Korruption und Intelligenz. Transparency International (14)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 14: Korruption und Intelligenz. Ein Schwellenmodell.

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Es wird ein Schwellenmodell vorgeschlagen, das einen höheren Erklärungswert besitzt und angemessener erscheint als ein rein lineares Modell. Im Teil 14 werden wesentlich Charakteristika des Schwellenmodells herausgearbeitet.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.

Im → Teil 13 haben wir ein Schwellenmodell vorgeschlagen, das wesentlich angemessener erscheint und erklärungsmächtiger ist als ein rein lineares Modell.

In dieser Folge arbeiten wir einige wichtige Aspekte des Schwellenmodells heraus, bevor wir in der nächsten Folge das Modell auf eine theoretische Grundlage stellen, die zum einen auf der Evolutionspsychologie basiert und zum anderen auf der Piaget’schen Entwicklungspsychologie und deren Weiterentwicklung durch die Interkulturelle Piaget’sche Entwicklungspsychologie und die strukturgenetische Soziologie.

Das Schwellenmodell ist in Abbildung 14.1 dargestellt.

Korruption und Intelligenz. Schwellenmodell. Psychologie, IQ, Cognitive Ability, Politik, Korruptionsindex CPS 2018, Transparency International.
Abbildung 14.1: Korruption und Intelligenz. Schwellenmodell.
Horizontale Achse: Intelligenz (CA). Vertikale Achse: CPI 2018.

Das Schwellenmodell unterscheidet zwei Bereiche, in denen der Intelligenz eine völlig unterschiedliche Rolle zukommt.

Im unteren Intelligenzbereich besteht kein systematischer korrelativer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Korruption. Es gibt zwar sehr große Unterschiede im Korruptionsniveau der Länder, diese gehen jedoch auf andere Faktoren zurück. Gleichwohl weisen die Daten auf eine wichtige Einschränkung hin: Im unteren Intelligenzbereich ist das Ausmaß der Korruptionsfreiheit nach oben beschränkt. Das CPI-Maximum liegt bei 68 und wird nur von 2 der 105 Länder erreicht, nämlich Barbados und Bhutan. Im Gegensatz dazu erreichen im oberen Bereich 24 von 75 Ländern einen Wert von 70 und höher. Dies legt folgende Hypothese nahe: Ein sehr hohes Maß an Korruptionsfreiheit – wie es in der westlichen Welt üblich ist und uns als selbstverständlich erscheint – ist ohne ein gewisses Mindestmaß an Intelligenz gar nicht möglich. Damit ergibt sich: Intelligenz erklärt im unteren Bereich zwar null Prozent der Korruptionsvarianz [A1], sie ist aber dennoch von Bedeutung, weil sie der Korruptionsfreiheit eine obere Schranke setzt.

Im oberen Intelligenzbereich besteht ein klarer korrelativer Zusammenhang zwischen Intelligenz und Korruption. Der Zusammenhang ist linear und erklärt 40 Prozent der Korruptionsvarianz [A2]. Mit zunehmender Intelligenz der Bevölkerung steigen die Möglichkeiten zur Eindämmung der Korruption. Konkret wirkt sich das so aus, dass jeder zusätzliche Intelligenzpunkt einen Zugewinn von 2,2 CPI-Punkten erbringt. Für ein sehr hohes Maß an Korruptionsfreiheit erscheint, wie bereits gesehen, ein hohes Intelligenzniveau als notwendige Voraussetzung. Wie einige krasse Ausreißer nach unten deutlich zeigen, ist hohe Intelligenz jedoch kein Garant für Korruptionsfreiheit. Intelligenz erscheint zwar als notwendige, nicht aber als hinreichende Bedingung für niedrige Korruption.

In der nächsten Folge stellen wir das Schwellenmodell auf eine theoretische Grundlage.

Fortsetzung folgt.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Anmerkungen

[A1] Es ist zu beachten: Die Aussage „erklärt null Prozent der Korruptionsvarianz“ gilt nur innerhalb des unteren Bereichs. Insgesamt erklärt die Konstante im unteren Bereich jedoch einen beträchtlichen Teil der Korruptionsvarianz. Dies wird später noch einmal ausführlicher diskutiert.

[A2] Nimmt man den größten Ausreißer – Nordkorea – heraus, dann steigt die Varianzaufklärung von 40 auf 46 Prozent. Nimmt man die drei größten Ausreißer – Nordkorea, China und Russland – heraus, dann steigt sie sogar auf 53 Prozent.

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Stichwörter:
Psychologie, Korruption, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ,

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Korruption und Intelligenz. Transparency International (13)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 13: Korruption und Intelligenz. Ein Schwellenmodell.

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Im Teil 13 wird ein theoretisches Modell des Zusammenhangs zwischen Korruption und Intelligenz entwickelt, das einen höheren Erklärungswert besitzt und angemessener erscheint als ein rein lineares Modell.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.


Bislang haben wir Korruption und Intelligenz in einem linearen Modell interpretiert, das in Abbildung 13.1 dargestellt ist.

Korruption und Intelligenz. Intelligenz (CA) und CPI 2018 Transparency International. Psychologie, Politik.
Abbildung 13.1: Korruption und Intelligenz. Lineares Modell.
Horizontale Achse: Intelligenz (CA). Vertikale Achse: CPI 2018.

Die Produkt-Moment-Korrelation beträgt 0,59 und die Intelligenz erklärt 35,3 Prozent der Korruptionsvarianz. Damit besitzt das lineare Modell einen beachtlichen Erklärungswert.

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass das lineare Modell keine optimale Repräsentation darstellt. Im oberen Intelligenzbereich ist der Zusammenhang unübersehbar, im unteren ist hingegen kein Zusammenhang erkennbar. Eine Alternative wäre zum Beispiel der quadratische Trend, der in Abbildung 13.2 zu sehen ist.

Korruption und Intelligenz. Intelligenz (CA) und CPI 2018 Transparency International.  Quadratischer Trend.
Abbildung 13.2: Korruption und Intelligenz. Quadratischer Trend.
Horizontale Achse: Intelligenz (CA). Vertikale Achse: CPI 2018.

Der quadratische Trend erklärt 45,3 Prozent der Korruptionsvarianz. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als das lineare Modell. Dies ist zwar eine enorme Verbesserung, aber das quadratische Modell ist aus theoretischen Gründen nicht optimal. Für den Intelligenzbereich über 75 erscheint die Regressionskurve angemessen und der Zusammenhang ist einleuchtend. Höhere Intelligenz geht mit geringerer Korruption einher. Nicht einleuchtend ist hingegen, warum sich der Zusammenhang im unteren Bereich umkehren sollte, so dass sich geringere Intelligenz positiv auswirkt [A1].

Ein plausibles – und wie wir sehen werden genauso erklärungsmächtiges Modell – ergibt sich aus folgenden Überlegungen.

Bereits zu Beginn wurde im → Teil 1 gezeigt, dass die große Mehrheit der Länder ein Korruptionsniveau aufweist, das sehr weit unter dem liegt, was wir aus der Perspektive der hochentwickelten westlichen Welt allzu leicht als „von Natur aus gegeben“ ansehen. Tatsächlich ist es jedoch genau umgekehrt: Eine mehr oder weniger hohe

  • Korruption ist der Normalfall,
  • Länder mit geringer Korruption sind die Ausnahme.

Um überhaupt in der Lage zu sein, hochkomplexe Gesellschaftsstrukturen mit niedriger Korruption aufzubauen, bedarf es einer Bevölkerung, die sich – zumindest in großen Teilen – durch ein hohes kognitives Entwicklungsniveau auszeichnet. Die überwiegende Zahl der Länder hat ein solches Entwicklungsniveau noch nicht erreicht.

Vor diesem Hintergrund schlagen wir das sehr einfache Schwellenmodell vor, das in Abbildung 13.3 dargestellt ist.

Korruption und Intelligenz. Schwellenmodell. Psychologie, IQ, Cognitive Ability, Politik, Korruptionsindex CPS 2018, Transparency International.
Abbildung 13.3: Korruption und Intelligenz. Schwellenmodell.
Horizontale Achse: Intelligenz (CA). Vertikale Achse: CPI 2018.

Die Grundannahmen und die Herleitung dieses Modells werden in der nächsten Folge ausführlich dargestellt. An dieser Stelle sei lediglich vorausgeschickt, dass dieses Modell 46,2 Prozent der Korruptionsvarianz erklärt. Das sind 10,9 Prozentpunkte mehr als das lineare Modell und damit besitzt das Schwellenmodell einen sehr hohen Erklärungswert.

Hier gibt es die Fortsetzung → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International. Teil 14: Korruption und Intelligenz. Ein Schwellenmodell.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Anmerkungen

[A1] Die Idee, dass niedrigere Intelligenz mit geringerer Korruption einhergeht, ist nicht unbedingt abwegig. Primitive Gesellschaften, die sich im präoperationalen Entwicklungsstadium befinden und ein außerordentlich niedriges Intelligenzniveau aufweisen, können so einfach strukturiert sein, dass Korruption in der Tat keine Rolle spielt. Wir beschäftigen uns jedoch mit dem Zusammenhang von Korruption und Intelligenz auf Länderebene – und auf dieser Ebene erscheint ein quadratischer Zusammenhang äußerst unplausibel. Im Weiteren wird sich zeigen, dass das vergleichsweise „niedrige“ Korruptionsniveau einiger weniger Niedrig(st)intelligenzländer auf ganz andere Faktoren zurückgeführt werden kann.

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Stichwörter:
Psychologie, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ, Modell

Korruption und Intelligenz. Transparency International (12)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 12: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Im Teil 12 wird der Zusammenhang durch einen Extremgruppenvergleich verdeutlicht. Im Fokus stehen die Länder mit der höchsten Korruption.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.

Im → Teil 11 standen die 30 Länder mit der geringsten Korruption im Blickpunkt. Nun betrachten wir die 30 Länder mit der höchsten Korruption, die in der rechten Hälfte von Tabelle 12.1 aufgelistet sind.

Tabelle 12.1: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich: Die 30 Länder mit der geringsten bzw. der höchsten Korruption.
Rg: Rangplatz im CPI 2018; CA: Intelligenz; CPI Korruptionsindex Transparency International 2018.

Geringste Korruption             Stärkste Korruption
Rg Land CA CPI             Rg Land CA CPI
1 Dänemark 98 88 180 Somalia 68 10
2 Neuseeland 99 87 179 Syrien 82 13
3 Finnland 101 85 178 Südsudan 65 13
4 Singapur 105 85 177 Jemen 69 14
5 Schweden 99 85 176 Nordkorea 99 14
6 Schweiz 100 85 175 Sudan 76 16
7 Norwegen 98 84 174 Guinea-Bissau 65 16
8 Niederlande 101 82 173 Äquatorialguinea 65 16
9 Kanada 101 81 172 Afghanistan 71 16
10 Luxemburg 97 81 171 Libyen 84 17
11 Deutschland 99 80 170 Burundi 70 17
12 Großbritannien 100 80 169 Venezuela 83 18
13 Australien 99 77 168 Irak 86 18
14 Österreich 99 76 167 Kongo (Brazz) 71 19
15 Hongkong 104 76 166 Tschad 64 19
16 Island 98 76 165 Angola 67 19
17 Belgien 99 75 164 Turkmenistan 82 20
18 Estland 100 73 163 Haiti 63 20
19 Irland 97 73 162 Kongo (Zaire) 67 20
20 Japan 104 73 161 Kambodscha 85 20
21 Frankreich 98 72 160 Simbabwe 70 22
22 USA 98 71 159 Usbekistan 82 23
23 VAE 89 70 158 Mosambik 77 23
24 Uruguay 90 70 157 Eritrea 74 24
25 Barbados 79 68 156 Tadschikistan 82 25
26 Bhutan 74 68 155 Nicaragua 81 25
27 Chile 89 67 154 Madagaskar 77 25
28 Seychellen 81 66 153 Kamerun 67 25
29 Bahamas 81 65 152 Aserbaidschan 88 25
30 Portugal 95 64 151 Uganda 71 26

Die Gruppe der 30 korruptesten Länder zeichnet sich durch ein sehr niedriges Intelligenzniveau aus. Der Mittelwert beträgt 75.

Nur ein einziges Land passt ganz und gar nicht in dieses Bild, nämlich Nordkorea, das zu den Spitzenländern der Intelligenz zählt. Kein anderes Land weicht so extrem von dem negativen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Korruption ab wie Nordkorea. Nimmt man diesen eklatanten Ausreißer heraus, dann reduziert sich der Mittelwert der hochkorrupten Länder auf 74,2.

Der Schwerpunkt der Korruption liegt in Afrika, das mit 17 Ländern vertreten ist (56,7 Prozent). Mit einem Durchschnitt von 70,5 ist das Intelligenzniveau außerordentlich niedrig. Mit der Ausnahme von Libyen handelt es sich um schwarzafrikanische Länder.

Asien stellt 10 Länder, darunter 7 islamische Staaten. Nicht-islamisch sind lediglich Nordkorea, Kambodscha und Aserbaidschan. Das Intelligenzmittel der hochkorrupten asiatischen Länder ist mit 82,6 fast identisch mit dem globalen Ländermittelwert 82,7. Ohne Nordkorea liegt der Mittelwert bei 80,8.

Die verbleibenden 3 Länder – Venezuela, Haiti, Nicaragua – liegen in Lateinamerika, wobei das von Schwarzen bevölkerte Haiti durch die extrem niedrige Intelligenz von 63 deutlich abfällt.

Kein einziges europäisches Land ist in der Liste der 30 korruptesten Länder vertreten.

Nahezu alle Länder der Negativliste sind durch eines oder mehrere der folgenden Merkmale charakterisiert:

  • Niedrige oder sehr niedrige Intelligenz.
  • Schwarze Bevölkerung.
  • Kriege und Bürgerkriege in den letzten Jahrzehnten.
  • Kommunistische/sozialistische Prägung.
  • Islam.

Die Merkmale dieser Liste sind – ebenso wie die Merkmale der am wenigsten korrupten Länder – nicht unabhängig voneinander. Insbesondere sind sie nicht unabhängig von der Intelligenz.

In den nächsten Folgen erweitern wir die Analyse, indem wir den Anteil an der Korruptionsvarianz herausrechnen, der auf die Intelligenz zurückgeführt werden kann. Dies ermöglicht einen vertieften Blick auf die intelligenzunabhängigen Determinanten der Korruption. Zuvor werden wir jedoch ein theoretisches Modell des Zusammenhangs von Intelligenz und Korruption entwickeln, das einen höheren Erklärungswert besitzt und angemessener erscheint als ein rein lineares Modell.

Hier gibt es die Fortsetzung → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International. Teil 13: Korruption und Intelligenz. Ein Schwellenmodell.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Stichwörter:
Psychologie, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ, Islam, Religion

Korruption und Intelligenz. Transparency International (11)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 11: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Im Teil 11 wird der Zusammenhang durch einen Extremgruppenvergleich verdeutlicht. Im Fokus stehen die Länder mit der geringsten Korruption.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.

Im → Teil 10 haben wir im Extremgruppenvergleich die 30 Länder mit der geringsten den 30 Ländern mit der höchsten Korruption gegenübergestellt. Die Extremgruppen unterscheiden sich nicht nur im Hinblick auf die Korruption – auch im Hinblick auf die Intelligenz liegen Welten dazwischen.

Tabelle 11.1 zeigt, aus welchen Ländern sich die Extremgruppen zusammensetzen.

