Bildungsproblem Türken – Teil 17

Normalverteilungen - Effektstärke d=0,94, Varianzquotient 1,14

Bildungsproblem Türken

17. Varianzunterschiede zwischen Deutschland und der Türkei

Wie sich Varianzunterschiede auswirken und was der Anteil der Migranten – insbesondere auch der türkischstämmigen Migranten – mit dem Varianzunterschied zu tun hat.

Zum Anfang der Serie → Bildungsproblem Türken

In den vorangegangenen Folgen haben wir anhand von PISA 2015 [1] und PIAAC 2012/2014 [2] [3] die enormen Unterschiede im Bildungsniveau in Deutschland und der Türkei ausführlich dokumentiert.

Abbildung 17.1, die uns bereits aus → Teil 16 bekannt ist, veranschaulicht die Bildungskluft anhand zweier Normalverteilungen; die blaue Glockenkurve steht für Deutschland, die rote für die Türkei.

Normalverteilungen mit gleicher Varianz und Effektstärke d=0,94 Bildungsniveau Deutschland Türkei
Abbildung 17.1: Normalverteilungen mit gleicher Varianz und Effektstärke d=0,94

Die beiden Verteilungen repräsentieren die Effektstärke d=0,94. Das heißt: Die Mittelwertsdifferenz beträgt 0,94 Standardabweichungseinheiten. Effektstärken dieser Größenordnung zeigen sich in allen PISA-Bereichen sowie der Lesekompetenz und der mathematischen Kompetenz in PIAAC 2012/2014.

Die beiden Verteilungen in Abbildung 17.1 haben die gleiche Varianz. Die letzte Zeile von Tabelle 16.1 in → Teil 16 zeigt jedoch, dass die Varianz in Deutschland und der Türkei unterschiedlich ausfällt.
Bei den 15-Jährigen in PISA 2015 ist die Varianz in Deutschland viel größer als in der Türkei: In der Lesekompetenz um 48, in Mathematik um 18 und in den Naturwissenschaften um 57 Prozent.
Bei den Erwachsenen in PIAAC 2012/2014 ist die Varianz in der Lesekompetenz in Deutschland um 16 Prozent größer als in der Türkei. In der mathematischen Kompetenz zeigt hingegen die Türkei eine um 16 Prozent größere Varianz [A1]. In der Technologiekompetenz sind die Varianzen nahezu identisch.

Wie sich unterschiedliche Varianzen auswirken, veranschaulicht Abbildung 17.2. Der Niveauunterschied beträgt 0,94 Standardabweichungen, die Varianz ist in der blauen Glockenkurve (Deutschland) um 14 Prozent größer als in der roten (Türkei).

PIAAC 2012/2012: Lesekomptenz von Erwachsenen in Deutschland und der Türkei; Nomralverteilungen mit unterschiedlicher Varianz, Effektstärke d=0,94
Abbildung 17.2: Normalverteilungen – Effektstärke d=0,94, Varianzquotient 1,14

Der Niveauunterschied ist in Abbildung 17.1 und 17.2 identisch. Die geringere Varianz in der Türkei hat jedoch einen bemerkenswerten Effekt:

  • Der Anteil der Türken ist im oberen Leistungsbereich noch kleiner als ohnehin schon.
  • Auf der anderen Seite wird die drückende Dominanz der Türken im unteren Bereich etwas abgemildert.

Die Gegenüberstellung zeigt, dass man sich nicht alleine auf Mittelwertsunterschiede beschränken darf, sondern stets auch die Varianz berücksichtigen muss.

Für das Thema dieser Serie sind die Varianzunterschiede darüberhinaus in einer anderen Hinsicht interessant:

Unter allen Teilnehmern an PISA 2015 ist Deutschland eines der Länder mit der größten Varianz. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die 15-Jährigen auch im Vergleich mit der Türkei eine wesentlich größere Varianz aufweisen. Im Gegensatz dazu ist das Varianzverhältnis bei den Erwachsenen in PIAAC ausgeglichen. Ein Grund für diesen augenfälligen Unterschied ist die demographische Zusammensetzung der PISA- und der PIAAC-Stichprobe. Bei den Erwachsenen ist der Anteil der Migranten viel geringer als bei den 15-Jährigen. Insbesondere ist der Anteil der türkischstämmigen Migranten in PIAAC wesentlich geringer als in PISA. Das hat folgende Konsequenzen:

  • Da Migranten schlechtere Leistungen zeigen als die Einheimischen, wird bei hohem Migrantenanteil zum einen das Niveau gedrückt und zum anderen die Varianz erhöht.
  • Da die Türkischstämmigen ganz besonders schlechte Leistungen zeigen, tragen sie in besonderer Weise zur Senkung des Niveaus und zur Vergrößerung der Varianz bei.
  • Da der Anteil der Türkischstämmigen in den jüngeren Altersgruppen viel größer ist als in den älteren, sind die negativen Auswirkungen bei den Jüngeren stärker.

Mit diesen Feststellungen kommen wir zum Abschluss des ersten Themenblocks dieser Serie.

Im Ländervergleich haben wir sehr ausführlich die enorme Kluft zwischen Deutschland und der Türkei dokumentiert. Das Bildungsniveau in Deutschland und das Bildungsniveau in der Türkei sind zwei total verschiedene Welten.

Für sich alleine genommen ist der Ländervergleich völlig uninteressant. Die Türkei steht auf einer viel niedrigeren Entwicklungsstufe als Deutschland, so dass der Vergleich für sich genommen müßig ist. Wir haben die Türkei alleine deshalb so ausführlich betrachtet, weil Millionen Türkischstämmige in Deutschland leben und aufgrund ihrer niedrigen Intelligenz das Bildungsniveau in unserem Land nach unten drücken.

Im nächsten Themenblock beschränken wir uns auf Deutschland und dokumentieren den enormen negativen Einfluss der Türkischstämmigen auf das hiesige Bildungsniveau. Dabei können die Unterschiede, die wir im Ländervergleich herausgearbeitet haben, als Vergleichsmaßstab herangezogen werden. Eine hochinteressante Frage lautet zum Beispiel: Ist der Leistungsunterschied zwischen einheimischen Deutschen und türkischstämmigen Migranten innerhalb Deutschlands genauso groß, größer oder kleiner als der Unterschied zwischen den Ländern Deutschland und Türkei?

Fortsetzung folgt.

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Literatur


[1] OECD (2016). PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

[2] Rammstedt, B. (2013). Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012. Münster: Waxmann.

[3] NCES National Center for Educational Statistics: International Data Explorer. PIAAC Data Explorer.
https://nces.ed.gov/surveys/piaac/ideuspiaac/

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Anmerkungen

[A1] Die Abbildungen in → Teil 15 machen deutlich, dass die höhere Varianz in der Alltagsmathematischen Kompetenz in allererster Linie auf den enormen Geschlechtsunterschied, inbesondere bei den Älteren, in der Türkei zurückzuführen ist.

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Stichwörter:
Bildung, Intelligenz, PISA, PIAAC, Jugendliche, Erwachsene, Deutschland, Türkei, Normalverteilung, Effektstärke, Standardabweichung, Varianz, Varianzquotient, Migranten

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PISA USA – Rassenunterschiede

PISA 2015 - USA - Rassen/Ethnien

PISA 2015 in den USA

Rasse, Ethnie, Bildung und Intelligenz

Die USA schneiden in PISA 2015 deutlich schlechter ab als Deutschland. Die Rassen/Ethnien in den USA zeigen das gewohnte Bild mit der Ausnahme, dass Weiße und Asiaten gleichauf liegen, während üblicherweise die Asiaten die Nase vorn haben. Vergleiche mit Deutschland und der Türkei liefern interessante Ergebnisse.

Die USA schneiden in den PISA-Studien deutlich schlechter ab als Deutschland. In PISA 2015 [1] erreichte Deutschland in der Lesekompetenz 509, in den Naturwissenschaften 509 und in Mathematik 506 Punkte, die USA hingegen nur 497, 496 und 470 Punkte.

Der zentrale Grund für das Leistungsgefälle liegt auf der Hand: Die ethnisch/rassische Zusammensetzung, die in den USA wesentlich ungünstiger ist als in Deutschland.

Abbildung 1 zeigt die US-amerikanischen Ergebnisse von PISA 2015 aufgeschlüsselt nach Rassen/Ethnien [2].

PISA 2015 - USA - Rassen/Ethnien - Lesekompetenz, Naturwissenschaften, Mathematik
Abbildung 1: PISA 2015. Mittelwerte der Rassen/Ethnien in den USA.

In allen Bereichen zeigt sich dasselbe Bild:

Weiße und Asiaten liegen gleichauf an der Spitze. Lediglich in den Naturwissenschaften zeigt sich ein kleiner, aber statistisch nicht signifikanter Vorsprung der Weißen.

Deutlich dahinter folgen die Mischlinge, dann ebenfalls mit großem Abstand die Hispanics und mit noch größerem Abstand die Schwarzen.

Dieses Muster deckt sich fast vollständig mit einer Unzahl von Bildungsstudien und den Ergebnissen der psychologischen Intelligenzforschung. Bemerkenswert ist lediglich, dass bei PISA 2015 die Asiaten nicht vor den Weißen liegen.

Aus deutscher Sicht ist ein anderer Punkt interessant:

Die Weißen in den USA schneiden in den Naturwissenschaften und der Lesekompetenz deutlich besser ab als Deutschland. In Mathematik hat Deutschland die Nase vorn.

Berücksichtigt man jedoch in Deutschland die Migranten, dann ergibt sich ein anderes Bild. Wie in Abbildung 12.1 im Beitrag → Bildungsproblem Türken – Teil 12 dargestellt, lauten die Werte der einheimischen Deutschen: Lesekompetenz 527, Naturwissenschaften 529, Mathematik 521. Somit zeigen die einheimischen Deutschen und die Weißen in den USA in der Lesekompetenz und den Naturwissenschaften praktisch identische Leistungen. In Mathematik haben die einheimischen Deutschen einen großen Vorsprung.

Noch ein anderer Punkt ist im Zusammenhang mit der Abbildung 12.1 im Beitrag → Bildungsproblem Türken – Teil 12 interessant: Die Schwarzen in den USA schneiden in allen Bereichen deutlich besser ab als die Türkei (Lesekompetenz 443 vs. 411, Naturwissenschaften 433 vs. 408, Mathematik 419 vs. 403). Betrachtet man hingegen die phänotypische Intelligenz, dann liegt die Türkei klar vor den Schwarzen in den USA – der Nationale IQ der Türkei liegt etwa bei 90 [3], der IQ der Schwarzen in den USA etwa bei 85 [4]. Die Diskrepanz zwischen PISA-Leistung und IQ ist ein starker Hinweis darauf, dass das Bildungssystem der Türkei wesentlich schlechter ist als in den USA und dass die Türkei ihr (geringes) Intelligenzpotenzial bei Weitem nicht ausschöpft.

Noch ein kleiner Nachtrag:

Bei einer Google-Recherche stieß ich zufällig auf das folgende Zitat: „Die öffentlichen Schulen haben in den USA einen miserablen Ruf. Bei der internationalen Pisa-Studie, bei der die Leistungen 15-Jähriger aus 72 Ländern verglichen wurden, lagen amerikanische Kinder 2015 beim Lesen auf Platz 40 (Deutschland Platz 16) und in Mathematik auf Platz 24 (Deutschland Platz 11).“ Es stammt aus einem Online-Artikel der Süddeutschen Zeitung [A1]. Das ist typisch für das intellektuelle Minderniveau der sogenannten Qualitätsmedien. Die Weißen in den USA zeigen – wie wir gesehen haben – dieselben PISA-Leistungen wie die einheimischen Deutschen. Dass die USA insgesamt schlechter abschneiden als Deutschland, liegt an der sehr großen Zahl von Hispanics und Schwarzen, die eine wesentliche geringere Intelligenz aufweisen als Weiße. Nicht die Schulen sind die Hauptursache, sondern die Intelligenz der Schüler. Für ein ideologisch verbrettertes Blatt wie die Süddeutsche Zeitung ist so etwas natürlich undenkbar.

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Literatur


[1] OECD (2016). PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

[2] PISA-Ergebnisse der USA online bei NCES National Center of Educational Statistics
https://nces.ed.gov/surveys/international/

[3] Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

[4] Lynn, R. (2015). Race Differences in Intelligence: An Evolutionary Analysis. Arlington, VA: Washington Summit Publishers.

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Anmerkung

[A1] US-Schüler schneiden bei Pisa schlecht ab. Süddeutsche Zeitung, 08. Februar 2017.
http://www.sueddeutsche.de/bildung/usa-amerikas-schulsystem-droht-der-ausverkauf-1.3367290-2

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Stichwörter:
Bildung, Intelligenz, PISA, IQ, USA, Weiße, Schwarze, Hispanics, Mischlinge, Asiaten, Deutschland, Türkei, Migranten, Rasse, Ethnie, Mathematik, Lesekompetenz, Naturwissenschaften

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze – Teil 5

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland/Singapur

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

5. Mathematische Kompetenz in Deutschland und Ostasien

Die psychologische Intelligenzforschung und internationale Bildungsstudien zeigen, dass Ostasiaten in Mathematik deutlich höhere Leistungen erzielen als Deutsche. Bei zusätzlicher Berücksichtigung der Bevölkerungszahl ergibt sich für Deutschland ein düsteres Bild.

Hier geht es zum Anfang der Serie → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze.

In Übereinstimmung mit der psychologischen Intelligenzforschung zeigt PISA [1], dass Deutschland in Mathematik erheblich schlechter abschneidet als die ostasiatischen Länder. Da Mathematik die zentrale Schlüsselkompetenz für informationsbasierte Zukunftstechnologien darstellt, verdient dieser Bereich eine nähere Betrachtung.

Der größte Rückstand ergab sich gegenüber Singapur (siehe Tabelle 1.1 in → Teil 1). Die Differenz von 58 Punkten entspricht einer Effektstärke von d=-0,63. Abbildung 5.1 verdeutlicht den Unterschied anhand zweier Normalverteilungen [A1].

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland/Singapur
Abbildung 5.1: PISA 2015 – Mathematik – Deutschland/Singapur

Abbildung 5.1 zeigt eindrucksvoll, dass der Anteil der Schüler im oberen Leistungsbereich in Singapur viel größer ist als in Deutschland. Je höher das Niveau, desto stärker wird das Übergewicht zugunsten Singapurs.

Trotz der enormen Unterschiede ist Singapur kein bedeutsamer Konkurrent für Deutschland. Bei einem Ländervergleich kommt es nämlich nicht alleine auf das Leistungsniveau an – eine entscheidende Rolle spielt auch die Bevölkerungsgröße. In Abbildung 5.2 sind die PISA-Werte auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet [A2].

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland/Singapur; Population
Abbildung 5.2: PISA 2015 – Mathematik – Deutschland/Singapur; Population

Abbildung 5.2 verdeutlicht das Zusammenspiel von Leistungsniveau und Bevölkerungsgröße. Mit lediglich 5,6 Millionen Einwohnern stellt Singapur über die gesamte Bandbreite eine viel kleinere Personenzahl als Deutschland (lediglich im extremsten Spitzenbereich kann sich das Verhältnis angleichen). Betrachtet man nur die absoluten Zahlen, dann ist Singapur kein bedeutender Konkurrent.

