Auf nach Estland! – Teil 16

Auf nach Estland!

Teil 16: Gute Migranten, schlechte Migranten – Deutschland, Estland, Finnland

Ein Fazit des nationalen PISA-Berichts lautet: „Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten ist der Kompetenzunterschied zwischen Jugendlichen aus zugewanderten Familien und Jugendlichen ohne Zuwanderungshintergrund in Deutschland am größten ausgeprägt“ (Rauch et al., 2016, S.332) (1).

Diese Aussage ist unmissverständlich. Man kann sie aber auch so formulieren:

  • In keinem einzigen Land in Europa wird das Bildungsniveau durch Migranten derart massiv nach unten gedrückt wie in Deutschland.

Alle Studien zeigen, dass Schüler mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion und Polen rasch zu den einheimischen Schülern aufschließen. Schülern mit Wurzeln in islamisch geprägten Ländern gelingt dies nur in Ausnahmefällen; die meisten hinken auch in der zweiten Generation weit hinterher. Mit Sicherheit gilt dies noch stärker für schwarzafrikanische Schüler, die jedoch nicht gesondert berücksichtigt werden und in der Sammelgruppe „Anderes Land“ versteckt sind.

Für jeden, der nicht mit politisch korrekter Blindheit geschlagen ist, ist dieses Muster eine banale Selbstverständlichkeit. Die islamischen Länder sind ausnahmslos Niedrigintelligenzländer – die Türkei gehört in dieser Gruppe sogar zu den Besten! – und in Schwarzafrika finden sich ausnahmslos Niedrigstintelligenzländer (2).

  • Die Leistungen der Migranten sind lediglich ein Spiegelbild des Intelligenzniveaus ihrer Herkunftsländer.

Ausgangspunkt dieser Serie war der SPIEGEL-ONLINE-Artikel „Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind“ von Julia Köppe (3).

Nein, Frau Köppe – es ist nicht die Digitalisierung, es sind die Migranten, die den Unterschied zwischen Deutschland und Estland ausmachen!

Etwa 86 Prozent der Ausländer in Estland stammen aus Russland, der Rest aus den baltischen Ländern, der Ukraine, Weißrussland oder Deutschland. Migranten aus diesen Ländern erreichen auch in Deutschland gute Leistungen. Weniger als 1 Prozent stammen aus den übrigen Ländern dieser Welt. Moslems und Schwarzafrikaner muss man in Estland lange, lange, lange suchen. So ist es kein Wunder, dass die Leistungen der Migranten in Estland sogar über dem Niveau der 35 OECD-Staaten liegen.

Wer sich köstlich amüsieren will, dem sei der Beitrag → „Sieben Flüchtlinge erreichen Estland“ empfohlen: „Estland dagegen bekennt sich zur europäischen Solidarität. Der baltische Staat, mit der Fläche von Niedersachsen und mit 1,3 Millionen Einwohnern so groß wie München, will in den nächsten zwei Jahren 550 Flüchtlinge aufnehmen. Doch erst jetzt kommen die ersten Flüchtlinge aus Griechenland an. Es sind nur sieben Menschen – eine Familie mit drei Kindern im Schulalter aus dem Irak, ein Einzelhandelskaufmann aus Syrien und ein Journalist aus dem Jemen.“
Vermutlich haben die sieben schon lange den Weg ins Paradies Deutschland gefunden.

Im Gegensatz zu Estland hat Finnland ebenso wie Deutschland sehr schlechte Migranten, aber ihre Zahl ist im Gegensatz zu Deutschland moderat, so dass sich der negative Einfluss auf das Gesamtniveau Finnlands in Grenzen hält.

Der Vergleich Deutschland, Estland, Finnland zeigt, dass es auf Qualität und Quantität ankommt.

Der Unterschied zwischen Deutschland und Estland besteht in der Qualität. Estland hat gute, Deutschland hat sehr schlechte Migranten.

Der Unterschied zwischen Deutschland und Finnland besteht in der Quantität – oder im Unterschied zwischen Doppel-s und ß. Beide haben sehr schlechte Migranten. Finnland hat sie in Maßen, Deutschland hat sie in Massen.