Tabelle 10.1: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich: Die 30 Länder mit der geringsten bzw. der höchsten Korruption.
Rg: Rangplatz im CPI 2018; CA: Intelligenz; CPI Korruptionsindex Transparency International 2018.

Geringste Korruption             Stärkste Korruption
Rg Land CA CPI             Rg Land CA CPI
1 Dänemark 98 88 180 Somalia 68 10
2 Neuseeland 99 87 179 Syrien 82 13
3 Finnland 101 85 178 Südsudan 65 13
4 Singapur 105 85 177 Jemen 69 14
5 Schweden 99 85 176 Nordkorea 99 14
6 Schweiz 100 85 175 Sudan 76 16
7 Norwegen 98 84 174 Guinea-Bissau 65 16
8 Niederlande 101 82 173 Äquatorialguinea 65 16
9 Kanada 101 81 172 Afghanistan 71 16
10 Luxemburg 97 81 171 Libyen 84 17
11 Deutschland 99 80 170 Burundi 70 17
12 Großbritannien 100 80 169 Venezuela 83 18
13 Australien 99 77 168 Irak 86 18
14 Österreich 99 76 167 Kongo (Brazz) 71 19
15 Hongkong 104 76 166 Tschad 64 19
16 Island 98 76 165 Angola 67 19
17 Belgien 99 75 164 Turkmenistan 82 20
18 Estland 100 73 163 Haiti 63 20
19 Irland 97 73 162 Kongo (Zaire) 67 20
20 Japan 104 73 161 Kambodscha 85 20
21 Frankreich 98 72 160 Simbabwe 70 22
22 USA 98 71 159 Usbekistan 82 23
23 VAE 89 70 158 Mosambik 77 23
24 Uruguay 90 70 157 Eritrea 74 24
25 Barbados 79 68 156 Tadschikistan 82 25
26 Bhutan 74 68 155 Nicaragua 81 25
27 Chile 89 67 154 Madagaskar 77 25
28 Seychellen 81 66 153 Kamerun 67 25
29 Bahamas 81 65 152 Aserbaidschan 88 25
30 Portugal 95 64 151 Uganda 71 26

Die Gruppe der 30 Länder mit der niedrigsten Korruption zeichnet sich in der großen Mehrzahl durch hohe und sehr hohe Intelligenzwerte aus. Nur 7 Länder liegen unter 95.

Eine besonders markante Teilgruppe bilden die Top 22. Hier liegt das Intelligenzminimum bei 97 und der Mittelwert dieser absoluten Spitzengruppe beträgt 99,7. Hierbei handelt es sich um moderne Industrienationen mittel-, west- und nordeuropäischer Prägung (inklusive USA, Kanada, Australien und Neuseeland) und die ostasiatischen Spitzenländer Singapur, Honkong und Japan.

Die verbleibenden Länder erscheinen auf den ersten Blick sehr heterogen, sie lassen sich dennoch recht gut in das Bild einfügen.

Portugal gehört zu Europa. Chile und Uruguay sind sehr stark europäisch geprägt.

Barbados, Bahamas und Seychellen sind sehr kleine Inselstaaten, die im Wesentlichen vom Tourismus leben und von westlichem Kapital und Management abhängig sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind abhängig von westlicher Technologie. Diese vier Länder leben von importierter westlicher Intelligenz.

Bhutan ist ein Exot und gehört zu den abgeschiedensten und eigentümlichsten Ländern der Welt. Aus der Kolonialzeit bestehen jedoch enge Verbindungen zum Britischen Empire. „Das politische System Bhutans … richtet sich … nach den Vorgaben des Westminster-Systems und folgt explizit dem Parlamentsmodell Großbritanniens … Die bhutanische Rechtsprechung basiert auf dem indischen und dem britischen Common Law“ (Wikipedia, Stichwort Bhutan, 21.02.2019).

Die enge Verbindung zum ehemaligen britischen Weltreich ist ein Charakteristikum vieler Länder der Spitzengruppe. USA, Kanada, Australien und Neuseeland und – wie gerade gesehen – Bhutan gehören dazu; Barbados, Bahamas und Seychellen sind heute noch Mitglieder des Commonwealth of Nations, Singapur und Hongkong waren lange Zeit britische Kronkolonien, die Vereinigten Arabischen Emirate standen unter britischem Protektorat. Neben der Intelligenz ist damit der Einfluss des ehemaligen britischen Empire eines der zentralen Merkmale der Länder mit der niedrigsten Korruption.

Angesichts der überragenden Bedeutung der europäischen Prägung springen zwei Punkte ins Auge:

(1) Die Abwesenheit Süd- und Osteuropas. Portugal ist der einzige Vertreter Südeuropas und abgesehen von Frankreich befindet sich kein einziger Mittelmeeranrainer in der Spitzengruppe. Estland ist das einzige Land, das Osteuropa zugerechnet werden könnte, und es ist zugleich das einzige Land, das zeitweilig in den kommunistischen Herrschaftsbereich zwangs!-integriert war.

(2) In den christlichen Ländern spielt die katholische Kirche fast und die orthodoxe Kirche überhaupt keine Rolle. Nur Portugal und die Seychellen sind katholisch geprägt. In Chile und Uruguay ist der Einfluss der katholischen Kirche hingegen sehr begrenzt [A1].

Die Länder mit dem niedrigsten Korruptionsniveau weisen einzeln oder in Kombination folgende Merkmale auf:

  • Sehr hohe Intelligenz. [A2]
  • Europäische Prägung, und zwar west-, mittel- und nord-, nicht aber süd- und osteuropäisch.
  • Enge Verbindung mit dem ehemaligen britischen Empire.
  • Importierte westliche Intelligenz in einigen sehr kleinen Ländern.
  • Keine kommunistische/sozialistische Prägung.
  • Protestantische Prägung, niedriger Stellenwert der Religion.

In der nächsten Folge richten wir den Blick auf die korruptesten Länder.

Hier gibt es die Fortsetzung → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International. Teil 12: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Anmerkungen

[A1] „Neuere Befragungen ergaben, dass Chile zusammen mit Uruguay das am stärksten säkularisierte Land in Lateinamerika ist …
Auffällig ist der um 2010 abrupt einsetzende Rückgang der praktizierten Religiosität in Chile: Nur noch 27 Prozent der gläubigen Chilenen bezeichneten sich 2013 als praktizierend (2010: 41 %; 2011: 38 %), das ist das niedrigste Ergebnis in ganz Lateinamerika.“
Wikipedia, Stichwort Chile#Religion, aufgerufen am 21. Februar 2019.
„Die römisch-katholische Kirche als Institution hat [in Uruguay] – untypisch für Lateinamerika – relativ wenig Einfluss in der Gesellschaft.“
Wikipedia, Stichwort Uruguay#Religion, aufgerufen am 21. Februar 2019.

[A2] Die Wertung „sehr hoch“ bezieht sich auf die Verteilung der Ländermittelwerte. Bezogen auf einheimische Deutsche ist das einfach nur Durchschnitt.

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Stichwörter:
Psychologie, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ, Religion, Kommunismus, Sozialismus, Britisches Empire

Korruption und Intelligenz. Transparency International (10)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 10: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Im Teil 10 wird der Zusammenhang durch einen Extremgruppenvergleich verdeutlicht.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.

Im → Teil 8 und im → Teil 9 haben wir grundlegende statistische Kennzahlen der Länderintelligenz und des Korruptionsindexes CPI 2018 betrachtet.

Nun betrachten wir den Zusammenhang zwischen den beiden Variablen. Dieser wird durch Abbildung 10.1 veranschaulicht. Dort werden in einem Extremgruppenvergleich die 30 korruptesten (rot unterlegt) und die 30 am wenigsten korrupten Länder (grün unterlegt) hervorgehoben.

Intelligenz und Korruption. CPI 2018 Transparency International. Extremgruppenvergleich.
Abbildung 10.1: Intelligenz (X-Achse) und Korruptionsindex CPI 2018 (Y-Achse).
Grün unterlegt: Am wenigsten korrupte Länder.
Rot unterlegt: Korrupteste Länder.

Tabelle 10.1 enthält statistische Parameter der beiden Extremgruppen.

Tabelle 10.1: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich: Die 30 Länder mit der geringsten bzw. der höchsten Korruption.
CA: Intelligenz; CPI Korruptionsindex Transparency International 2018.

  Geringste Korruption     Stärkste Korruption
  CA CPI       CA CPI
Mittelwert 95,7 76,1 75,0 19,3
Standardabw. 7,7 7,0 8,7 4,3
Maximum 105 88 99 26
Minimum 74 64 63 10

Abbildung 10.1 und Tabelle 10.1 verdeutlichen die extreme Kluft, zwischen den korruptesten und den am wenigsten korrupten Ländern sowohl im Hinblick auf die Korruption als auch im Hinblick auf die Intelligenz.

In der unteren Gruppe liegen die CPI-Werte zwischen 10 und 26, der Mittelwert beträgt 19,3. Die Werte der oberen Gruppe liegen zwischen 63 und 74, der Mittelwert beträgt 76,1. Zwischen diesen Gruppen liegen Welten!

Aber auch im Hinblick auf die Intelligenz sind die Gruppen extrem verschieden. Die Spannbreite reicht in der oberen Gruppe von 74 bis 105, in der unteren von 63 bis 99. Die Bereiche überlappen sich zwar, aber Abbildung 10.1 zeigt, dass dies nur 5 Länder betrifft. Die senkrechte Linie trennt die Intelligenzwerte 88 und 89. Unter den 30 korruptesten Ländern findet sich nur ein einziger Ausreißer, der diese Marke überschreitet und in der oberen Gruppe nur 4, die die Marke unterschreiten.

Der Mittelwert der oberen Gruppe beträgt 95,7, der Mittelwert der unteren 75. Somit besteht zwischen den beiden Extremgruppen eine Kluft von 20,7 Intelligenzpunkten – das sind zwei total verschiedene Welten! In der nächsten Folge werden wir diese extreme Kluft näher analysieren und die Länder betrachten, die dahinterstehen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International. Teil 11: Korruption und Intelligenz. Extremgruppenvergleich.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

***
Stichwörter:
Psychologie, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ, Extremgruppenvergleich

Korruption und Intelligenz. Transparency International (8)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 8: Korruption und Intelligenz. Parameter der Länderintelligenz.

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Im Teil 8 betrachten wir grundlegende Parameter der Länderintelligenz, die die extrem unterschiedliche Verteilung der Intelligenz verdeutlichen.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.

Das Kernthema dieser Serie ist der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Korruption in den Ländern dieser Welt.

Im → Teil 7 haben wir unsere Befunde zum CPI 2018 mit Lynn und Vanhanen (2012) (1) verglichen, die dieselbe Fragestellung für den CPI 2009 untersuchten. Dabei zeigte sich eine außerordentlich große Übereinstimmung. Ganz offenkundig ist der Zusammenhang zwischen Korruption und Intelligenz keine Angelegenheit, die von Jahr zu Jahr schwankt. Ganz im Gegenteil:

  • Das Intelligenzniveau der Länder ist außerordentlich stabil, das Korruptionsniveau der Länder ist außerordentlich stabil; und somit ist auch der Zusammenhang zwischen den beiden Variablen außerordentlich stabil. Es besteht kein Zweifel, dass die Intelligenz eine wesentliche Determinante der Korruption ist.

Vor diesem Hintergrund wollen wir unsere Analyse im Folgenden erweitern und vertiefen.

Ausgangspunkt sind die statistischen Kennzahlen der Korruption und der Intelligenz in Tabelle 8.1.

In den Spalten CA und CPI bilden die 180 Länder die Beobachtungseinheit. Hier wird jedes Land unabhängig von seiner Bevölkerungszahl gleich gewichtet. Zum Beispiel zählt Dominica mit 72.000 Einwohnen genauso viel wie China mit knapp 1,4 Milliarden. Zusätzlich findet sich in der rechten Spalte der Welt-IQ. Bei diesem Index sind die Länder nach ihrer Einwohnerzahl gewichtet (siehe die Serie → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz). Der Welt-IQ gibt die durchschnittliche Intelligenz der Weltbevölkerung an, der Mittelwert in der Spalte CA hingegen den Durchschnitt der Ländermittelwerte. Da wir in dieser Serie die Länder miteinander vergleichen, ist der ungewichtete Ländermittelwert der relevantere Bezugspunkt.

Tabelle 8.1: Statistische Kennwerte. Intelligenz (CA); Korruption (CPI); Welt-IQ.

  CA CPI Welt-IQ
Mittelwert 82,7 43,1 87
Median 82,5 38 87
Standardabweichung 11,9 19,1 18,7
Maximum 105 88  
Minimum 60 10  

Die Kennwerte in Spalte CA machen deutlich, was durch Tausende wissenschaftliche Untersuchungen zweifelsfrei belegt ist und auf diesem Blog schon mehrfach dargestellt wurde: Die Intelligenz ist über die Länder hinweg extrem unterschiedlich (siehe zum Beispiel die Serie → Geographie der Intelligenz). Das Maximum beträgt 105, das Minimum 60. 105 liegt spürbar über dem Niveau westlicher Industrie- und Informationsgesellschaften. Das Minimum liegt weit in dem Bereich, der nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO als klinisch relevante Intelligenzminderung gilt (siehe die Serie → Intelligenzminderung – Mentale Retardation).

  • Zwischen den intelligentesten und den unintelligentesten Ländern liegen Welten!

Der Mittelwert über die Ländermittelwerte beträgt 82,7 und ist fast identisch mit dem Median, der bei 82,5 liegt. Das entspricht in etwa dem Intelligenzniveau eines ganz und gar durchschnittlichen 13-Jährigen in modernen Industriegesellschaften. Genau die Hälfte der Länder liegt über bzw. unter dem Ländermittelwert. Nach westlichen Maßstäben ist die große Mehrzahl der Länder als unintelligent und sehr unintelligent einzustufen [A1].

Der Vergleich mit der rechten Spalte zeigt, dass der Ländermittelwert wesentlich kleiner ist als der Welt-IQ (82,7 vs. 87). Die Differenz ergibt sich daraus, dass viele kleinere Länder sehr unintelligent und einige wenige sehr große Länder sehr intelligent sind (so wird der Welt-IQ zum Beispiel alleine durch China mit seiner hohen Intelligenz und fast 1,4 Milliarden Bewohnern beträchtlich angehoben).

Aus der Tatsache, dass die Länder dieser Welt ein extrem breites Intelligenzspektrum überdecken, ergibt sich fast zwingend, dass auch die sozialen Strukturen über die Länder hinweg sehr unterschiedlich sind. Dies gilt insbesondere auch für das Korruptionsniveau, das wir in der nächsten Folge unter die Lupe nehmen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International. Teil 9: Korruption und Intelligenz. Parameter des Korruptionsindexes CPI.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

(3) Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

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Anmerkungen

[A1] Nach einer üblichen Konvention gilt ein IQ unter 75 als sehr unintelligent und ein IQ von 75 bis unter 90 als unintelligent (siehe die Serie → Die IQ-Ampel). Nach diesen Kriterien wären 40,6 Prozent der Länder als unintelligent und weitere 28,3 als sehr unintelligent einzustufen, insgesamt also weit mehr als zwei Drittel.

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Stichwörter:
Psychologie, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ,

Korruption und Intelligenz. Transparency International (7)

Korruptionsindex 2018 - Transparency International

Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International

Teil 7: Korruption und Intelligenz. Vergleich mit Lynn und Vanhanen (2012).