Völlig anders sieht es aus, wenn man Japan oder gar China betrachtet. Abbildung 5.3 zeigt die Normalverteilungen für Deutschland und Japan ohne Berücksichtigung der Bevölkerungsgröße.

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland/Japan
Abbildung 5.3: PISA 2015 – Mathematik – Deutschland/Japan

Die Effektstärke Deutschland/Japan ist mit d=-0,30 knapp halb so groß wie beim Vergleich Deutschland/Singapur. Dementsprechend zeigen die Verteilungen von Deutschland und Japan eine viel stärkere Überlappung. Dass es dennoch gewaltige Unterschiede gibt, zeigt Abbildung 5.4, in der auch die Bevölkerungszahlen berücksichtigt sind.

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland/Japan; Population
Abbildung 5.4: PISA 2015 – Mathematik – Deutschland/Japan; Population

Im oberen und mittleren Bereich hat Japan ein viel größeres Potenzial als Deutschland. Im unteren Bereich finden sich hingegen trotz der kleineren Bevölkerungszahl mehr Deutsche als Japaner.

Noch extremer fällt der Vergleich mit China aus, der in Abbildung 5.5 unter Berücksichtigung der Bevölkerungsgröße dargestellt ist.

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland/China; Population
Abbildung 5.5: PISA 2015 – Mathematik – Deutschland/China; Population

Über das gesamte Leistungsspektrum hinweg stellt China ein sehr viel größeres Kontingent als Deutschland. Im oberen Bereich ist das deutsche Potenzial verschwindend klein; und im Spitzenbereich ist Chinas Überlegenheit so erdrückend, das Deutschland überhaupt nicht mehr sichtbar ist.

Sollte es China gelingen, sein gigantisches Potenzial an mathematischen Hoch- und Spitzenbegabungen auch nur annähernd so effektiv zu aktivieren wie Deutschland, dann wird Deutschland in einer hochtechnisierten informationsbasierten Zukunft völlig chancenlos zurückbleiben.

Die PISA-Studien beziehen sich auf die kognitiven Kompetenzen von 15-Jährigen. In den nächsten Beiträgen werden wir auf der Grundlage von PIAAC 2012/2014 die Kompetenzen von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien betrachten.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 6. PIAAC 2012/2014: Lesekompetenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien

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Literatur


[1] OECD (2016) PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

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Anmerkungen

[A1] Den Normalverteilungen in diesem Beitrag liegen die Parameter aus Tabelle 1.1 in → Teil 1 zugrunde.

[A2] Für Deutschland wurde eine Bevölkerung von 82,5 Millionen eingesetzt, für Singapur 5,6 Millionen, für Japan 126 Millionen und für China 1.379 Millionen.
Die Hochrechnungen beruhen auf PISA, also auf den Leistungen von 15-Jährigen. Tatsächlich sieht es jedoch in der älteren Bevölkerung zum Teil deutlich anders aus, siehe → Teil 6: Lesekompetenz von Erwachsenen in Deutschland und Ostasien und Teil 7.

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, Singapur, Deutschland, Mathematik, Intelligenz, Normalverteilung, Population, Bevölkerungsgröße

Bildungswüste Syrien – Teil 2

Bildungswüste Syrien

Syrien in TIMSS 2011 (Fortsetzung)

Syrien nahm 2011 an der internationalen Bildungsstudie TIMSS teil. In den Naturwissenschaften genügten 37 Prozent der Schüler noch nicht einmal den Minimalanforderungen. In Mathematik waren es sogar 57 Prozent! Sehr gute Leistungen kamen überhaupt nicht vor. Gute Leistungen erzielten lediglich 6 bzw. 3 Prozent.

Im → Teil 1 haben wir gesehen, dass Syrien in der internationalen Bildungsstudie TIMSS 2011 außerordentlich schlecht abschnitt [1].

Wie katastrophal das Bildungsniveau der Syrer tatsächlich aussieht, macht folgende Betrachtung deutlich.

TIMSS unterscheidet die Leistungsstufen Low, Intermediate, High und Advanced. Das entspricht in etwa den Schulnoten vier, drei, zwei und eins. Die untere Grenze beträgt 400, 475, 550 und 625 Punkte.

Die höchste Stufe erreichen in den Naturwissenschaften 0 Prozent! Gute Leistungen erzielen 6 Prozent, mittelmäßige Leistungen 23 Prozent. 34 Prozent entfallen auf die unterste Stufe. Die verbleibenden 37 Prozent genügen noch nicht einmal den Minimalanforderungen. Diese Schüler haben nicht die allergeringsten Kenntnisse in den Naturwissenschaften.

Noch viel schlechter sieht es in Mathematik aus. Hier lauten die Prozentwerte 0 Advanced, 3 High, 14 Intermediate, 26 Low. Sage und schreibe 57 Prozent erreichen noch nicht einmal die unterste Stufe! Mathematikkenntnisse sind entweder überhaupt nicht vorhanden oder nur rudimentär.

Ein Beispiel: Eine Aufgabe auf der untersten Stufe erordert eine Addition der Art 53,43 + 22,678. Nur 31 Prozent der syrischen Schüler konnten diese Aufgabe lösen. Man beachte: Hier handelt es sich um Schüler der 8. Klasse!

Die Hälfte der Aufgaben in TIMSS sind Multiple-Choice, die anderen haben ein offenes Antwortformat. Für Syrien und einige andere islamische und afrikanische Länder weist der TIMMS-Bericht darauf hin, dass bei mehr als fünfzehn Prozent der Schüler die Gesamtpunktzahl unterhalb der Ratewahrscheinlichkeit bei den Multiple-Choice-Aufgaben lag. Hätten sich diese Schüler auf einen fairen Würfel verlassen, hätten sie weitaus bessere Chancen gehabt. TIMSS betont ausdrücklich, dass aufgrund der zahlreichen extrem niedrigen Leistungen das Niveau dieser Länder vermutlich überschätzt wird.

Insgesamt ergibt TIMSS 2011 für Syrien das folgende Bild:

  • Das Potenzial für Spitzenleistungen ist praktisch gleich null. Noch nicht einmal gute Leistungen sind zu erwarten. Man muss schon für mittelmäßige Leistungen dankbar sein. Mehr als zwei Drittel der syrischen Schüler würde einen deutschen Hauptschulabschluss nur mit größter Mühe oder überhaupt nicht schaffen.

Um das zu wissen, hätte es keiner TIMSS-Studie bedurft. Die psychologische Intelligenzforschung weiß schon lange, dass etwa die Hälfte der arabischen Bevölkerung eine Intelligenzminderung aufweist, die in den Bereich der Grenzdebilität oder sogar in eine klinisch relevante Kategorie fällt (siehe die Serie → Intelligenzminderung. Mentale Retardation. Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit).

Die willkommenstrunkenen Deutschen, die hoch qualifizierte syrische Ärzte und Ingenieure bejubelten, haben nun eine Million (zumindest funktionale) Analphabeten im Land. Die Idee, diese Menschen mit Integrations- und Sprachkursen für den deutschen Arbeitsmarkt fit zu machen, ist genauso erfolgversprechend wie die Idee, eine Million erwachsene Deutsche, die den Hauptschulabschluss nicht geschafft haben, in ein arabisches Land zu schicken, damit sie dort die arabische Sprache lernen und den Koran im Original lesen können.

Die deutsche Politik hat das Problem erkannt. Sie verspricht hoch und heilig, jedes Jahr mindestens eine Viertel Million dieser hoch qualifizierten Goldstücke ins Land zu holen – und wenn mehr kommen als eine Viertel Million pro Jahr, dann sind sie halt da.

So wird Deutschland fit für eine Zukunft in Augenhöhe mit der islamischen Welt.

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Hier geht es zur Serie → Bildungsproblem Türken.
Hier geht es zu → Schulleistungen in arabischen Ländern.
Hier geht es zur Serie → Bildungsniveau von Migranten.

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Literatur


[1] TIMSS 2011. Trends in International Mathematics and Science Studies
https://timss.bc.edu/timss2011/

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Stichwörter:
Bildung, Bildungsstudien, TIMSS, Mathematik, Naturwissenschaften, Syrien, Syrer, Intelligenz, Türkei

Bildungswüste Syrien – Teil 1

Bildungswüste Syrien

Syrien in TIMSS 2011

Syrien nahm 2011 an der internationalen Bildungsstudie TIMSS teil. Es schnitt sogar noch wesentlich schlechter ab als die Türkei. Unter 42 Ländern belegte es in den Naturwissenschaften den Rang 33, in Mathematik sogar nur Platz 39.

Zur Hochzeit der Massenhysterie 2015 schwärmte das willkommensbesoffene Deutschland in höchsten Tönen von gut ausgebildeten hoch motivierten Syrern, die vornehmlich als Ärzte und Ingenieure zu Hunderttausenden nach Deutschland strömten, um das deutsche Rentensystem zu retten.

Ein kurzer Blick in TIMSS 2011 hätte gar manchen vor peinlich dummen Aussagen bewahren können.

Die internationale Bildungsstudie TIMSS (Trends in International Mathematics and Science Studies), ein Bruder von PISA, testet Schüler der 4. und der 8. Klasse in Naturwissenschaften und Mathematik [1].

Im Jahr 2011 beteiligte sich auch Syrien mit der 8. Klasse an dieser Studie.

Auf der TIMSS-Skala, die auf einen Mittelwert von 500 und eine Standardabweichung von 100 normiert wurde, erzielten die syrischen Schüler in den Naturwissenschaften 426 und in Mathematik 380 Punkte. Damit belegte Syrien unter 42 Ländern in den Naturwissenschaften den Rang 33 und in Mathematik den Rang 39 [A1].

Ein direkter Vergleich mit Deutschland ist nicht möglich, da Deutschland sich nur mit der 4. Klasse an TIMSS beteiligt. Dennoch besteht eine Vergleichsmöglichkeit. TIMSS-Teilnehmer der 8. Klasse müssen mindestens 13 Jahre alt sein. PISA testet 15-Jährige. TIMSS 2011 testete somit fast denselben Jahrgang wie PISA 2012. In PISA 2012 lag Deutschland zum Beispiel vor England, Australien, Ungarn, Litauen und Slowenien. Die Achtklässler dieser Länder erreichten in TIMSS 2011 in Mathematik einen Durchschnitt von 505 Punkten, in den Naturwissenschaften waren es 526. Es ist davon auszugehen, dass deutsche Achtklässler mindestens genauso gut gewesen wären, auf keinen Fall deutlich schlechter. Damit würde Syrien in den Naturwissenschaften um 100 und in Mathematik um 125 Punkte schlechter abschneiden als Deutschland.

Syrien liegt auch weit hinter der Türkei, die in den Naturwissenschaften 483 und in Mathematik 452 Punkte erzielte.

All dies hätte man auch ohne TIMSS 2011 wissen können.

Die psychologische Intelligenzforschung belegt seit Langem, dass Deutsche wesentlich intelligenter sind als Türken und dass Türken intelligenter sind als Araber [A2]. Während Deutschland einen IQ um hundert hat, geben Lynn und Vanhanen für die Türkei einen Nationalen IQ von 88,5 an und 83 für Syrien [2]. Da Intelligenz der mit Abstand wichtigste Faktor der Bildung ist, liefert TIMSS – wie auch die anderen internationalen Bildungsstudien – letztlich ein Spiegelbild der psychologischen Intelligenzforschung.

Wie katastrophal das Bildungsniveau in Syrien tatsächlich ist, wird in der nächsten Folge deutlich.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildungswüste Syrien. Teil 2: Syrien in TIMSS 2011 (Fortsetzung).

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Literatur


[1] TIMSS 2011. Trends in International Mathematics and Science Studies
https://timss.bc.edu/timss2011/

[2] Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

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Anmerkungen


[A1] Schlechter waren in den Naturwissenschaften nur Palästina, Georgien, Oman, Katar, Mazedonien, Libanon, Indonesien, Marokko und Ghana. In Mathematik nur Marokko, Oman und Ghana.

[A2] Selbst die Alltagserfahrung lässt stark vermuten, dass Araber aber noch weniger intelligent sind als Türken. Die psychologische Intelligenzforschung bietet eine empirische Bestätigung für diese Vermutung.
Zur geringen Intelligenz von Türken siehe die Serie → Bildungsproblem Türken. Eine Dokumentation der nationalen und internationalen Bildungsstudien.
Zur noch geringeren Intelligenz von Arabern siehe die Serie → Intelligenzminderung. Deutschland – Arabien – Sub-Sahara-Afrika.

Stichwörter:
Bildung, Bildungsstudien, TIMSS, Mathematik, Naturwissenschaften, Syrien, Syrer, Intelligenz, Türkei

Das Ticken der Migrationsbome

Das Ticken der Migrationsbombe

Zahlen des Statistischen Bundesamtes

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Migration in Deutschland lassen das schreckliche Zukunftszenario erahnen. Wenn man auf die Altersstruktur und das Bildungsniveau schaut, dann weiß man, wie es mit Deutschland weitergeht.

Am 1. August 2017 gab es mal wieder eine Erfolgsmeldung: „Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus mitteilt, hatten im Jahr 2016 rund 18,6 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Dies entsprach einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 8,5 %. Das ist der stärkste Zuwachs seit Beginn der Messung im Jahr 2005.“ [1]

„Hurra, hurra, wieder ein neuer Rekord!“, möchte man da schreien.

So definiert das Statistische Bundesamt „Migrationshintergrund“:

  • Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. [1]

… und das sind die Zahlen:

Bevölkerung 2016 nach Migrationsstatus
Migrationsstatus 2016 Veränderung ggü.
Vorjahr
in 1.000 % in 1.000   %
Bevölkerung insgesamt 82.425 100,0 1.021 1,3
ohne Migrationshintergrund 63.848 77,5 -438 -0,7
mit Migrationshintergrund 18.576 22,5 1.458 8,5
   Deutsche 9.615 11,7 269 2,9
        zugewandert 5.144 6,2 121 2,4
        in Deutschland geboren 4.471 5,4 148 3,4
   Ausländer 8.961 10,9 1.189 15,3
        zugewandert 7.594 9,2 1.164 18,1
        in Deutschland geboren 1.367 1,7 25 1,9
  Quelle: Mikrozensus 2016

22,5 Prozent Migranten könnte Deutschland zur Not verkraften. Die Zeitbombe tickt an anderer Stelle:

Die Migranten sind sehr viel jünger als die Deutschen. Bei den 5-bis-10-Jährigen beträgt ihr Anteil 37,2 Prozent, bei den 0-bis-5-Jährigen sogar 38,1 Prozent. Mit jedem Jahr wird dieser Anteil größer. Zum einen weil auch weiterhin Jahr für Jahr Hunderttausende Migranten ins Land strömen (wenn noch mehr kommen, dann sind sie halt da), zum zweiten weil die Migranten eine viel höhere Geburtenrate haben und zum dritten weil die Zahl der Deutschen dramatisch schrumpfen wird. Nur noch wenige Jahre, dann werden die deutschen Kinder in der Minderheit sein. [A1]

Die Migranten früherer Jahre kamen zum Großteil aus Europa; und die meisten – abgesehen von den Türken – waren recht gut assimilierbar; nun kommen jedoch massenweise Migranten aus Niedrig- und Niedrigstintelligenzländern, die noch weit unter der Türkei liegen. Zum verheerenden Bildungsniveau der Türkei siehe → Bildungsproblem Türken. Eine Dokumentation der nationalen und internationalen Bildungsstudien
Das Statistische Bundesamt weiß zu berichten: „Mittlerweile haben 2,3 Millionen Menschen in Deutschland ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2011 von fast 51 %. Afrika gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Rund 740 000 Menschen sind afrikanischer Herkunft, das sind gut 46 % mehr als im Jahr 2011.“ [1]
„Hurra, hurra, Rekord über Rekord!“, möchte man rufen.
Kein Bildungssystem der Welt wird es jemals schaffen, diese Menschen auf ein halbwegs akzeptables Bildungsniveau zu bringen. Die allermeisten werden bis an ihr Lebensende auf Kosten des deutschen Sozialstaats leben und massenweise Kinder in die Welt setzten, die ebenfalls auf den untersten Stufen der Bildungsleiter stehen werden.

