutschland und der Türkei ausführlich dokumentiert.

Abbildung 17.1, die uns bereits aus → Teil 16 bekannt ist, veranschaulicht die Bildungskluft anhand zweier Normalverteilungen; die blaue Glockenkurve steht für Deutschland, die rote für die Türkei.

Normalverteilungen mit gleicher Varianz und Effektstärke d=0,94 Bildungsniveau Deutschland Türkei
Abbildung 17.1: Normalverteilungen mit gleicher Varianz und Effektstärke d=0,94

Die beiden Verteilungen repräsentieren die Effektstärke d=0,94. Das heißt: Die Mittelwertsdifferenz beträgt 0,94 Standardabweichungseinheiten. Effektstärken dieser Größenordnung zeigen sich in allen PISA-Bereichen sowie der Lesekompetenz und der mathematischen Kompetenz in PIAAC 2012/2014.

Die beiden Verteilungen in Abbildung 17.1 haben die gleiche Varianz. Die letzte Zeile von Tabelle 16.1 in → Teil 16 zeigt jedoch, dass die Varianz in Deutschland und der Türkei unterschiedlich ausfällt.
Bei den 15-Jährigen in PISA 2015 ist die Varianz in Deutschland viel größer als in der Türkei: In der Lesekompetenz um 48, in Mathematik um 18 und in den Naturwissenschaften um 57 Prozent.
Bei den Erwachsenen in PIAAC 2012/2014 ist die Varianz in der Lesekompetenz in Deutschland um 16 Prozent größer als in der Türkei. In der mathematischen Kompetenz zeigt hingegen die Türkei eine um 16 Prozent größere Varianz [A1]. In der Technologiekompetenz sind die Varianzen nahezu identisch.

Wie sich unterschiedliche Varianzen auswirken, veranschaulicht Abbildung 17.2. Der Niveauunterschied beträgt 0,94 Standardabweichungen, die Varianz ist in der blauen Glockenkurve (Deutschland) um 14 Prozent größer als in der roten (Türkei).

PIAAC 2012/2012: Lesekomptenz von Erwachsenen in Deutschland und der Türkei; Nomralverteilungen mit unterschiedlicher Varianz, Effektstärke d=0,94
Abbildung 17.2: Normalverteilungen – Effektstärke d=0,94, Varianzquotient 1,14

Der Niveauunterschied ist in Abbildung 17.1 und 17.2 identisch. Die geringere Varianz in der Türkei hat jedoch einen bemerkenswerten Effekt:

  • Der Anteil der Türken ist im oberen Leistungsbereich noch kleiner als ohnehin schon.
  • Auf der anderen Seite wird die drückende Dominanz der Türken im unteren Bereich etwas abgemildert.

Die Gegenüberstellung zeigt, dass man sich nicht alleine auf Mittelwertsunterschiede beschränken darf, sondern stets auch die Varianz berücksichtigen muss.

Für das Thema dieser Serie sind die Varianzunterschiede darüberhinaus in einer anderen Hinsicht interessant:

Unter allen Teilnehmern an PISA 2015 ist Deutschland eines der Länder mit der größten Varianz. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die 15-Jährigen auch im Vergleich mit der Türkei eine wesentlich größere Varianz aufweisen. Im Gegensatz dazu ist das Varianzverhältnis bei den Erwachsenen in PIAAC ausgeglichen. Ein Grund für diesen augenfälligen Unterschied ist die demographische Zusammensetzung der PISA- und der PIAAC-Stichprobe. Bei den Erwachsenen ist der Anteil der Migranten viel geringer als bei den 15-Jährigen. Insbesondere ist der Anteil der türkischstämmigen Migranten in PIAAC wesentlich geringer als in PISA. Das hat folgende Konsequenzen:

  • Da Migranten schlechtere Leistungen zeigen als die Einheimischen, wird bei hohem Migrantenanteil zum einen das Niveau gedrückt und zum anderen die Varianz erhöht.
  • Da die Türkischstämmigen ganz besonders schlechte Leistungen zeigen, tragen sie in besonderer Weise zur Senkung des Niveaus und zur Vergrößerung der Varianz bei.
  • Da der Anteil der Türkischstämmigen in den jüngeren Altersgruppen viel größer ist als in den älteren, sind die negativen Auswirkungen bei den Jüngeren stärker.

Mit diesen Feststellungen kommen wir zum Abschluss des ersten Themenblocks dieser Serie.

Im Ländervergleich haben wir sehr ausführlich die enorme Kluft zwischen Deutschland und der Türkei dokumentiert. Das Bildungsniveau in Deutschland und das Bildungsniveau in der Türkei sind zwei total verschiedene Welten.

Für sich alleine genommen ist der Ländervergleich völlig uninteressant. Die Türkei steht auf einer viel niedrigeren Entwicklungsstufe als Deutschland, so dass der Vergleich für sich genommen müßig ist. Wir haben die Türkei alleine deshalb so ausführlich betrachtet, weil Millionen Türkischstämmige in Deutschland leben und aufgrund ihrer niedrigen Intelligenz das Bildungsniveau in unserem Land nach unten drücken.

Im nächsten Themenblock beschränken wir uns auf Deutschland und dokumentieren den enormen negativen Einfluss der Türkischstämmigen auf das hiesige Bildungsniveau. Dabei können die Unterschiede, die wir im Ländervergleich herausgearbeitet haben, als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Eine hochinteressante Frage lautet zum Beispiel: Ist der Leistungsunterschied zwischen einheimischen Deutschen und türkischstämmigen Migranten innerhalb Deutschlands genauso groß, größer oder kleiner als der Unterschied zwischen den Ländern Deutschland und Türkei?

Fortsetzung folgt.

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Literatur


[1] OECD (2016). PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

[2] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[3] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

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Anmerkungen

[A1] Die Abbildungen in → Teil 15 machen deutlich, dass die höhere Varianz in der Alltagsmathematischen Kompetenz in allererster Linie auf den enormen Geschlechtsunterschied, inbesondere bei den Älteren, in der Türkei zurückzuführen ist.

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Stichwörter:
Bildung, Intelligenz, PISA, PIAAC, Jugendliche, Erwachsene, Deutschland, Türkei, Normalverteilung, Effektstärke, Standardabweichung, Varianz, Varianzquotient, Migranten

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze – Teil 10

PIAAC 2012/2014: Gesamtwert nach Alterskohorten

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

10. PIAAC 2012/2014: Repräsentanten der Weltspitze

Die Teilnehmer an PIAAC 2012/2014 gehören – weltweit betrachtet – zum oberen und obersten Intelligenzbereich. Die in dieser Serie betrachteten Länder Deutschland, Japan, Korea und Singapur liegen weit über dem PIAAC-Mittelwert und zählen zu den Repräsentanten der Weltspitze.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze.

Im → Teil 9 haben wir einige zentrale Ergebnisse von PIAAC 2012/2014 [1] [2] zur kognitiven Kompetenz von Erwachsenen in Deutschland, Japan, Korea und Singapur dargestellt. Diese sollen nun in einem breiteren Kontext diskutiert werden.

Abbildung 10.1 zeigt die bereits aus Teil 9 bekannten Mittelwerte der Alterskohorten in den vier Ländern. Der PIAAC-Gesamtwert ist der Durchschnitt aus den Bereichen Lesekompetenz, Alltagsmathematische Kompetenz und Technologiebasierte Problemlösekompetenz und kann als Indikator der allgemeinen kognitiven Kompetenz – sprich: der Allgemeinen Intelligenz – interpretiert werden.