Im Blickpunkt dieser Serie steht der Zusammenhang zwischen dem Grad der Korruption im öffentlichen Bereich und dem Intelligenzniveau der Länder dieser Welt. Im Teil 7 vergleichen wir unsere eigenen Ergebnisse mit den Befunden von Lynn und Vanhanen (2102), die die gleiche Fragestellung mit Bezug auf den Korruptionsindex CPI 2009 untersuchten.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International.

Das Kernthema dieser Serie ist der Zusammenhang zwischen Intelligenz und Korruption in den Ländern dieser Welt. Erfreulicherweise wurde diese Fragestellung bereits von Lynn und Vanhanen (2012) untersucht (1).

Die Datenbasis von Lynn und Vanhanen waren der Korruptionsindex CPI des Jahres 2009 und die von den Autoren zusammengestellten Nationalen IQ-Werte (IQLV) für 180 Länder. Unterschiede zu unserer Untersuchung bestehen somit in der zeitlichen Differenz 2018 vs. 2009 und dem Intelligenzmaß CA vs. IQLV. Ein weiterer Unterschied besteht in der Länderstichprobe: Der CPI 2009, nicht aber der CPI 2018 enthält Kiribati, Macau, Puerto Rico, Samoa und Tonga; andererseits sind Bahamas, Grenada, Kosovo, Nordkorea und Südsudan im CPI 2018 vertreten, aber nicht im CPI 2009.

Die Produkt-Moment-Korrelation zwischen Intelligenz und Korruption beträgt bei Lynn und Vanhanen 0,586, die Varianzaufklärung beträgt 34,4 Prozent. Das ist praktisch identisch mit unserem Ergebnis: r=0,590 und 34,8 Prozent.

Auch die Residuenanalyse führt zu nahezu deckungsgleichen Ergebnissen.

Zufällig listen Lynn und Vanhanen – ebenso wie wir in → Tabelle 4.1 im Teil 4 – die 30 Länder mit den größten positiven Residuen auf (Korruption viel niedriger, als alleine aufgrund der Intelligenz zu erwarten wäre). Die beiden Listen stimmen in 23 Fällen überein! [A1]

Am anderen Extrem nennen Lynn und Vanhanen die 16 Länder mit den größten negativen Residuen. Zehn davon befinden sich in unserer Negativ-Top-30-Liste, die anderen – von unten! – auf Rang 31, 32, 35, 41, 60 und 71. Argentinien und Ecuador haben sich deutlich verbessert, stehen mit Rang 71 bzw. 60 von unten aber immer noch weit im negativen Bereich.

Die außerordentlich hohe Übereinstimmung der beiden Analysen ist nicht verwunderlich.

Das Intelligenzniveau von Ländern ist zwar keine auf Ewigkeit festgemauerte Konstante, aber die Veränderungen über ein Jahrzehnt können allenfalls minimale Verschiebungen der internationalen Rangfolge bewirken. Die Intelligenzmaße IQLV und CA sind auf Länderebene nahezu deckungsgleich; die Korrelation beträgt 0,98 (Rindermann, 2018).

Tabelle 2.1 und → Tabelle 2.2 im Teil 2 haben gezeigt, dass der Korruptionsindex CPI über die Zeit extrem stabil ist. Für die 175 Länder, die im CPI 2018 und im CPI 2009 enthalten sind, ergibt sich eine Korrelation von 0,95. Auf die außerordentliche Veränderungsresistenz der Korruption kommen wir später zurück.

Wenn A nahezu identisch ist mit A* und B nahezu identisch mit B*, dann muss auch der Zusammenhang zwischen A und B nahezu derselbe sein wie der Zusammenhang zwischen A* und B*.

Genau das ergibt auch der Vergleich unserer Untersuchung mit Lynn und Vanhanen:

  • Die Intelligenzmaße IQLV und CA sind nahezu identisch (r=0,98).
  • Die Korruptionsmaße CPI 2009 und CPI 2018 sind nahezu identisch (r=0,95).
  • Die Korrelationen zwischen Intelligenz und Korruption sind nahezu identisch (0,586 und 0,590), ergeben praktisch dieselbe Varianzaufklärung (34,4 und 34,8 Prozent) und liefern außerordentlich ähnliche Residuen.

In der nächsten Folge beginnen wir mit einer vertieften Analyse.

Hier gibt es die Fortsetzung → Korruptionsindex CPI 2018 – Transparency International. Teil 8: Korruption und Intelligenz. Parameter der Länderintelligenz.

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Literatur

(1) Transparency International: Corruption Perceptions Index 2018. https://www.transparency.org/cpi2018

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Die Daten zum Index CA totc finden sich im Appendix zu diesem Buch, der im Internet erhältlich ist unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

(3) Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

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Anmerkungen

[A1] Österreich, Chile, Island, Irland, Malawi, Südafrika und USA, die in Lynn und Vanhanens Top-30 vertreten sind, haben auch 2018 ein positives Residuum.

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Stichwörter:
Psychologie, Korruptionsindex, Corruption Perceptions Index, Transparency International, 2018, Weltkarte, Länder, Korruptionswahrnehmungsindex, Politik, Intelligenz, Cognitive Ability, CA, Rindermann, IQ, Lynn und Vanhanen, CPI 2009

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz (7)

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 7: Tabellarischer Überblick über die Verteilung der Weltintelligenz

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. Diese Folge gibt einen tabellarischen Überblick über die Verteilung der Weltintelligenz.

Im → Teil 1 wurden die zentralen Befunde genannt: Der Welt-IQ beträgt 87, die Standardabweichung 18,7 und die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.

In dieser Folge geben wir eine tabellarische Übersicht über die Verteilung der Weltintelligenz.

Tabelle 7.1 zeigt für den Intelligenzbereich von 40 bis 155 die kumulierten Prozentwerte der Häufigkeitsverteilung [A1].

Tabelle 7.1: Verteilung der Weltintelligenz. Prozentwerte der kumulierten Häufigkeitsverteilung.

Intelligenz
CA totc
Prozent
kumuliert
40 0,61
41 0,71
42 0,83
43 0,96
44 1,11
45 1,29
46 1,48
47 1,70
48 1,94
49 2,22
50 2,53
51 2,87
52 3,24
53 3,66
54 4,12
55 4,62
56 5,17
57 5,77
58 6,42
59 7,13
60 7,90
61 8,72
62 9,61
63 10,55
64 11,56
65 12,64
66 13,78
67 14,99
68 16,27
69 17,61
70 19,02
71 20,49
72 22,03
73 23,63
74 25,29
75 27,00
76 28,77
77 30,59
78 32,45
79 34,36
80 36,31
81 38,29
82 40,30
83 42,34
84 44,40
85 46,47
86 48,55
87 50,63
88 52,72
89 54,80
90 56,86
91 58,91
92 60,94
93 62,94
94 64,91
95 66,84
96 68,73
97 70,58
98 72,38
99 74,13
100 75,83
101 77,46
102 79,04
103 80,56
104 82,01
105 83,39
106 84,71
107 85,96
108 87,15
109 88,27
110 89,32
111 90,30
112 91,22
113 92,08
114 92,87
115 93,61
116 94,28
117 94,90
118 95,47
119 95,99
120 96,46
121 96,89
122 97,27
123 97,61
124 97,92
125 98,20
126 98,44
127 98,66
128 98,85
129 99,01
130 99,16
131 99,29
132 99,40
133 99,49
134 99,57
135 99,64
136 99,70
137 99,75
138 99,80
139 99,83
140 99,86
141 99,89
142 99,91
143 99,93
144 99,94
145 99,95
146 99,96
147 99,97
148 99,98
149 99,98
150 99,98
151 99,99
152 99,99
153 99,99
154 99,99
155 100,00

Aus Tabelle 7.1 geht zum Beispiel hervor, dass etwa Dreiviertel der Weltbevölkerung unter dem Wert 100 liegt, der für moderne Industriegesellschaften typisch ist. Ein gutes Drittel liegt unter 80. Die oberen 5 Prozent weisen einen IQ (CA totc) über 117 auf. Ein Prozent erreichen einen IQ über 128.

In der nächsten Folge stellen wir weitere Befunde zusammen und betrachten auch die Anteile der CA-Gruppen an der Verteilung der Weltintelligenz.

Fortsetzung folgt.


***

Literatur

(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

***

Anmerkungen

[A1] Die Tabelle enthält die (auf die zweite Nachkommastelle gerundeten) Werte der Modell-Verteilung. Da eine fast perfekte Normalverteilung vorliegt, lassen sich die Werte in sehr guter Näherung auch über eine Normalverteilung mit Mittelwert 87,1 und Standardabweichung 18,7 berechnen.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, World’s IQ, Intelligence, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik, worldwideintelligence

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz (6)

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 6: Modellvergleich mit Rindermann (2018); Fortsetzung

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. In dieser Folge vergleichen wir unser Modell mit Rindermann (2018) und zeigen, dass Rindermann eine andere Fragestellung untersucht und dass sich im Hinblick auf die Standardabweichung gravierende Unterschiede ergeben.

Im → Teil 1 wurden die zentralen Befunde genannt: Der Welt-IQ beträgt 87, die Standardabweichung 18,7 und die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.

Im → Teil 5 haben wir den Mittelwert in den Blickpunkt gerückt, nun betrachten wir die Standardabweichung.

Rindermann (2018) nennt die Standardabweichungen 11,52 (Seite 96) und 11,86 (Seite 444). Es ist a priori klar, dass sich diese Werte nicht auf die Verteilung der Weltintelligenz beziehen. Fasst man unterschiedliche Verteilungen zusammen, dann ist die Streuung der Gesamtverteilung zwangsläufig größer als in den Teilgruppen. Die IQ-Skala hat eine Standardabweichung von 15. Wenn man davon ausgeht, dass die Länder dieser Welt ähnliche Streuungen aufweisen, dann muss die Standardabweichung der Weltintelligenz (deutlich) größer als 15 sein.

Es sei ausdrücklich betont, dass Rindermann an keiner Stelle die erwähnten Standardabweichungen mit der Weltintelligenz in Verbindung bringt. Wir betrachten Rindermanns Fragestellung zum einen, weil sie in der psychometrischen Intelligenzforschung gang und gäbe ist und zum anderen, weil sich daran die Besonderheit unseres Modells gut herausarbeiten lässt.

Rindermann betrachtet die 200 ungewichteten Ländermittelwerte; jedes Land zählt also unabhängig von der Bevölkerungsgröße gleich viel. Die Häufigkeitsverteilung der Ländermittelwerte ist in Abbildung 6.1 dargestellt.

Häufigkeitsvertelung der Ländermittelwerte. Intelligenz Cognitive Ability (CA) nach Rindermann (2018) Nationale IQs
Abbildung 6.1: Häufigkeitsverteilung der Ländermittelwerte. Intelligenz, Cognitive Ability (CA total c) nach Rindermann (2018).

Der Mittelwert dieser Verteilung ist 87,23 (siehe → Teil 5), das Minimum beträgt 60, das Maximum 105 und die Standardabweichung 11,52. Rindermanns Fragestellung bezieht sich also auf die Verteilung der Ländermittelwerte.

Dass Rindermanns Fragestellung etwas völlig anderes ist als die Verteilung der Weltintelligenz, ergibt sich aus dem Vergleich mit unserem Modell, das in Abbildung 6.2 zu sehen ist.

Weltintelligenz. Modellvergleich mit Rindermanns Fragestellung. Intelligenz, IQ, Welt-IQ
Abbildung 6.2: Weltintelligenz. Modellvergleich mit Rindermanns Fragestellung.

Der blaue Bereich erstreckt sich von 60 bis 105. Genau das ist der Bereich, der durch Rindermanns Fragestellung abgedeckt ist. Nach unserem Modell liegen jedoch 6,64 Prozent der Weltintelligenz unterhalb von 60 (rot) und 15,61 Prozent oberhalb von 105 (grün). Somit liegen 22,25 Prozent der Weltintelligenz außerhalb der Spannbreite der Ländermittelwerte. Da die Standardabweichung in allererster Linie von den Extremen abhängt, ergibt sich zwangsläufig ein grotesker Unterschied zwischen der Streuung der Ländermittelwerte und der Gesamtverteilung.

Wir haben bereits betont, dass Rindermanns Fragestellung genauso legitim ist wie unsere, und erwähnt, dass sich die psychometrische Forschung nahezu ausschließlich auf die Rindermann’sche Fragestellung bezieht [A1]. Für den engeren Forscherkreis sind die Parameter der Ländermittelwerte selbstverständlich von Interesse – die allermeisten Menschen werden sich jedoch für die Weltintelligenz in ihrer Gesamtheit interessieren und die Standardabweichung der Ländermittelwerte ist für sie irrelevant.

  • Es wäre wünschenswert, dass die Intelligenzforschung den Unterschied zwischen der Verteilung der Ländermittelwerte und der Weltintelligenz klar herausarbeiten und auch Kennwerte der Weltintelligenz berichten würde.

Halten wir fest:

  • Die Standardabweichung der Weltintelligenz beträgt 18,7. Das ist viel größer als die Standardabweichungen der einzelnen Länder und sehr, sehr viel größer als die Standardabweichung der Ländermittelwerte.

In den nächsten Folgen berichten wir einige Befunde, die sich aus der Analyse der Weltintelligenz ergeben.

Hier gibt es die Fortsetzung → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Teil 7: Tabellarischer Überblick über die Verteilung der Weltintelligenz.


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Literatur

(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Anmerkungen

[A1] Ich bin ziemlich sicher, dass auch andere die Standardabweichung der Weltintelligenz in unserem Sinne ermittelt haben, ich kann mich aber an keine derartige Untersuchung erinnern. Für Hinweise wäre ich dankbar; R.H.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, World’s IQ, Intelligence, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik, worldwideintelligence

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz (5)

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 5: Modellvergleich mit Rindermann (2018)

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. In dieser und der nächsten Folge vergleichen wir unser Modellannahmen mit Rindermann (2018), der zum Teil stark abweichende Ergebnisse nennt. Dabei wird sich zeigen, dass Rindermann eine andere Fragestellung untersucht als wir.

Im → Teil 1 wurden unsere zentralen Befunde genannt: Der Welt-IQ beträgt 87, die Standardabweichung 18,7 und die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.

Unsere Analyse beruht auf dem Datensatz von Rindermann (2018), der die Intelligenzmittelwerte von 200 Ländern umfasst [A1]. Wir hatten bereits eingangs darauf hingewiesen, dass Rindermann Mittelwerte und Standardabweichungen nennt, die stark von unseren abweichen.

Im Folgenden zeigen wir, wie diese Differenzen zu erklären sind.

Unser Modell ergibt einen Welt-IQ von 87 (dies ist ein gerundeter Wert aus 87,1046). Rindermann gibt drei Antworten, nämlich 84,68 (auf Seite 96), 83 (auf Seite 446) und 87,23 (Fußnote 10 auf Seite 96).

Der Wert 87,23 ist nahezu deckungsgleich mit unserem Mittelwert. Die minimale Differenz ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass Rindermann die Ländermittelwerte bis auf die Nachkommastellen berücksichtigt, während wir die Ländermittelwerte in 5er-Schritten gerundet haben [A2]. Rindermanns Analyse ist also wesentlich differenzierter als unsere „grobe“ Analyse. Da bereits die Ländermittelwerte lediglich Schätzungen mit erheblichen Unsicherheiten sind, ist die Differenz von 0,13 Punkten irrelevant. Auf die Frage nach dem Welt-IQ geben Rindermann und wir dieselbe Antwort, nämlich 87.