  • Die deutsche Migrationspolitik ist so ausgerichtet, dass sie das Bildungsniveau maximal absenkt – sehr schlechte Schüler und davon sehr viele. Wenn man die Schulen mit Schülern mit geringer Intelligenz füllt, dann helfen auch die besten Lehrer und die supertollste Digitalisierung nichts.

Im abschließenden Beitrag dieser Serie wenden wir uns den hervorragenden deutschstämmigen Schülern zu, die zur absoluten Weltspitze zählen.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 17


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Quellen und Anmerkungen

(1) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(2) Sie hierzu:
PISA – Mathematik in islamischen Ländern
PISA und Naturwissenschaften in islamischen Ländern
PISA und Leseverständnis in islamischen Ländern
PISA 2015 – Intelligenz in Europa
→ Serie Intelligenz und Intelligenzminderung in Deutschland – Arabien – Sub-Sahara-Afrika
→ Serie Bildungsniveau von Migranten

(3) Julia Köppe: Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind. SPIEGEL ONLINE, 08. November 2017.

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Türkei, Russland, Islam, Moslems, Schwarzafrika, Herkunftsregion, Estland, Finnland, SPIEGEL ONLINE

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Auf nach Estland! – Teil 15

Auf nach Estland!

Teil 15: Gute Migranten, schlechte Migranten – Herkunftsregion


Besonders große Disparitäten … sind für Jugendliche mit zwei in der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien oder in einem arabischen Land geborenen Elternteilen zu finden.
Haag et al. (2016, S.455) (1)



Im vorangegangenen Beitrag → Teil 14 haben wir gesehen, dass sich die Leistungen der Migranten in Deutschland in Abhängigkeit vom Generationenstatus sehr stark unterscheiden. Noch wesentlich gravierender sind die Unterschiede, wenn man die Herkunftsregion berücksichtigt.

Rauch et al. (2016) (2) unterscheiden zwischen: Ehemalige Sowjetunion, Türkei, Polen und Anderes Land. Detailliert berichten sie über Zusammenhänge zwischen der Herkunftsregion und dem Sozioökonomischen Status der Eltern, dem Bildungsniveau der Eltern, den Kulturellen Ressourcen in der Familie und der zu Hause gesprochenen Sprache. Trotz intensiver Suche konnte ich jedoch keine Angaben über die Schülerleistungen finden. Dies ist ein bemerkenswertes Beispiel vorauseilender Political Correctness.

Glücklicherweise sind in allen anderen nationalen PISA-Berichten und in allen Berichten zu den nationalen Studien des IQB die Leistungen auch nach der Herkunftsregion aufgeschlüsselt.

In der Serie → Von älteren Lehrerinnen, Mathematik und Migranten haben wir am Beispiel der nationalen IQB-Studie 2012 (2) gesehen:

Schüler mit Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion und Polen schneiden in Mathematik etwas, aber nicht viel schlechter ab als deutsche Schüler. Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien zeigen erheblich schlechtere Leistungen und am allerschlechtesten sind Schüler mit türkischen Wurzeln.

Dasselbe Grundmuster zeigt sich in allen nationalen und internationalen Studien und in allen Fächern. In den nationalen IQB-Studien 2015 und 2016 wurden zusätzlich die arabischen Länder berücksichtigt und die Schüler aus dieser Region zeigten – wie nicht anders zu erwarten – außerordentlich schlechte Leistungen. Sehr schlecht schneidet stets auch „Anderes Land“ ab, das jeweils die mit Abstand größte Migrantengruppe stellt.

Bei der simultanen Differenzierung nach Herkunftsregion und der Zahl der im Ausland geborenen Elternteile sind Migranten mit nur einem in der ehemaligen Sowjetunion oder Polen geborenen Elternteil den einheimischen Schülern oftmals vergleichbar, hin und wieder schneiden sie sogar ein wenig besser ab. Bei türkischstämmigen Schülern sind hingegen kaum Anzeichen einer Leistungsassimilation zu erkennen.

Vor diesem Hintergrund vergleichen wir in der nächsten Folge die Migranten in Deutschland, Estland und Finnland.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 16.


