Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz – Teil 9

Normalverteilungen - Varianzquotient 1,11

Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz

Teil 9: PIAAC 2012/2014 – Varianzunterschiede und Extrembereiche

Über alle Bereiche und über alle Altersgruppen zeigt sich zwischen Männern eine größere Varianz in der Intelligenz als zwischen Frauen. Die Varianz zwischen Männern ist um etwa 11 Prozent größer. Varianzunterschiede dieser Größenordnung können in den Extrembereichen enorme Konsequenzen haben.

Zum Beginn dieser Serie → Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz – Teil 1.

Auf der Grundlage von PIAAC 2012/2014 [1] [2] haben wir Geschlechtsunterschiede in der Lesekompetenz → Teil 5, der Alltagsmathematischen Kompetenz → Teil 6 und der Technologiebasierten Problemlösekompetenz → Teil 7 von Erwachsenen untersucht.

Im → Teil 8 haben wir die drei Bereiche gemeinsam betrachtet und die Unterschiede im Leistungsniveau betrachtet. Nun rücken wir die Geschlechtsunterschiede in der Varianz in den Blickpunkt.

Tabelle 9.1 zeigt die Geschlechtsunterschiede in der Varianz, gemessen durch den Quotienten Varianz der Männer dividiert durch die Varianz der Frauen, aufgeschlüsselt nach Bereich und Altersgruppen.

Tabelle 9.1: PIAAC 2012/2014: Geschlechtsunterschiede in der Varianz nach Bereich und Altersgruppen. Varianzquotient Varianz Männer / Varianz Frauen.
Alter Lesen Mathematik Technologie
16-24 1,15 1,13 1,12
25-34 1,08 1,07 1,09
35-44 1,09 1,10 1,13
45-54 1,08 1,11 1,14
55-65 1,10 1,13 1,15
Gesamt 1,10 1,11 1,13

Tabelle 9.1 zeigt ein sehr klares Bild: Die Varianz zwischen den Männern ist in allen Fällen größer als die Varianz zwischen den Frauen. Der Varianzquotient bewegt sich in einem engen Rahmen von 1,07 bis 1,15. In der Lesekompetenz beträgt er 1,10, in der Alltagsmathematischen Kompetenz 1,11, in der Technologiebasierte Problemlösekompetenz 1,13. Auch in den Altersgruppen sind die Werte jeweils sehr ähnlich. Von den 444 unabhängigen Stichproben, die sich aus der Kombination von Bereich, Land und Altersgruppe ergeben, zeigen 355 eine größere Varianz bei den Männern (80 Prozent).

Insgesamt ist die Varianz bei den Männer rund 11 Prozent größer als bei den Frauen. Dies fügt sich perfekt in die Befunde der psychometrischen Intelligenzforschung, die in aller Regel eine größere Varianz bei den Männern konstatiert.

Die Tatsache, dass die Varianz bei den Männern größer ist als bei den Frauen, wird nur selten hervorgehoben; noch seltener wird deutlich gemacht, welch enorme Konsequenzen sich aus Varianzunterschieden ergeben können. Wegen seiner großen Bedeutung wollen wir diesen sehr wichtigen Punkt an einem Beispiel vertiefen.

Abbildung 9.1 zeigt zwei Normalverteilungen, bei denen die Mittelwerte absolut gleich sind und der Varianzquotient 1,11 beträgt. Die X-Achse entspricht der gängigen IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15.

Normalverteilungen - Gleicher Mittelwert, Varianzquotient 1,11
Abbildung 9.1: Normalverteilungen – Gleicher Mittelwert, Varianzquotient 1,11

Die Varianz der blauen Glockenkurve ist um 11 Prozent größer als die Varianz der roten. Die Überlappung ist fast perfekt, sie beträgt 97,5 Prozent. Das heißt: 97,5 Prozent der Blauen haben einen roten Partner, der exakt denselben Wert aufweist.