Es gibt nichts, das diese Entwicklung stoppen kann; und es gibt nichts, das den rasanten wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Abstieg Deutschlands verhindern wird. – Und die Deutschen werden weiterhin diejenigen wählen, die diese Katastrophe in voller Absicht herbeigeführt haben.

*

Literatur

[1] Statistisches Bundesamt. Pressemitteilung vom 01. August 2017 – 261/17. Bevölkerung mit Migrationshintergrund um 8,5 % gestiegen.

Herausgeber: © Statistisches Bundesamt,
presse@destatis.de
www.destatis.de
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/08/PD17_261_12511pdf.pdf?__blob=publicationFile

*

Anmerkungen

[A1] Ein statistischer Trick wird allerdings verhindern, dass dies allzu offenkundig ist: Migranten erhalten die deutsche Staatsbürgerschaft. Ihre Kinder haben dann per Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit und folglich haben die Nachfolgenden keinen Migrationshintergrund – hei, so einfach ist das mit der Statistik! Und so werden auch die Deutschen ohne Migrationshintergrund immer dümmer und dümmer. Die Vererbung richtet sich nicht nach dem, was im Pass steht.

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Schlagwörter:
Statistik, Bevölkerung, Bevölkerungsstatistik, Ausländer, Migranten, Migrationshintergrund, Statistisches Bundesamt, Zuwanderer, Zuwanderung, Migration, Mikrozensus

Intelligenz und Bildung – Die Weltspitze – Teil 4

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland - Singapur

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

4. Deutschland und Ostasien im PISA-Vergleich – Zwischenbilanz

Die psychologische Intelligenzforschung zeigt, dass Ostasiaten die höchsten Intelligenzwerte aufweisen und dass der Vorsprung vor allem im nonverbalen Bereich liegt. Diese Befunde werden durch die PISA-Studien in vollem Umfang bestätigt.

Unser Ausgangangpunkt im → Teil 1 war die psychologische Intelligenzforschung. Dort ist seit Jahrzehnten bekannt, dass Ostasiaten die höchsten Intelligenzwerte zeigen und dass der Vorteil der Ostasiaten vor allem im nonverbalen Bereich liegt [1, 2].

Da Intelligenz die wichtigste Determinante der Bildung ist, ist zu erwarten, dass Länder mit den intelligentesten Bürgern auch ein sehr hohes Bildungsniveau aufweisen. Genau das wird seit Jahren von allen internationalen Bildungsstudien bestätigt: Regelmäßig stehen die ostasiatischen Länder an der Spitze.

Auf der Grundlage der jüngsten PISA-Studie [3] haben wir Deutschland, das ebenfalls zu den führenden Ländern zählt, mit den ostasiatischen Teilnehmern verglichen.

Wie erwartet zeigt sich der Vorsprung der Ostasiaten vor allem in Mathematik und – nicht ganz so dominant – den Naturwissenschaften. In der Lesekompetenz liegen nur Singapur und Hongkong klar vor Deutschland; China, Taiwan und Vietnam sind signifikant schlechter.

Nebenbei wurde auch gezeigt, dass Vietnam nicht zu den Spitzenländern gehört. Auch das deckt sich mit den Befunden der psychologischen Intelligenzforschung. Außerordentlich hohe Intelligenzwerte zeigen nämlich nicht alle ostasiatischen Länder, sondern nur die nordostasiatischen sowie Singapur, dessen Einwohner zum überwiegenden Teil aus China stammen.

Im → Teil 2 haben wir die Repräsentativität der PISA-Stichproben für die jeweilige Gesamtpopulation der 15-Jährigen berücksichtigt. Nach einer Erfassungsgradkorrektur kann sich Deutschland gegenüber China und Vietnam verbessern, aber das Grundmuster bleibt erhalten. Gegenüber den anderen Ländern ergeben sich keine Veränderungen. Die Befunde aus →
Teil 1 sind also stabil.

Im → Teil 3 haben wir die Auswirkungen der Migration untersucht. Aus dieser Perspektive ergeben sich einige bedeutsame Verschiebungen.

In Deutschland haben die Einheimischen ein viel höheres Bildungsniveau als die Migranten, zudem ist die Migrantenquote sehr hoch. Folglich ist die Teilmenge der einheimischen deutschen Schüler wesentlich besser als die Gesamtpopulation.

In China, Japan, Korea, Taiwan und Vietnam spielt Migration keine Rolle, da die Migrantenquote zwischen 0,1 und 0,5 Prozent liegt. Gegenüber diesen Ländern fällt die höhere Leistung der deutschen Einheimischen stark ins Gewicht.

Die einheimischen Deutschen verbessern sich auch gegenüber Hongkong, wo die Migranten nur wenig schlechter abschneiden als die Migranten.

In Macao sind die Einheimischen schlechter als die Migranten. Im Einheimischen-Vergleich schneidet Deutschland in der Lesekompetenz viel und in den Naturwissenschaften etwas besser ab. Nur in Mathematik hat Macao einen signifikanten Vorsprung.

Das bemerkenswerteste Ergebnis bietet Singapur. Die einheimischen Singapurer erzielen in allen Bereichen die höchsten Werte, dennoch sind die Migranten deutlich besser als die Einheimischen!

Hierauf kommen wir in der abschließenden Folge zurück.

Hier sei noch ein anderer Punkt hervorgehoben:

Beschränkt man die Analyse auf die Einheimischen, dann verbessert sich Deutschland gegenüber den meisten Ländern. Gleichwohl hat Ostasien in Mathematik die Nase vorn. In den Naturwissenschaften ist das Verhältnis ausgewogener mit einem leichten Vorteil für Ostasien. In der Lesekompetenz erzielen die Deutschen bessere Leistungen – mit Ausnahme von Hongkong und Singapur, die auf demselben Niveau liegen.

Auch hier bestätigt sich das Grundmuster, das aus der psychologischen Intelligenzforschung seit Langem bekannt ist. Der Vorteil der Ostasiaten liegt vor allem im nonverbalen Bereich.

In der nächsten Folge konzentrieren wir uns auf den Bereich Mathematik und erweitern die Perspektive, indem wir neben den Niveauunterschieden auch die Bevölkerungsgrößen berücksichtigen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze. Teil 5: Mathematische Kompetenz in Deutschland und Ostasien

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Literatur


[1] Lynn, R. (2015). Race Differences in Intelligence: An Evolutionary Analysis. Arlington, VA: Washington Summit Publishers.

[2] Lynn, R. und Vanhanen, T. (2012). Intelligence. A Unifying Construct for the Social Sciences. London: Ulster Institute for Social Research.

[3] OECD (2016) PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, China, Korea, Vietnam, Singapur, Deutschland, Hongkong, Macao, Vietnam, Mathematik, Naturwissenschaften, Lesekompetenz, Intelligenz, Migranten

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze – Teil 3

PISA 2015 - Mathematik - Deutschland - Singapur

Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze

3. Deutschland und Ostasien – Eugenische und dysgenische Migrationspolitik

Die psychologische Intelligenzforschung zeigt, dass Ostasiaten die höchsten Intelligenzwerte aufweisen und dass der Vorsprung vor allem im nonverbalen Bereich liegt. Berücksichtigt man nur die Einheimischen, dann verbessert sich Deutschland gegenüber den meisten ostasiatischen Ländern, aber das Grundmuster bleibt erhalten. Während Deutschland eine massiv dysgenische Migrationspolitik betreibt, betreibt der absolute Spitzenreiter Singapur eine eugenische Migrationspolitik.

Im → Teil 1 haben wir auf der Grundlage der jüngsten PISA-Studie [1] Deutschland mit den ostasiatischen Ländern verglichen. Im → Teil 2 haben wir gesehen, dass sich bei Berücksichtigung des unvollständigen Erfassungsgrades keine wesentlichen Änderungen ergeben.

Nun untersuchen wir den Effekt der Migration.

Dabei müssen wir uns leider damit abfinden, dass die OECD, die die PISA-Studien durchführt, – sicherlich aus rein ideologischen Gründen – eine völlig absurde Definition von Migrationsstatus zugrundelegt.

  • Schüler ohne Migrationshintergrund sind Schüler, deren Mutter und/oder Vater in dem Land … geboren sind, in dem … sie am PISA-Test teilnahmen [1; S.263]

Gemäß dieser absurden Definition sind zum Beispiel die Kinder des in Deutschland geborenen Mohamed, der seine Braut Ayshe aus Anatolien nachkommen ließ, Deutsche ohne Migrationshintergrund.

Nach der absurden OECD-Definition zählen lediglich 16,1 Prozent der deutschen Stichprobe als Migranten. In nationalen Bildungsberichten wird eine andere, immer noch unzulängliche, Definition zugrundegelegt [A1]. Der nationale Bericht zu PISA 2015 spricht von 25,6 Proent Migranten [2; S.326]; in der Studie des IQB, die mit derselben Alterskohorte durchgeführt wurde, sind es 29 Prozent [3; S.437]. Es ist jedoch sicher, dass beide nationalen Berichte die tatsächliche Migrantenquote in Deutschland erheblich unterschätzen. Da für die ostasiatischen Länder keine Zahlen auf der Grundlage der nationalen Definition zur Verfügung stehen, müssen wir mit der absurden PISA-Definition vorliebnehmen.

Tabelle 3.1 zeigt den prozentualen Anteil der Migranten nach der PISA-Definition (% Mig) und die Mittelwerte der Einheimischen (Einh) und der Migranten (Mig) in der Lesekompetenz, den Naturwissenschaften und Mathematik. Die Werte der Einheimischen sind farblich unterlegt.

Tabelle 3.1: PISA 2015. Migrantenquot (% Mig) und Mittelwerte der Einheimischen (Einh) und der Migranten (Mig) in der Lesekompetenz, den Naturwissenschaften und Mathematik.
Lesekomp. Naturwiss. Mathematik
% Mig Einh Mig Einh Mig Einh Mig
Deutschland 16,9 526 468 527 455 519 465
China B-S-J-G 0,3 497 355 521 376 534 394
Hongkong 35,1 531 522 529 516 553 540
Japan 0,5 517 436 539 447 533 455
Korea 0,1 518 516 524
Macao 62,2 498 516 519 535 536 550
Singapur 20,9 531 555 550 579 559 589
Taiwan 0,3 498 533 543
Vietnam 0,1 488 525 495

Für Vietnam, Korea, Taiwan, China und Japan spielt die Migration keine Rolle; die Migrantenquote liegt bei 0,1, 0,1, 0,3, 0,3 und 0,5 Prozent.

In Singapur liegt die Migrantenquote etwas, in Hongkong und Macao sogar weit über der deutschen (20,9, 31,5 und 62,2! Prozent).

Innerhalb der Länder ergibt sich folgendes Bild:

In Deutschland sind die Einheimischen sehr viel besser als die Migranten; der Unterschied beträgt 58, 72 und 54 Punkte.

In Japan und China ist der Vorsprung der Einheimischen vor den Migranten sogar noch wesentlich größer als in Deutschland; aber da die Migrantenquote nahe bei null liegt, ist Migration dort kein Thema.

In Hongkong schneiden die Migranten nur wenig schlechter ab als die Einheimischen. Daher sind trotz hoher Migrantenquoten die Auswirkungen minimal.

In Macao, das mit 62,2 Prozent die mit Abstand höchste Migrantenquote aufweist, zeigen die Migranten bessere Leistungen als die Einheimischen. Die Differenz beträgt 18, 16 und 14 Punkte. Hier sind Migranten eine echte Bereicherung.

In Singapur erzielen die Einheimischen in allen Bereichen die Höchstwerte (nur bei der Lesekompetenz kann Hongkong gleichziehen). Obgleich die einheimischen Singapurer bereits unangefochten an der Weltspitze stehen, sind die Migranten sogar noch erheblich besser. Sie übertreffen die Einheimischen um 24, 29 und 30 Punkte!

Diese Ergebnisse machen unmissverständlich klar:

  • Während Deutschland eine massiv dysgenische Migrationspolitik betreibt, betreiben die ostasiatischen Länder entweder eine strikt restriktive oder eine neutrale oder eine massiv eugenische Migrationspolitik.

Bei Betrachtung der einzelnen Leistungsbereiche ergibt sich für die Einheimischen folgendes Bild:

In der Lesekompetenz liegen lediglich Singapur und Hongkong mit jeweils 531 Punkten vor den Deutschen, die 526 Punkte erzielen. Die Differenz ist aber statistisch irrelevant. Die anderen Länder schneiden signifikant schlechter ab als die Deutschen, zum Teil ist der Abstand sehr groß.

In den Naturwissenschaften liegen nur Japan (539) und Singapur (550) signifikant vor den Deutschen (527). Mit den anderen liegen die Deutschen mehr oder weniger gleichauf; der Vorsprung vor Korea dürfte aber statistisch signifikant sein.

In Mathematik hat Deutschland – wenn man nur die Einheimischen berücksichtigt – erheblich aufgeholt, es liegt aber weiterhin deutlich hinter den meisten anderen. Nur Korea liegt etwa auf demselben Niveau und Vietnam ist weit abgeschlagen.

Insgesamt zeigt diese Analyse, wie verheerend sich die Minderleistungen der Migranten in Deutschland auswirken, während die ostasiatischen Länder dieses Problem überhaupt nicht kennen oder ganz im Gegenteil von ihren Migranten in hohem Maße profitieren.

In der nächsten Folge ziehen wir eine Zwischenbilanz.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildung und Intelligenz – Die Weltspitze. Teil 4: Deutschland und Ostasien im PISA-Vergleich – Zwischenbilanz

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Literatur


[1] OECD (2016) PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

[2] Reiss, K., Sälzer, C., Schiepe-Tiska, A., Klieme, E. und Köller, O. (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann.

[3] Stanat, P., Böhme, K., Schipolowski, S. und Haag, N. (Hrsg.). IQB-Bildungstrend 2016. Sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich. Münster: Waxmann.

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Anmerkungen


[A1] In den nationalen Bildungsberichten werden Schüler mit einem im Ausland geborenen Elternteil zu den Migranten gezählt. Sind beide Eltern in Deutschland geboren, gelten die Kinder als Schüler ohne Migrationshintergrund. Diese Definition ist besser als die völlig absurde OECD-Klassifikation, aber auch sie ist unzulänglich. Nach ihr gelten die Kinder der in Deutschland geborenen türkischstämmigen Mesut und Leyla als Deutsche ohne Migrationshintergrund. Auch das ist absurd! Das ist politisch motivierte Ideologie, die die tatsächlichen Verhältnisse verschleiern soll. Zu der eklatanten Minderleistung der türkischen Migranten in Deutschland siehe die Serie → Bildungsproblem Türken. Eine Dokumentation der nationalen und internationalen Bildungsstudien.