Darüber hinaus nennt Rindermann noch die Werte 84,68 und 83. Diese Zahlen weichen stark von unserem Ergebnis ab. Die Erklärung liefert Rindermann selbst: In einem Falle handelt es sich um gewichtete, in anderen um ungewichtete Mittelwerte.

Berücksichtigt man die Bevölkerungsgröße, dann resultiert der Mittelwert 87,23. Lässt man die Bevölkerungsgröße außer Acht, dann ergibt sich ein Mittelwert von 83 [A3].

Der gewichtete und der ungewichtete Mittelwert stehen für zwei völlig unterschiedliche Fragestellungen.

Beim ungewichteten Modell werden alle Länder gleichwertig behandelt, China zählt mit fast 1,4 Milliarden Menschen genauso viel wie Palau mit 17.661 Bewohnern, Indien mit 1,3 Milliarden genauso viel wie Liechtenstein mit 38.111. In diesem Modell sind die Ländermittelwerte die Analyseeinheit, die Bevölkerungen werden ausgeblendet.

Das gewichtete Modell berücksichtigt sowohl die Ländermittelwerte als auch die Bevölkerungen.

Beide Modelle repräsentieren legitime Fragestellungen, keines ist per se besser als das andere.

Bei der Frage nach dem Welt-IQ interessiert man sich typischerweise für die gesamte Weltbevölkerung. Hier ist das gewichtete Modell angemessen, das ungewichtete hingegen irrelevant und irreführend – wen außerhalb der engen Forschungsgemeinschaft interessiert der Mittelwert der Ländermittelwerte? Merkwürdigerweise werden in der psychometrischen Intelligenzforschung meist die Kennwerte des ungewichteten Modells berichtet und die Frage, die für die meisten Menschen die weitaus interessantere ist, wird oftmals gar nicht aufgeworfen [A4].

Halten wir ein weiteres Mal fest: In Bezug auf den Welt-IQ sind wir zum selben Ergebnis gekommen wie Rindermann.

  • Die Intelligenz der Weltbevölkerung liegt im Durchschnitt bei 87.

In der nächsten Folge werden wir sehen, dass dennoch ein grundsätzlicher und bedeutsamer Unterschied zwischen unserem und Rindermanns Modell besteht.

Hier gibt es die Fortsetzung → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Teil 6: Modellvergleich mit Rindermann (2018); Fortsetzung.


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Literatur

(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Anmerkungen

[A1] Genau genommen handelt es sich, wie erwähnt, und das Maß CA totc (= Cognitive Ability total corrected), das im Appendix online verfügbar ist (1).

[A2] Darüber hinaus benutzen wir leicht unterschiedliche Bevölkerungsdaten.

[A3] Die Arbeitsgruppe um Rindermann hat über Jahre hinweg Ländermittelwerte in einer Datenbank zusammengetragen. Diese Datenbank wird fortlaufend ergänzt und die Schätzungen werden aktualisiert und korrigiert. Der Unterschied zwischen 83 und 84,68 ist wohl auf unterschiedliche Datensätze zurückzuführen. Dass 84,68 auf Seite 96 und 83 auf Seite 446 genannt wird, lässt vermuten, dass erstere auf einen früheren Datensatz zurückgeht.

[A4] Rindermann (2018) weist auf den Unterschied zwischen den beiden Modellen hin. Bei ihm erscheint das gewichtete Modell in der Fußnote, im Haupttext betrachtet er das ungewichtete Modell. Es wäre wohl ratsam, den bedeutsamen Unterschied im Haupttext expliziter zu betonen. Für die psychometrische Intelligenzforschung wäre es insgesamt ratsam, die Modellunterschiede ausdrücklicher hervorzuheben und auch das gewichtete Modell zu berücksichtigen.

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Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, World’s IQ, Intelligence, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz (4)

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 4: Verteilung der Weltintelligenz und Normalverteilung

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. In dieser Folge wird gezeigt, dass die Verteilung, die auf der Grundlage der Datenbasis und der Modellannahmen konstruiert wurde, nahezu perfekt normalverteilt ist.

Im → Teil 1 wurden die zentralen Befunde genannt: Der Welt-IQ beträgt 87, die Standardabweichung 18,7 und die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.

Im → Teil 2 wurden die Datenbasis und die Modellannahmen beschrieben.

Im → Teil 3 wurde die Verteilung der Weltintelligenz dargestellt. Diese Verteilung ist in Abbildung 4.1 wiedergegeben (entspricht Abbildung 3.2 im Teil 3).

Verteilung der Weltintelligenz. Intelligenz, IQ, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Normalverteilung, Mittelwert, Standardabweichung
Abbildung 4.1: Verteilung der Weltintelligenz.

Durch die „nach links verschobene“ Überlagerung der verschiedenen CA-Gruppen in Abbildung 4.1 könnte der Eindruck entstehen, die Gesamtverteilung sei leicht asymmetrisch.

Eine Asymmetrie wäre keineswegs überraschend. Ganz im Gegenteil: Wenn man verschiedene Normalverteilungen überlagert, dann ist die Gesamtverteilung keine Normalverteilung. Umso erstaunlicher ist der Befund, der durch die Abbildung 4.2 belegt wird.

Abbildung 4.2 zeigt die Verteilung der Weltintelligenz nach den Modellannahmen (hellblau) und eine Normalverteilung (hellgrün), welche dieselben Parameter – Mittelwert 87; Standardabweichung 18,7 – aufweist.

Weltintelligenz nach Modell und Normalverteilung
Abbildung 4.2: Weltintelligenz nach Modell und Normalverteilung

Abbildung 4.2 zeigt, dass die Weltintelligenz nach unserem Modell fast perfekt normalverteilt ist. Die Abweichungen sind so minimal, dass sie kaum zu erkennen sind [A1]. Das ist, wie gesagt, sehr überraschend. Im Modell wird zwar für alle elf CA-Gruppen eine Normalverteilung und eine identische Standardabweichung von 15 angenommen, aber die Summe von Normalverteilungen ergibt keine Normalverteilung. Diesen Punkt werden wir noch ausführlich behandeln.

Im → Teil 1 hatten wir erwähnt, dass Rindermann (2018) (1) unterschiedliche Werte für den Welt-IQ angibt (83; 84,68; 87,23) und dass er Standardabweichungen nennt (11,52; 11,86), die grotesk von unserem Ergebnis (18,7) abweichen. In der nächsten Folge werden wir zeigen, dass sich Rindermann auf eine völlig andere Fragestellung bezieht als wir.

Hier gibt es die Fortsetzung → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Teil 5: Modellvergleich mit Rindermann (2018).


***

Literatur

(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.

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Anmerkungen

[A1] Wenn man „mit der Lupe herangeht“, lassen sich doch Abweichungen erkennen. Darauf kommen wir später zurück.

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Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, World’s IQ, Intelligence, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz (3)

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 3: Konstruktion der Verteilung der Weltintelligenz

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. In dieser Folge wird gezeigt, wie die Verteilung aufgrund der Datenbasis und der Modellannahmen konstruiert wurde.

Im → Teil 1 wurden die zentralen Befunde genannt: Der Welt-IQ beträgt 87, die Standardabweichung 18,7 und die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.

Im → Teil 2 wurden die Datenbasis und die Modellannahmen beschrieben.

Nun zeigen wir, wie daraus die Verteilung der Weltintelligenz konstruiert wurde.

Für jede CA-Gruppe wurde eine Normalverteilung mit jeweiligem Mittelwert und Standardabweichung erzeugt und mit dem Anteil an der Weltbevölkerung gewichtet. Die Verteilungen der CA-Gruppen sind in Abbildung 3.1 zu sehen.

Verteilung der Weltintelligenz nach CA-Gruppen. Intelligenz, IQ, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Normalverteilung, Mittelwert, Standardabweichung
Abbildungs 3.1: Verteilung der Weltintelligenz nach CA-Gruppen.

Da sich die CA-Gruppen in der Bevölkerungszahl massiv unterscheiden, nehmen die Verteilungen unterschiedlich große Flächen ein. Besonders groß sind die orangefarbene Verteilung der Gruppe CA 100, die China enthält, und die grüne CA-80-Gruppe, die Indien enthält. Verschwindend klein ist die gelbbraune CA-60-Gruppe am linken Rand, deren Verteilung kaum zu sehen ist.

Die Gesamtverteilung der Weltintelligenz ergibt sich aus der Summe der Einzelverteilungen. In der graphischen Darstellung entspricht dies einem Übereinanderstapeln. Das Ergebnis der Stapelung ist in Abbildung 3.2 zu sehen.

Verteilung der Weltintelligenz. Intelligenz, IQ, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Normalverteilung, Mittelwert, Standardabweichung
Abbildung 3.2: Verteilung der Weltintelligenz.

Auf den ersten Blick kann der Eindruck entstehen, dass die Gesamtverteilung asymmetrisch ist, links etwas steiler und rechts etwas flacher [ich weiß nicht, ob es anderen auch so geht – ich hatte den Eindruck, dass die Verteilung ziemlich schief ist; R.H.]. In der nächsten Folge werden wir sehen, dass ein solcher Eindruck täuscht und dass eine fast perfekte Normalverteilung vorliegt.

Hier gibt es die Fortsetzung → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Teil 4: Verteilung der Weltintelligenz und Normalverteilung.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, Intelligence, Cognitive Ability, CA, Intelligenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz (2)

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 2: Methoden. Datenbasis, Modellannahmen, Vorgehensweise

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. In dieser Folge werden die Datenbasis, die Modellannahmen und die Vorgehensweise beschrieben.

Im → Teil 1 wurden die zentralen Befunde genannt: Der Welt-IQ beträgt 87, die Standardabweichung 18,7 und die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.

Nun beschreiben wir den zugrundeliegenden Datensatz, die Modellannahmen und die Vorgehensweise.

Der Datensatz

Als Maß der Intelligenz wurde die Cognitive Ability (CA) nach Rindermann (2018) verwendet (1). Rindermanns Datensatz, der auch online verfügbar ist, enthält unterschiedliche Intelligenzindices für 201 Länder.

Cognitive Ability (CA) ist eine Kombination von IQ-Werten aus psychometrischen Intelligenztests und Ergebnissen internationaler Bildungsstudien, wie PISA, TIMSS, PIRLS u.a. Da die internationalen Bildungsstudien auf größeren Stichproben beruhen, wurden sie stärker gewichtet als die psychometrischen IQ-Werte. Leistungen in Bildungsstudien lassen sich zwar konzeptuell von Intelligenz trennen, aber auf Länderebene sind die Korrelationen zwischen Schulleistungen und Intelligenz (IQ) so eng, dass sie sich praktisch nicht voneinander unterscheiden lassen. Wir werden im Folgenden zwar die Bezeichnung CA beibehalten, aber von Intelligenz sprechen und gelegentlich auch das Kürzel IQ verwenden.

Die CA-Werte wurden von Rindermann wie allgemein üblich so skaliert, dass Großbritannien den Mittelwert 100 und die Standardabweichung 15 aufweist und die übrigen Länder entsprechend angepasst wurden.

Neben den Intelligenzwerten spielen die Bevölkerungszahlen der Länder eine entscheidende Rolle. Die Daten wurden dem Human Development Index HDI 2016 entnommen (2). Für ein paar wenige Länder, die im HDI nicht berücksichtigt sind, wurden die Bevölkerungszahlen aus Wikipedia eingesetzt.

Modellannahmen und Vorgehensweise

Zur Vereinfachung wurden die CA-Werte in 5er-Schritten gerundet und die Länder zu den Gruppen CA 105, CA 100, CA 95 … CA 60 zusammengefasst (Beispiel: die Gruppe CA 100 umfasst die Länder mit einem CA von 98, 99, 100, 101 und 102; die Gruppe CA 75 umfasst die Länder 73, 74, 75, 76 und 77 usw.). Die Zuordnung der Länder zu den CA-Gruppen ist in der Serie → Geographie der Intelligenz aufgelistet.

Die Verteilung der Weltintelligenz wurde auf der Grundlage der folgenden Annahmen konstruiert.

Annahme 1: Innerhalb jeder Gruppe ist die Intelligenz normalverteilt.
Annahme 2: Der Mittelwert jeder Gruppe entspricht dem „Gruppen-CA“.
Annahme 3: Die Standardabweichung beträgt in jeder Gruppe 15.

Diese Annahmen sind ohne Zweifel grobe Vereinfachungen; wir werden ihre Angemessenheit später ausführlich diskutieren.

Tabelle 2.1 fasst die Parameter unseres Modells zusammen. Sie zeigt für die CA-Gruppen Mittelwert, Standardabweichung, Bevölkerungszahl und den prozentualen Anteil an der Weltbevölkerung.

Tabelle 2.1. CA-Gruppen, CA-Mittelwert, CA-Standardabweichung, Bevölkerung in Millionen, Prozentualer Anteil an der Weltbevölkerung.
CA Bevölkerung
CA-Gruppe Mittelwert Standardabw. Millionen Anteil %
CA 105 105 15 213,4 2,9
CA 100 100 15 2155,04 29,3
CA 95 95 15 430,6 5,9
CA 90 90 15 229,68 3,1
CA 85 85 15 1295,3 17,6
CA 80 80 15 1879,4 25,6
CA 75 75 15 422,9 5,8
CA 70 70 15 308,9 4,2
CA 65 65 15 378,1 5,1
CA 60 60 15 30,8 0,4

In der nächsten Folge wird gezeigt, wie auf dieser Grundlage die Verteilung der Weltintelligenz konstruiert wurde.

Hier gibt es die Fortsetzung → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Teil 3: Konstruktion der Verteilung der Weltintelligenz.

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Literatur

(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Darin finden sich Intelligenz-Werte für alle Länder dieser Welt. Wir verwenden den Index CA totc (Cognitive Ability total corrected).

(2) Human Development Report 2016. Human Development for Everyone. United Nations Development Programme (UNDP), 2016.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, Intelligence, Cognitive Ability, CA, Intellingenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Verteilung der Weltintelligenz

Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz

Teil 1: Überblick und zentrale Befunde

In dieser Serie geht es um die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. Datenbasis sind die Angaben zur Cognitive Ability nach Rindermann (2018). Die zentralen Befunde lauten: Der Welt-IQ (der Mittelwert aller IQ-Werte) beträgt 87, die Standardabweichung liegt bei 18,7 und die Intelligenzwerte sind fast perfekt normalverteilt.

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Abbildung 1.0: IQ-Weltkarte. IQ (Cognitive Ability nach Ländern).

In dieser Serie geht es um den Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Dabei geht es nicht um die Differenzierung nach Ländern, wie sie in Abbildung 1.0 dargestellt ist und zum Beispiel in der Serie → Geographie der Intelligenz behandelt wurde, sondern um die Gesamtheit der Weltintelligenz.

Wer fragt: „Wie hoch ist der Welt-IQ?“, will gewöhnlich wissen, wie hoch der durchschnittliche IQ der Weltbevölkerung ist. Auf diese Frage haben wir bereits vor einem Dreivierteljahr eine Antwort gegeben – sie lautete: Der Welt-IQ beträgt 89 (siehe → Der Welt-IQ). Diese Schätzung beruhte auf den Nationalen IQs für 199 Länder, die Lynn und Vanhanen (2012) [1] aufgelistet haben.

Diese Frage untersuchen wir nun erneut auf der Grundlage des aktuelleren Datensatzes von Rindermann (2018) (2).