Abbildung 10.1 ist das Spiegelbild von Abbildung 9.1 im Teil 9. Im Gegensatz zu den bisherigen Darstellungen ist die X-Achse nun in aufsteigender zeitlicher Reihenfolge geordnet. Die PIAAC-Erhebungen in Deutschland, Japan und Korea wurden im Jahr 2011 durchgeführt, in Singapur im Jahr 2013. Die Alterskohorten repräsentieren daher die Geburtsjahrgänge um 1950, 1960, 1970, 1980 und 1990, jeweils plus/minus fünf Jahre. Die Schreibweise in eckigen Klammern soll darauf hinweisen, dass es sich um Kohorten handelt, die jeweils 10 Geburtsjahrgänge umfassen. Es sei nochmals ausdrücklich betont, dass es sich um eine Querschnittsuntersuchung handelt und dass die Kurven daher nicht die zeitliche Entwicklung der Intelligenz von Individuen widerspiegeln.

PIAAC 2012/2014: Intelligenz von Erwachsenen in Deutschland Japan Korea Singapur nach Alterskohorten
Abbildung 10.1: PIAAC 2012/2014: Gesamtwert nach Alterskohorten

In Abbildung 10.1 ist der Punktwert 250 hervorgehoben. 250 ist der Mittelwert der PIACC-Skala, die auf den Daten aller 28 Teilnehmerländer PIAAC-Runde beruht. Diese Länder gehören alle der OECD an und sie repräsentieren den oberen und obersten Bereich der weltweiten nationalen Intelligenzwerte. Lediglich Chile und die Türkei gehören zum gehobenen Mittelfeld. Länder aus der unteren Hälfte des weltweiten Intelligenzbereichs sind überhaupt nicht vertreten. Der PIAAC-Mittelwert 250 repräsentiert somit – weltweit betrachtet – ein außerordentlich hohes Intelligenzniveau. Er steht für das Intelligenzniveau der modernen Industrieländer, die – wie Oesterdiekhoff [3] in hervorragender Weise herausgearbeitet hat – auf einer höheren anthropologischen Entwicklungsstufe stehen als der Rest der Welt.

Mit Ausnahme der Kohorte [1950] in Korea und Singapur liegen sämtliche Werte über 250. Zwölf der zwanzig Werte sind größer oder gleich 275 und liegen damit mindestens eine halbe Standardabweichung über dem PIAAC-Durchschnitt. Dies gilt ohne Ausnahme für die Kohorten [1980] und [1990]. Wir reden hier also – weltweit gesehen – von einem außerordentlich hohen Intelligenzniveau und der Titel dieser Serie „Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze“ ist absolut zutreffend.

In der nächsten Folge werden wir unsere Ergebnisse vor dem Hintergrund der historischen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Nachkriegszeit betrachten und auch die Ergebnisse der 15-Jährigen in PISA 2015 einbeziehen, die in den ersten fünf Folgen dargestellt wurden.

Fortsetzung folgt.

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Literatur

[1] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[2] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

[3] Oesterdiekhoff, Georg W. (2013). Die Entwicklung der Menschheit von der Kindheitsphase zur Erwachsenenreife. Wiesbaden: Springer VS.
Kleine Anmerkung: Dies ist eines der besten Bücher, die ich kenne. Kein anderes mir bekanntes Werk hat die überragende Bedeutung der Intelligenz für die Menschheitsentwicklung so klar und umfassend dargestellt. Dieses Buch müsste Pflichtlektüre für jeden Sozialwissenschaftler, jeden Lehrer und jeden Politiker sein.

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Stichwörter:
Bildung, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, Singapur, Korea, Deutschland, Erwachsene, PIAAC, Intelligenz, Alter, Psychologie

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze – Teil 9

PIAAC 2012/2014: Gesamtwert nach Alterskohorten

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

9. PIAAC 2012/2014: Intelligenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien

PIAAC 2012/2014 zeigt, dass in Deutschland, Japan, Korea und Singapur die Jüngeren in allen Bereichen höhere kognitive Kompetenzen aufweisen als die Älteren. Relativ zu Korea und Singapur steht Deutschland von der ältesten zur jüngsten Altersgruppe kontinuierlich schlechter da. Bei der ältesten Kohorte liegt Deutschland (sehr) weit vor Korea und Singapur, bei der jüngsten liegt es deutlich dahinter.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze.

Auf der Grundlage von PIAAC 2012/2014 [1] [2] haben wir im → Teil 6 die Lesekompetenz, im → Teil 7 die Alltagsmathematische Kompetenz und im → Teil 8 die Technologiebasierte Problemlösekompetenz von Erwachsenen in Deutschland, Japan, Korea und Singapur betrachtet. Nun betrachten wir die drei Bereiche gemeinsam.

Zunächst sei ausdrücklich betont: PIACC ist eine Querschnittsuntersuchung. Sie bietet eine Momentaufnahme über die Kompetenzen von Erwachsenen, die eine Altersspanne vom 50 Jahren umfassen. Die Kurven in den Abbildungen dürfen nicht als die Entwicklung von Individuen über die Zeit interpretiert werden.

Die Zusammenfassung ist sehr einfach, da die drei Bereiche nahezu identische Muster aufweisen. Dies ist auch nicht anders zu erwarten, da Lesekompetenz, Alltagsmathematische Kompetenz und Technologiebasierte Problemlösekompetenz eines gemeinsam haben, nämlich die Intelligenz. Jeder Bereich erfasst zwar einen spezifischen Aspekt, aber auf der Aggreationsebene von Alterskohorten innerhalb von Ländern überwiegt der Anteil der Allgemeinen Intelligenz. Länder und Kohorten, die in einem kognitiven Bereich gut sind, sind es in der Regel auch in anderen kognitiven Bereichen. Es ist daher sinnvoll, die drei Kompetenzbereiche zu einem Gesamtwert zusammenzufassen.

Abbildung 9.1 zeigt den PIAAC-Gesamtwert aufgeschlüsselt nach Ländern und Alterskohorten.

PIAAC 2012/2014: Intelligenz von Erwachsenen in Deutschland Japan Korea Singapur nach Alterskohorten
Abbildung 9.1: PIAAC 2012/2014: Intelligenz von Erwachsenen nach Alterskohorten und Ländern.

Der Vergleich der Altersgruppen innerhalb der Länder gibt ein klares Resultat:

  • In jedem Land schneiden Jüngere besser ab als Ältere.

Unter den vierzig möglichen Vergleichen gibt es nur drei Ausnahmen: In Japan ist die jüngste Kohorte (deutlich) schlechter als die zweit- und die drittjüngste. In Deutschland ist die jüngste Kohorte ein wenig schlechter als die zweitjüngste. Die jüngste Kohorte umfasst die 16-bis-24-Jährigen. Ein Großteil dieser Altersgruppe befand sich zur Testzeit noch in der Ausbildung und es ist davon auszugehen, dass sie in den Folgejahren Zugewinne verbuchen können. Bei den Mindestens-25-Jährigen gilt die Aussage „In jedem Land schneiden Jüngere besser ab als Ältere“ ausnahmslos für alle Kohortenvergleiche.

Der Vergleich zwischen den Ländern ergibt Folgendes:

  • Japan belegt in allen Kohorten Platz 1.

In der jüngsten Gruppe ist der Vorsprung gegenüber Singapur und Korea jedoch fast vollständig zusammengeschmolzen.

  • Von den Älteren zu den Jüngeren verschlechtert sich Deutschland kontinuierlich gegenüber Singapur und Korea.