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Quellen und Anmerkungen

(1) Nicole Haag, Katrin Böhme, Camilla Rjosk und Petra Stanat (2016). Zuwanderungsbezogene Disparitäten. In Petra Stanat, Katrin Böhme, Stefan Schipolowski und Nicole Haag (Hrsg.). IQB-Bildungstrend 2016. Sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich. Münster: Waxmann, 2016, S. 431-479.

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(3) Hans Anand Pant, Petra Stanat, Ulrich Schroeders, Alexander Roppelt, Thilo Siegle, Claudia Pöhlmann (Hrsg.): IQB-Ländervergleich 2012 Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I. Münster: Waxmann Verlag GmbH, 2013.
Im Internet erhältlich unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/lv2012/Bericht

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Stichwörter:
Bildung, PISA, IQB, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, Generationenstatus, Türkei, Polen, Sowjetunion, Jugoslawien, Arabien, Herkunftsregion

Auf nach Estland! – Teil 14

Auf nach Estland!

Teil 14: Gute Migranten, schlechte Migranten – Generationenstatus

Diese Serie hat deutlich gemacht, dass praktisch alle Unterschiede zwischen Deutschland, Estland und Finnland in PISA 2015 (1) auf die Migranten zurückzuführen sind.

Daher richten wir nun den Blick auf die Migranten in Deutschland. Dabei sei angemerkt, dass das im Folgenden gezeichnete Bild der Migranten zu positiv ausfällt. Wie im → Teil 13 gesehen, konnte aufgrund fehlender Werte einem Siebtel der Schüler kein Migrationsstatus zugeordnet werden. In dieser Gruppe befinden sich mit Sicherheit sehr viele Migranten mit außerordentlich schlechten Leistungen, die das ohnehin sehr niedrige Niveau noch weiter drücken würden.

Naturgemäß sind die folgenden Aussagen auf die Schüler beschränkt, welche als Migranten identifiziert werden konnten.

Wie in nationalen und internationalen Bildungsstudien üblich unterscheiden Rauch et al. (2016) (2) im Hinblick auf den Generationenstatus nach:

  • Ein Elternteil im Ausland geboren   Ein Elternteil im Ausland, ein Elternteil in Deutschland geboren.
  • Zweite Generation   Beide Eltern im Ausland, der Schüler in Deutschland geboren.
  • Erste Generation   Beide Eltern und der Schüler im Ausland geboren.

Bei 39,6 Prozent der als Migranten identifizierten Schüler war ein Elternteil im Ausland geboren; 47,1 Prozent gehörten zur zweiten und 13,3 Prozent zur ersten Generation (3).

Im Themenschwerpunkt Naturwissenschaften erreichten die einheimischen Schüler 532 Punkte.
Für die Migrantengruppen nach Generationenstatus lauten die Werte:
Ein Elternteil im Ausland geboren: 497
Zweite Generation: 461
Erste Generation: 433.

Nach PISA 2015 (S.74) kann man grob davon ausgehen, dass der Lernzuwachs in einem Schuljahr am Ende der Sekundarstufe I etwa 30 Punkte beträgt. Das heißt:

  • Schüler mit einem im Ausland geborenen Elternteil haben einen Rückstand von einem Schuljahr.
  • Schüler der zweiten Generation hinken mehr als zwei Schuljahre hinterher.
  • Bei Schülern der ersten Generation beträgt der Leistungsrückstand sogar mehr als drei Schuljahre.

Das grundlegende Muster ist über die Jahre hinweg in allen internationalen und nationalen Bildungsstudien sowie in allen Themenbereichen dasselbe.
Schüler der ersten Generation, die selbst als Kinder nach Deutschland gekommen sind, schneiden miserabel ab.
Die zweite Generation, also Schüler, die in Deutschland geboren und in aller Regel hier aufgewachsen sind, zeigen bessere Leistungen, sie liegen aber dennoch weit unter den Einheimischen.
Schüler mit einem im Ausland geborenen Elternteil bilden die leistungsfähigste Migrantengruppe, aber auch sie liegen deutlich hinter den Einheimischen.