Dennoch ist deutlich, dass sich die roten Werte stärker um den Mittelwert ballen, während an den Extremen mehr blaue zu finden sind. Der winzig kleine Unterschied an den Extremen kann in der Realität enorme Auswirkungen haben.

Wenn zum Beispiel für eine berufliche Tätigkeit ein Mindest-IQ von 110 erforderlich ist und genauso viele blaue wie rote Bewerber zur Verfügung stehen, dann sind unter den blauen 4 Prozent mehr Geeignete als unter den roten. Diese Relation ist in aller Regel irrelevant.

Wenn der Mindest-IQ 120 beträgt, dann sind schon 13 Prozent mehr Blaue als Rote geeignet.

Für einen Spitzenberuf, der einen Mindest-IQ von 130 erfordert, beträgt der Vorteil der Blauen 28 Prozent.

Für einen Superspitzenberuf mit einem Mindest-IQ von 140 sind 51 Prozent mehr Blaue als Rote geeignet.

Die Spitzenberufe und die Superspitzenberufe betreffen zwar nur einen winzigen Teil der Gesamtpopulation – aber es sind genau diese Berufe und Personen, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ersetzt man nun Blau durch Männer und Rot durch Frauen, dann bietet dieses Beispiel eine ganz simple Teil!-Erklärung für die Tatsache, dass sich in Spitzenpositionen in vielen Bereichen mehr Männer als Frauen befinden.

In diesem Beispiel wurde angenommen, dass der Intelligenzdurchschnitt bei Männern und Frauen gleich ist. In den vorangegangenen Folgen haben wir jedoch gesehen, dass erwachsene Männer in der Lesekompetenz um 0,04 Standardabweichungseinheiten besser abschneiden als Frauen , in der Technologiebasierten Problemlösekompetenz um 0,12 und in der alltagsmathematischen Kompetenz um 0,22 (das entspricht 0,6, 1,8 und 3,3 IQ-Punkten).

Aus der Kombination von etwas höherem Leistungsniveau und größerer Varianz ergeben sich in den Extrembereichen noch größere Unterschiede als im Beispiel aus Abbildung 9.1. Dies haben wir bereits im → Teil 6 dargestellt.

Was hier für den oberen Bereich gesagt wurde, gilt in gleicher Weise für das untere Extrem. Männer überwiegen in der Spitzengruppe – Männer überwiegen aber genauso im unteren Bereich. Während die Überrepräsentation der Männer im oberen Bereich großes Aufsehen erregt, ist von der Überrepräsentation der Männer im unteren Bereich kaum etwas zu hören.

In der nächsten Folge fassen wir unsere wichtigsten Befunde zusammen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geschlechtsunterschiede in der Intelligenz. Teil 10: PIAAC 2012/2014 – Resumé

*

Literatur

[1] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[2] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

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Stichwörter:
Bildung, Intelligenz, PIAAC, Mathematik, Lesekompetenz, Technologiebasierte Problemlösekompetenz, Geschlecht, Geschlechtsunterschiede, Erwachsene, Varianz

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Das Ticken der Migrationsbome

Das Ticken der Migrationsbombe

Zahlen des Statistischen Bundesamtes

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Migration in Deutschland lassen das schreckliche Zukunftszenario erahnen. Wenn man auf die Altersstruktur und das Bildungsniveau schaut, dann weiß man, wie es mit Deutschland weitergeht.

Am 1. August 2017 gab es mal wieder eine Erfolgsmeldung: „Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus mitteilt, hatten im Jahr 2016 rund 18,6 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dies entsprach einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 8,5 %. Das ist der stärkste Zuwachs seit Beginn der Messung im Jahr 2005.“ [1]

„Hurra, hurra, wieder ein neuer Rekord!“, möchte man da schreien.