Bei den Ältesten liegt Deutschland weit vor Korea und sehr weit vor Singapur. Mit jeder jüngeren Kohorte verzeichnen Korea und Singapur einen größeren Zugewinn als Deutschland. Bei 25-bis-34-Jährigen wird Deutschland von Singapur und Korea knapp überholt und bei den Jüngsten ist es auf dem letzten Platz deutlich abgeschlagen.

  • Das sicherlich bemerkenswerteste Ergebnis ist die exorbitante Steigerung über die Alterskohorten in Korea und ganz besonders in Singapur.

Der Zugewinn von der ältesten zur jüngsten Kohorte beträgt in Korea 0,98 Standardabweichungen auf der PIAAC-Skala, in Singapur sind es sogar 1,36 [A1]. Deutschland und Japan haben ebenfalls stark hinzugewonnen, aber die Steigerung ist mit 0,52 und 0,50 deutlich geringer.

In den abschließenden Folgen werden wir die Ergebnisse in einem breiteren Kontext diskutieren.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze. 10. PIAAC 2012/2014: Repräsentanten der Weltspitze

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Literatur

[1] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[2] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

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Anmerkungen

[A1] Die Angaben in Standardabweichungseinheiten beziehen sich auf die PIAAC-Skala, deren Standardabweichung auf 50 normiert ist. Die Normierung basiert auf allen Teilnehmerländern der ersten PIAAC-Runde. Da die Standardabweichungen in den einzelnen Ländern anders ausfallen (in der Regel deutlich niedriger), sind die Angaben nicht mit dem Effektstärkemaß d zu verwechseln. Die Effektstärke ist deutlich größer.

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Stichwörter:
Bildung, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, Singapur, Korea, Deutschland, Erwachsene, PIAAC, Intelligenz, Alter, Psychologie

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze – Teil 8

PIAAC 2012/2014: Technologiebasierte Problemlösekompetenz nach Alterskohorten

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

8. PIAAC 2012/2014: Technologiebasierte Problemlösekompetenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien

PIAAC 2012/2014 zeigt, dass in Deutschland, Japan, Korea und Singapur die Jüngeren eine höhere Technologiebasierte Problemlösekompetenz aufweisen als die Älteren. Relativ zu Korea und Singapur steht Deutschland von der ältesten zur jüngsten Altersgruppe kontinuierlich schlechter da. Bei der ältesten Kohorte liegt Deutschland vor Korea und Singapur, bei der jüngsten liegt es dahinter.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze.

Auf der Grundlage von PIAAC 2012/2014 [1] [2] haben wir im → Teil 6 die Lesekompetenz und im → Teil 7 die Alltagsmathematische Kompetenz von Erwachsenen in Deutschland, Japan, Korea und Singapur betrachtet. Nun betrachten wir die Technologiebasierte Problemlösekompetenz.

Technologiebasierte Problemlösekompetenz bezieht sich nicht auf Technikprobleme oder Kenntnisse der Hardware und auch nicht auf die Programmierung von Software. Sie „bezeichnet die Kompetenz, digitale Technologien, Kommunikationshilfen und Netzwerke erfolgreich für die Suche, Vermittlung und Interpretation von Informationen zu nutzen … Im Fokus … steht, wie Personen sich Informationen in einer computergestützten Umgebung erfolgreich beschaffen und wie sie diese verwenden“ (Rammstedt, 2013; [1]).

Abbildung 8.1 zeigt die Mittelwerte aufgeschlüsselt nach den Altersgruppen 16-24, 25-34, 35-44, 45-54 und 55-65.

PIAAC 2012/2014: Technologiebasierte Problemlösekompetenz nach Alterskohorten Deutschland Japan Korea Singapur
Abbildung 8.1: PIAAC 2012/2014: Technologiebasierte Problemlösekompetenz nach Alterskohorten

Die vier Länder zeigen ein sehr ähnliches Muster über die Alterskohorten. In der Regel schneidet die jeweils jüngere besser ab als die ältere. In Korea und Singapur gilt dies generell und mit Ausnahme der beiden jüngsten Gruppen in Singapur und der beiden ältesten in Korea sind alle Unterschiede statistisch signifikant. In Deutschland schneidet die jüngste Gruppe minimal, aber nicht signifikant schlechter ab als die zweitjüngste. In Japan schneidet die jüngste Gruppe schlechter ab als die 25-34- und die 35-bis-44-Jährigen, aber nur der Unterschied zu den 25-bis-34-Jährigen ist signifikant. In Korea und Singapur ist der Trend von den Älteren zu den Jüngeren durchweg positiv, in Deutschland zeigt sich bei der jüngsten Kohorte ein minimaler Rückgang und in Japan zeigt sich bei der jüngsten Kohorte ein starker Einbruch.

Mit Ausnahme der jüngsten Kohorte liegt Japan stets auf Platz 1. Deutschland liegt bei den beiden ältesten Kohorten auf Platz 2. Bei den 35-bis-44-Jährigen teilt es sich den Platz mit Singapur und in der jüngsten Gruppe bildet es das Schlusslicht.

Von den Ältesten zu den Jüngsten kehrt sich die Position Deutschlands gegenüber Korea und Singapur um. Deutschland hat bei den Ältesten einen 4-Punkte-Vorsprung und bei den Jüngsten einen 9-Punkte-Rückstand gegenüber Korea. Der Vergleich mit Singapur ergibt einen 12-Punkte-Vorsprung bei den Ältesten und einen 10-Punkte-Rückstand bei den Jüngsten.

Alle Länder zeigen erhebliche Verbesserungen von den Älteren zu den Jüngeren. Der Unterschied zwischen der ältesten und der jüngsten Kohorte beträgt in Japan 0,56, in Deutschland 0,70, in Korea 0,96 und in Singapur 1,14 Standardabweichungseinheiten auf der PIAAC-Skala [A1]. Da der Zugewinn in Korea und Singapur höher ist als in Deutschland, ist Deutschland vom zweiten Platz bei den Ältesten auf den letzten Platz bei den Jüngsten abgesunken.

In der nächsten Folge betrachten wir die Bereiche Lesekompetenz, Mathematische Alltagskompetenz und Technologiebasierte Problemlösekompetenz gmeinsam.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze. 9. PIAAC 2012/2014: Intelligenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien

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Literatur

[1] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[2] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

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Anmerkungen

[A1] Die Angaben in Standardabweichungseinheiten beziehen sich auf die PIAAC-Skala, deren Standardabweichung auf 50 normiert ist. Die Normierung basiert auf allen Teilnehmerländern der ersten PIAAC-Runde. Da die Standardabweichungen in den einzelnen Ländern anders ausfallen (in der Regel deutlich niedriger), sind die Angaben nicht mit dem Effektstärkemaß d zu verwechseln. Die Effektstärke ist deutlich größer.

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Stichwörter:
Bildung, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, Singapur, Korea, Deutschland, Erwachsene, PIAAC, Technologiebasierte Problemlösekompetenz, Intelligenz, Alter, Psychologie

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze – Teil 6

PIAAC 2012/2014: Lesekompetenz nach Alterskohorten

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

6. PIAAC 2012/2014: Lesekompetenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien

PIAAC 2012/2014 zeigt, dass die Lesekompetenz in Deutschland, Japan, Korea und Singapur von Alterskohorte zu Alterskohorte steigt. Japan belegt in allen Altersgruppen Platz 1. Gegenüber Korea und Singapur steht Deutschland von der ältesten zur jüngsten Altersgruppe kontinuierlich schlechter das. Bei den ältesten Kohorten liegt Deutschland vor Korea und Singapur, bei der jüngsten liegt es dahinter.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze.