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Bildung, PISA, Asien, Ostasien, Ostasiaten, Japan, China, Korea, Vietnam, Singapur, Deutschland, Hongkong, Macao, Vietnam, Mathematik, Naturwissenschaften, Lesekompetenz, Dysgenik, Eugenik, Intelligenz

Bildungsproblem Türken – Teil 12

PISA 2015 - Einheimische Deutsche und Türken

Bildungsproblem Türken

12. Das wahre Bildungsgefälle zwischen einheimischen Deutschen und Türken

Zum Anfang der Serie → Bildungsproblem Türken

Alle nationalen und internationalen Bildungsstudien belegen übereinstimmend, dass Türken ein sehr viel niedrigeres Bildungsniveau aufweisen als Deutsche. Berücksichtigt man die systematische Stichprobenverzerrung in der Türkei und den massiven negativen Effekt der Migranten in Deutschland, dann zeigt sich zwischen einheimischen Deutschen und Türken ein wesentlich größeres Bildungsgefälle, als die offiziellen Bildungsberichte vermuten lassen.

Im → Teil 11 haben wir gesehen, dass die Türkei durch die systematisch verzerrte Stichprobe massiv begünstigt wird. Im Folgenden berücksichtigen wir zusätzlich die Tatsache, dass Deutschland durch das sehr geringe Leistungsniveau bestimmter Migrantengruppen massiv benachteiligt wird und stellen die einheimischen Deutschen den Türken in der Türkei gegenüber.

In der Serie → Auf nach Estland! haben wir auf der Grundlage des nationalen PISA-2015-Berichts [1] den negativen Einfluss der Migranten in Deutschland ausführlich dokumentiert (siehe insbesondere → Teil 11 und → Teil 12).

Abbildung 12.1 zeigt die Mittelwerte in PISA 2015. Durchgezogene Linien zeigen die ursprünglichen Werte der PISA-Stichprobe, punktierte Linien zeigen die erfassungsgradkorrigierten Werte der Gesamtheit der 15-Jährigen. Die vier Linien sind bereits aus Abbildung 11.1 im → Teil 11 bekannt. Zusätzlich sind auf der gestrichelten Linie die Werte der einheimischen deutschen 15-Jährigen dargestellt. Dabei wurden die Werte aus der → Auf nach Estland!-Serie um jeweils 3 Punkte reduziert, um den Erfassungsgrad von 0,96 Prozent in Deutschland zu korrigieren. Für die Türkei wurden die Werte beibehalten, da die Migrantenquote dort unter einem Prozent liegt und der Bildungsunterschied zwischen Einheimischen und Migranten sehr gering ist (z.B. 13 Punkte in Naturwissenschaften).

PISA 2015 - Einheimische Deutsche und Türken; erfassungsgradkorrigiert; Lesekompetenz, Naturwissenschaften, Mathematik
Abbildung 12.1: PISA 2015 – Einheimische Deutsche und Türken; erfassungsgradkorrigiert.

Der zentrale Vergleich betrifft die gestrichelte Linie ganz oben, welche die Gesamtheit der einheimischen deutschen 15-Jährigen repräsentiert, und die punktierte Linie ganz unten, die für die Gesamtheit der 15-jährigen Türken steht.

Bei den Ausgangsdaten im → Teil 2 betrug der Niveauunterschied zwischen Deutschland und der Türkei in der Lesekompetenz 81 Punkte. Nach Berücksichtigung der Stichprobenverzerrung in der Türkei und der Minderleistung der Migranten in Deutschland erhöht sich die Differenz auf 116 Punkte. In den in den Naturwissenschaften steigt sie von 84 auf 121 und in Mathematik von 86 auf 118 Punkte.

Damit erhöht sich die Effektstärke (siehe → Teil 3) in der Lesekompetenz von 0,89 auf 1,28, in den Naturwissenschaften von 0,93 auf 1,35 und in Mathematik von 1,00 auf 1,38. Das heißt:

  • Der Unterschied zwischen der jeweiligen Gesamtheit der einheimischen 15-Jährigen ist um 0,38 bis 0,45 Standardabweichungseinheiten größer als die Differenz zwischen den PISA-Stichproben, die im offiziellen PISA-Bericht der OECD dargestellt ist.

Die Effektstärken werden, wenn wir uns in Kürze auf die nationale Ebene konzentrieren und die einheimischen Deutschen den türkischen Migranten gegenüberstellen, eine wichtige Rolle spielen.

Zunächst bleiben wir jedoch auf der internationalen Ebene.

Hier gibt es die Fortsetzung → Bildungsproblem Türken. Teil 13: Das Bildungsniveau der 15-Jährigen in Deutschland und der Türkei

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Literatur


[1] Rauch, D., Mang, J., Härtig, H. und Haag, N. (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Reiss, K., Sälzer, C., Schiepe-Tiska, a., Klieme, E. und Köller, O. (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

[2] OECD (2016) PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengleichheit in der Bildung. Band I. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

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Bildung, Bildungsforschung, Deutschland, Türkei, Türken, PISA, Effektstärke, Statistik, Cohen’s d, Migranten, Naturwissenschaften, Lesekompetenz, Mathematik

Bildungsproblem Türken – Teil 1

Teil 2: PISA 2015: Niveauunterschiede zwischen Deutschland und Türkei

Bildungsproblem Türken

Eine Dokumentation der nationalen und internationalen Bildungsstudien

Alle nationalen und internationalen Bildungsstudien belegen übereinstimmend, dass Türken – insbesondere auch türkische Migranten – ein sehr viel niedrigeres Bildungsniveau aufweisen als Deutsche. In einer umfangreichen Serie werden die wichtigsten Befunde der Bildungsforschung ausführlich dokumentiert.

„… insbesondere für Kinder, deren Eltern aus der Türkei oder aus arabischen Ländern zugewandert sind, bleiben jedoch in allen Kompetenzbereichen signifikante Disparitäten bestehen.“
Rjosk, Haag, Heppt und Stanat, 2017, S.264 [1]


„… die Jugendlichen, deren Familien aus der Türkei zugewandert sind, … erzielen deutlich schwächere Leistungen als ihre … Mitschüler ohne Zuwanderungshintergrund.“
Gebhardt, Rauch, Mang, Sälzer und Stanat, 2013, S.303 [2]


Seit Beginn dieses Jahrhunderts werden regelmäßig groß angelegte internationale und nationale Bildungsstudien durchgeführt. Alle Studien bestätigen übereinstimmend, was der unvoreingenommene Beobachter mit bloßem Auge erkennt:

  • Türkischstämmige Migranten weisen ein sehr viel niedrigeres Bildungsniveau auf als einheimische Deutsche.

Diese augenfällige Diskrepanz ist das zentrale Thema dieses Beitrags. In einer umfangreichen Serie werde ich die wichtigsten empirischen Befunde der Bildungsforschung ausführlich dokumentieren. Dabei werde ich zeigen, dass die Leistungsunterschiede zwischen Deutschen und Türken wesentlich gravierender sind, als sie in der öffentlichen Diskussion dargestellt werden.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich von türkischen Migranten in Deutschland und einheimischen deutschen Schülern, also auf der nationalen Perspektive. Ausgangspunkt ist jedoch der Vergleich Deutschland/Türkei in der internationalen Perspektive auf der Grundlage der jüngsten PISA-Studie.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 2. PISA 2015: Niveauunterschiede zwischen Deutschland und Türkei.

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Literatur

[1] Rjosk, C., Haar, N., Heppt, B. und Stanat, P. (2017). Zuwanderungsbezogene Disparitäten. In: Stanat, P., Schipolowski, S., Rjosk, C., Weirich, S. und Haag, N. (Hrsg.). IQB-Bildungstrend 2016. Kompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik am Ende der vierten Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich. Münster: Waxmann, 2017, S.213-275.

[2] Gebhardt, M., Rauch, D., Mang, J., Sälzer, C. und Stanat, P. (2013). Mathematische Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In: Prenzel, M., Sälzer, C., Klieme, E. und Köller, O. (Hrsg.). PISA 2012. Fortschritte und Herausforderungen. Münster: Waxmann, 2013, S.275-308.

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Bildung, Bildungsforschung, Deutschland, Türkei, Türken, PISA, Migranten

Aschenputtel und die deutsche Migrationspolitik

Aschenputtel - „Ja, die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen!“

Aschenputtel und die deutsche Migrationspolitik

Wie die Migrationspolitik ganz gezielt das Bildungsniveau runiert

Im Gegensatz zu Aschenputtel handelt die deutsche Migrationspolitik nach dem Motto „Die Schlechten rein, die Guten raus!“. Wie die deutsche Migrationspolitik sehenden Auges das Bildungsniveau gegen die Wand fährt.

Aschenputtel - Ja, die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen!In Grimms Märchen muss Aschenputtel Linsen auslesen, während sich ihre Stiefschwestern auf den Ball vorbereiten. Als Tauben kommen und fragen, ob sie ihr helfen können, antwortet Aschenputtel: „Ja, die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen!“

Ja, so war das damals. Aber wer glaubt heute noch an Märchen? Unsere Politiker ganz gewiss nicht – oder etwa doch?

Wie alle nationalen und internationalen Bildungsstudien – PISA, TIMSS, PIRLS/IGLU, IQB – immer und immer wieder zeigen, handelt Deutschland nach dem Motto „Die Schlechten rein!“ Jahr um Jahr, Studie um Studie zeigt sich beharrlich ein und dasselbe Ergebnis: Migranten in Deutschland zeigen viel schlechtere Leistungen als die einheimischen Schüler.

Kein anderes Land fügt durch seine Migrationspolitik dem Bildungsniveau größeren Schaden zu als Deutschland. Sogar die offiziellen PISA-Berichte müssen einräumen: „Im Vergleich mit anderen europäischen Staaten ist der Kompetenzunterschied zwischen Jugendlichen mit zugewanderten Familien und Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund in Deutschland am größten ausgeprägt“ (PISA 2015, S.332) (1) und „Deutschland ist … derjenige unter den verglichenen Staaten mit den größten Kompetenzunterschieden zwischen Jugendlichen ohne Migrationshintergrund und Jugendlichen mit Migrationshintergrund insgesamt“ (PISA 2006, S. 358). (2)

Für Deutschland gilt jedoch nicht nur „Die Schlechten rein!“ – parallel dazu gilt auch noch „Die Guten raus!“.

Dronkers, Levels und de Heus (3) haben die Leistungen in PISA 2006 simultan nach Herkunftsland und nach Zielland aufgeschlüsselt. Damit wurden sowohl ausländische Schüler berücksichtigt, die als Migranten in Deutschland getestet wurden, als auch deutsche Schüler, die als Migranten im Ausland getestet wurden. Die Mittelwerte sind in Tabelle 1 dargestellt. In der linken Hälfte die ausländischen Migranten in Deutschland, in der rechten Hälfte die Deutschen im Ausland.

Tabelle 1: PISA 2006 – Naturwisenschaften – Migranten in Deutschland vs. Deutsche Migranten im Ausland.
Migranten in Deutschland Deutsche im Ausland
Anzahl Punkte Anzahl Punkte
Polen 77 497 Liechtenstein 16 550
Russland 79 466 Schweiz 173 549
Bosnien/Herzegowina 13 451 Luxemburg 100 532
Slovenien 1 435 Österreich 14 521
Kroatien 14 433 Belgien 147 508
Mazedonien 4 433 Niederlande 90 504
Griechenland 15 419
Italien 30 411
Serbien/Montenegro 21 414
Türkei 198 411
Summe/Mittelwert 452 438 540 526

Die Migranten in Deutschland liegen durchweg unter dem Mittelwert der OECD-Länder, der auf 500 normiert wurde.

Bei den Migranten aus Polen ist der Unterschied allerdings minimal. Migranten aus Polen und aus der ehemaligen Sowjetunion schneiden in allen Bildungsstudien relativ gut ab und ihre Bildungsassimilation gelingt rasch.

Erheblich schlechter sind Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Stichproben aus den einzelnen Ländern sind zwar sehr klein, zusammengefasst ergibt sich aber genau das Bild, das aus allen Studien bekannt ist: Migranten aus Ex-Jugoslawien zeigen schlechte Bildungsleistungen.

Migranten aus Griechenland und Italien werden in den Studienberichten nicht gesondert berücksichtigt. Die beiden Stichproben sind sehr klein; die außerordentlich niedrigen Werte weisen aber darauf hin, dass die Migranten, die aus diesen Ländern nach Deutschland kommen, eher dem unteren Intelligenzbereich ihrer Heimatländer angehören.

Wie in allen Untersuchungen leuchtet für die Migranten aus der Türkei auch hier die Rote Laterne. Der Abstand zu den einheimischen deutschen Schülern beträgt mehr als eine Standardabweichung. Das ist eine außerordentlich große Differenz!

Deutsche, die als Migranten im Ausland getestet wurden, liegen durchweg über dem OECD-Durchschnitt. Insgesamt erzielten sie im Mittel 526 Punkte. Sie liegen damit 9 Punkte unter den Schülern ohne Migrationshintergrund in Deutschland, die 535 Punkte erreichten (4). Die etwas geringere Leistung der deutschen Schüler in Belgien und den Niederlanden weist darauf hin, dass die Migration in ein Land mit einer anderen Sprache zu Einbußen führt.

Die Bilanz lautet somit:

  • 540 Deutsche mit einem Niveau von 526 raus!
  • 452 Schüler mit einem Niveau von 438 rein!

Es ist zu beachten, dass nur Schüler berücksichtigt wurden, deren Heimatland an der PISA-Studie teilnahm. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel sämtliche islamischen Länder außer der Türkei und sämtliche afrikanischen Länder. Das Intelligenzniveau dieser Länder liegt – zum Teil sehr weit – unterhalb der Türkei; diese Migranten dürften dementsprechend (erheblich) schlechter sein als die türkischstämmigen.

Ferner ist zu beachten, dass die Daten aus dem Jahr 2006 stammen. Zu jener Zeit herrschten in Deutschland noch paradiesische Zustände. Der Anteil der Migranten lag damals bei 20 Prozent, in der jüngsten IQB-Studie von 2016 ist er auf mehr als 33 Prozent hochgeschnellt. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren unweigerlich steigen und es ist nicht mehr zu verhindern, dass die einheimischen Schüler sehr viel früher als die meisten ahnen in der Minderheit sein werden. Das Problem wird dadurch potenziert, dass seit Jahren fast nur noch Migranten aus Niedrig- und Niedrigst- und Allerniedrigstintelligenzländern nach Deutschland strömen.

All dies zeigt, dass Deutschland die Rolle der Tauben in Aschenputtel übernimmt – „Die Schlechten rein, die Guten raus!“ – und dass die deutsche Migrationspolitik sehenden Auges das Bildungsniveau gegen die Wand fährt. In der Disziplin Dysgenische Migrationspolitik ist Deutschland unangefochtener Weltmeister.


Quellen und Anmerkungen

(1) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(2) Oliver Walter und Päivi Taskinen (2007) Kompetenzen und bildungsrelevante Einstellungen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland: Ein Vergleich mit ausgewählten OECD-Staaten. In Manfred Prenzel, Corduala Artelt, Jürgen Baumert, Werner Blum, Marcus Hammann, Eckard Klieme und Reinhard Pekrun (Hrsg.): PISA 2006. Die Ergebnisse der dritten internationalen Vergleichsstudie. Münster: Waxmann, S.337-336.