Migranten unterscheiden sich nicht nur durch den Generationenstatus. Eine zentrale und letztlich viel entscheidendere Rolle spielt die Herkunftsregion, der wir uns in der nächsten Folge zuwenden.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 15.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

(3) In der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 stellten Migranten der ersten Generation mit 47 Prozent noch die größte Gruppe. Ihr Anteil ist seither kontinuierlich zurückgegangen. Durch die merkelsche Masseninvasion seit 2015 wird sich dieser erfreuliche Trend leider umkehren. Die Wertungen „erfreulich“ und „leider“ ergeben sich daraus, dass seit vielen Jahren fast nur noch extrem schlechte Migranten aus Niedrig- und Niedrigsintelligenzländern nach Deutschland strömen; siehe zum Beispiel → Asylpolitik und Dysgenik und den nächsten Teil dieser Serie.

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, Generationenstatus

Auf nach Estland! – Teil 13

Auf nach Estland!

Teil 13: Zum Problem der fehlenden Werte

Im → Teil 10 haben wir eine Fußnote aus PISA 2015 (1) zitiert: „Bei der Interpretation der Ergebnisse für Deutschland ist aufgrund fehlender Daten für die Variablen Migrationshintergrund … Vorsicht geboten“ (S.284). Diese Warnung greifen wir nun auf und fragen, welche Auswirkungen die fehlenden Werte auf die bisherigen Befunde haben könnten.

Nach Rauch et al. (2016) (2) beträgt der Anteil der fehlenden Werte 14,3 Prozent. Von den gültigen Werten entfallen 72,2 Prozent auf Einheimische und 27,8 Prozent auf Migranten.

Tabelle 13.1 zeigt die prozentuale Aufteilung der Gesamtstichprobe und die Punktzahl in den Naturwissenschaften.

Tabelle 13.1: PISA 2015 – Migrationsstatus und Leistung in Naturwissenschaften.

Anteil Punkte
Identifizierte Einheimische 61,9 532
Identifizierte Migranten 23,8 471
Nicht zuzuordnen 14,3 469
Deutschland insgesamt 100 509

Die Nichtzuzuordnenden sind 40 Punkte schlechter als die Gesamtstichprobe, 2 Punkte schlechter als die identifizierten Migranten und 63 Punkte schlechter als die identifizierten Einheimischen. Es ist naturgemäß nicht feststellbar, wie die Proportionen aussehen, aber es ist sicher, dass die Migrantenquote in dieser Gruppe erheblich größer sein muss als bei den Schülern mit gültigen Angaben.

Dazu ein – willkürlich konstruiertes extrem konservatives – Beispiel: Unterstellt man in der Gruppe der Nichtzuordenbaren das gleiche Verhältnis wie bei den gültigen Werten (72,2 Prozent Einheimische und 27,8 Prozent Migranten), dann würde aus einer Punktzahl von 500 für die Einheimischen eine Punktzahl von 389 für die Migranten folgen. Das sind natürlich absurde Werte.

Die Frage, wie das Verhältnis von Einheimischen zu Migranten bei den Nichtzuordenbaren aussieht und welche Werte die Einheimischen und die Migranten in dieser Gruppe erzielten, kann prinzipiell nicht definitiv beantwortet werden. Man kann allenfalls plausible Abschätzungen versuchen. Dieses komplexe Thema werde ich in einem anderen Beitrag aufgreifen. An dieser Stelle will ich lediglich darstellen, wie sich das extrem konservative, absurde Beispiel auf das Leistungsniveau der Einheimischen nach der nationalen Klassifikation auswirken würde, das wir in den letzten beiden Folgen betrachtet haben.

72,2 Prozent von 14,3 sind 10,3 Prozent. Die Einheimischen würden sich also zusammensetzen aus 61,9 Prozent Identifizierten und 10,3 Prozent Nichtzuzuordnenden. Die erste Teilgruppe erreichte 532 Punkte. Unterstellt man – völlig unrealistisch konservativ –, dass die zweite Teilgruppe nur 500 Punkte erreichte, dann ergibt sich für die Gesamtgruppe der Einheimischen ein Wert von 527. Das ist mit Sicherheit eine massive Unterschätzung. Zufällig ist es genau der Wert, der sich nach der OECD-PISA-Klassifikation ergibt.