Bislang haben wir Deutschland und die ostasiatischen Länder auf der Grundlage von PISA betrachtet und ein Bild über die kognitiven Kompetenzen von 15-Jährigen erhalten. In diesem Beitrag betrachten wir die Intelligenz von Erwachsenen auf der Grundlage von PIAAC 2012/2014 [1] [2].

PIAAC ist PISA für Erwachsene. An PIAAC 2012/2014 nahmen unter anderem Deutschland, Japan, Korea und Singapur teil. In jedem Land wurden mindestens 5.000 Männer und Frauen im Alter von 16 bis 65 Jahren getestet. Die Tests bezogen sich auf die Bereiche Lesekompetenz, Alltagsmathematische Kompetenz und Technologiebasierte Problemlösekompetenz. Die Leistungen wurden so normiert, dass der Mittelwert über die teilnehmenden OECD-Staaten 250 und die Standardabweichung 50 beträgt.

Abbildung 6.1 zeigt die Mittelwerte im Bereich Lesekompetenz aufgeschlüsselt nach den Altersgruppen 16-24, 25-34, 35-44, 45-54 und 55-65.

PIAAC 2012/2014: Lesekompetenz nach Alterskohorten. Deutschland, Japan, Korea, Singapur
Abbildung 6.1: PIAAC 2012/2014: Lesekompetenz nach Alterskohorten

Abbildung 6.1 zeigt für die vier Länder ein sehr ähnliches Muster über die Alterskohorten. Mit drei Ausnahmen schneidet die jeweils jüngere besser ab als die ältere. In Japan ist die jüngste Gruppe signifikant schlechter als die zweit- und die drittjüngste. In Deutschland ist die jüngste Gruppe signifikant schlechter als die zweitjüngste.

In jeder Alterskohorte liegt Japan auf Platz 1. Deutschland liegt bei den beiden ältesten Kohorten auf Platz 2. Bei den 35-bis-44-Jährigen wird es von Korea auf den dritten Platz verdrängt und bei bei den 25-bis-34-Jährigen wird es auch von Singapur überholt, so dass Deutschland bei den beiden jüngsten Gruppen den letzten Platz belegt.

Der Rückstand Deutschlands gegenüber Japan ist in allen Kohorten signifikant. Der Vergleich mit Korea fällt in den beiden ältesten Gruppen signifikant zugunsten Deutschlands aus; in den beiden jüngsten ist es umgekehrt. Gegenüber Singapur hat Deutschland in den drei ältesten Kohorten einen signifikanten Vorsprung; in der jüngsten Kohorte ist Singapur signifikant besser als Deutschland.

Von der ältesten zur jüngsten Kohorte hat sich die Position Deutschlands gegenüber Korea und Singapur umgekehrt. Bei den Ältesten hat Deutschland einen 10-Punkte-Vorsprung vor Korea und bei den Jüngsten einen 14-Punkte-Rückstand. Der Vergleich mit Singapur zeigt einen 27-Punkte-Vorsprung bei den Ältesten und einen 8-Punkte-Rückstand bei den Jüngsten.

In allen Ländern zeigen sich enorme Verbesserungen zugunsten der jüngeren Kohorten. Der Unterschied zwischen der ältesten und der jüngsten beträgt in Deutschland 0,50, in Japan 0,52 in Korea 0,98 und in Singapur 1,40 Standardabweichungseinheiten auf der PIAAC-Skala [A1]. Da der Zugewinn in Korea doppelt und in Singapur fast dreimal so groß ist wie in Deutschland, ist Deutschland vom zweiten Platz bei den Ältesten auf den letzten Platz bei den Jüngsten abgesunken.

In der nächsten Folge betrachten wir die Alltagsmathematische Kompetenz und in der übernächsten die Technologiebasierte Problemlösekompetenz.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze. 7. PIAAC 2012/2014: Alltagsmathematische Kompetenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien

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Literatur

[1] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[2] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

*

Anmerkungen

[A1] Die Angaben in Standardabweichungseinheiten beziehen sich auf die PIAAC-Skala, deren Standardabweichung auf 50 normiert ist. Die Normierung basiert auf allen Teilnehmerländern der ersten PIAAC-Runde. Da die Standardabweichungen in den einzelnen Ländern anders ausfallen (in der Regel deutlich niedriger), sind die Angaben nicht mit dem Effektstärkemaß d zu verwechseln. Die Effektstärke ist deutlich größer.

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Stichwörter:
Bildung, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, Singapur, Korea, Deutschland, Erwachsene, PIAAC, Lesekompetenz, Intelligenz, Alter

Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz – Teil 9

Normalverteilungen - Varianzquotient 1,11

Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz

Teil 9: PIAAC 2012/2014 – Varianzunterschiede und Extrembereiche

Über alle Bereiche und über alle Altersgruppen zeigt sich zwischen Männern eine größere Varianz in der Intelligenz als zwischen Frauen. Die Varianz zwischen Männern ist um etwa 11 Prozent größer. Varianzunterschiede dieser Größenordnung können in den Extrembereichen enorme Konsequenzen haben.

Zum Beginn dieser Serie → Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz – Teil 1.

Auf der Grundlage von PIAAC 2012/2014 [1] [2] haben wir Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz → Teil 5, der Alltagsmathematischen Kompetenz → Teil 6 und der Technologiebasierten Problemlösekompetenz → Teil 7 von Erwachsenen untersucht.

Im → Teil 8 haben wir die drei Bereiche gemeinsam betrachtet und die Unterschiede im Leistungsniveau betrachtet. Nun rücken wir die Geschlechtsunterschiede in der Varianz in den Blickpunkt.

Tabelle 9.1 zeigt die Geschlechtsunterschiede in der Varianz, gemessen durch den Quotienten Varianz der Männer dividiert durch die Varianz der Frauen, aufgeschlüsselt nach Bereich und Altersgruppen.

Tabelle 9.1: PIAAC 2012/2014: Geschlechtsunterschiede in der Varianz nach Bereich und Altersgruppen. Varianzquotient Varianz Männer / Varianz Frauen.
Alter Lesen Mathematik Technologie
16-24 1,15 1,13 1,12
25-34 1,08 1,07 1,09
35-44 1,09 1,10 1,13
45-54 1,08 1,11 1,14
55-65 1,10 1,13 1,15
Gesamt 1,10 1,11 1,13

Tabelle 9.1 zeigt ein sehr klares Bild: Die Varianz zwischen den Männern ist in allen Fällen größer als die Varianz zwischen den Frauen. Der Varianzquotient bewegt sich in einem engen Rahmen von 1,07 bis 1,15. In der Lesekompetenz beträgt er 1,10, in der Alltagsmathematischen Kompetenz 1,11, in der Technologiebasierte Problemlösekompetenz 1,13. Auch in den Altersgruppen sind die Werte jeweils sehr ähnlich. Von den 444 unabhängigen Stichproben, die sich aus der Kombination von Bereich, Land und Altersgruppe ergeben, zeigen 355 eine größere Varianz bei den Männern (80 Prozent).

Insgesamt ist die Varianz bei den Männer rund 11 Prozent größer als bei den Frauen. Dies fügt sich perfekt in die Befunde der psychometrischen Intelligenzforschung, die in aller Regel eine größere Varianz bei den Männern konstatiert.

Die Tatsache, dass die Varianz bei den Männern größer ist als bei den Frauen, wird nur selten hervorgehoben; noch seltener wird deutlich gemacht, welch enorme Konsequenzen sich aus Varianzunterschieden ergeben können. Wegen seiner großen Bedeutung wollen wir diesen sehr wichtigen Punkt an einem Beispiel vertiefen.