Wenn wir vom Welt-IQ und der Weltintelligenz reden, dann bezieht sich das selbstverständlich nur auf den Datensatz und das Modell, das unseren Berechnungen zugrunde liegt (siehe → Teil 2). Ein Vergleich mit anderen Datensätzen und Modellen erfolgt gegen Ende dieser Serie [A1].

Heiner Rindermann gibt auf die Frage nach dem Welt-IQ drei Antworten, nämlich 84,68 (auf Seite 96), 83 (auf Seite 446) und 87,23 (Fußnote 10 auf Seite 96).

Im Vorgriff auf das Folgende sei verraten: Unsere Antwort lautet:

  • Der Welt-IQ beträgt 87.

Unsere Antwort deckt sich bis auf die Rundung mit der dritten Antwort von Rindermann. Wie wir sehen werden, beziehen sich die beiden anderen Angaben von Rindermann auf eine Fragestellung, die weitgehend uninteressant ist.

In dieser Serie gehen wir über den Welt-IQ im engeren Sinne (also den Mittelwert) hinaus und betrachten die Verteilung der Intelligenz in der Weltbevölkerung. Hierzu geben wir die Antwort:

  • Die Standardabweichung der Weltintelligenz liegt bei 18,7.

Rindermann erwähnt in seinem Buch ebenfalls Standardabweichungen, nämlich 11,52 (Seite 96) und 11,86 (Seite 444). Die groteske Differenz zu unserem Ergebnis erklärt sich dadurch, dass wir unterschiedliche Fragestellungen betrachten, wobei Rindermann sich nicht auf die Verteilung der Weltintelligenz bezieht (zu diesem Aspekt siehe (→ Teil 5 und → Teil 6).

Eine dritte Antwort gibt die Abbildung 1.1, welche die Verteilung der Weltintelligenz veranschaulicht. Diese Antwort ist – für mich persönlich; R.H. – sehr erstaunlich:

  • Die Weltintelligenz ist fast perfekt normalverteilt.


Verteilung der WeltintelligenzAbbildung 1.1: Die Verteilung der Weltintelligenz.
Eine ausführliche Erklärung erfolgt in dieser Serie.

Wie die drei Antworten zustande gekommen sind, wird in dieser Serie ausführlich dargestellt.

Hier gibt es die Fortsetzung → Der Welt-IQ und die Verteilung der Weltintelligenz. Teil 2: Methoden. Datenbasis, Modellannahmen, Vorgehensweise.

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Literatur

(1) Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. New York: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Darin finden sich Intelligenz-Werte für alle Länder dieser Welt. Wir verwenden den Index CA totc (Cognitive Ability total corrected).

(3) Becker, D. (2018). The NIQ-dataset (V1.3.1). Chemnitz, Germany. http://viewoniq.org/.
Ein Link zum Download befindet sich unter https://www.researchgate.net/project/Worlds-IQ

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Literatur

[A1] Ergänzung (10. Januar 2019): Ich habe gerade einen noch aktuelleren Datensatz entdeckt, der im Folgenden nicht berücksichtigt werden kann (3). In der vorliegenden Serie geht es im Wesentlichen um die Methode, weniger um die konkreten Werte, die ja mit jeder Erweiterung und Aktualisierung der Datenbasis (kleineren) Veränderungen unterliegen. Eine Analyse auf der Grundlage neuerer Daten wird nachgereicht.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, Heiner Rindermann, Welt-IQ, World IQ, Intelligence, Cognitive Ability, Intellingenzforschung, Psychologie, Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung, Weltintelligenz, Statistik, global IQ map, Weltkarte Intelligenz

Geographie der Leistungspotenziale nach der Fitnesstheorie von Hans-Josef Friedrich

Fitnesstheorie F = m hoch q. Normalverteilung und Exponentialkurve

F = mq

Geographie der Leistungspotenziale. Ein Beispiel zur Fitnesstheorie von Hans-Josef Friedrich

Ausgehend vom Globalen Modell der Fitness-Theorie von Hans-Josef Friedrich wurde das (theoretische!) Leistungspotenzial von 153 Ländern berechnet. der Bevölkerungszahl und der Intelligenz .

Hier geht es zum → Anfang der Serie F = mq.

Dieser Beitrag ist ein konkretes Beispiel zur Fitnesstheorie von Hans-Josef Friedrich [1] [2]. Auf der Grundlage des Allgemeinen Modells (besser: des Globalen Modells) wurde das theoretische Leistungspotenzial für 153 Länder berechnet. Die Angaben zur Bevölkerungsgröße wurden dem Human Devlopment Index HDI 2016 [3] entnommen, als Indikator der nationalen Intelligenz wurde CAC (Cognitive Ability corrected) nach Heiner Rindermann (2018) [4] verwendet.

Die Leistungspotenziale wurden durch das Leistungspotenzial Deutschlands dividiert. Die Werte geben somit die relative Stärke im Vergleich zu Deutschland an, das den Wert 1 erhält.

Die Tabelle dient hier lediglich als Dokumentation. Ausführliche Kommentare folgen an anderer Stelle.

Tabelle 1: Leistungspotenzial von 153 Ländern nach der Allgemeinen Fitnesstheorie von Hans-Josef Friedrich relativ zum Potenzial Deutschlands.
Land Potenzial
China 25,246
Japan 3,969
United States 3,233
Korea-South 1,815
Russia 1,214
Germany 1
United Kingdom 0,962
France 0,668
Canada 0,635
Italy 0,621
Vietnam 0,462
Poland 0,340
Spain 0,338
Australia 0,301
Netherlands 0,297
Hong Kong 0,204
Ukraine 0,194
India 0,192
Singapore 0,181
Brazil 0,175
Indonesia 0,173
Belgium 0,143
Mexico 0,139
Thailand 0,139
Czech Republic 0,133
Sweden 0,124
Switzerland 0,123
Pakistan 0,110
Turkey 0,110
Austria 0,108
Hungary 0,107
Finland 0,095
Malaysia 0,080
Iran 0,077
Belarus 0,074
Greece 0,073
Egypt 0,072
Portugal 0,068
Argentina 0,066
Romania 0,064
Denmark 0,062
Slovakia 0,059
New Zealand 0,057
Norway 0,057
Bangladesh 0,055
Israel 0,054
Kazakhstan 0,049
Iraq 0,047
Ireland 0,044
Chile 0,042
Croatia 0,040
Tunisia 0,039
Philippines 0,038
Algeria 0,036
Bulgaria 0,035
Burma (Myanmar) 0,033
Serbia 0,031
Colombia 0,030
Peru 0,025
Venezuela 0,025
Nigeria 0,023
United Arab Emirates 0,023
Azerbaijan 0,021
Lithuania 0,020
Slovenia 0,020
Uzbekistan 0,020
Cambodia 0,019
Estonia 0,019
Latvia 0,019
Saudi Arabia 0,018
Bosnia 0,017
Laos 0,015
Jordan 0,014
Syria 0,014
Cuba 0,013
Moldova 0,013
Ecuador 0,012
Mongolia 0,012
Uruguay 0,011
Armenia 0,010
Bolivia 0,010
Costa Rica 0,010
Sudan 0,009
Georgia 0,008
Libya 0,008
Morocco 0,008
Mozambique 0,008
Nepal 0,008
Sri Lanka 0,008
Cyprus 0,007
Guatemala 0,007
Kenya 0,007
Madagascar 0,007
Tajikistan 0,007
Lebanon 0,006
Luxembourg 0,006
Papua N-Guinea 0,006
Paraguay 0,006
Nicaragua 0,005
Palestine 0,005
Tanzania 0,005
Turkmenistan 0,005
Dominican Repub 0,004
Macedonia 0,004
Panama 0,004
South Africa 0,004
Trinidad Tobago 0,004
Uganda 0,004
Afghanistan 0,003
Albania 0,003
Bahrain 0,003
Congo (Zaire) 0,003
El Salvador 0,003
Ethiopia 0,003
Iceland 0,003
Malta 0,003
Mauritius 0,003
Oman 0,003
Qatar 0,003
Rwanda 0,003
Honduras 0,002
Kuwait 0,002
Kyrgyzstan 0,002
Montenegro 0,002
Suriname 0,002
Yemen 0,002
Zimbabwe 0,002
Andorra 0,001
Angola 0,001
Bahamas 0,001
Benin (Dahomey) 0,001
Botswana 0,001
Brunei 0,001
Burkina Faso 0,001
Burundi 0,001
Cameroon 0,001
Chad 0,001
Congo (Brazz) 0,001
Cote d’Ivoire 0,001
East Timor 0,001
Eritrea 0,001
Fiji 0,001
Ghana 0,001
Guinea 0,001
Guyana 0,001
Mali 0,001
Mauritania 0,001
Niger 0,001
Samoa-West 0,001
Senegal 0,001
Solomon Islands 0,001
Togo 0,001
Zambia 0,001

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Literatur

[1] Hans-Josef Friedrich (2018). F=mq. Allgemeine und Spezielle Fitness-Theorie. Denkansätze / Rechenmodelle. Regensburg: S. Roderer.

[2] Hans-Josef Friedrich (2018). F=mq. Über die exponentielle Wirkung der Intelligenz / Qualität. Eine erweiterte Streitschrift. Regensburg: S. Roderer.


[3] 2016 Human Development Report. UNDP UNITED NATIONS DEVELOPMENT PROGRAMME. http://hdr.undp.org/en/2016-report
Als PDF erhältlich unter http://hdr.undp.org/sites/default/files/2016_human_development_report.pdf

[4] Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch (2) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Darin finden sich IQ-Werte für alle Länder dieser Welt.


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Stichwörter:
Statistik, Fitnesstheorie, Hans-Josef Friedrich, HDI, Einwohnerzahl, Bevölkerung, IQ, Psychologie, Leistungspotenzial, Intelligenz

Von Experten und Fachidioten – Teil 4

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 75 und IQ 70

Von Experten und Fachidioten

Die erschreckende Unkenntnis zum Thema Intelligenz

Am Beispiel eines Kommentars des Afrikaexperten Volker Seitz wird gezeigt, dass Menschen, die auf einem bestimmten Sachgebiet Experten sind, auf anderen Sachgebieten völlig versagen können. Wenn es um das Thema Intelligenz geht, können viele Nicht-Fachleute nur den grotesken Unsinn wiederkauen, den politisch motivierte, aber völlig kenntnislose Journalisten in die Welt setzen.

In → Teil 1, → Teil 2 und → Teil 3 haben wir einen Kommentar des Afrikaexperten Volker Seitz zu dem Artikel → „Afrika müsste nicht bloßer Rohstofflieferant sein“ kritisiert. Hier setzten wir die Kritik fort.

Volker Seitz: Ich kenne übrigens sehr viele kluge und erfolgreiche Afrikaner.

Anmerkung: Dieser Satz ist sicherlich richtig – aber er zeigt in ganz besonderer Weise, dass Volker Seitz das Kernproblem überhaupt nicht begriffen hat.
Selbstverständlich gibt es auch in Schwarzafrika kluge und erfolgreiche Menschen [A1]. Der entscheidende Punkt ist: Sehr intelligente Menschen sind in Schwarzafrika extrem selten.

Nach den gängigen Kriterien der → IQ-Ampel gelten IQ-Werte ab 125 als „sehr intelligent“. Bei einem Nationalen IQ von 75 sind unter zehntausend Menschen lediglich vier sehr intelligente zu erwarten; bei IQ-Werten von 70 bzw. 65 bzw. 60 sogar nur einer pro Zehntausend bzw. drei pro Hunderttausend bzw. sieben pro Million (siehe die Serie → Geographie der Intelligenz Teil 5 und → Teil 6).

Volker Seitz war Botschafter in Kamerun (IQ 67), der Zentralafrikanischen Republik (IQ 62) und Äquatorialguinea (IQ 65). Das Amt des Botschafters bringt es zwangsläufig mit sich, dass man einer ausgelesenen, grotesk verzerrten Stichprobe führender Persönlichkeiten zusammentrifft und „kluge und erfolgreiche“ Menschen kennenlernt.
Wenn selbst ein ausgewiesener Afrikaspezialist wie Volker Seitz nicht in der Lage ist, die alles überragende Bedeutung der extrem niedrigen Intelligenz der Schwarzafrikaner zu erkennen – was soll man dann von der abgeschotteten Kaste der Politiker erwarten?

Damit sind wir beim Kern dieser Serie angelangt.
Es geht nicht um die Person Volker Seitz; sein Gegenkommentar auf achgut.com steht exemplarisch für das zentrale Problem, dass Menschen in ihrem Fachbereich überragende Kenntnisse besitzen und in anderen Bereichen völlig versagen können.
Hans Rosling zeigt in seinem Buch „Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist“ [1], dass Nobelpreisträger, Spitzenforscher unterschiedlicher Disziplinen, Spitzenmanager und Spitzenpolitiker zu vielen drängenden Weltproblemen völlig verzerrte Vorstellungen haben. Gelegentlich liegen die Kenntnisse der Experten sogar unter denen von Laien.

  • Wer über die Probleme Schwarzafrikas redet und dabei die alles überragende Bedeutung der extrem niedrigen Intelligenz der Schwarzafrikaner nicht (an)erkennt, ist faktenblind!
  • Politiker, die von „Bekämpfung der Fluchtursachen“ faseln und die Fluchtursache Nr. 1, nämlich die extrem niedrige Intelligenz der Schwarzafrikaner leugnen, sind hohle Schwätzer.

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Zum Abschluss:
Wie bereits erwähnt, richtet sich diese Serie nicht gegen die Person Volker Seitz. Ich habe seine zahlreichen Beiträge auf achgut.com stets mit großem Interesse gelesen und dabei viele interessante Dinge erfahren. Die Neuauflage seines Buches „Afrika wird armregiert“ [2] steht schon lange auf meiner Wunschliste. Das Buch wird am 21. September 2018 – also übermorgen – erscheinen. Ich habe es bereits bestellt und freue mich sehr auf die Lektüre.

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Literatur


(1) Hans Rosling (2018). Factfulness. Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist. Berlin: Ullstein.

(2) Volker Seitz (2018). Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann. München: dtv.

(3) Heiner Rindermann und Georg W. Oesterdiekhoff (2008). HIV, AIDS und vormodernes Denken: Die kognitiven Ursachen einer Epidemie. In Georg W. Oesterdiekhoff und Heiner Rindermann (Hrsg.). Kultur und Kognition. Die Beiträge von Psychometrie und Piaget-Psychologie zum Verständnis kultureller Unterschiede. Münster: LIT Verlag, S.133-164.
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Anmerkungen


[A1] Es gibt viele Menschen, die sehr erfolgreich, aber alles andere als intelligent sind. Insbesondere Schwarzafrika bietet viele extreme Beispiele. Zahlreiche führende Politiker sind – nicht zuletzt dank der verantwortungslosen Entwicklungspolitik des Westens – unendlich reich, aber ihr Intelligenzniveau ist erschreckend.
Jacob Gedleyihlekisa Zuma (von 2009 bis 2018 Präsident von Südafrika) „hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Frau, von der er vorher wusste, dass sie HIV-infiziert war. Nach dem intendierten ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer HIV-Infizierten duschte er, so seine Schilderung, um das HIV-Übertragunsrisiko zu redzieren. Deshalb wäre ein HIV-Test bei ihm auch nicht nötig“ (Rindermann und Oesterdiekhoff, 2008, S.147 [3]). Rindermann und Oesterdiekhoff geben in ihrem Artikel über HIV in Schwarzafrika weitere Beispiele des schockierend niedrigen Intelligenzniveaus von führenden Politikern und „Gebildeten“. Die ethnologische Literatur ist voll unzähliger weiterer Beispiele. In einer primitiven Kultur können Menschen mit einer sehr niedrigen Intelligenz äußerst erfolgreich sein – unter den Blinden ist der Einäugige König.