Damit können wir selbst unter absurd konservativen Annahmen das festhalten, was bereits auf der Basis der OECD-PISA-Klassifikation feststand:

  • Betrachtet man nur die Einheimischen, dann sind keine Unterschiede zwischen Deutschen, Esten und Finnen festzustellen. Unterschiede zwischen den Gesamtbevölkerungen sind praktisch ausschließlich auf die Migranten zurückzuführen.

Auf das sehr hohe Niveau der einheimischen Schüler kommen wir später noch einmal zurück. In der nächsten Folge wenden wir uns den Migranten zu.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 14


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

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Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, Naturwissenschaften, Fehlende Werte

Auf nach Estland! – Teil 12

PISA 2015 - Mathematik - Vergleich von Klassifikationssystemem OECD IQB

Auf nach Estland!

Teil 12: Estland, Finnland und Deutschland – Keinerlei Unterschiede (Fortsetzung)

Im vorangegangen Beitrag → Teil 11 haben wir gesehen, dass auf der Grundlage der nationalen Klassifikation des Migrationsstatus‘ in den Naturwissenschaften keine nennenswerten Unterschiede zwischen einheimischen Deutschen, Esten und Finnen bestehen.

In den Fächern Lesekompetenz und Mathematik waren die Unterschiede bereits nach der OECD-PISA-Klassifikation verschwunden. Diese beiden Fächer waren 2015 kein Schwerpunkt, daher liegen nur für Deutschland zusätzliche Daten auf der Grundlage der nationalen Klassifikation vor. Auch wenn es bereits auf OECD-PISA-Basis keine Unterschiede gab, lohnt sich dennoch ein Vergleich der beiden Klassifikationssysteme.

Abbildung 12.1 veranschaulicht die Lesekompetenz der Gesamtstichprobe (links), die Leistung der Einheimischen nach der OECD-PISA-Klassifikation (Mitte) und der Einheimischen nach der nationalen Klassifikation, die auch in den IQB-Studien Anwendung (Nat.-IQB) findet (rechts).

PISA 2015 - Lesekompetenz - Vergleich von Klassifikationssystemen OECD IQB
Abbildung 12.1: PISA 2015 – Lesekompetenz. Gesamtstichprobe und Einheimische nach unterschiedlichen Klassifikationssystemen.
Gesamt: Gesamtstichprobe
OECD-PISA: Einheimische nach der Klassifikation der OECD; offizielle PISA-Studien
Nat.-IQB: Einheimische nach der nationalen Klassifikation, die auch den IQB-Studien zugrunde liegt.

Der linke und mittlere Teil von Abbildung 12.1 zeigen das bereits Bekannte: In der Gesamtbevölkerung lag Deutschland 17 Punkte hinter Finnland und 10 Punkte hinter Estland. Bei den OECD-PISA-Einheimischen war der Abstand zu Finnland auf 5 Punkte geschrumpft; und der 10-Punkte-Rückstand gegenüber Estland hatte sich zu einem 3-Punkte-Vorsprung umgekehrt. Nach der nationalen Klassifikation hat Deutschland weitere 4 Punkte hinzugewonnen. Ob Estland und Finnland etwas hinzugewonnen haben, ist fraglich; mit Sicherheit sind es deutlich weniger als 4 Punkte. Die Differenz Deutschland-Finnland ist verschwindend klein und der Vorsprung Deutschlands gegenüber Estland ist statistisch und betragsmäßig bedeutungslos.

Abbildung 12.1 zeigt den entsprechenden Vergleich für das Fach Mathematik.

PISA 2015 - Mathematik - Vergleich von Klassifikationssystemem OECD IQB
Abbildung 12.1: PISA 2015 – Lesekompetenz. Gesamtstichprobe und Einheimische nach unterschiedlichen Klassifikationssystemen.
Gesamt: Gesamtstichprobe
OECD-PISA: Einheimische nach der Klassifikation der OECD; offizielle PISA-Studien
Nat.-IQB: Einheimische nach der nationalen Klassifikation, die auch den IQB-Studien zugrunde liegt.