Abbildung 9.1 zeigt zwei Normalverteilungen, bei denen die Mittelwerte absolut gleich sind und der Varianzquotient 1,11 beträgt. Die X-Achse entspricht der gängigen IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15.

Normalverteilungen - Gleicher Mittelwert, Varianzquotient 1,11
Abbildung 9.1: Normalverteilungen – Gleicher Mittelwert, Varianzquotient 1,11

Die Varianz der blauen Glockenkurve ist um 11 Prozent größer als die Varianz der roten. Die Überlappung ist fast perfekt, sie beträgt 97,5 Prozent. Das heißt: 97,5 Prozent der Blauen haben einen roten Partner, der exakt denselben Wert aufweist.

Dennoch ist deutlich, dass sich die roten Werte stärker um den Mittelwert ballen, während an den Extremen mehr blaue zu finden sind. Der winzig kleine Unterschied an den Extremen kann in der Realität enorme Auswirkungen haben.

Wenn zum Beispiel für eine berufliche Tätigkeit ein Mindest-IQ von 110 erforderlich ist und genauso viele blaue wie rote Bewerber zur Verfügung stehen, dann sind unter den blauen 4 Prozent mehr Geeignete als unter den roten. Diese Relation ist in aller Regel irrelevant.

Wenn der Mindest-IQ 120 beträgt, dann sind schon 13 Prozent mehr Blaue als Rote geeignet.

Für einen Spitzenberuf, der einen Mindest-IQ von 130 erfordert, beträgt der Vorteil der Blauen 28 Prozent.

Für einen Superspitzenberuf mit einem Mindest-IQ von 140 sind 51 Prozent mehr Blaue als Rote geeignet.

Die Spitzenberufe und die Superspitzenberufe betreffen zwar nur einen winzigen Teil der Gesamtpopulation – aber es sind genau diese Berufe und Personen, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ersetzt man nun Blau durch Männer und Rot durch Frauen, dann bietet dieses Beispiel eine ganz simple Teil!-Erklärung für die Tatsache, dass sich in Spitzenpositionen in vielen Bereichen mehr Männer als Frauen befinden.

In diesem Beispiel wurde angenommen, dass der Intelligenzdurchschnitt bei Männern und Frauen gleich ist. In den vorangegangenen Folgen haben wir jedoch gesehen, dass erwachsene Männer in der Lesekompetenz um 0,04 Standardabweichungseinheiten besser abschneiden als Frauen , in der Technologiebasierten Problemlösekompetenz um 0,12 und in der alltagsmathematischen Kompetenz um 0,22 (das entspricht 0,6, 1,8 und 3,3 IQ-Punkten).

Aus der Kombination von etwas höherem Leistungsniveau und größerer Varianz ergeben sich in den Extrembereichen noch größere Unterschiede als im Beispiel aus Abbildung 9.1. Dies haben wir bereits im → Teil 6 dargestellt.

Was hier für den oberen Bereich gesagt wurde, gilt in gleicher Weise für das untere Extrem. Männer überwiegen in der Spitzengruppe – Männer überwiegen aber genauso im unteren Bereich. Während die Überrepräsentation der Männer im oberen Bereich großes Aufsehen erregt, ist von der Überrepräsentation der Männer im unteren Bereich kaum etwas zu hören.

In der nächsten Folge fassen wir unsere wichtigsten Befunde zusammen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz. Teil 10: PIAAC 2012/2014 – Resumé

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Literatur

[1] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[2] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

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Stichwörter:
Bildung, Intelligenz, PIAAC, Mathematik, Lesekompetenz, Technologiebasierte Problemlösekompetenz, Geschlecht, Geschlechtsunterschiede, Erwachsene, Varianz

Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz – Teil 1

Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz

Teil 1: Grundlegendes

Kaum ein anderes Thema ist emotional und politisch so hysterisch aufgeladen wie Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz. In diesem Beitrag wird klargestellt, dass sich Männer und Frauen selbstverständlich auch im Hinblick auf die Intelligenz voneinander unterscheiden.

Beginnen wir mal mit einer Nachricht, die bei allen politisch Korrekten höchstes Entzücken auslöst:

Bei PISA 2015 zeigten in 72 von 72 Ländern Mädchen in der Lesekompetenz höhere Leistungen als Jungen.
Bei PIRLS 2016 zeigten in 52 von 52 Ländern Mädchen in der Lesekompetzenz höhere Leistungen als Jungen.
Unzählige Untersuchungen bestätigen, dass Mädchen eine höhere sprachliche Intelligenz aufweisen als Jungen.

Ich habe noch nie gehört, dass irgendjemand gegen diese empirische Tatsache protestiert hätte.

Erwähnt man hingegen, dass Männer im mathematischen Bereich wesentlich bessere Leistungen zeigen als Frauen, dann entfacht man unweigerlich einen „Sexismus! Sexismus!“-Kreischorkan der politisch Korrekten.

In dieser Serie betrachten wir Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz.

Der Mainstream innerhalb der psychologischen Forschung geht ebenso wie der Mainstream in der Öffentlichkeit davon aus, dass es keine Geschlechtsunterschiede gibt [A1].

Angesichts der Tatsache, dass sich Männer und Frauen in nahezu allen Bereichen voneinander unterscheiden, ist es jedoch extrem unwahrscheinlich, dass es ausgerechnet bei der Intelligenz keine Unterschiede geben sollte. Wie wir gleich sehen werden, ist die Behauptung, dass es keinerlei Unterschiede in der Intelligenz von Männern und Frauen gibt, auf jeden Fall falsch.

Nach der Veröffentlichung des Buches „The Bell Curve. Intelligence and Class Structure in American Life“ von Herrnstein und Murray im Jahr 1994 [1] entbrannte eine hysterische, weitgehend politisch motivierte Diskussion, die so grotesk entartete, dass die American Psychological Association eine Fachgruppe von führenden Intelligenzforschern und Kritikern beauftragte, einen Bericht über die tatsächlichen Befunde der psychologischen Intelligenzforschung vorzulegen [2]. Eine äußerst wichtige Aussage dieses Berichts lautet:

  • Most standard tests of intelligence have been constructed so that there are no overall score differences between females and males.

Dieser Satz markiert ein zentrales Grundproblem: Bei der Konstruktion von Intelligenztests wird in der Regel große Mühe darauf verwandt, die Aufgaben so zu zusammenzustellen, dass sich keine Geschlechtsunterschiede ergeben. Aufgaben, bei denen sich im Rahmen von Voruntersuchungen nennenswerte Geschlechtsunterschiede zeigen, werden ausgeschieden; und die endgültigen Testaufgaben werden so zusammengestellt, dass der Gesamtwert für beide Geschlechter gleich ist. Oftmals gibt es getrennte Testnormen für Männer und Frauen und damit wird die „Gleichheit“ der Geschlechter per Definition erzwungen.

  • Statt real existierende Geschlechtsunterschiede zu erfassen, wird häufig viel Aufwand betrieben, um Geschlechtergleichheit zu konstruieren.

Trotz aller Bemühungen, „Geschlechtergleichheit“ per Testkonstruktion herzustellen, lassen sich Geschlechtsunterschiede nicht vertuschen.

Intelligenz ist ein extrem breites Konzept, welches kognitive Leistungen in allen Bereichen umfasst. In manchen Bereichen zeigen sich tatsächlich keine oder nur minimale Unterschiede zwischen den Geschlechtern, in manchen Bereichen zeigen Frauen bessere Leistungen, in manchen Bereichen haben Männer die Nase vorn.