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Stichwörter:
Afrika, achgut.com, Volker Seitz, Afrikaexperte, Experten, Fachidioten, Psychologie, Intelligenz, IQ, Schwarze, Schwarzafrika

Von Experten und Fachidioten – Teil 3

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 75 und IQ 70

Von Experten und Fachidioten

Die erschreckende Unkenntnis zum Thema Intelligenz

Am Beispiel eines Kommentars des Afrikaexperten Volker Seitz wird gezeigt, dass Menschen, die auf einem bestimmten Sachgebiet Experten sind, auf anderen Sachgebieten völlig versagen können. Wenn es um das Thema Intelligenz geht, können viele Nicht-Fachleute nur den grotesken Unsinn wiederkauen, den politisch motivierte, aber völlig kenntnislose Journalisten in die Welt setzen.

Im → Teil 1 und → Teil 2 haben wir einen Kommentar des Afrikaexperten Volker Seitz zu dem Artikel → „Afrika müsste nicht bloßer Rohstofflieferant sein“ kritisiert. Hier setzten wir die Kritik fort.

Volker Seitz: Intelligenz wird nach wieder anderen Studien angeblich durch gute Bildung, hohes Einkommen und reichhaltige Nahrung erheblich verbessert. Newsweek hat 2010 eine Studie der University of New Mexico zitiert, nach der die Intelligenz mit Infektionskrankheiten in Verbindung stehen könnte. Dies könnte schwerwiegende, lebenslange Auswirkungen auf das Hirn haben.

Anmerkung: Intelligenz hat verschiedene Ursachen. Einige davon sind genetischer Natur, andere ergeben sich aus Umweltfaktoren. Verbesserungen der Gesundheitsbedingungen könnten zwar kleinere Intelligenzgewinne erbringen, aber diese würden die gigantische Kluft zur modernen Welt nur minimal verringern.
Die einzige Intelligenzmaschine, die wir kennen, ist eine langjährige Schulausbildung mit einem modernen Curriculum, das die Gehirne ständig zur Weiterentwicklung antreibt und formales, abstraktes Denken ermöglicht, welches sich an den objektiven Gegebenheiten dieser Welt orientiert (und nicht an Magie, Aberglauben, Religion) und die kindlichen Entwicklungsstufen überwindet (Oesterdiekhoff, 2013 [1]).
Aber die Intelligenzmaschine Schulbildung kann keine Wunder bewirken. Das sieht man sehr gut an den Schwarzen in den USA. Diese sind in einer modernen Industriegesellschaft geboren und aufgewachsen, und obwohl die USA in den letzten 50 Jahren Milliarden und Abermilliarden Dollars investiert und alles unternommen haben, um die Schwarzen – zulasten der Weißen! – zu fördern, hat sich die Intelligenzkluft zwischen Weißen und Schwarzen nur minimal verringert (siehe die Serie → Intelligenzunterschiede zwischen Schwarzen und Weißen). Dieses Beispiel lehrt, dass man selbst bei extrem massiven Anstrengungen nicht erwarten darf, dass Bildung und Intelligenz der Schwarzafrikaner in absehbarer Zeit auf ein konkurrenzfähiges Niveau angehoben werden könnten.

Volker Seitz: Fazit: Es ist sehr schwierig, die Intelligenz von Deutschen, Chinesen, Indern oder Afrikanern (alle 55 Staaten haben den gleichen IQ ??) vergleichen zu wollen.

Anmerkung: Nein, ein Vergleich ist überhaupt nicht schwierig. Hierzu gibt es zahlreiche empirische Untersuchungen. Selbstverständlich haben nicht alle 55 afrikanischen Staaten den gleichen IQ. Aber kein einziger erreicht einen IQ von 80, die meisten liegen deutlich unter 75, einige sogar bei 60!
Genauere Werte finden sich zum Beispiel bei Rindermann (2018) [2] oder in der Serie → Geographie der Intelligenz.
Die weit überwiegende Mehrheit der Schwarzafrikaner weist eine deutliche Intelligenzminderung auf; und nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO wäre ein erheblicher Teil als klinisch relevant einzustufen (siehe die Serie → Intelligenzminderung).
Selbst Staaten, deren IQ bei 85 liegt, können keine modernen Industrie- und Informationsgesellschaften aus eigener Kraft aufbauen; und Schwarzafrika liegt meilenweit darunter. Mit einem Nationalen IQ von 75, 70, 65 oder 60 ist der Aufbau einer modernen Gesellschaft aus eigener Kraft völlig ausgeschlossen. Jede Politik, die diese Tatsache ignoriert, ist zum Scheitern verurteilt.

Hier gibt es die Fortsetzung → Von Experten und Fachidioten – Teil 4.

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Literatur


(1) Oesterdiekhoff, G. W. (2013). Die Entwicklung der Menschheit von der Kindheitsphase zur Erwachsenenreife. Wiesbaden: Springer VS.

(2) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.
Der Appendix zu diesem Buch (2) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Darin finden sich IQ-Werte für alle Länder dieser Welt.

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Stichwörter:
Afrika, achgut.com, Volker Seitz, Afrikaexperte, Experten, Fachidioten, Psychologie, Intelligenz, IQ, Schwarze, Schwarzafrika

Von Experten und Fachidioten – Teil 2

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 75 und IQ 70

Von Experten und Fachidioten

Die erschreckende Unkenntnis zum Thema Intelligenz

Am Beispiel eines Kommentars des Afrikaexperten Volker Seitz wird gezeigt, dass Menschen, die auf einem bestimmten Sachgebiet Experten sind, auf anderen Sachgebieten völlig versagen können. Wenn es um das Thema Intelligenz geht, können viele Nicht-Fachleute nur den grotesken Unsinn wiederkauen, den politisch motivierte, aber völlig kenntnislose Journalisten in die Welt setzen.

Im → Teil 1 haben wir einen Kommentar des Afrikaexperten Volker Seitz zu dem Artikel → „Afrika müsste nicht bloßer Rohstofflieferant sein“ kritisiert. Hier setzten wir die Kritik fort.

Volker Seitz: Außerdem ist Intelligenz nicht entscheidend für Erfolg.

Anmerkung: Die psychometrische Intelligenzforschung hat in unzähligen Untersuchungen gezeigt, dass Intelligenz mit Abstand das wichtigste Merkmal für Erfolg in vielen Bereichen ist [A1]. Selbstverständlich tragen auch andere Faktoren zum Erfolg bei, aber keine einzige Variable ist so bedeutsam wie die Intelligenz. Diese Aussage gilt nicht nur für Individuen, sie gilt auch und ganz besonders für Länder (siehe zum Beispiel Rindermann (2018) [1]). Ein hohes Entwicklungsniveau gibt es ausschließlich in Ländern mit hoher Intelligenz oder in Ländern, die dank des unendlichen Reichtums ihrer Bodenschätze die Intelligenz anderer Länder kaufen können [A2].

Volker Seitz: Auch die USA sind bei wissenschaftlichen Untersuchungen oft nur unteres Mittelmaß. Am besten schneiden in manchen Studien Menschen in Nordasien ab.

Anmerkung: Der erste Satz ist absurd! Welche Untersuchungen sollen das bitteschön sein? Der IQ der USA liegt etwa bei 100 oder knapp darunter. Das ist weltweit betrachtet Spitzenniveau. Bei Rindermann (2018) liegen die USA auf Platz 22 unter 200 Ländern [1]. Die USA schneiden nur dann „schlecht“ ab, wenn man sie mit der absoluten Weltspitze Nordostasien vergleicht. Unteres Mittelmaß sind die USA nur dann, wenn man die unteren 160 Länder außer Acht lässt.
Was soll der Hinweis auf die USA eigentlich aussagen? Das Thema ist Schwarzafrika. Der IQ von Schwarzafrika liegt etwa bei 70; fast alle schwarzafrikanischen Länder liegen unter 75, manche sogar bei 60! Zwischen den USA und Schwarzafrika liegen Lichtjahre!
Der Hinweis auf die USA ist jedoch ein gutes Stichwort für die folgende Differenzierung: Die weißen US-Amerikaner zeigen dasselbe Intelligenzniveau wie die Länder ihrer Vorfahren, also etwa 100. Die US-Schwarzen liegen mit einem IQ von etwa 85 meilenweit darunter und drücken das Gesamtniveau ein wenig nach unten. Wären die US-Schwarzen in einem eigenen Staat auf sich alleine gestellt, dann würde dieser aufgrund der mangelnden Intelligenz der US-Schwarzen innerhalb kürzester Zeit zusammenbrechen.
Die Schwarzafrikaner sind aber noch viel unintelligenter als die US-Schwarzen; die Differenz beträgt etwa 15 Punkte. Wenn schon die US-Schwarzen keine moderne Gesellschaft aufbauen und erhalten könnten, dann gilt dies in noch viel größerem Maße für alle Länder Schwarzafrikas.

Hier gibt es die Fortsetzung → Von Experten und Fachidioten – Teil 3

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

*

Anmerkungen


[A1] Selbstverständlich gibt es auch viele Bereiche, in denen Intelligenz gar keine oder nur eine geringe Rolle spielt. In dem Artikel von Volker Seitz geht es um die Frage, warum die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Schwarzafrikas so extrem weit hinterherhinkt. In Bezug auf diese Frage ist die Intelligenz der Bevölkerung von überragender Bedeutung. Solange dieser Punkt ausgeklammert wird, ist jegliche Diskussion unvollständig und letztlich auch schädlich, weil sie vom alles entscheidenden Problem ablenkt.

[A2] Dazu kommen noch ein paar Länder, die geographisch begünstigt sind und vom internationalen Tourismus profitieren – die Touristen kommen aus den höher entwickelten Ländern – sowie ein paar Steuerparadiese, die von den Reichen und Superreichen profitieren.

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Stichwörter:
Afrika, achgut.com, Volker Seitz, Afrikaexperte, Experten, Fachidioten, Psychologie, Intelligenz, IQ, Schwarze, Schwarzafrika

Von Experten und Fachidioten – Teil 1

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 65 und IQ 60

Von Experten und Fachidioten

Die erschreckende Unkenntnis zum Thema Intelligenz

Am Beispiel eines Kommentars des Afrikaexperten Volker Seitz wird gezeigt, dass Menschen, die auf einem bestimmten Sachgebiet Experten sind, auf anderen Sachgebieten völlig versagen können. Wenn es um das Thema Intelligenz geht, können viele Nicht-Fachleute nur den grotesken Unsinn wiederkauen, den politisch motivierte, aber völlig kenntnislose Journalisten in die Welt setzen.

Der Aufhänger für diesen Beitrag ist ein Kommentar des Afrikaexperten Volker Seitz [A1] auf achgut.com.

Am 16. September 2018 erschien auf achgut.com der lesenswerte Beitrag → „Afrika müsste nicht bloßer Rohstofflieferant sein“ von Volker Seitz. Im Kommentarbereich verwies der Leser Frank Box auf die Bedeutung der Intelligenz, welche im Artikel überhaupt nicht berücksichtigt wird. Darauf antwortete Volker Seitz mit einem Gegenkommentar, der eine erschreckende Unkenntnis zum Thema Intelligenz offenbart. Dieser Gegenkommentar ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie Experten auf einem Gebiet – hier Volker Seitz zu Afrika – auf einem anderen Gebiet – hier Intelligenz – völlig versagen können.

Volker Seitz: Der IQ wurde von Westeuropäern für Westeuropäer nach europäischen Maßstäben entwickelt. Der Begriff IQ wurde 1922 von dem deutschen William Stern geprägt. Es ist äußerst strittig, ob sich dieses Verfahren auf Völker mit gänzlich anderen sozialen Strukturen, Kulturen, Werten und Denkweisen anwenden lässt.

Anmerkung: Der IQ ist ein Maß für die Intelligenz. Es ist völlig irrelevant, wann und wo und von wem ein Maß entwickelt wurde. Nahezu alle Maße, die weltweit verwendet werden, wurden von Europäern entwickelt – Meter, Kilogramm, Sekunde, Watt, Joule, Megabyte, PS … und … und … und … – aber mit diesen Maßen kann man an jedem x-beliebigen Ort der Welt messen. Das gilt auch für den IQ.
Wenn man die Körpergröße von Schwarzafrikanern ermitteln möchte, dann misst man gewöhnlich mit einem Metermaß, obwohl das Urmeter in Paris liegt. Wenn man die Intelligenz von Schwarzafrikanern ermitteln möchte, dann misst man mit einem IQ-Test – ganz egal, wann wo und vom wem dieser entwickelt wurde.
Ein Problem stellt sich allerdings in der Tat: Die herkömmlichen Intelligenztests wurden für das europäische Intelligenzniveau normiert. Je weiter die Werte vom Durchschnitt abweichen, umso schlechter kann ein Intelligenztest zwischen verschiedenen Individuen differenzieren. Intelligenzwerte unter 70 sind in modernen Gesellschaften sehr selten, Werte unter 60 extrem selten. In Schwarzafrika gibt es jedoch sehr viele Menschen, deren IQ unter 70 oder sogar unter 60 liegt. Wenn in einem Test die Zahl der korrekten Antworten dicht an oder sogar unterhalb der Ratewahrscheinlichkeit liegt, dann ist es nicht möglich, einen IQ-Wert zu bestimmen. Dies trifft auf einen hohen Anteil der Schwarzafrikaner zu. Um im extrem niedrigen Intelligenzbereich differenzieren zu können, müsste man spezielle Intelligenztests entwickeln oder Tests verwenden, die für geistig Behinderte entwickelt wurden.
Am Rande: Der Begriff IQ wurde zwar von William Stern geprägt, aber das IQ-Maß, das heute weltweit verwendet wird, ist der Abweichungs-IQ von Wechsler, der völlig anders definiert ist als der Stern’sche IQ.

Volker Seitz: In modernen Staaten ist das Trinkwasser besser, das beugt Krankheiten vor.

Anmerkung: Und? Was soll das besagen? Es gibt auch in Schwarzafrika Gegenden, in denen das Trinkwasser hervorragend ist, aber auch dort sind die Menschen außerordentlich unintelligent. Zwischen den Ländern dieser Welt gibt es gigantische Unterschiede – siehe die Serie → Geographie der Intelligenz -; die Qualität des Trinkwassers ist mit Sicherheit keine nennenswerte Ursache für diese Unterschiede.
Den Zusammenhang zwischen Trinkwasserqualität und Intelligenz sollte man besser so betrachten: Alles Trinkwasser beruht letztlich auf dem Regenwasser. Der Regen ist in Schwarzafrika derselbe wie überall sonst. Die schlechte Wasserqualität ergibt sich daraus, dass (a) die Schwarzafrikaner sehr unintelligent sind und das Wasser selbst verseuchen, dass sie (b) aufgrund ihrer geringen Intelligenz nicht in der Lage sind, den Zusammenhang zwischen Wasserqualität und Krankheiten zu erkennen, und dass sie (c) aufgrund ihrer geringen Intelligenz keine Technologien zur Wasseraufbereitung entwickeln und instandhalten können [A2].
Hier haben wir es mit einem Rückkoppelungsprozess zu tun: Niedrige Intelligenz führt zu schlechtem Trinkwasser → schlechtes Trinkwasser kann die Intelligenzentwicklung beeinträchtigen → geringe Intelligenz verhindert die Verbesserung der Wasserqualität → schlechtes Wasser …

Hier gibt es die Fortsetzung → Von Experten und Fachidioten – Teil 2.