(4) Jaap Dronkers, Mark Levels und Manon de Heus (2014). Migrant pupils’ scientific performance: the influence of educational system features of origin and destination countries. Large-scale Assessments in Education 2014, 2:3

(4) Dronkers et al. geben für Deutsche ohne Migrationshintergrund den Wert 532 an; im nationalen PISA-2006-Bericht lautet der Wert jedoch 535.

Stichwörter:
Bildung, Politik, Bildungspolitik, PISA, Migranten, Aschenputtel, Dysgenik

Auf nach Estland! – Teil 16

Auf nach Estland!

Teil 16: Gute Migranten, schlechte Migranten – Deutschland, Estland, Finnland

Ein Fazit des nationalen PISA-Berichts lautet: „Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist der Kompetenzunterschied zwischen Jugendlichen aus zugewanderten Familien und Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund in Deutschland am größten ausgeprägt“ (Rauch et al., 2016, S.332) (1).

Diese Aussage ist unmissverständlich. Man kann sie aber auch so formulieren:

  • In keinem einzigen Land in Europa wird das Bildungsniveau durch Migranten derart massiv nach unten gedrückt wie in Deutschland.

Alle Studien zeigen, dass Schüler mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion und Polen rasch zu den einheimischen Schülern aufschließen. Schülern mit Wurzeln in islamisch geprägten Ländern gelingt dies nur in Ausnahmefällen; die meisten hinken auch in der zweiten Generation weit hinterher. Mit Sicherheit gilt dies noch stärker für schwarzafrikanische Schüler, die jedoch nicht gesondert berücksichtigt werden und in der Sammelgruppe „Anderes Land“ versteckt sind.

Für jeden, der nicht mit politisch korrekter Blindheit geschlagen ist, ist dieses Muster eine banale Selbstverständlichkeit. Die islamischen Länder sind ausnahmslos Niedrigintelligenzländer – die Türkei gehört in dieser Gruppe sogar zu den Besten! – und in Schwarzafrika finden sich ausnahmslos Niedrigstintelligenzländer (2).

  • Die Leistungen der Migranten sind lediglich ein Spiegelbild des Intelligenzniveaus ihrer Herkunftsländer.

Ausgangspunkt dieser Serie war der SPIEGEL-ONLINE-Artikel „Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind“ von Julia Köppe (3).

Nein, Frau Köppe – es ist nicht die Digitalisierung, es sind die Migranten, die den Unterschied zwischen Deutschland und Estland ausmachen!

Etwa 86 Prozent der Ausländer in Estland stammen aus Russland, der Rest aus den baltischen Ländern, der Ukraine, Weißrussland oder Deutschland. Migranten aus diesen Ländern erreichen auch in Deutschland gute Leistungen. Weniger als 1 Prozent stammen aus den übrigen Ländern dieser Welt. Moslems und Schwarzafrikaner muss man in Estland lange, lange, lange suchen. So ist es kein Wunder, dass die Leistungen der Migranten in Estland sogar über dem Niveau der 35 OECD-Staaten liegen.

Wer sich köstlich amüsieren will, dem sei der Beitrag → „Sieben Flüchtlinge erreichen Estland“ empfohlen: „Estland dagegen bekennt sich zur europäischen Solidarität. Der baltische Staat, mit der Fläche von Niedersachsen und mit 1,3 Millionen Einwohnern so groß wie München, will in den nächsten zwei Jahren 550 Flüchtlinge aufnehmen. Doch erst jetzt kommen die ersten Flüchtlinge aus Griechenland an. Es sind nur sieben Menschen – eine Familie mit drei Kindern im Schulalter aus dem Irak, ein Einzelhandelskaufmann aus Syrien und ein Journalist aus dem Jemen.“
Vermutlich haben die sieben schon lange den Weg ins Paradies Deutschland gefunden.

Im Gegensatz zu Estland hat Finnland ebenso wie Deutschland sehr schlechte Migranten, aber ihre Zahl ist im Gegensatz zu Deutschland moderat, so dass sich der negative Einfluss auf das Gesamtniveau Finnlands in Grenzen hält.

Der Vergleich Deutschland, Estland, Finnland zeigt, dass es auf Qualität und Quantität ankommt.

Der Unterschied zwischen Deutschland und Estland besteht in der Qualität. Estland hat gute, Deutschland hat sehr schlechte Migranten.

Der Unterschied zwischen Deutschland und Finnland besteht in der Quantität – oder im Unterschied zwischen Doppel-s und ß. Beide haben sehr schlechte Migranten. Finnland hat sie in Maßen, Deutschland hat sie in Massen.

  • Die deutsche Migrationspolitik ist so ausgerichtet, dass sie das Bildungsniveau maximal absenkt – sehr schlechte Schüler und davon sehr viele. Wenn man die Schulen mit Schülern mit geringer Intelligenz füllt, dann helfen auch die besten Lehrer und die supertollste Digitalisierung nichts.

Im abschließenden Beitrag dieser Serie wenden wir uns den hervorragenden deutschstämmigen Schülern zu, die zur absoluten Weltspitze zählen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 17


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Quellen und Anmerkungen

(1) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(2) Sie hierzu:
PISA – Mathematik in islamischen Ländern
PISA und Naturwissenschaften in islamischen Ländern
PISA und Leseverständnis in islamischen Ländern
PISA 2015 – Intelligenz in Europa
→ Serie Intelligenz und Intelligenzminderung in Deutschland – Arabien – Sub-Sahara-Afrika
→ Serie Bildungsniveau von Migranten

(3) Julia Köppe: Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind. SPIEGEL ONLINE, 08. November 2017.

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Türkei, Russland, Islam, Moslems, Schwarzafrika, Herkunftsregion, Estland, Finnland, SPIEGEL ONLINE

Auf nach Estland! – Teil 15

Auf nach Estland!

Teil 15: Gute Migranten, schlechte Migranten – Herkunftsregion


Besonders große Disparitäten … sind für Jugendliche mit zwei in der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien oder in einem arabischen Land geborenen Elternteilen zu finden.
Haag et al. (2016, S.455) (1)



Im vorangegangenen Beitrag → Teil 14 haben wir gesehen, dass sich die Leistungen der Migranten in Deutschland in Abhängigkeit vom Generationenstatus sehr stark unterscheiden. Noch wesentlich gravierender sind die Unterschiede, wenn man die Herkunftsregion berücksichtigt.

Rauch et al. (2016) (2) unterscheiden zwischen: Ehemalige Sowjetunion, Türkei, Polen und Anderes Land. Detailliert berichten sie über Zusammenhänge zwischen der Herkunftsregion und dem Sozioökonomischen Status der Eltern, dem Bildungsniveau der Eltern, den Kulturellen Ressourcen in der Familie und der zu Hause gesprochenen Sprache. Trotz intensiver Suche konnte ich jedoch keine Angaben über die Schülerleistungen finden. Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel vorauseilender Political Correctness.

Glücklicherweise sind in allen anderen nationalen PISA-Berichten und in allen Berichten zu den nationalen Studien des IQB die Leistungen auch nach der Herkunftsregion aufgeschlüsselt.

In der Serie → Von älteren Lehrerinnen, Mathematik und Migranten haben wir am Beispiel der nationalen IQB-Studie 2012 (2) gesehen:

Schüler mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion und Polen schneiden in Mathematik etwas, aber nicht viel schlechter ab als deutsche Schüler. Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien zeigen erheblich schlechtere Leistungen und am allerschlechtesten sind Schüler mit türkischen Wurzeln.

Dasselbe Grundmuster zeigt sich in allen nationalen und internationalen Studien und in allen Fächern. In den nationalen IQB-Studien 2015 und 2016 wurden zusätzlich die arabischen Länder berücksichtigt und die Schüler aus dieser Region zeigten – wie nicht anders zu erwarten – außerordentlich schlechte Leistungen. Sehr schlecht schneidet stets auch „Anderes Land“ ab, das jeweils die mit Abstand größte Migrantengruppe stellt.

Bei der simultanen Differenzierung nach Herkunftsregion und der Zahl der im Ausland geborenen Elternteile sind Migranten mit nur einem in der ehemaligen Sowjetunion oder Polen geborenen Elternteil den einheimischen Schülern oftmals vergleichbar, hin und wieder schneiden sie sogar ein wenig besser ab. Bei türkischstämmigen Schülern sind hingegen kaum Anzeichen einer Leistungsassimilation zu erkennen.

Vor diesem Hintergrund vergleichen wir in der nächsten Folge die Migranten in Deutschland, Estland und Finnland.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 16.


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Quellen und Anmerkungen

(1) Nicole Haag, Katrin Böhme, Camilla Rjosk und Petra Stanat (2016). Zuwanderungsbezogene Disparitäten. In Petra Stanat, Katrin Böhme, Stefan Schipolowski und Nicole Haag (Hrsg.). IQB-Bildungstrend 2016. Sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich. Münster: Waxmann, 2016, S. 431-479.

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(3) Hans Anand Pant, Petra Stanat, Ulrich Schroeders, Alexander Roppelt, Thilo Siegle, Claudia Pöhlmann (Hrsg.): IQB-Ländervergleich 2012 Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I. Münster: Waxmann Verlag GmbH, 2013.
Im Internet erhältlich unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/lv2012/Bericht

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Stichwörter:
Bildung, PISA, IQB, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, Generationenstatus, Türkei, Polen, Sowjetunion, Jugoslawien, Arabien, Herkunftsregion

Auf nach Estland! – Teil 14

Auf nach Estland!

Teil 14: Gute Migranten, schlechte Migranten – Generationenstatus

Diese Serie hat deutlich gemacht, dass praktisch alle Unterschiede zwischen Deutschland, Estland und Finnland in PISA 2015 (1) auf die Migranten zurückzuführen sind.

Daher richten wir nun den Blick auf die Migranten in Deutschland. Dabei sei angemerkt, dass das im Folgenden gezeichnete Bild der Migranten zu positiv ausfällt. Wie im → Teil 13 gesehen, konnte aufgrund fehlender Werte einem Siebtel der Schüler kein Migrationsstatus zugeordnet werden. In dieser Gruppe befinden sich mit Sicherheit sehr viele Migranten mit außerordentlich schlechten Leistungen, die das ohnehin sehr niedrige Niveau noch weiter drücken würden.

Naturgemäß sind die folgenden Aussagen auf die Schüler beschränkt, welche als Migranten identifiziert werden konnten.

Wie in nationalen und internationalen Bildungsstudien üblich unterscheiden Rauch et al. (2016) (2) im Hinblick auf den Generationenstatus nach:

  • Ein Elternteil im Ausland geboren   Ein Elternteil im Ausland, ein Elternteil in Deutschland geboren.
  • Zweite Generation   Beide Eltern im Ausland, der Schüler in Deutschland geboren.
  • Erste Generation   Beide Eltern und der Schüler im Ausland geboren.

Bei 39,6 Prozent der als Migranten identifizierten Schüler war ein Elternteil im Ausland geboren; 47,1 Prozent gehörten zur zweiten und 13,3 Prozent zur ersten Generation (3).

Im Themenschwerpunkt Naturwissenschaften erreichten die einheimischen Schüler 532 Punkte.
Für die Migrantengruppen nach Generationenstatus lauten die Werte:
Ein Elternteil im Ausland geboren: 497
Zweite Generation: 461
Erste Generation: 433.

Nach PISA 2015 (S.74) kann man grob davon ausgehen, dass der Lernzuwachs in einem Schuljahr am Ende der Sekundarstufe I etwa 30 Punkte beträgt. Das heißt:

  • Schüler mit einem im Ausland geborenen Elternteil haben einen Rückstand von einem Schuljahr.
  • Schüler der zweiten Generation hinken mehr als zwei Schuljahre hinterher.
  • Bei Schülern der ersten Generation beträgt der Leistungsrückstand sogar mehr als drei Schuljahre.

Das grundlegende Muster ist über die Jahre hinweg in allen internationalen und nationalen Bildungsstudien sowie in allen Themenbereichen dasselbe.
Schüler der ersten Generation, die selbst als Kinder nach Deutschland gekommen sind, schneiden miserabel ab.
Die zweite Generation, also Schüler, die in Deutschland geboren und in aller Regel hier aufgewachsen sind, zeigen bessere Leistungen, sie liegen aber dennoch weit unter den Einheimischen.
Schüler mit einem im Ausland geborenen Elternteil bilden die leistungsfähigste Migrantengruppe, aber auch sie liegen deutlich hinter den Einheimischen.

Migranten unterscheiden sich nicht nur durch den Generationenstatus. Eine zentrale und letztlich viel entscheidendere Rolle spielt die Herkunftsregion, der wir uns in der nächsten Folge zuwenden.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 15.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(3) In der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 stellten Migranten der ersten Generation mit 47 Prozent noch die größte Gruppe. Ihr Anteil ist seither kontinuierlich zurückgegangen. Durch die merkelsche Masseninvasion seit 2015 wird sich dieser erfreuliche Trend leider umkehren. Die Wertungen „erfreulich“ und „leider“ ergeben sich daraus, dass seit vielen Jahren fast nur noch extrem schlechte Migranten aus Niedrig- und Niedrigsintelligenzländern nach Deutschland strömen; siehe zum Beispiel → Asylpolitik und Dysgenik und den nächsten Teil dieser Serie.

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Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, Generationenstatus

Auf nach Estland! – Teil 11

PISA 2015 - Naturwissenschaften - Vergleich von Klassifikationssystemen

Auf nach Estland!

Teil 11: Estland, Finnland und Deutschland – Keinerlei Unterschiede

Auf der Grundlage von PISA 2015 (1) haben wir festgestellt, dass bei den Einheimischen praktisch kein Unterschied zwischen Deutschen, Esten und Finnen besteht. Die Unterschiede zwischen den Gesamtbevölkerungen gehen praktisch vollständig auf das Konto der Migranten.

Im → Teil 10 haben wir jedoch gesehen, dass die offiziellen von der OECD herausgegebenen PISA-Berichte auf einer völlig unsinnigen Definition von Migrationshintergrund beruhen. Nach der OECD-Klassifikation gelten alle Schüler, deren Mutter und/oder Vater in Deutschland geboren ist, als Schüler ohne Migrationshintergrund.

In nationalen Bildungsstudien werden Schüler nur dann der Kategorie Ohne Zuwanderungshintergrund zugeordnet, wenn kein Elternteil im Ausland geboren wurde. Diese Definition enthält zwar immer noch abstruse Fälle, sie ist aber wesentlich brauchbarer als die OECD-PISA-Klassifikation.

Im Folgenden vergleichen wir den Effekt der Migranten auf der Basis der nationalen Klassifikation. Als Erstes betrachten wir das Fach Naturwissenschaften, das in der jüngsten PISA-Studie Schwerpunktthema war. Die Daten basieren auf dem Beitrag von Rauch et al. (2) im nationalen PISA-2015-Bericht. Dort werden unter anderem Deutschland und Finnland berücksichtig, Estland leider nicht.

Abbildung 11.1 veranschaulicht die Leistungen der Gesamtstichprobe (links), die Leistung der Einheimischen nach der OECD-PISA-Klassifikation (Mitte) und der Einheimischen nach der nationalen Klassifikation, die auch in den IQB-Studien Anwendung (Nat.-IQB) findet (rechts).