Die Aussage „Es gibt keine Unterschiede in der Intelligenz von Männern und Frauen“ ist durch unzählige empirische Untersuchungen mit Hunderten Millionen Testpersonen widerlegt. Es steht außer Zweifel, dass Unterschiede in den relativen Stärken und Schwächen bestehen.

Allenfalls die Aussage „Die relativen Vorteile von Männern und Frauen gleichen sich so weit aus, dass in der Summe keine (nennenswerten) Geschlechtsunterschiede bestehen“ kann eine gewisse Gültigkeit beanspruchen. Aber selbst diese Behauptung ist keineswegs unumstritten.

In der nächsten Folge betrachten wir einige interessante Hypothesen, die in der aktuellen Diskussion im Blickpunkt stehen; und im Anschluss daran werden wir diese Hypothesen anhand einer sehr großen internationalen Stichprobe prüfen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz. Teil 2: Hypothesen

*

Literatur


[1] Herrnstein, R.J. und Murray, C. (1994). The Bell Curve. Intelligence and Class Structure in American Life. New York: The Free Press.

[2] Neisser, U. et al. (1996). Intelligence: Knowns and Unknowns. American Psychologist, 51 (2), 77–101.

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Anmerkung

[A1] Mit „Mainstream innerhalb der psychologischen Forschung“ und „Mainstream in der Öffentlichkeit“ ist der Mainstream der letzten Jahrzehnte und die westliche Gesellschaft gemeint. In früheren Zeiten und in anderen Teilen der Welt galt und gilt es mehr oder weniger als selbstverständlich, dass Männer intelligenter sind als Frauen. Diese Annahme gründet sich allerdings lediglich auf Alltagsbeobachtungen und nicht auf wissenschaftliche empirische Forschung.

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Stichwörter
Intelligenz, Geschlecht, Geschlechtsunterschiede, Intelligenzunterschiede, Intelligenzforschung, Psychologie

Buchtipp: The Neuroscience of Intelligence

The Neuroscience of Intelligence

Ein Buchtipp

Ich lese gerade ein ganz hervorragendes Buch:

Richard D. Haier (2017). The Neuroscience of Intelligence. New York: Cambridge Universitiy Press.

Das Buch macht deutlich, wie weit Genetik und Neurowissenschaften in der Erforschung der biologischen Grundlagen fortgeschritten und wie lächerlich die antifaktischen kulturdeterministischen Ideologien vor dem Hintergrund der psychologischen und biologischen Intelligenzforschung sind.

Hier will ich lediglich eine Randbemerkung aus dem Buch zitieren: „… genetic studies are logistically complex and expensive, especially when large samples are involved. DNA sequencing machines alone, for example, cost about $1-2 million each. Reportedly, in 2012 a single research institute in China, The Behavioral Genetics Institute, had 128 of them, along with super computers. Finding intelligence genes is a high priority. This one institute has over 4,000 scientists and technicians working there and a poster on the wall reportedly says: ‘Genes build the future’ … At the end of the twentieth century, Plomin (1999) stated, ‘The most far-reaching implications for science, and perhaps for society, will come from identifying genes responsible for the heritability of g …’ One the one hand, China has substantial investment in this hunt, and on the other hand, a majority of members currently in the US Congress apparently do not believe in evolution.” (S.65)

Nun ja, in den USA gibt es trotz alledem noch Forschung zu Intelligenz, Genetik und Neurowissenschaften.

In Deutschland ist Intelligenzforschung immer noch tabu. Hierzulande ist man immer noch der Meinung, alle Menschen würden mit leeren Köpfen geboren und die Schulen und „die Gesellschaft“ müssten die Intelligenz in die Hohlräume füllen.

Statt in zukunftsrelevante Forschung zu investieren, importiert Deutschland Millionen Analphabeten aus Arabien und Schwarzafrika, die den Steuerzahler Hunderte Milliarden kosten und das Intelligenzniveau drastisch senken. Die Chinesen lachen sich über so viel Dummheit kaputt.

Anmerkung: In dem Buch geht es um Forschungsmethoden und Forschungsergebnisse. Die unglaubliche Dummheit von Forschungspolitik und politisch bornierten Ideologen kommt nur am Rande zur Sprache.

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Stichwörter:
Migranten, Intelligenz, Politik, Deutschland, USA, China, Forschung, Forschungspolitik, Intelligenzforschung, Genetik, Neurowissenschaften, Psychologie

Intelligenzminderung Arabien PISA TIMMS PIRLS

Intelligenzminderung

Schulleistungen – Arabische Länder (Fortsetzung)

Anhand der internationalen Studien PISA (1) und TIMSS (2) haben wir gesehen, dass die Schüler in den arabischen Staaten katastrophal schlechte Schulleistungen zeigen (→ hier, → hier, → hier). Dies will ich nun noch weiter untermauern.

In früheren Beiträgen habe ich über die PISA-Leistungen in den moslemischen Ländern berichtet (→ Mathematik, → Naturwissenschaften, → Lesekompetenz). In Tabelle 1 sind die Mittelwerte der arabischen Teilnehmerländer zusammengefasst. Dazu habe ich die PISA-Skala in eine IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 transformiert. Deutschland ist zum Vergleich angegeben.

Land  Mathematik  Naturwiss.  Lesen
Algerien 79 81 78
Jordanien 82 86 86
Katar 85 88 85
Libanon 84 83 77
Tunesien 80 83 79
VAE 89 91 90
 
Deutschland 101 101 101
Tabelle 1: PISA 2015. PISA-IQ in den arabischen Teilnehmerländern (gerundet).
Deutschland zum Vergleich


Die Werte liegen im vertrauten Bereich: 77 bis 91, also weit unter 100. Der Mittelwert der arabischen Staaten beträgt 83 (Mathematik), 85 (Naturwissenschaften) und 83 (Lesekompetenz). Dies deckt sich hervorragend mit dem IQ von 85, der mit psychometrischen Intelligenztests ermittelt wurde. Sowohl bei den Intelligenztests als auch bei den PISA-Schulleistungen liegen die arabischen Staaten im Durchschnitt eine Standardabweichung unter 100.

Im vorletzten Beitrag sind in Tabelle 2 die Werte der 14 arabischen Teilnehmerländer der TIMMS-Studie dargestellt. Der Mittelwert Mathematik beträgt 85, der Mittelwert Naturwissenschaften beträgt 87. Deutschland hat die Werte 103 und 104. Die Differenz beträgt 18 bzw. 17 TIMSS-IQ-Punkte, also etwas mehr als eine Standardabweichung.

Die Lesekompetenz wird in den TIMMS-Studien nicht berücksichtigt. Diese wird in den PIRLS-Studien getestet, die mit TIMSS unter dem gemeinsamen Dach der IEA – The International Association for the Evaluation of Educational Achievement – durchgeführt werden (3).

Land  PIRLS  PIRLSIQ
Katar 425 89
Kuwait (a) 419 88
Marokko 310 72
Oman 391 84
Saudi Arabien 430 90
VAE 439 91
 
Deutschland 541 106
Tabelle 2: PIRLS 2011. Lesekompetenz in arabischen Ländern. 4. Klasse, (a) = 6. Klasse.
Deutschland zum Vergleich


PIRLS zeigt das vertraute Bild: Die Werte reichen von 72 bis 91; der Mittelwert der arabischen Länder beträgt 86. Die Differenz zu Deutschland beträgt 20 Punkte, also 1 1/3 Standardabweichungen. (5)

Halten wir fest:

  • Alle groß angelegten weltweiten Studien – PISA, TIMMS und PIRLS – zeigen übereinstimmend, dass die Schulleistungen in den arabischen Ländern in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz eine Standardabweichung unter dem Mittelwert 100 liegen.