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] achgut.com schreibt Folgendes zur Person: Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe erscheint am 21. September 2018. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

[A2] Auch andere Länder verseuchen ihre eigene Umwelt. Die intelligenteren sind immerhin in der Lage, die Zusammenhänge zu verstehen und mit technologischen Mitteln sauberes Trinkwasser aufzubereiten.

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Stichwörter:
Afrika, achgut.com, Volker Seitz, Afrikaexperte, Experten, Fachidioten, Psychologie, Intelligenz, IQ, Schwarze, Schwarzafrika

Geographie der Intelligenz – Teil 6

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 65 und IQ 60

Geographie der Intelligenz

Teil 6: Die Rote Laterne der Weltintelligenz. IQ 65, IQ 60

Die Intelligenzunterschiede zwischen den Ländern dieser Welt sind gigantisch. Im alleruntersten Bereich der menschlichen Intelligenz (IQ 65 und IQ 60) finden sich 21 schwarzafrikanische Länder und 3 Karibikinseln, die von Abkömmlingen schwarzafrikanischstämmiger Sklaven bewohnt werden.

Im → Teil 1 haben wir auf der Grundlage von Rindermann (2018) [1],[A1] die extrem ungleiche Verteilung der Intelligenz über die Länder dieser Welt mit Hilfe der IQ-Ampel veranschaulicht.

Im → Teil 2 haben wir die Weltspitze betrachtet (IQ 105 und IQ 100), im → Teil 3 die Zweite Liga (IQ 95 und IQ 90), im → Teil 4 das Mittelfeld (IQ 85 und IQ 80) und im → Teil 5 den unteren Bereich der grenzwertigen Intelligenz (IQ 75 und IQ 70) [A2].

Nun betrachten wir den alleruntersten Bereich der menschlichen Intelligenz (auf Länderebene).
Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation WHO ist ein IQ unter 70 als klinisch relevante Intelligenzbeeinträchtigung einzustufen (→ Intelligenzmidnerung – Mentale Retardation). Der Bereich von 50 bis 69 gilt als Leichte Intelligenzminderung, auch Debilität oder Leichte geistige Behinderung. Ein IQ von 65 entspricht etwa dem geistigen Entwicklungsniveau von zehneinhalbjährigen Kindern in der westlichen Welt und ein IQ von 60 liegt unter dem Intelligenzniveau von 10-Jährigen.

Abbildung 6.1 zeigt die Intelligenzampel für die Mittelwerte 65 (oben) und 60 (unten).

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 65 und IQ 60
Abbildung 6.1: IQ-Ampel. Die Rote Laterne der Weltintelligenz. IQ 65 und IQ 60.

In der IQ-Ampel ist die Farbe Grün fast vollständig verschwunden, intelligente Menschen gibt es in den betroffenen Länder so gut wie gar keine und selbst durchschnittlich intelligente Menschen sind außerordentlich selten. Anstelle einer Ampel haben wir eine (fast vollständig) Rote Laterne.

IQ 65

Im Bereich IQ 65 finden sich Angola, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Lesotho, Niger, Togo, Äquatorialguinea, Guinea-Bissau, Guinea, Dominica, Tschad, Ghana, Liberia, São Tomé und Príncipe, Haiti.
95 Prozent der Bevölkerung dieser Länder fallen in den roten Bereich der IQ-Ampel: 75 Prozent sind sehr unintelligent, weitere 20 Prozent sind unintelligent. Lediglich 5 Prozent sind durchschnittlich. Nur ein Achtel Prozent ist intelligent; und sehr intelligente Menschen sind extrem selten (drei pro Hunderttausend).

IQ 60

Im Bereich IQ 70 finden sich Zentralafrikanische Republik, Sierra Leone, Malawi, Gambia, St. Lucia.
98 Prozent der Bevölkerung dieser Länder fallen in den roten Bereich: 84 Prozent sind sehr unintelligent; 14 Prozent unintelligent. Nur 2 Prozent sind durchschnittlich. Intelligente Menschen gibt es praktisch gar nicht: etwa vier von Zehntausend sind intelligent und sehr intelligent sind etwa sieben pro eine Million!

Die geographische Verteilung zeigt ein klare Bild:

  • 21 Länder gehören zu Schwarzafrika.
  • 3 Länder sind Karibikinseln, die von den Nachkommen schwarzafrikastämmiger Sklaven bewohnt sind.

Damit ergibt sich eine klare Aussage:

  • Der unterste Bereich der menschlichen Intelligenz ist – auf Länderebene – eine exklusive Domäne der Schwarzen.

Unterhalb von IQ 60 gibt es keine weiteren Länder; damit ist der Überblick über die Verteilung der Nationalen IQs abgeschlossen.

In der nächsten Folge diskutieren wir unser Thema im Gesamtzusammenhang.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geographie der Intelligenz. Teil 7: Gigantische Unterschiede zwischen den Ländern dieser Welt.

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] Der Appendix zu Rindermanns Buch (1) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Unsere Datengrundlage ist der Index CA totc in Table A.2: Corrected cognitive ability measures including estimates, Seite 18ff. CA totc steht für Cognitive Ability, korrigiert; wir bezeichnen diesen Index als IQ.

[A2] Die Länder werden durch Rundung in 5er-Stufen zusammengefasst. Zum Beispiel umfasst der Bereich IQ 100 das rechtsoffene Intervall [97,5 bis 102,5[. Siehe auch die → Anmerkung in Teil 2.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, IQ-Ampel, Normalverteilung, Geographie, Intelligenzforschung, Cognitive Ability, Kognitive Kompetenz, IQ-Skala, Afrika, Karibik, Schwarzafrika

Geographie der Intelligenz – Teil 5

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 75 und IQ 70

Geographie der Intelligenz

Teil 5: Der untere Bereich der grenzwertigen Intelligenz. IQ 75, IQ 70

Die Intelligenzunterschiede zwischen den Ländern dieser Welt sind gigantisch. Im unteren Bereich der grenzwertigen Intelligenz (IQ 75 und IQ 70) finden sich 26 afrikanische, 7 lateinamerikanische und 5 asiatische Länder.

Im → Teil 1 haben wir auf der Grundlage von Rindermann (2018) [1],[A1] die extrem ungleiche Verteilung der Intelligenz über die Länder dieser Welt mit Hilfe der IQ-Ampel veranschaulicht.

Im → Teil 2 haben wir die Weltspitze betrachtet (IQ 105 und IQ 100); im → Teil 3 die Zweite Liga (IQ 95 und IQ 90) und im → Teil 4 das Mittelfeld (IQ 85 und IQ 80) [A2].

Nun betrachten wir den Intelligenzbereich IQ 75 bis IQ 70.
Wie im → Teil 4 angemerkt, gilt der IQ-Bereich zwischen 85 und 70 als kritisch („borderline mental retardation“, „grenzwertige Intelligenz“, „niedrige Intelligenz“ oder auch „Grenzdebilität“) und ein erheblicher Teil der Personen auf diesem Intelligenzniveau ist als lernbehindert anzusehen. Wir betrachten nun also den unteren Bereich der grenzwertigen Intelligenz. Der IQ von 75 entspricht etwa dem geistigen Entwicklungsniveau von 12-jährigen Kindern in der westlichen Welt und der IQ von 70 entspricht dem Intelligenzniveau von 11-Jährigen.

Abbildung 5.1 zeigt die Intelligenzampel für die Mittelwerte 75 (oben) und 70 (unten).

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 75 und IQ 70

Abbildung 5.1: IQ-Ampel. Das Mittelfeld der Weltintelligenz. IQ 75 und IQ 70.

IQ 75

Im Bereich IQ 75 finden sich Madagaskar, Mosambik, Kirgisistan, Nepal, Marokko, Sudan, Nigeria, Ruanda, Honduras, Eritrea, Kenia, Mauretanien, Swasiland, Bhutan, Botswana.
84 Prozent der Bevölkerung dieser Länder fallen in den roten Bereich der IQ-Ampel: Die Hälfte der Bevölkerung ist Prozent sehr unintelligent, weitere 34 Prozent sind unintelligent. Lediglich 15 Prozent sind durchschnittlich. Nur 1 Prozent ist intelligent; und sehr intelligente Menschen sind äußerst selten (vier pro Zehntausend).

IQ 70

Im Bereich IQ 70 finden sich Kapverden, Tansania, Republik Kongo, Dschibuti, Uganda, Belize, Afghanistan, Burundi, Komoren, Südafrika, Simbabwe, Antigua und Barbuda, Grenada, St. Kitts und Nevis, Mali, Senegal, Sambia, Jamaica, St. Vincent und die Grenadinen, Jemen, Gabun, Namibia, Somalia.
91 Prozent der Bevölkerung dieser Länder gehören zu den Unintelligenten: Fast zwei Drittel (63 Prozent) sind sehr unintelligent; 28 Prozent unintelligent. Nur 9 Prozent sind durchschnittlich, weniger als ein halbes Prozent (0,37 Prozent) sind intelligent und sehr intelligente Menschen gibt es praktisch gar keine (einer pro Zehntausend).

Die geographische Verteilung ist sehr einseitig:

  • 26 Länder gehören zu Afrika.
  • 7 Länder gehören zu Lateinamerika.
  • 5 Länder gehören zu Asien.

Mit Ausnahme der fünf asiatischen Länder und Marokko handelt es sich um schwarzafrikanische Länder und Länder mit einem sehr hohen Anteil von Mischlingen (Mestizen oder Kreolen) oder Abkömmlingen von schwarzafrikastämmigen Sklaven.

In der nächsten Folge betrachten wir die Bereiche IQ 65 und IQ 60.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geographie der Intelligenz. Teil 6: Die Rote Laterne der Weltintelligenz. IQ 65, IQ 60.

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] Der Appendix zu Rindermanns Buch (1) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Unsere Datengrundlage ist der Index CA totc in Table A.2: Corrected cognitive ability measures including estimates, Seite 18ff. CA totc steht für Cognitive Ability, korrigiert; wir bezeichnen diesen Index als IQ.

[A2] Die Länder werden durch Rundung in 5er-Stufen zusammengefasst. Zum Beispiel umfasst der Bereich IQ 100 das rechtsoffene Intervall [97,5 bis 102,5[. Siehe auch die → Anmerkung in Teil 2.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, IQ-Ampel, Normalverteilung, Geographie, Intelligenzforschung, Cognitive Ability, Kognitive Kompetenz, IQ-Skala, Afrika, Lateinamerika, Schwarzafrika

Geographie der Intelligenz – Teil 4

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 85 und IQ 80

Geographie der Intelligenz

Teil 4: Das Mittelfeld. IQ 85, IQ 80

Die Intelligenzunterschiede zwischen den Ländern dieser Welt sind gigantisch. Ein Drittel aller Länder befindet sich im Bereich IQ 80, IQ 85. Das Mittelfeld der Weltintelligenz ist charakteristisch für Lateinamerika, die Pazifikinseln und Asien. Keines der sechs afrikanischen Länder gehört zu Schwarzafrika. Europa ist nur mit zwei Ländern vertreten, nämlich dem vom Osmanischen Reich geprägten Mazedonien und Albanien.

Im → Teil 1 haben wir auf der Grundlage von Rindermann (2018) [1],[A1] die extrem ungleiche Verteilung der Intelligenz über die Länder dieser Welt mit Hilfe der IQ-Ampel veranschaulicht.

Im → Teil 2 haben wir die Weltspitze betrachtet. Hierzu gehören die Länder mit einem Nationalen IQ von 100 und darüber [A2].

Im → Teil 3 haben wir die Zweite Liga betrachtet, die die Bereiche IQ 95 und IQ 90 umfasst.

Nun betrachten wir den Intelligenzbereich IQ 85 bis IQ 80, gewissermaßen das Mittelfeld der Weltintelligenz.

Abbildung 4.1 zeigt die Intelligenzampel für die Mittelwerte 85 (oben) und 80 (unten).

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 85 und IQ 80
Abbildung 4.1: IQ-Ampel. Das Mittelfeld der Weltintelligenz. IQ 85 und IQ 80.


Mit dem IQ 85 sind wir an einem markanten Punkt angekommen. Konventionell wird der Bereich 70 bis 85 als kritisch angesehen. Im Englischen wird dieser Bereich meist als „borderline mental retardation“ bezeichnet; im Deutschen als „grenzwertige Intelligenz“, „niedrige Intelligenz“ oder auch „Grenzdebilität“. Ein erheblicher Teil der Personen auf diesem Intelligenzniveau ist als lernbehindert anzusehen. Ein IQ von 85 entspricht einem Intelligenzalter von 13,6 Jahren, ein IQ von 80 entspricht einem Intelligenzalter von 12,8 Jahren. Das heißt: In den Ländern, die wir nun betrachten, liegt der Nationale IQ unter dem intellektuellen Niveau von 14-jährigen oder gar 13-jährigen Kindern in der westlichen Welt.

IQ 85

Im Bereich IQ 85 finden sich Costa Rica, Argentinien, Georgien, Jordanien, Türkei, West-Samoa, Mauritius, Niederländische Antillen, Mexiko, Bahrain, Irak, Mazedonien, Brasilien, Kambodscha, Iran, Tonga, Algerien, Ägypten, Libyen, Cuba, Indonesien, Fidschi, Neukaledonien, St. Helena, Bolivien, Peru, Venezuela, Libanon, Pakistan, Palästina, Katar, Albanien und die Marshallinseln.
Fast zwei Drittel der Bevölkerung dieser Länder fallen in den roten Bereich der IQ-Ampel: 28 Prozent unintelligent; 25 Prozent sehr unintelligent. 32 Prozent sind durchschnittlich. Nur 4 Prozent sind intelligent und weniger als ein halbes Prozent (0,38 Prozent) sind sehr intelligent.

IQ 80

Im Bereich IQ 80 finden sich Panama, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Brunei, Myanmar, Ost-Timor, Syrien, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Kiribati, Seychellen, Bahamas, Puerto Rico, Nicaragua, Papua-Neuguinea, Saudi Arabien, Mikronesien, Vanuatu, Bangladesch, Oman, Philippinen, Marianen, Salomonen, Barbados, El Salvador, Guatemala, Kuwait, Dominikanische Republik, Guyana, Indien, Malediven, Sri Lanka.
Dreiviertel der Bevölkerung dieser Länder gehört zu den Unintelligenten: 38 Prozent unintelligent, 37 Prozent sehr unintelligent. 23 Prozent sind durchschnittlich, nur 2 Prozent sind intelligent und nur ein Achtelprozent ist sehr intelligent.

Mit insgesamt 67 Ländern stellt der Bereich IQ 80 bis IQ 85 ein Drittel aller Länder und repräsentiert damit den Schwerpunkt der weltweiten Intelligenz.

Die geographische Verteilung zeigt ein sehr gemischtes Bild:

  • 28 Länder gehören zu Asien.
  • 21 Länder gehören zu Lateinamerika.
  • 10 Länder sind Pazifikinseln.
  • Nur 6 Länder gehören zu Afrika.
  • Nur 2 Länder gehören zu Europa.

Für Asien, Lateinamerika und die Pazifikinseln gilt, dass jeweils (weit) mehr als die Hälfte der Länder im Bereich IQ 85 und IQ 80 liegen.

Die sechs Vertreter des afrikanischen Kontinents sind neben Algerien, Libyen und Ägypten die Inseln Mauritius, St. Helena und die Seychellen. Somit hat es kein einziges schwarzafrikanisches Land ins Mittelfeld der Weltintelligenz geschafft [A3].