PISA 2015 - Naturwissenschaften - Vergleich von Klassifikationssystemen
Abbildung 11.1: PISA 2015 – Naturwissenschaften. Gesamtstichprobe und Einheimische nach unterschiedlichen Klassifikationssystemen.
Gesamt: Gesamtstichprobe
OECD-PISA: Einheimische nach der Klassifikation der OECD; offizielle PISA-Studien
Nat.-IQB: Einheimische nach der nationalen Klassifikation, die auch den IQB-Studien zugrunde liegt.

Der linke und mittlere Teil von Abbildung 11.1 zeigen das bereits Bekannte: In der Gesamtstichprobe liegt Deutschland 25 Punkte hinter Estland. Bereits im offiziellen PISA-Bericht (Mitte) ist bei den Einheimischen der Abstand auf 12 Punkte geschrumpft. Der Abstand zu Finnland hat sich von 22 auf 8 Punkte reduziert.

Der springende Punkt liegt im rechten Teil der Abbildung: Auf der Basis der nationalen Klassifikation ist die Leistung der einheimischen Deutschen um weitere 5 Punkte gestiegen. Für Finnland ergeben die beiden Klassifikationssysteme identische Werte. Damit hat sich der Abstand Deutschland-Finnland von 22 über 8 auf nur noch 3 Punkte reduziert. Drei Punkte sind statistisch und inhaltlich bedeutungslos. Einheimische Finnen und einheimische Deutsche zeigen dasselbe sehr hohe Leistungsniveau.

Für Estland sind leider keine Daten auf der Basis der nationalen Klassifikation verfügbar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die unterschiedlichen Klassifikationssysteme auch für Estland bedeutungslos sind. Zum einen hat Estland viel bessere Migranten, zum anderen hat Estland viel weniger Migranten. Es ist fraglich, ob Estland nach der nationalen Klassifikation überhaupt einen einzigen Punkt hinzugewinnen würde. Durch den 5-Punkte-Zugewinn hat Deutschland auf jeden Fall noch weiter zu Estland aufgeschlossen. Der 25-Punkte-Vorsprung Estlands in der Gesamtstichprobe ist bei den Einheimischen auf 7+x mit einem sehr, sehr kleinen x zusammengeschmolzen.

Auf der Basis der nationalen Klassifikation wird das Kernergebnis noch stärker gestützt als ohnehin schon:

  • Zwischen einheimischen Deutschen, Esten und Finnen bestehen keine nennenswerten Unterschiede.

Im nächsten Beitrag werden wir diese Betrachtung auf die Lesekompetenz und Mathematik ausdehnen, welche 2015 kein Schwerpunktthema waren.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 12.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

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Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, IQB, OECD, Naturwissenschaften

Auf nach Estland! – Teil 10

Auf nach Estland!

Teil 10: Migrationsstatus – Was versteht man eigentlich unter Zuwanderungs- oder Migrationshintergrund?

In dieser Serie haben wir gezeigt, dass die Migranten einen außerordentlich starken negativen Effekt auf das Bildungsniveau in Deutschland haben. Dabei ist auch klar geworden, dass der Effekt sowohl vom Leistungsniveau als auch von dem relativen Anteil der Migranten, also der Migrantenquote, abhängt.

Laut PISA 2015 (1) betrug der Anteil Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland 16,9 Prozent. Jeder, der in diesem Jahrhundert mit offenen Augen durch Deutschland gegangen ist, weiß, dass mit dieser Zahl etwas nicht in Ordnung ist. Bereits der nationale PISA-Report für das Jahr 2000 (2) weist für Deutschland eine Migrantenquote von 21,8 Prozent aus! Die Zeiten, in denen die Quote noch 16,9 Prozent betrug, sind lange vorbei; das war etliche Jahre vor der Jahrtausendwende.

Die offizielle PISA-Studie der OECD liefert zwei Hinweise, worauf das Missverhältnis zurückzuführen ist.

Eine Fußnote auf Seite 284 lautet: „Bei der Interpretation der Ergebnisse für Deutschland ist aufgrund fehlender Daten für die Variablen Migrationshintergrund und zu Hause gesprochene Spache Vorsicht geboten.“ Bezeichnenderweise gibt es einen solchen Warnhinweis für kein anderes Land. Lediglich in Deutschland gibt es einige Bundesländer, die unter dem Deckmantel Datenschutz die Bildungsforschung ad absurdum führen.

Noch wichtiger ist die PISA-Definition von Migrationshintergrund: „Schüler ohne Migrationshintergrund   sind Schüler, deren Mutter und/oder Vater in dem Land … geboren sind, in dem … sie am PISA-Test teilnahmen, unabhängig davon, ob sie selbst in diesem Land … geboren sind“.

Wenn zum Beispiel der in Deutschland geborene türkischstämmige Mustafa die in Anatolien geborene Ayshe heiratet und deren Kinder in Deutschland zur Schule gehen, dann sind diese nach PISA Schüler ohne Migrationshintergrund. Diese Definition ist schlechterdings absurd! Sie wird gleichwohl in den von der OECD getragenen PISA-Studien durchgängig angewandt. Da die Kinder der Mustafas und Ayshes in der Regel sehr viel schlechter sind, ziehen sie das Leistungsniveau der echten Einheimischen nach unten.

In den nationalen Bildungsstudien des IQB und den nationalen Berichten zu den PISA-Studien wird der Migrationsstatus gottseidank anders definiert. Rauch, Mang, Härtig & Haag (2016) (3) treffen folgende Unterscheidung:

  • Ohne Zuwanderungshintergrund:   Kein Elternteil im Ausland geboren.
  • Ein Elternteil im Ausland geboren:   Ein Elternteil im Ausland, ein Elternteil in Deutschland … geboren.
  • Zweite Generation:   Beide Elternteile im Ausland geboren, Jugendliche/r in Deutschland … geboren.
  • Erste Generation:   Beide Elternteile und Jugendliche/r im Ausland geboren.

Damit werden zwar absurderweise immer noch die Kinder der beiderseits in Deutschland geborenen Mohammeds und Fatimas unter dem Etikett Ohne Zuwanderungshintergrund  geführt, aber es ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der völlig abstrusen OECD-PISA-Definition.

Nach Rauch et al. (2016) (3) ergeben sich für PISA 2015 die folgenden Werte:

Nicht zuzuordnen:   14,3 %

Unter den gültigen Werten:

Ohne Zuwanderungshintergrund:   72,2 Prozent
Mit Zuwanderungshintergrund:   27,8 Prozent

Nach Generationenstatus:
Ein Elternteil im Ausland geboren:   11,0%
Zweite Generation:   13,1 Prozent
Erste Generation:   3,7 Prozent

Nach Herkunftsregion:
Ehemalige Sowjetunion:   4,8 Prozent
Türkei:   5.5 Prozent
Polen:   2,4 Prozent
Anderes Land:   15,2 Prozent

Nach der PISA-Definition hatten lediglich 16,9 Prozent der Schüler einen Zuwanderungshintergrund – nach der nationalen Klassifikation sind es hingegen 27,8 Prozent! (In dieser Zahl sind die 14,3 Prozent Nichtzuzuordnenden, die mit großer Sicherheit zum allergrößten Teil Migranten sind, naturgemäß nicht mitgezählt.)

In der nächsten Folge werden wir sehen, wie der Effekt der Migranten nach der nationalen Klassifikation aussieht.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 11


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Jürgen Baumert et al. (Hrsg.) (2000). PISA 2000 – Die Länder der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich. Oppladen: Leske + Budrich.

(3) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, IQB, OECD

Auf nach Estland! – Teil 8

Auf nach Estland!

Teil 8: Zwischenbilanz (Fortsetzung)

In den Folgen 3 bis 6 haben wir auf der Grundlage von PISA 2015 (1) Die Auswirkungen der Migranten auf das Leistungsniveau in Deutschland, Estland und Finnland untersucht.

In allen drei Ländern schneiden die Migranten (sehr) viel schlechter ab als die Einheimischen. Dabei fallen die Unterschiede zwischen Einheimischen und Migranten je nach Land sehr unterschiedlich aus.

In Estland beträgt die Differenz in der Lesekompetenz 29, in Mathematik 26 und in den Naturwissenschaften 32 Punkte. Diese Differenzen entsprechen etwa dem Zugewinn in einem Schuljahr am Ende der Sekundarstufe I. Trotz dieser Differenzen liegen die Migranten in Estland in allen Bereichen über dem Durchschnitt der 35 OECD-Länder (bezogen auf die jeweilige Gesamtbevölkerung). Estland hat also durchaus leistungsfähige Migranten; sie liegen nur deshalb weit zurück, weil die einheimischen Esten Spitzenleistungen erbringen.

In Deutschland ist der Rückstand der Migranten wesentlich größer, nämlich 58 Punkte in der Lesekompetenz, 54 Punkte in Mathematik und 72 Punkte in den Naturwissenschaften. Das entspricht etwa einem Rückstand von zwei bis zweieinhalb Jahren.

Die schlechtesten Migranten hat Finnland. Der Abstand zu den einheimischen Finnen beträgt in Mathematik 63, in der Lesekompetenz und den Naturwissenschaften jeweils 83 Punkte. Das entspricht einem Rückstand von zwei bis drei Schuljahren.

In den Gesamtstichproben hatte Estland in allen drei Bereichen einen statistisch signifikanten Vorsprung vor Deutschland; Finnland schnitt in der Lesekompetenz und in den Naturwissenschaften signifikant besser ab als Deutschland und hatte auch im Mathematik einen Vorsprung von 5 Punkten, der jedoch statistisch nicht signifikant ist. Rechnet man die Minderleistungen der Migranten heraus und betrachtet nur noch die Einheimischen, so zeigen sich erhebliche Verschiebungen.

In der Gesamtstichprobe lag Estland in der Lesekompetenz 10 Punkte vor Deutschland; die einheimischen Deutschen sind jedoch um 3 Punkte besser als die einheimischen Esten. Die Relation hat sich also umgekehrt. In Mathematik ist der Vorsprung Estlands von 14 auf 4 Punkte geschmolzen. Und in den Naturwissenschaften hat sich Estlands Vorsprung von 25 auf 12 Punkte mehr als halbiert. Die Differenzen von +3 bzw. -4 Punkten liegen im Bereich der zufälligen Schwankungen. Lediglich in den Naturwissenschaften hat Estland noch einen (deutlich geschrumpften) Vorsprung.

Der Rückstand Deutschlands gegenüber Finnland hat sich in der Lesekompetenz von 15 auf 5 Punkte verringert. In Mathematik ist aus einem 5-Punkte-Rückstand ein 5-Punkte-Vorsprung geworden. Auch hier hat sich also die Rangfolge umgekehrt. In den Naturwissenschaften ist Finnlands Vorsprung von 22 auf 8 Punkte gesunken. Die 5-Punkte-Differenzen sind statistisch bedeutungslos; die 8-Punkte-Differenz liegt gerade so an der Signifikanzgrenze.

Das zentrale Ergebnis lautet:

  • Betrachtet man nur die Einheimischen, dann gibt es praktisch keine Unterschiede zwischen Deutschen, Esten und Finnen.

Erwähnenswert bleibt lediglich die 12-Punkte-Differenz zwischen Deutschen und Esten in Naturwissenschaften. Ironischerweise passt ausgerechnet dieses Ergebnis am allerwenigsten zu der These von Julia Köppe, die den Leistungsvorsprung der Esten auf die umfassende Digitalisierung der estnischen Schulen zurückführen will (2). Wie im → Teil 2 gezeigt, ist die Leistung in den Naturwissenschaften in Estland von 2012 bis 2015 von 541 auf 534 Punkte gesunken. Das spricht nicht gerade für die segensreichen Wirkungen der Digitalisierung! Und dass im gleichen Zeitraum die Leistung in Deutschland noch stärker zurückging (von 524 auf 509), ist schwerlich auf die Superdigitalisierung Estlands zurückzuführen. (Kleiner Geheimnisverrat: In Kürze werde wir sehen, dass sogar der 12-Punkte-Vorsprung in Luft dahinschmilzt.)

Was bereits bei der Betrachtung der Gesamtstichproben klar war, ist durch die Berücksichtigung der Migranten noch deutlicher geworden: Der SPIEGEL-ONLINE-Artikel von Julia Köppe ist pures Wunschdenken und Fake News.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 9.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Julia Köppe: Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind. SPIEGEL ONLINE, 08. November 2017.

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Bildung, PISA, Estland, Finnland, Deutschland, Mathematik, Lesekompetenz, Naturwissenschaften, Migranten, Migrationshintergrund, SPIEGEL ONLINE, Fake News

Auf nach Estland! – Teil 6

PISA 2015 - Naturwissenschaften - Leistungsstarke und Versager nach Migrationsstatus

Auf nach Estland!

Teil 6: Estland, Finnland und Deutschland – Gute und schlechte Migranten (Fortsetzung)

In den vorangegangenen Folgen haben wir die Leistungen in PISA 2015 (1) auf der Basis der Mittelwerte betrachtet. Nun betrachten wir die Extreme des Leistungsspektrums. Dabei beschränken wir uns auf den Bereich Naturwissenschaften, der in PISA 2015 den Schwerpunkt bildete.

PISA unterscheidet sechs Kompetenzstufen. Die Stufe 2 bezeichnet das Minimalniveau, das erforderlich ist, um vollwertig am Leben einer modernen Gesellschaft teilhaben zu können. Schüler der Stufe 1, die noch nicht einmal das Minimalniveau erreichen, bezeichnen wir als Versager. Schüler, die die Stufe 5 oder 6 erreichen, bezeichnen wir als Leistungsstarke.

In Abbildung 6.1 sind die prozentualen Anteile der Versager und der Leistungsstarken nach dem Migrationsstatus aufgeschlüsselt. Versager sind rot, Leistungsstarke sind grün gekennzeichnet; Einheimische werden durch gefüllte und Migranten durch gerasterte Balken repräsentiert.

PISA 2015 - Naturwissenschaften - Leistungsstarke und Versager nach Migrationsstatus Deutschland Estland Finnland
Abbildung 6.1: PISA 2015 – Naturwissenschaften – Leistungsstarke und Versager nach Migrationsstatus.
Rot: Versager (V.)
Grün: Leistungsstarke (L.)
Fläche gefüllt: Einheimische (E.)
Fläche gerastert: Migranten (.M).

Bei den Einheimischen (gefüllte Balken) zeigen sich Unterschiede zwischen den drei Ländern vor allem bei den Versagern. Mit einer Versagerquote von 8,0 Prozent steht Estland am besten da. Finnland folgt mit 10,2 Prozent. Deutschland ist mit 11,8 Prozent Versagern am stärksten belastet. Im Vergleich zu Estland ist die Versagerquote in Finnland um 27,5 Prozent und in Deutschland sogar um 47,5 Prozent höher.

In allen drei Ländern gibt es unter den Einheimischen mehr Leistungsstarke als Versager. Mit 14,9 Prozent Leistungsstarken hat Finnland die Nase knapp vor Estland mit 14,6 Prozent. In Deutschland sind 13,5 Prozent der Einheimischen leistungsstark.

Auf 100 Leistungsstarke entfallen unter den Einheimischen in Finnland 55, in Estland 68 und in Deutschland 87 Versager.