  • Die Schulleistungen in den internationalen Tests sind nahezu deckungsgleich mit den Befunden aus der psychologischen Intelligenzforschung, die auf psychometrischen Tests basiert. (4)

  • Zum Ausgangspunkt unserer Betrachtungen – die Intelligenz in den arabischen Staaten liegt im Mittel bei 85, also eine Standardabweichung unter 100 – gesellt sich das perfekte Spiegelbild in den Schulleistungen.

  • Noch eine Anmerkung: Im letzten Beitrag haben wir gesehen, dass die passablen Leistungen in den Emiraten am Persischen Golf einzig und allein den Migranten zu verdanken sind und dass die einheimischen Araber katastrophale Leistungen zeigen. Nimmt man die Emirate heraus, dann liegen die Schulleistungen in den arabischen Staaten sogar deutlich unter 85. Hinsichtlich der Schulleistungen ist die Differenz zwischen Arabern und Deutschen sogar noch größer als hinsichtlich der Intelligenz.

    Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzminderung Sub-Sahara-Afrika.


    *
    Quellen und Anmerkungen

    (1) PISA 2015 Ergebnisse (Band I)
    Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung

    (2) TIMSS – Trends im Mathematics and Science Studies.
    Sitemap
    Mathematik
    Naturwissenschaften

    (3) PIRLS – Progress in International Reading Literacy Study.
    PIRLS 2011

    (4) Lynn, Richard & Vanhanen, Tatu (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

    (5) Bei der IQ-Transformation habe ich die PIRLS-Skala mit Mittelwert 500 und Standardabweichung 100 zugrundegelegt. Im Vergleich zur psychometrischen IQ-Skalierung fallen die PIRLS-Werte deutlich zu hoch aus. Bei der üblichen Greenwich-Standardisierung entspricht der Skalenmittelpunkt dem Wert von England. Dieser liegt in PIRLS 2011 bei 552, er ist also etwas mehr als eine halbe Standardabweichung höher. Zentriert man die Skala bei England, dann müssen die PIRLS-IQ-Werte um etwa 8 Punkte verringert werden. Zentriert man die Skala bei Deutschland, dann müssen jeweils 6 Punkte abgezogen werden.

    ***
    Stichwörter:
    Intelligenz, IQ, Psychologie, Arabien, TIMSS, PISA, PIRLS, Schulleistungen

    Intelligenzminderung – Schulleistungen von Arabern

    Intelligenzminderung

    Schulleistungen in arabischen Ländern (Fortsetzung)

    Im vorangegangenen Beitrag haben wir gesehen, dass die arabischen Länder sowohl in den PISA- (1) als auch in den TIMSS-Studien (2) katastrophale Schulleistungen gezeigt haben.

    Lediglich die Emirate am Persischen Golf zeigten annehmbare – aber immer noch deutlich unterdurchschnittliche – Leistungen. Die Emirate fallen jedoch aus dem Rahmen, da in diesen Ländern die Zahl der Migranten die Zahl der Einheimischen weit übersteigt. Da liegt der Verdacht nahe, dass die annehmbaren Schulleistungen in allererster Linie den Migranten zu verdanken ist. Genau dies lässt sich empirisch leicht belegen.

    Tabelle 1 zeigt den prozentualen Anteil der Schüler in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und in Katar, die bei PISA 2015 im Fach Naturwissenschaften noch nicht einmal die Stufe 2 erreichten. Die Anforderungen für Stufe 2 sind so niedrig, dass diese Schüler als Versager bezeichnet werden müssen. Die Daten sind aufgeschlüsselt nach Einheimischen sowie Migranten der 1. und der 2. Generation. Zum Vergleich ist in der letzten Zeile Deutschland angegeben.

        Migranten
    Land  Einheimische  2. Generation 1. Generation
    VAE 59,0 30,5 24,0
    Katar 68,4 43,4 27,2
     
    Deutschland 11,8 31,1 42,5
    Tabelle 1: PISA 2015 – Prozentualer Anteil der Versager in Naturwissenschaften
    Deutschland zum Vergleich


    In den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören 59 Prozent und in Katar sage und schreibe 68.4 Prozent der einheimischen Schüler zu den Versagern! Es ist einzig und allein den Migranten zu verdanken, dass diese Länder insgesamt einigermaßen passabel abschneiden.

    In Deutschland ist das Bild – wie nicht anders zu erwarten – genau umgekehrt: Bei den Einheimischen liegt der Anteil der Versager bei 11,8 Prozent; und es sind die Migranten, die außerordentlich schlecht abschneiden. Selbstverständlich gilt der letzte Teil der Aussage nicht für alle Migranten in Deutschland – katastrophale Leistungen zeigen in allererster Linie die Türken sowie generell die Migranten aus islamischen Ländern und natürlich auch die Migranten aus Schwarzafrika (dies wird Gegenstand anderer Beiträge sein).

    An dieser Stelle ist der bekannte Spruch angebracht:
    Was ist der Unterschied zwischen den arabischen Emiraten und Deutschland?
    In den arabischen Emiraten arbeitet ein Heer von Migranten für die einheimische Bevölkerung.
    In Deutschland arbeitet die einheimische Bevölkerung für ein Heer von Migranten.


    Nimmt man die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrein und Katar heraus, dann spiegeln die außerordentlich schlechten Schülerleistungen in TIMSS und PISA perfekt das außerordentlich geringe Intelligenzniveau in diesen Ländern wider. Wenn die Hälfte der Araber signifikante Intelligenzminderungen zeigt, ist dies nicht verwunderlich. Die Intelligenz setzt Leistungen eine obere Grenze. Wo es an Intelligenz mangelt, können komplexere Leistungen schlicht und einfach nicht erbracht werden.

    Noch eine Anmerkung zu Tabelle 1:
    Es fällt auf, dass die Migranten der 2. Generation eine Zwischenstellung zwischen den Einheimischen und den Migranten der 1. Generation einnehmen. Da liegt die Vermutung nahe, dass dies auf unterschiedliche Schulsysteme im Herkunfts- und im Einwanderungsland zurückgeht. Dies spielt mit Sicherheit eine Rolle. Es ist jedoch auch zu bedenken, dass sich die 1. und die 2. Generation im Hinblick auf die Herkunftsländer und das Intelligenzniveau deutlich voneinander unterscheiden können. Zum Beispiel ist in Deutschland aktuell der Anteil der Moslems in der 2. Generation wesentlich geringer als in der 1. Generation, denn allein im Zuge der merkelschen Masseninvasion sind mehr als eine Million Moslems ins Land geströmt, die zwangsläufig zur 1. Generation gehören. Genau diese Wohlstandmigranten zeichnen sich durch ein katastrophales Intelligenzniveau aus. Wie verheerend sich die Masseninvasion auf das Leistungsniveau in Deutschland auswirken wird, wird sich ab den übernächsten PISA- und TIMSS-Studien in brutaler Deutlichkeit zeigen. Und da sich Moslems und Schwarzafrikaner viel stärker vermehren werden als die Einheimischen, ist der Weg in die absolute Bildungskatastrophe unabänderlich vorgezeichnet.


    Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzminderung. Schulleistungen – Arabische Länder (Fortsetzung)


    *

    Quellen und Anmerkungen

    (1) PISA 2015 Ergebnisse (Band I)
    Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung

    (2) TIMSS – Trends im Mathematics and Science Studies.
    Sitemap
    Mathematik
    Naturwissenschaften

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    Stichwörter:
    Intelligenz, IQ, Psychologie, Arabien, TIMSS, PISA, Schulleistungen

    Intelligenzminderung – Schulleistungen in arabischen Ländern

    Intelligenzminderung

    Schulleistungen in arabischen Ländern

    Im letzten Beitrag habe ich Intelligenzminderungen in den arabischen Ländern betrachtet und festgehalten, dass Araber ausgesprochen unintelligent sind.