So definiert das Statistische Bundesamt „Migrationshintergrund“:

  • Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. [1]

… und das sind die Zahlen:

Bevölkerung 2016 nach Migrationsstatus
Migrationsstatus 2016 Veränderung ggü.
Vorjahr
in 1.000 % in 1.000   %
Bevölkerung insgesamt 82.425 100,0 1.021 1,3
ohne Migrationshintergrund 63.848 77,5 -438 -0,7
mit Migrationshintergrund 18.576 22,5 1.458 8,5
   Deutsche 9.615 11,7 269 2,9
        zugewandert 5.144 6,2 121 2,4
        in Deutschland geboren 4.471 5,4 148 3,4
   Ausländer 8.961 10,9 1.189 15,3
        zugewandert 7.594 9,2 1.164 18,1
        in Deutschland geboren 1.367 1,7 25 1,9
  Quelle: Mikrozensus 2016

22,5 Prozent Migranten könnte Deutschland zur Not verkraften. Die Zeitbombe tickt an anderer Stelle:

Die Migranten sind sehr viel jünger als die Deutschen. Bei den 5-bis-10-Jährigen beträgt ihr Anteil 37,2 Prozent, bei den 0-bis-5-Jährigen sogar 38,1 Prozent. Mit jedem Jahr wird dieser Anteil größer. Zum einen weil auch weiterhin Jahr für Jahr Hunderttausende Migranten ins Land strömen (wenn noch mehr kommen, dann sind sie halt da), zum zweiten weil die Migranten eine viel höhere Geburtenrate haben und zum dritten weil die Zahl der Deutschen dramatisch schrumpfen wird. Nur noch wenige Jahre, dann werden die deutschen Kinder in der Minderheit sein. [A1]

Die Migranten früherer Jahre kamen zum Großteil aus Europa; und die meisten – abgesehen von den Türken – waren recht gut assimilierbar; nun kommen jedoch massenweise Migranten aus Niedrig- und Niedrigstintelligenzländern, die noch weit unter der Türkei liegen. Zum verheerenden Bildungsniveau der Türkei siehe → Bildungsproblem Türken. Eine Dokumentation der nationalen und internationalen Bildungsstudien
Das Statistische Bundesamt weiß zu berichten: „Mittlerweile haben 2,3 Millionen Menschen in Deutschland ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2011 von fast 51 %. Afrika gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Rund 740 000 Menschen sind afrikanischer Herkunft, das sind gut 46 % mehr als im Jahr 2011.“ [1]
„Hurra, hurra, Rekord über Rekord!“, möchte man rufen.
Kein Bildungssystem der Welt wird es jemals schaffen, diese Menschen auf ein halbwegs akzeptables Bildungsniveau zu bringen. Die allermeisten werden bis an ihr Lebensende auf Kosten des deutschen Sozialstaats leben und massenweise Kinder in die Welt setzten, die ebenfalls auf den untersten Stufen der Bildungsleiter stehen werden.

Es gibt nichts, das diese Entwicklung stoppen kann; und es gibt nichts, das den rasanten wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Abstieg Deutschlands verhindern wird. – Und die Deutschen werden weiterhin diejenigen wählen, die diese Katastrophe in voller Absicht herbeigeführt haben.

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Literatur

[1] Statistisches Bundesamt. Pressemitteilung vom 01. August 2017 – 261/17. Bevölkerung mit Migrationshintergrund um 8,5 % gestiegen.

Herausgeber: © Statistisches Bundesamt,
presse@destatis.de
www.destatis.de
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/08/PD17_261_12511pdf.pdf?__blob=publicationFile

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Anmerkungen

[A1] Ein statistischer Trick wird allerdings verhindern, dass dies allzu offenkundig ist: Migranten erhalten die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Kinder haben dann per Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit und folglich haben die Nachfolgenden keinen Migrationshintergrund – hei, so einfach ist das mit der Statistik! Und so werden auch die Deutschen ohne Migrationshintergrund immer dümmer und dümmer. Die Vererbung richtet sich nicht nach dem, was im Pass steht.

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Schlagwörter:
Statistik, Bevölkerung, Bevölkerungsstatistik, Ausländer, Migranten, Migrationshintergrund, Statistisches Bundesamt, Zuwanderer, Zuwanderung, Migration, Mikrozensus