Bei den Migranten (gerasterte Balken) sind die Relationen nicht nur umgekehrt, sondern auch sehr viel krasser. In Finnland beträgt die Versagerquote unter den Migranten 36,2 Prozent; in Deutschland sind es 33,6 Prozent. Das heißt: In beiden Ländern gehört etwas mehr als jeder Dritte zu den Versagern! Vor diesem Hintergrund steht Estland mit 13,1 Prozent migrantischen Versagern geradezu glänzend da.

Bei den migrantischen Leistungsstarken steht Estland mit 6,5 Prozent klar vor Finnland mit 4,6 Prozent. Deutschland ist mit 3,5 Prozent weit abgeschlagen. Im Vergleich zu Deutschland liegt die Quote bei den Migranten in Finnland um 31 und in Estland um 86 Prozent höher.

Auf 100 Leistungsstarke entfallen bei den Migranten in Estland 202 Versager. In Finnland sind es 787 und in Deutschland sogar 960!

Halten wir speziell für Deutschland Folgendes fest:

  • In Deutschland gehört jeder dritte Migrant zu den Versagern!
  • In Deutschland kommen bei den Einheimischen auf 100 Leistungsstarke 87 Versager. Bei den Migranten kommen auf 100 Leistungsstarke 960 Versager!

Diese Zahlen sollten eigentlich jedermann klarmachen, welche „Bereicherung“ die Migranten für Deutschland darstellen.

Die Fortsetzung gibt es im → Teil 7.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

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Bildung, PISA, Estland, Finnland, Deutschland, Mathematik, Migranten, Migrationshintergrund

Auf nach Estland! – Teil 5

PISA 2015 - Mathematik nach Migrationsstatus

Auf nach Estland!

Teil 5: Estland, Finnland und Deutschland – Gute und schlechte Migranten (Fortsetzung)

In den beiden vorangegangenen Folgen haben wir die Leistungen in PISA 2015 (1) in Naturwissenschaften (→ Teil 3) und der Lesekompetenz (→ Teil 4) nach dem Migrationsstatus aufgeschlüsselt.

Nun betrachten wir den Einfluss der Migranten im Fach Mathematik. Die Ergebnisse sind in Abbildung 5.1 veranschaulicht

PISA 2015 - Mathematik nach Migrationsstatus Deutschland, Estland, Finnland
Abbildung 5.1: PISA 2015 – Mathematik nach Migrationsstatus

In Mathematik zeigt sich genau dieselbe Grundsituation wie in den Naturwissenschaften und der Lesekompetenz:
(1) Zwischen den Einheimischen der drei Länder zeigen sich nur kleine Unterschiede.
(2) Die Migranten schneiden sehr viel schlechter ab als die Einheimischen.
(3) Zwischen den Migranten in den drei Ländern bestehen sehr große Unterschiede.

Im Vergleich der Einheimischen liegt Estland mit 523 Punkten nur knapp vor Deutschland (519), welches seinerseits knapp vor Finnland (514) liegt. In der Gesamtstichprobe lag Deutschland 14 Punkte hinter Estland (520 bzw. 506 Punkte), bei den Einheimischen beträgt der Abstand nur noch 4 Punkte. Damit ist die Differenz Estland minus Deutschland trotz der großen Stichproben statistisch bedeutungslos. Gleiches gilt für die Differenz Deutschland minus Finnland.

Im Vergleich der Migranten ergibt sich dieselbe Rangfolge, die Unterschiede zwischen den Ländern sind aber sehr groß. Die Migranten in Estland schneiden mit 497 Punkten besser ab als die 35 OECD-Länder im Durchschnitt (490 Punkte; bezogen auf die Gesamtbevölkerung). Ebenso wie in den Naturwissenschaften und der Lesekompetenz zeigen die Migranten in Estland auch in Mathematik ein hohes Niveau. Die Migranten in Deutschland (465 Punkte) und Finnland (451 Punkte) schneiden hingegen (sehr) viel schlechter ab.

Der Vergleich Einheimische vs. Migranten innerhalb der Länder ergibt in Estland eine Differenz von 26 Punkten; in Deutschland sind es 54 und in Finnland 64 Punkte. Zur Einordnung: In einer deutschen Studie (2) betrug der Lernzuwachs zwischen der 9. und der 10. Klasse im Fach Mathematik 25 Punkte. Der Unterschied zwischen Einheimischen und Migranten in Deutschland entspricht somit etwas mehr als zwei Schuljahren!

Das interessanteste Ergebnis bringt der Vergleich Deutschland/Finnland:

  • Betrachtet man nur die Einheimischen, dann ist Deutschland um 5 Punkte besser als Finnland.
  • Betrachtet man nur die Migranten, dann ist Deutschland sogar um 14 Punkte besser als Finnland.
  • Betrachtet man die Gesamtbevölkerung (→ Teil 1), dann ist Deutschland um 5 Punkte schlechter als Finnland!

Das mag auf den ersten Blick absurd erscheinen. Es ist dennoch kein sachlicher Fehler und auch kein Tippfehler. Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man die Migrantenquote berücksichtigt. In PISA 2015 beträgt die Migrantenquote in Deutschland 16,9 Prozent, in Finnland 4,0 Prozent. Die 4 Prozent Migranten in Finnland haben das Niveau um 3 Punkte gesenkt; die schiere Masse der Migranten in Deutschland hat das Niveau um 13 Punkte nach unten gedrückt – und damit hat sich in der Gesamtbevölkerung die Rangfolge umgekehrt.

Diese Befunde machen eindrücklich klar:

  • Eine sinnvolle Interpretation und Diskussion der PISA-Ergebnisse macht nur dann Sinn, wenn man explizit zwischen Einheimischen und Migranten differenziert.
  • Dabei ist es unverzichtbar, neben dem Leistungsniveau auch die Migrantenquote zu berücksichtigen.
Ein paar schlechte Migranten kann ein Land verkraften, eine große Masse schlechter Migranten kann ein Land ruinieren. Deutschland hat sich offenkundig für den zweiten Weg entschieden.


In der nächsten Folge beleuchten wir den außerordentlich großen Einfluss der Migranten aus einer anderen Perspektive → Teil 6.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Prenzel, M. et al. (2006). PISA 2003: Untersuchungen zur Kompetenzentwicklung im Verlauf eines Schuljahres. Münster: Waxmann Verlag GmbH.

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Bildung, PISA, Estland, Finnland, Deutschland, Mathematik, Migranten, Migrationshintergrund

Auf nach Estland! – Teil 4

PISA 2015 - Lesekompetenz nach Migrationsstatus

Auf nach Estland!

Teil 4: Estland, Finnland und Deutschland – Gute und schlechte Migranten (Fortsetzung)

Im vorherigen → Teil 3 haben wir anhand von PISA 2015 (1) den enormen Einfluss der Migranten in Estland, Finnland und Deutschland auf die Leistungen in den Naturwissenschaften dargestellt.

Auf der Grundlage der Zusatzmaterialien, die im Internet heruntergeladen werden können (2), können wir auch den Einfluss der Migranten in den Bereichen Lesekompetenz und Mathematik betrachten.

Abbildung 4.1 veranschaulicht die Ergebnisse zur Lesekompetenz.

PISA 2015 - Lesekompetenz nach Migrationsstatus Deutschland, Estland, Finnland
Abbildung 4.1: PISA 2015 – Lesekompetenz nach Migrationsstatus

In Abbildung 4.1 steckt ein äußerst bemerkenswertes Ergebnis. Um dies zu erkennen, muss man sich die Ausgangslage vergegenwärtigen. Im → Teil 1 haben wir gesehen: In der Gesamtbevölkerung liegt Finnland mit 526 Punkten vor Estland mit 519 und Deutschland mit 509 Punkten; das heißt: insgesamt liegt Deutschland 17 Punkte hinter Finnland und 10 Punkte hinter Estland. Betrachtet man nur die Einheimischen, dann ergibt sich ein völlig anderes Bild. Nun liegt Deutschland (526) nur noch knapp hinter Finnland (531); Deutschlands Rückstand ist von 17 auf 5 Punkte geschrumpft. Estland ist mit 523 Punkten sogar hinter Deutschland zurückgefallen – der 10-Punkte Rückstand Deutschlands hat sich in einen 3-Punkte-Vorsprung verwandelt!

Während sich die Einheimischen kaum voneinander unterscheiden, gibt es extreme Unterschiede zwischen den Migranten in den drei Ländern. Mit 494 Punkten schneiden die Migranten in Estland gut ab (der Mittelwert der 35 OECD-Länder beträgt 493 Punkte). In Deutschland zeigen die Migranten hingegen schlechte (468 Punkte) und in Finnland sehr schlechte Leistungen (448 Punkte).

Daraus ergibt sich zwischen Einheimischen und Migranten in Estland ein großer Unterschied von 29 Punkten, in Deutschland ein sehr großer (58 Punkte) und in Finnland ein gigantischer Unterschied (83 Punkte).

Durch den Einfluss der Migranten wird das Leistungsniveau der Einheimischen so stark verzerrt, dass sich in der Gesamtbevölkerung sogar Verschiebungen in der Rangordnung der drei Länder ergeben.

  • Würde man nur die Einheimischen betrachten, dann bräuchte man über die geringfügigen Unterschiede zwischen Deutschen, Esten und Finnen gar nicht zu reden. Es sind die Migranten, die das Bild gravierend verzerren!

In der nächsten Folge betrachten wir den Einfluss der Migranten auf die Leistungen in Mathematik → Teil 5.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

(2) PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

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Bildung, PISA, Estland, Finnland, Deutschland, Lesekompetenz, Migranten, Migrationshintergrund

Auf nach Estland! – Teil 3

PISA 2015 - Naturwissenschaften und Migrationsstatus

Auf nach Estland!

Teil 3: Estland, Finnland und Deutschland – Gute und schlechte Migranten

Ausgangspunkt dieser Serie ist der SPIEGEL-ONLINE-Artikel Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind (1), in dem die Autorin Julia Köppe das hervorragende Bildungsniveau Estlands auf die digitale Ausstattung der Schulen zurückführt (→ Teil 1).

Anhand der PISA-Studien von 2006, 209, 2012 und 2015 haben wir gesehen (→ Teil 2):

  • Nichts, aber auch gar nichts spricht dafür, dass der Vorsprung Estlands gegenüber Deutschland auf die Digitalisierung der estnischen Schulen zurückzuführen ist.

Statt auf Händi, Smartboard, Internet, WLAN, 3D-Drucker und sonstigen Technik-Schnickschnack zu starren, hätte die Autorin ihren Blick besser auf einen anderen Faktor gerichtet. Jeder, der auch nur ein bisschen Ahnung von Psychologie und Bildungsforschung hat, weiß, welcher Kandidat die besten Aussichten hat, nämlich die Intelligenz der Schüler. Und jeder, der die Welt nicht durch die Brille der Political Correctness betrachtet, weiß, dass hier die Zusammensetzung der Schülerschaft im Hinblick auf den Anteil und – ganz besonders wichtig – die Herkunft der Migranten einen zentralen Faktor darstellt.

In PISA 2015 (2) betrug der prozentuale Anteil der Migranten in Deutschland 16,9 Prozent, in Estland 10,0 Prozent und in Finnland waren es 4,0 Prozent.

Welch entscheidende Rolle die Migranten spielen, wird in Abbildung 3.1 deutlich. Dort sind die Leistungen in den Naturwissenschaften (3) nach dem Migrationsstatus aufgeschlüsselt. Dabei bezeichnet ohneM die Schüler ohne Mitgrationshintergrund, Mges die Schüler mit Migrationshintergrund, M2 Migranten der zweiten und M1 Migranten der ersten Generation.

PISA 2015 - Naturwissenschaften und Migrationsstatus Deutschland, Estland, Finnland
Abbildung 3.1: PISA 2015. Leistungen in Naturwissenschaften nach Migrationsstatus
ohneM: Ohne Migrationshintergrund
Mges: Migranten insgesamt
M2: Migranten der zweiten Generation
M1: Migranten der ersten Generation

Bereits auf den ersten Blick ist unmissverständlich klar:

  • Der Migrationsstatus macht einen gewaltigen Unterschied und dieser Unterschied ist in Estland sehr viel geringer als in Deutschland oder Finnland.

Die Schüler ohne Migrationshintergrund erreichten in Estland 539, in Finnland 531 und in Deutschland 527 Punkte. In der jeweiligen Gesamtstichprobe lauteten die Werte 534, 531 und 509. Das heißt: Ohne die Migranten stünde Estland um 5 Punkte, Finnland um 4 Punkte und Deutschland um 18 Punkte besser da! In der Gesamtstichprobe beträgt der Unterschied zwischen Deutschland und Estland 25 Punkte; bei den Schülern ohne Migrationshintergrund sind es nur noch 12 Punkte. Zwischen Deutschen, Esten und Finnen ohne Migrationshintergrund sind die Differenzen überschaubar.

Zwischen den Migranten in Estland auf der einen und Deutschland und Finnland auf der anderen Seite sind die Unterschiede jedoch gigantisch.

Die Migranten in Estland erreichen 507 Punkte – das sind 14 Punkte mehr als der Durchschnitt der 35 OECD-Länder! Die Zuwanderer in Estland zeigen zwar deutlich schlechtere Leistungen als die Einheimischen, sie sind aber klar besser als die OECD-Länder oder das europäische Durchschnittsniveau.

In Deutschland und Finnland liegen die Migranten hingegen meilenweit unter dem Niveau der Einheimischen. In Deutschland beträgt die Differenz 72 Punkte; das entspricht dem Lernzuwachs von mehreren Schuljahren! (4)

In Finnland beträgt der Unterschied zwischen Einheimischen und Migranten sogar 83 Punkte! Der Vergleich Einheimische vs. Migranten fällt also in Finnland noch ungünstiger aus als in Deutschland. Oben hatten wir festgestellt, dass Finnland ohne die Migranten um 4, Deutschland ohne Migranten um 18 Punkte besser dastünde. Der scheinbare Widerspruch lässt sich leicht auflösen: Der Anteil der Migranten beträgt in Finnland 4,0 Prozent; in Deutschland ist er mit 16,9 Prozent mehr als viermal so groß. Deutschland und Finnland haben zwar beide sehr schlechte Migranten, aber in Deutschland ist die Masse der Migranten sehr viel größer als in Finnland. Folglich schlägt der negative Effekt der Migranten in Deutschland wesentlich stärker zu Buche als in Finnland.

In der nächsten Folge werden wir die entscheidende Rolle der Migranten weiter vertiefen → Teil 4.


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Quellen und Anmerkungen

(1) Julia Köppe: Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind. SPIEGEL ONLINE, 08. November 2017.

(2) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w

(3) In den PISA-Studien bildet im Wechsel jeweils ein Fach den Schwerpunkt. Im Jahr 2015 lag der Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften. Deshalb liegen für dieses Fach sehr ausführliche Detailinformationen vor.

(4) Siehe dazu die Serie → Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten – Teil 8

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Bildung, PISA, Estland, Finnland, Deutschland, SPIEGEL ONLINE, Digitalisierung, Naturwissenschaften, Migranten, Migrationshintergrund

Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten – Teil 11

Überlappende Normalverteilungen

Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten

Teil 11: Migranten – Totalversager und Spitzenkräfte (Fortsetzung)

Im → Teil 10 zur IQB-Studie 2012 (1) haben wir gesehen, dass in allen betrachteten Herkunftsgruppen der Anteil der Spitzenkräfte (sehr viel) kleiner und der Anteil der Totalversager (sehr viel) größer ist als bei den deutschen Schülern. Das ist aber nur die halbe Geschichte.