    Zur Erinnerung: Intelligenz im Sinne der psychologischen Intelligenzforschung ist, grob gesagt, die Fähigkeit Probleme zu lösen; intelligentere Menschen können komplexere Probleme lösen als Unintelligente. Intelligenz bezieht sich nicht auf einzelne konkrete Handlungen, sondern auf das Potenzial, das jemand besitzt.


    In diesem Beitrag berachte ich einen Bereich, in dem die Intelligenz eine herausragende Rolle spielt, nämlich Schulleistungen.

    Schulleistungen sind selbstverständlich nicht mit Intelligenz gleichzusetzen. Zusätzlich zur Intelligenz spielen bei den schulischen Leistungen zum Beispiel Interesse und Anstrengung sowie Inhalt, Qualität und Umfang des Lehrangebots eine Rolle.

    In verschiedenen Beiträgen habe ich über schulische Leistungen im Rahmen der PISA-Studien (1) berichtet und dabei auch den Fokus auf islamische Länder gerichtet (→ Mathematik, → Naturwissenschaften, → Lesekompetenz). An der PISA-Studie 2015 nahmen sechs arabische Länder teil: Algerien, Jordanien, Katar, Libanon, Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). In einem zusammenfassenden Beitrag habe ich Leistungsträger und Totalversager in den Blickpunkt gerückt.

    Leistungsträger sind Schüler, die in mindestens einem Fach sehr gute bis herausragende Leistungen zeigten.

    Totalversager sind Schüler, deren Leistungen in allen drei Fächern unter dem Minimalniveau liegen, das erforderlich ist, um vollwertig am Leben einer modernen Gesellschaft teilhaben zu können.

    In Tabelle 1 sind die prozentualen Anteile von Leistungsträgern und Totalversagern in den arabischen Ländern zusammengefasst (Deutschland zum Vergleich).

    Land  Totalversager  Leistungsträger
    Algerien 61,1 0,1
    Jordanien 35,7 0,6
    Katar 42,0 3,4
    Libanon 50,7 2,5
    Tunesien 57,3 0,6
    VAE 31,3 5,8
     
    Deutschland 9,8 19,2
    Tabelle 1: PISA 2015 – Schulleistungen in arabischen Ländern
    Deutschland zum Vergleich


    Während Deutschland „nur“ 9,8 Prozent Totalversager aufweist (ein erheblicher Teil davon stammt aus islamischen Ländern), denen fast doppelt so viele Leistungsträger gegenüberstehen, ist die Lage in den arabischen Ländern katastrophal.

    Am besten schneiden die Vereinigten Arabischen Emirate ab – aber selbst hier ist das Bild niederschmetternd: 31,3 Prozent der Schüler sind in keinem einzigen der drei Fächer den minimalen Anforderungen gewachsen; ihnen stehen lediglich 5,8 Prozent Leistungsträger gegenüber.

    In den anderen arabischen Ländern ist die Lage noch sehr viel schlechter. In Jordanien, Katar und Libanon sind mehr als ein Drittel bis knapp die Hälfte der Schüler Totalversager. Der Anteil der Leistungsträger ist (verschwindend) klein.

    Die Schlusslichter Tunesien und Algerien bieten mit 57,3 bzw. 61,1 Prozent Totalversagern und 0,6 bzw. 0,1 Prozent Leistungsträgern ein derart verheerendes Bild, dass man es kaum glauben mag.

    Als Ergänzung zur PISA-Studie, über die ich ja bereits berichtet hatte, stelle ich im Folgenden Ergebnisse aus den TIMSS-Studien vor (2). TIMMS – Trends in Mathematics and Science Studies – untersucht ebenso wie PISA Schulleistungen in zahlreichen Ländern in vierjährigen Abständen.

    Ergebnisse für die arabischen Teilnehmerländer sind in Tabelle 2 dargestellt. Sofern nichts anderes vermerkt ist, beziehen sich die Werte auf TIMSS 2015 und die 8. Klassen. In Deutschland, das zum Vergleich aufgeführt ist, und Jemen nahmen nur Schüler aus der 4. Klasse teil; und Jemen, Palästina, Syrien und Tunesien nahmen zuletzt an TIMSS 2011 teil.

    In den Spalten TIMMS stehen die TIMSS-Scores. Die TIMSS-Skala, ist ebenso wie die PISA-Skala auf einen Mittelwert von 500 und eine Standardabweichung von 100 normiert. Die Skala lässt sich leicht in eine IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 transformieren. Die gerundeten Werte finden sich in den Spalten IQTIMSS.

       Mathematik   Naturwiss. 
    Land  TIMSS   IQTIMSS   TIMSS   IQTIMSS 
    Ägypten 392 84 371 81
    Bahrein 454 93 466 95
    Jemen (a)(b) 248 62 209 56
    Jordanien 386 83 426 89
    Katar 437 91 457 94
    Kuwait 392 84 411 87
    Libanon 442 91 398 85
    Marokko 384 83 393 84
    Oman 403 85 455 93
    Palästina (a) 404 86 420 88
    Saudi Arabien 368 80 396 84
    Syrien (a) 380 82 426 89
    Tunesien (a) 425 89 439 91
    VAE 465 95 477 97
     
    Deutschland (b) 522 103 528 104
    Tabelle 2: TIMSS 2015 Schulleistungen in arabischen Staaten; 8. Klasse
    (a) = TIMSS 2011; (b) = 4. Klasse


    Im Fach Mathematik liegt der TIMMS-IQ in sieben Ländern unter 85 und in sieben Ländern darüber. Jemen ist mit 62 ein extremer Ausreißer nach unten. An der Spitze überschreiten die Vereinigten Arabischen Emirate (95), Bahrein (93), Katar (91) und Libanon (91) die 90er-Marke.

    In den Naturwissenschaften liegt der TIMMS-IQ sieben Ländern unter 88,5 und sieben sieben Ländern darüber. Auch hier ist Jemen mit 56 extremer Ausreißer nach unten. Die 90er-Marke überspringen die Vereinigten Arabischen Emirate (97), Bahrein (95), Katar (94), Oman (93) und Tunesien (91).

    Insgesamt bieten die arabischen Länder ein katastrophales Bild. Von vierzehn Ländern erreicht kein einziges den Mittelwert von 100. Allenfalls die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrein und Katar können einigermaßen mithalten. Diese drei Länder sind jedoch ganz und gar atypisch: Etwa 80 Prozent der Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate sind Arbeitsmigranten, in Bahrein sind etwas mehr als die Hälfte Ausländer und in Katar sind es sogar fast 90 Prozent! Da drängt sich der Verdacht auf, dass die recht achtbaren Schulleistungen zum allergrößten Teil den Migranten zu verdanken sind und dass die Leistungen der arabischen Schüler kaum über denen der anderen arabischen Länder liegen. Genau dies werde ich im nächsten Beitrag mit empirischen Daten belegen.

    Hier gibt es die Fortsetzung → Intelligenzminderung. Schulleistungen in arabischen Ländern (Fortsetzung).


    *

    Quellen und Anmerkungen

    (1) PISA 2015 Ergebnisse (Band I)
    Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung

    (2) TIMSS – Trends im Mathematics and Science Studies.
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    Naturwissenschaften

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    Stichwörter:
    Intelligenz, IQ, Psychologie, Arabien, TIMSS, PISA, Schulleistungen