Die beiden europäischen Länder Mazedonien und Albanien bilden das Schlusslicht der europäischen Intelligenz. Beide gehörten mehr als vierhundert Jahre lang zum Osmanischen Reich, haben einen (sehr) hohen Anteil von Moslems und sind sehr stark vom Nahen Osten geprägt.

Hervorzuheben ist schließlich noch:

  • Im Bereich IQ 80, IQ 85 befindet sich fast die gesamte arabische Welt und der weitaus größte Teil der islamischen Welt.

In der nächsten Folge betrachten wir die Bereiche IQ 75 und IQ 70.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geographie der Intelligenz. Teil 5: Der untere Bereich der grenzwertigen Intelligenz. IQ 75, IQ 70.

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] Der Appendix zu Rindermanns Buch (1) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Unsere Datengrundlage ist der Index CA totc in Table A.2: Corrected cognitive ability measures including estimates, Seite 18ff. CA totc steht für Cognitive Ability, korrigiert; wir bezeichnen diesen Index als IQ.

[A2] Die Länder werden durch Rundung in 5er-Stufen zusammengefasst. Zum Beispiel umfasst der Bereich IQ 100 das rechtsoffene Intervall [97,5 bis 102,5[. Siehe auch die → Anmerkung in Teil 2.

[A3] Die Bewohner von Mauritius stammen zu etwa zwei Dritteln aus Indien, der Großteil der übrigen Bewohner sind Kreolen, also Mischlinge. St. Helena hat knapp 5.000 Einwohner, die Mehrzahl davon sind europäischer Herkunft. Die Bewohner der Seychellen sind zum allergrößten Teil Mischlinge.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, IQ-Ampel, Normalverteilung, Geographie, Intelligenzforschung, Cognitive Ability, Kognitive Kompetenz, IQ-Skala, Asien, Afrika, Lateinamerika, Islamische Länder

Geographie der Intelligenz – Teil 3

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 95 und IQ 90

Geographie der Intelligenz

Teil 3: Die Zweite Liga. IQ 95, IQ 90

Die Intelligenzunterschiede zwischen den Ländern dieser Welt sind gigantisch. In der Zweiten Liga finden sich im oberen Bereich (IQ 95) neben Israel und Vietnam ausschließlich europäische Länder, überwiegend aus Süd- und Osteuropa. Im unteren Bereich (IQ 90) finden sich 9 asiatische, 6 europäische und 5 lateinamerikanische Länder sowie die pazifischen Cook-Inseln und Tunesien als einziges afrikanisches Land.

Im → Teil 1 haben wir auf der Grundlage von Rindermann (2018) [1],[A1] die extrem ungleiche Verteilung der Intelligenz über die Länder dieser Welt mit Hilfe der IQ-Ampel veranschaulicht.

Im → Teil 2 haben wir die Weltspitze betrachtet. Hierzu gehören die Länder mit einem Nationalen IQ von 100 und darüber [A2].

Nun betrachten wir die Länder im Intelligenzbereich IQ 95 bis IQ 90, gewissermaßen die Zweite Liga der Weltintelligenz.

Abbildung 3.1 zeigt die Intelligenzampel für die Mittelwerte 95 (oben) und 90 (unten).

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 95 und IQ 90
Abbildung 3.1: IQ-Ampel. Das Intelligenzniveau der Zweiten Liga. IQ 95 und IQ 90.

Bevor wir den Blick auf die einzelnen Länder werfen, ist eine methodische Anmerkung angebracht:
Die IQ-Ampel beruht auf der Standard-IQ-Skala mit Mittelwert 100, die für Mittel-, West- und Nordeuropa charakteristisch ist. Beim Mittelwert 100 ist die Verteilung der Stufen symmetrisch; der Anteil der Intelligenten ist genauso groß wie der Anteil der Unintelligenten.
Bei IQ-Werten unter 100 verschiebt sich die IQ-Ampel in den roten Bereich, es gibt also mehr Unintelligente als Intelligente.
Wie Abbildung 3.1 zeigt, ist die Verschiebung bereits bei einem IQ von 90 so groß, dass die Hälfte der Bevölkerung (sehr) unintelligent ist. Bei noch kleineren Werten nimmt die „Rotverschiebung“ dramatisch zu.
Man sollte im Folgenden stets im Auge behalten, dass die Kategorien der IQ-Ampel den Intelligenzstandard der westlichen Welt repräsentieren.

IQ 95

Im Bereich IQ 95, also unmittelbar unter der Weltspitze, finden sich die Länder Kroatien, Irland, Lettland, Luxemburg, Polen, Russland, Slowenien, Weißrussland, Spanien, Israel, Griechenland, Litauen, Portugal, Vietnam, Andorra, Malta, Bulgarien, Zypern, Ukraine.
Hier ist die IQ-Ampel leicht in den roten Bereich verschoben: 2 Prozent sehr intelligent; 13 Prozent intelligent; 47 Prozent durchschnittlich; 28 Prozent unintelligent; 9 Prozent sehr unintelligent. Der Anteil der Unintelligenten ist mehr als doppelt so groß wie der Anteil der Intelligenten; fast die Hälfte (47 Prozent) zeigt eine durchschnittliche Intelligenz.

IQ 90

Im Bereich IQ 90 finden sich Bosnien, Tunesien, Mongolei, Tibet, Rumänien, Serbien, Uruguay, Armenien, Kasachstan, Malaysia, Moldawien, Bermudas, Chile, Thailand, Vereinigte Arabische Emirate, Trinidad Tobago, Surinam, Aserbaidschan, Laos, Grönland, Montenegro, Cookinseln.
In dieser Gruppe zeigt die IQ-Ampel zur Hälfte Rot. Die Hälfte der Bevölkerung dieser Länder ist unintelligent (34 Prozent) oder sehr unintelligent (16 Prozent). 41 Prozent sind durchschnittlich. Nur 8 Prozent sind intelligent und nur 1 Prozent ist sehr intelligent.

Die geographische Verteilung der Zweiten Liga zeigt folgendes Bild:

  • Im Bereich IQ 95 finden sich neben den beiden asiatischen Ländern Israel und Vietnam ausschließlich europäische Länder, und zwar vor allem aus Süd- und Osteuropa.
  • Lediglich fünf islamische Länder schaffen es in die Zweite Liga und dort lediglich in den Bereich IQ 90, in dem die Hälfte der Bevölkerung zu den (sehr) Unintelligenten gehört.
  • Für Lateinamerika gilt dasselbe wie für die islamischen Länder: Nur fünf Länder schaffen es in die Zweite Liga und dort lediglich in den Bereich IQ 90.
  • Afrika ist mit einem einzigen Land vertreten, nämlich Tunesien.
  • Die Cookinseln sind der einzige Vertreter der pazifischen Inselwelt.

Da IQ 90 der Scheidepunkt ist, an dem die Hälfte der Bevölkerung (sehr) unintelligent ist, folgt:

  • In fast allen Ländern Europas sind die Unintelligenten (deutlich) in der Minderheit.
  • Asien stellt zwar die absolute Weltspitze sowie einige Länder in der Zweiten Liga, aber in den meisten asiatischen Ländern sind die Unintelligenten in der Mehrheit.
  • In Lateinamerika und in der islamischen Welt erreicht nur eine Handvoll Länder die Zweite Liga (untere Stufe). In den allermeisten lateinamerikanischen und islamischen Ländern ist die Mehrheit der Bevölkerung (sehr) unintelligent.
  • Mit einer einzigen Ausnahme – Tunesien – schafft es Afrika noch nicht einmal in die Zweite Liga – das heißt: auf dem afrikanischen Kontinent ist (weit) mehr als die Hälfte der Bevölkerung (sehr) unintelligent.

In der nächsten Folge betrachten wir die Bereiche IQ 85 und IQ 80.

Hier gibt es die Fortsetzung → Geographie der Intelligenz. Teil 4: Das Mittelfeld. IQ 85, IQ 80.

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] Der Appendix zu Rindermanns Buch (1) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Unsere Datengrundlage ist der Index CA totc in Table A.2: Corrected cognitive ability measures including estimates, Seite 18ff. CA totc steht für Cognitive Ability, korrigiert; wir bezeichnen diesen Index als IQ.

[A2] Die Länder werden durch Rundung in 5er-Stufen zusammengefasst. Zum Beispiel umfasst der Bereich IQ 100 das rechtsoffene Intervall [97,5 bis 102,5[. Siehe auch die → Anmerkung in Teil 2.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, IQ-Ampel, Normalverteilung, Geographie, Intelligenzforschung, Cognitive Ability, Kognitive Kompetenz, IQ-Skala, Europa, Asien, Afrika, Lateinamerika, Islamische Länder

Geographie der Intelligenz – Teil 2

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 105 und IQ 100

Geographie der Intelligenz

Teil 2: Die Weltspitze. IQ 105, IQ 100

Die Intelligenzunterschiede zwischen den Ländern dieser Welt sind gigantisch. An der Weltspitze – im IQ-Bereich 100 bis 105 – befinden sich Nordostasien, West-, Mittel- und Nordeuropa sowie Länder, die von Europäern besiedelt und geprägt wurden.

Im → Teil 1 haben wir die extrem ungleiche Verteilung der Intelligenz über die Länder dieser Welt mit Hilfe der IQ-Ampel veranschaulicht. Nun wollen wir die geographische Verteilung der Intelligenz detaillierter betrachten.

Zur Methode: Der Datensatz beruht auf dem Buch „Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations“ von Heiner Rindermann (2018) [1]. Im Anhang [A1] zu dem Buch finden sich die IQ-Werte für 200 Länder. Im Folgenden werden die Länder durch Rundung in 5er-Schritten zusammengefasst. Die Ländergruppe IQ 105 umfasst den Bereich IQ ≥102,5 und < 107,5; die Ländergruppe IQ 100 den Bereich IQ ≥ 97,5 und < 102,5 usw. Da der Nationale IQ nicht präzise bestimmt werden kann, ist es durchaus möglich, dass der wahre Wert eines Landes in eine benachbarte Gruppe gehört. Größere Fehlzuordnungen sind wohl eher selten; sie betreffen vermutlich vor allem Länder für die nur sehr wenige empirische Daten vorliegen; und das sind insbesondere die Länder im untersten Intelligenzbereich.

Wir beginnen mit den Ländern, die das höchste Intelligenzniveau aufweisen.

Abbildung 2.1 zeigt die Intelligenzampel für die Mittelwerte 105 (oben) und 100 (unten).

Intelligenz, Psychologie, Normalverteilung, IQ. IQ-Ampel. IQ 105 und IQ 100
Abbildung 2.1: IQ-Ampel. Das Intelligenzniveau der Weltspitze. IQ 105 und IQ 100.

IQ 105

Die absolute Weltspitze der Intelligenz bilden die Länder Südkorea, Singapur, Hongkong, Japan und Taiwan, deren Mittelwert – gerundet – bei 105 liegt.
In diesen Ländern ist der Grün-Anteil der IQ-Ampel (9 Prozent sehr intelligent; 28 Prozent intelligent) deutlich größer als der Rot-Anteil (14 Prozent unintelligent; 2 Prozent sehr unintelligent).

IQ 100

Die Länder, deren Mittelwert – gerundet – 100 beträgt, sind: Kanada, China, Finnland, Niederlande, Estland, Schweiz, Großbritannien, Nordkorea, Australien, Neuseeland, Österreich, Belgien, Tschechien, Deutschland, Liechtenstein, Schweden, USA, Macau, Dänemark, Frankreich, Ungarn, Island, Italien, Norwegen, Slowakei.
In dieser Gruppe ist die IQ-Ampel per Definition symmetrisch: 50 Prozent sind durchschnittlich, je 20 Prozent sind intelligent bzw. unintelligent und je 5 Prozent sind sehr intelligent bzw. sehr unintelligent.

Die geographische Verteilung der Weltspitze zeigt ein sehr klares Bild:

  • Die absolute Weltspitze findet sich in Nordostasien [A2].
  • Darüber hinaus finden sich an der Weltspitze ausschließlich europäische Länder bzw. Länder, die von Europäern besiedelt und geprägt wurden (Kanada, Australien, Neuseeland, USA).

Komplementär ergibt sich unter anderem:

  • In der Weltspitze findet sich kein einziges Land aus Afrika, kein einziges Land aus Lateinamerika und – mit Ausnahme von Nordostasien – kein asiatisches Land.
  • Insbesondere findet sich in der Weltspitze kein einziges islamisches Land.
  • Mit Ausnahme von Italien findet sich an der Weltspitze in Europa kein einziges Land, das südlich der Alpen liegt [A3].

In einem Satz zusammengefasst gilt für die Weltspitze:

  • Hohe Intelligenz ist – zurzeit noch – ein Privileg von Nordostasiaten, Europa und einigen europäisch geprägten Ländern [A6].

Das entscheidende Wort in der Zusammenfassung ist „zurzeit“. Unsere Geographie der Intelligenz ist selbstverständlich nur eine Momentaufnahme. Es besteht kein Zweifel, dass zahlreiche Länder im Laufe dieses Jahrhunderts bemerkenswerte Zugewinne verzeichnen werden. Leider besteht auch kein Zweifel, dass sich einige Länder durch eine verantwortungslose dysgenische Migrationspolitik und eine interne dysgenische Fortpflanzungsrate (die Unintelligenten pflanzen sich stärker fort als die Intelligenten) erheblich verschlechtern werden. Nach den Prognosen von Rindermann [1] ist zu befürchten, dass das Intelligenzniveau in Europa so stark sinken wird, dass im Jahr 2100 nur noch extrem wenige Länder einen IQ um 100 aufweisen werden.
Die Zukunftsaussichten – für Europa düster, für den Rest der Welt sehr erfreulich – werden wir in einer eigenen Serie ausführlich behandeln.

In der nächsten Folge betrachten wir die Bereiche IQ 95 und IQ 90.

Hier gibt es → Geographie der Intelligenz. Teil 3: Die Zweite Liga. IQ 95, IQ 90.

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Literatur


(1) Rindermann, H. (2018). Cognitive Capitalism. Human Capital and the Wellbeing of Nations. Cambridge: Cambridge University Press.

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Anmerkungen


[A1] Der Appendix zu Rindermanns Buch (1) ist im Internet erhältlich unter
https://tu-chemnitz.de/hsw/psychologie/professuren/entwpsy/team/rindermann/pdfs/RindermannCogCapAppendix.pdf.
Unsere Datengrundlage ist der Index CA totc in Table A.2: Corrected cognitive ability measures including estimates, Seite 18ff. CA totc steht für Cognitive Ability, korrigiert; wir bezeichnen diesen Index als IQ.

[A2] Singapur liegt nicht in Nordost-, sondern in Südostasien. Die große Mehrheit der Bevölkerung stammt jedoch auch China, und es sind die Chinesen, die das sehr hohe Intelligenzniveau Singapurs tragen – die Intelligenz wird nicht durch die geographische Lage bestimmt, sondern durch die Bewohner der Region.

[A3] Italien weist ein extremes Nord-Süd-Gefälle auf. In den nördlichen Provinzen liegt der IQ etwa 10 Punkte höher als in Süditalien; siehe → Geographie der Intelligenz. Nord-Süd-Gefälle in Italien.

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Stichwörter:
Intelligenz, IQ, IQ-Ampel, Normalverteilung, Geographie, Intelligenzforschung, Cognitive Ability, Kognitive Kompetenz, IQ-Skala, Europa, Nordostasien