Bei den Migrantengruppen gibt es nicht nur einen (sehr viel) kleineren Prozentsatz von Spitzenkräften, die migrantischen Spitzenkräfte sind im Durchschnitt auch deutlich schlechter als die deutschen Spitzenkräfte. Und spiegelbildlich gibt es nicht nur einen (sehr viel) größeren Prozentsatz von Totalversagern unter den Migranten, die migrantischen Totalversager sind im Durchschnitt auch noch deutlich schlechter als die deutschen Totalversager.

Das mag – wenn man mit Statistik wenig vertraut ist – vielleicht überraschen, man kann es sich aber sehr leicht klarmachen.

In Abbildung 11.1 sind die überlappenden Normalverteilungen einer Gruppe A und einer Gruppe B dargestellt. C1 auf der X-Achse soll den Wert markieren oberhalb dessen die Spitzenkräfte zu finden sind; C2 markiert den Wert, unterhalb dessen die Totalversager zu finden sind.

Überlappende Normalverteilungen
Abbildung 11.1: Überlappende Normalverteilungen mit Kriterien C1 und C2.

Wie man in Abbildung 11.1 unmittelbar sieht, ist rechts vom Kriterium C1 die Fläche der Gruppe B sehr viel größer als die Fläche der Gruppe A. Wenn C1 das Kriterium für die Spitzenkräfte darstellt, dann heißt dies: Der prozentuale Anteil der Spitzenkräfte ist in Gruppe B sehr viel größer als in Gruppe A. Das ist genau das, was wir zum Beispiel aus dem Vergleich deutsche (B) vs. türkische (A) Schüler kennen.

Abbildung 11.1 zeigt darüber hinaus, dass die wenigen Spitzenkräfte aus Gruppe A sehr nahe am Kriterium C1 liegen und große Abweichungen nach rechts extrem selten sind. In Gruppe B hingegen sind sehr viel mehr größere Abweichungen nach rechts zu finden. Somit ist der Durchschnitt der Spitzenkräfte in Gruppe B viel größer als in Gruppe A. In Gruppe A gibt es zwar einige Spitzenkräfte, aber so gut wie gar keine Superspitzenkräfte. In Gruppe gibt es hingegen auch einen nennenswerten Anteil an Superspitzenkräften (und sogar einige Supersuperspitzenkräfte).

Am unteren Ende – unterhalb C2 – ergibt sich das Spiegelbild. In Gruppe A gibt es viel mehr Totalversager als in Gruppe B und die Totalversager in Gruppe A sind sehr viel schlechter als die Totalversager in Gruppe B.

Abbildung 11.1 ist übrigens eine recht passable Repräsentation der Unterschiede zwischen deutschen und türkischen Schülern, wobei den deutschen natürlich die Gruppe B und den türkischen die Gruppe A entspricht. Die praktische Folgerung daraus lautet: Es gibt unter den türkischstämmigen Migranten durchaus einige – wenngleich sehr wenige – Spitzenkräfte, aber wirklich überragende Leistungen sind von ihnen nicht zu erwarten oder zumindest sehr, sehr, sehr, sehr selten.

(Fortsetzung folgt)

Hier gibt es die Serie → Bildungsproblem Türken. Dort wird unter anderem genau die letzte Aussage detailliert belegt.


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Quellen und Anmerkungen

(1) Hans Anand Pant, Petra Stanat, Ulrich Schroeders, Alexander Roppelt, Thilo Siegle, Claudia Pöhlmann (Hrsg.): IQB-Ländervergleich 2012 Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I. Münster: Waxmann Verlag GmbH, 2013.
Im Internet erhältlich unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/lv2012/Bericht

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Bildung, Mathematik, IQB, Bildungsstudie, Migranten, Migrationshintergrund, Türkei, Türken, Totalversage, Spitzenkräfte, Normalverteilung, Statistik

Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten – Teil 10

Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten

Teil 10: Migranten – Totalversager und Spitzenkräfte (Fortsetzung)

Im → Teil 9 zur IQB-Studie 2012 haben wir die Migranten nach Herkunftsregionen differenziert und zwei extreme Leistungsgruppen betrachtet: die Totalversager und die Spitzenkräfte.

  • Als Totalversager bezeichnen wir Schüler, die noch nicht einmal die Minimalstandards für den Hauptschulabschluss schaffen (weniger als 355 Punkte).
  • Als Spitzenkräfte bezeichnen wir Schüler, die den Optimalstandard für den Mittleren Schulabschluss schaffen (mindestens 675Punkte).

Innerhalb der Herkunftsgruppen hatten wir danach unterschieden, ob ein oder beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Diese Unterscheidung geben wir nun auf und betrachten die Herkunftsregionen jeweils insgesamt (2).

Tabelle 10.1 zeigt in der Spalte TV den Prozentsatz der Totalversager und in Spalte SK den Prozentsatz der Spitzenkräfte in der jeweiligen Herkunftsgruppe. Die Spalte TV/SK zeigt das Verhältnis von Totalversagern zu Spitzenkräften, das sich durch die Division ergibt. Die Spalte M/D relativiert den Quotienten TV/SK der Migrantengruppe M auf den Quotienten der deutschen Schüler D. M/D gibt somit an, um das Wievielfache das Verhältnis Totalversager:Spitzenkräfte für die jeweilige Herkunftsregion schlechter ausfällt als für die deutschen Schüler.

TV SK TV/SK M/D
Deutsche 4,40 5,60 0,79
Polen 7,92 2,51 3,16 4,0
Ex-Sowjetunion 6,30 1,77 3,56 4,5
Ex-Jugoslawien 15,53 1,02 15,22 19,3
Türkei 17,19 0,33 52,09 65,9
Tabelle 10.1: IQB Ländervergleich 2012. Mathematik. Totalversager und Spitzenkräfte nach Herkunftsregion.
TV: Prozentsatz Totalversager
SK: Prozentsatz Spitzenkräfte
TV/SK: Verhältnis Totalversager:Spitzenkräfte
M/D: Quotient TV/SK der Migrantengruppe M dividiert durch den Quotienten TV/SK der deutschen Schüler.


Das Verhältnis Totalversager/Spitzenkräfte macht die enormen Unterschiede deutlich.

  • Bei den deutschen Schülern kommen auf eine Spitzenkraft 0,79 Totalversager – oder in ganzen Zahlen ausgedrückt: auf 100 Spitzenkräfte kommen 79 Totalversager.
  • Für Polen und die ehemalige Sowjetunion kommen auf 100 Spitzenkräfte 316 bzw. 356 Totalversager.
  • Bei den Schülern aus dem ehemaligen Jugoslawien entfallen auf 100 Spitzenkräfte 1522 Totalversager.
  • Bei den türkischen Schülern kommen auf 100 Spitzenkräfte sage und schreibe 5209 Totalversager!
  • Relativiert man die Quotienten auf die deutschen Schüler, dann ist das Verhältnis für Polen viermal, für die Ex-Sowjetunion viereinhalbmal, für Ex-Jugoslawien neunzehnmal und für die Türkei sechsundsechzigmal ungünstiger!

Alle vier Migrantengruppen leisten einen negativen Beitrag. Für Polen und die Ex-Sowjetunion ist die Schieflage noch moderat. Schüler aus dem ehemaligen Jugoslawien liegen sehr weit unter dem deutschen Niveau und die Leistungen der türkischstämmigen Schüler sind – man kann es nicht anders sagen – katastrophal.

An dieser Stelle sei noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass die Werte in Tabelle 10.1 auf einer theoretischen Modellannahme beruhen; die empirisch erhobenen Daten stehen mir leider nicht zur Verfügung. Die Differenzen sind vermutlich nicht allzu groß. Selbst wenn das Verhältnis M/D für Ex-Jugoslawien „nur“ 10 statt 19,3 und für die Türkei „nur“ 35 statt 65,9 lauten würde, wäre dies immer noch katastrophal.

Hier geht es weiter → Teil 11

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Quellen und Anmerkungen

(1) Hans Anand Pant, Petra Stanat, Ulrich Schroeders, Alexander Roppelt, Thilo Siegle, Claudia Pöhlmann (Hrsg.): IQB-Ländervergleich 2012 Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I. Münster: Waxmann Verlag GmbH, 2013.
Im Internet erhältlich unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/lv2012/Bericht

(2) Dabei werden die Untergruppen – ein bzw. zwei im Ausland geborene Elternteile – nach ihrer Stichprobengröße gewichtet.

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Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten – Teil 9

Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten

Teil 9: Migranten – Totalversager und Spitzenkräfte

Im → Teil 8 zur IQB-Studie 2012 haben wir die Migranten nach Herkunftsregionen differenziert. Dabei zeigten sich gigantische Unterschiede, die einem Leistungsunterschied von bis zu drei Schuljahren entsprechen. Mit Ausnahme der Schüler mit nur einem in der ehemaligen Sowjetunion geborenen Elternteil schnitten alle Herkunftsgruppen signifikant schlechter ab als Deutsche. Besonders schlecht schnitten Schüler mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien und der Türkei ab. Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen den Herkunftsregionen aus einer anderen Perspektive beleuchtet.

In den IQB-Studien werden auf der Basis der kognitiven Fähigkeiten, die zur Aufgabenlösung erforderlich sind, verschiedene Kompetenzstufen und Standards definiert.

Der Regelstandard (Kompetenzstufe III) bezieht sich auf Kompetenzen, die im Durchschnitt von den Schülern bis zu einem bestimmten Bildungsabschnitt erreicht werden sollen. In der IQB-Studie 2012 ist der Bildungsabschnitt die 9. Klasse am Ende der Sekundarstufe I.

Für die folgenden Betrachtungen sind zwei andere Standards von Interesse.

Der Mindeststandard (Kompetenzstufe II) bezeichnet ein Minimum an Kompetenzen, das von allen Schülern erreicht werden soll.

Der Optimalstandard (Kompetenzstufe V) bezieht sich auf überragende Leistungen, die die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz bei Weitem übertreffen.

Am Ende der Sekundarstufe I können Schüler einen Hauptschulabschluss oder einen Mittleren Schulabschluss anstreben. Für die beiden Schulabschlüsse sind jeweils unterschiedliche Leistungen für eine bestimmte Kompetenzstufe zu erbringen.

Im Folgenden betrachten wir die beiden Extreme, nämlich den Mindeststandard für den Hauptschulabschluss und dem Optimalstandard für den Mittleren Schulabschluss.

Der Mindeststandard bezeichnet das unterste gerade noch akzeptable Minimum. Schüler, die selbst die Minimalanforderungen eines Hauptschulabschlusses verfehlen, werden im Folgenden als Totalversager bezeichnet. Die Untergrenze des gerade noch Akzeptablen liegt für Hauptschüler bei 355 Punkten.

Am anderen Extrem liegen die Schüler, die den Optimalstandard für den Mittleren Schulabschluss erreichen; diese werden im Folgenden als Spitzenkräfte bezeichnet. Um zu den Spitzenkräften zu zählen, muss ein Schüler mindestens 675 Punkte erzielen.

Auf der Grundlage der Mittelwerte und Standardabweichungen und der Annahme, dass innerhalb der jeweiligen Gruppe die Werte normalverteilt sind, habe ich für die verschiedenen Herkunftsgruppen den prozentualen Anteil der Totalversager und der Spitzenkräfte errechnet (2). Die Werte sind in Tabelle 9.1 dargestellt. Die Zahl hinter der Herkunftsgruppe bezeichnet – wie im Teil 8 – die Zahl der Elternteile, die im Ausland geboren wurden.


M

SD
Total-
versager
Spitzen-
kräfte
Ex-Sowjetunion 1 529 92 2,9 5,6
Deutsche 521 97 4,4 5,6
Polen 2 496 95 6,9 3,0
Ex-Sowjetunion 2 481 85 6,9 1,1
Polen 1 480 94 9,2 1,9
Ex-Jugoslawien 1 449 90 14,9 0,6
Ex-Jugoslawien 2 454 100 16,1 1,4
Türkei 1 441 87 16,1 0,4
Türkei 2 435 86 17,6 0,3
Tabelle 9.1: IQB 2012 Mathematik. Totalversager und Spitzenkräfte nach Herkunftsregion.
Ziffer hinter Herkunftsregion: Anzahl der im Ausland geborenen Eltern
M: Mittelwert
SD: Standardabweichung.


Schüler mit einem in der ehemaligen Sowjetunion geborenen Elternteil und deutsche Schüler schneiden mit Abstand am besten ab. Unter den Russischstämmigen stehen 2,9 Prozent Totalversagern fast doppelt so viele Spitzenkräfte gegenüber, nämlich 5,6 Prozent. Bei den Deutschen sind es 4,4 Prozent Totalversager und ebenfalls 5,6 Prozent Spitzenkräfte (3).

Polen 2 und Ex-Sowjetunion 2 haben mit 6,9 Prozent den gleichen Anteil an Totalversagern. Mit 3,0 vs. 1,1 Prozent Spitzenkräften schneiden die polnischstämmigen Schüler jedoch etwas besser ab. Für beide Gruppen ist die Gesamtbilanz negativ.

Noch ungünstiger scheidet Polen 1 ab: 9,2 Totalversagern stehen nur 1,9 Prozent Spitzenkräfte gegenüber.

Katastrophal ist das Bild für Ex-Jugoslawien und die Türkei. Der Anteil der Totalversager reicht von 14,9 bis 17,6 Prozent; der Anteil der Spitzenkräfte beträgt gerade mal 0,3 bis 1,4 Prozent.

Für die deutschen Schulen, die deutsche Wirtschaft und die deutsche Gesellschaft stellen die Schüler mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien und der Türkei eine massive Belastung dar. Eine extreme Belastung ergibt sich durch die Türkischstämmigen, unter denen der Anteil von Spitzenkräften verschwindend klein ist.

Das erschreckende Bild wird in der nächsten Folge vertieft → Teil 10.

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Quellen und Anmerkungen

(1) Hans Anand Pant, Petra Stanat, Ulrich Schroeders, Alexander Roppelt, Thilo Siegle, Claudia Pöhlmann (Hrsg.): IQB-Ländervergleich 2012 Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I. Münster: Waxmann Verlag GmbH, 2013.
Im Internet erhältlich unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/lv2012/Bericht

(2) Hierbei handelt es sich um Schätzungen auf der Basis eines theoretischen Modells. Da die Berechnungen jeweils innerhalb homogener Gruppen erfolgen, dürfte die Normalverteilungsannahme einigermaßen realistisch sein. Die Gruppen „Anderes Land“ und „Nicht zuzuordnen“ wurden nicht berücksichtigt, da diese extrem heterogen sind und die Punktwerte vermutlich deutlich von einer Normalverteilung abweichen. Wir kommen jedoch in der nächsten Folge auf sie zurück.

(3) Dass Ex-Sowjetunion 1 mit 529 Punkte besser abschneidet als Deutschland mit 521 Punkten und dennoch beide den gleichen Prozentsatz an Spitzenkräften haben, ergibt sich durch die unterschiedlichen Standardabweichungen. Das gleiche Phänomen zeigt sich bei den Paarungen Polen 2 / Ex-Sowjetunion 2 und Ex-Jugoslawien 2 / Türkei 1. Diese Beispiele machen deutlich, wie wichtig es ist, nicht nur Mittelwerte, sondern auch die Streuungen zu betrachten.

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