Nach der nationalen Klassifikation haben die einheimischen Deutschen weitere 5 Punkte hinzugewonnen. Damit liegen sie einen Punkt vor den OECD-PISA-Esten und 10 Punkte vor den OECD-PISA-Finnen. Auch hier ist es fraglich, ob Esten und Finnen nach der nationalen Klassifikation hinzugewinnen würden. Wenn überhaupt, dann sind diese Zugewinne minimal. Somit sind Deutsche und Esten praktisch punktgleich. Der Vorsprung der Deutschen gegenüber den Finnen ist vermutlich statistisch signifikant; der Unterschied von 10-x mit sehr, sehr kleinem x ist aber nicht sonderlich bedeutsam.

Insgesamt hat die nationale Klassifikation das noch stärker untermauert, was bereits nach der OECD-PISA-Klassifikation offenkundig war:

  • Betrachtet man nur die Einheimischen, dann sind keine Unterschiede zwischen Deutschen, Esten und Finnen festzustellen. Unterschiede zwischen den Gesamtbevölkerungen sind praktisch ausschließlich auf die Migranten zurückzuführen.

Bei allen Vergleichen zwischen Deutschland und anderen Ländern – egal ob auf OECD-PISA-Basis oder nach der nationalen Klassifikation – ist jedoch zu beachten, dass in Deutschland wegen fehlender Werte außergewöhnlich vielen Schülern kein Migrationsstatus zugeordnet werden konnte. Dadurch werden die deutschen Einheimischen ein kleines bisschen überschätzt. Auf diesen Punkt gehen wir im nächsten Beitrag ein.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 13.


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Stichwörter:
Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, IQB, OECD, Naturwissenschaften

Auf nach Estland! – Teil 11

PISA 2015 - Naturwissenschaften - Vergleich von Klassifikationssystemen

Auf nach Estland!

Teil 11: Estland, Finnland und Deutschland – Keinerlei Unterschiede

Auf der Grundlage von PISA 2015 (1) haben wir festgestellt, dass bei den Einheimischen praktisch kein Unterschied zwischen Deutschen, Esten und Finnen besteht. Die Unterschiede zwischen den Gesamtbevölkerungen gehen praktisch vollständig auf das Konto der Migranten.

Im → Teil 10 haben wir jedoch gesehen, dass die offiziellen von der OECD herausgegebenen PISA-Berichte auf einer völlig unsinnigen Definition von Migrationshintergrund beruhen. Nach der OECD-Klassifikation gelten alle Schüler, deren Mutter und/oder Vater in Deutschland geboren ist, als Schüler ohne Migrationshintergrund.

In nationalen Bildungsstudien werden Schüler nur dann der Kategorie Ohne Zuwanderungshintergrund zugeordnet, wenn kein Elternteil im Ausland geboren wurde. Diese Definition enthält zwar immer noch abstruse Fälle, sie ist aber wesentlich brauchbarer als die OECD-PISA-Klassifikation.

Im Folgenden vergleichen wir den Effekt der Migranten auf der Basis der nationalen Klassifikation. Als Erstes betrachten wir das Fach Naturwissenschaften, das in der jüngsten PISA-Studie Schwerpunktthema war. Die Daten basieren auf dem Beitrag von Rauch et al. (2) im nationalen PISA-2015-Bericht. Dort werden unter anderem Deutschland und Finnland berücksichtig, Estland leider nicht.

Abbildung 11.1 veranschaulicht die Leistungen der Gesamtstichprobe (links), die Leistung der Einheimischen nach der OECD-PISA-Klassifikation (Mitte) und der Einheimischen nach der nationalen Klassifikation, die auch in den IQB-Studien Anwendung (Nat.-IQB) findet (rechts).

PISA 2015 - Naturwissenschaften - Vergleich von Klassifikationssystemen
Abbildung 11.1: PISA 2015 – Naturwissenschaften. Gesamtstichprobe und Einheimische nach unterschiedlichen Klassifikationssystemen.
Gesamt: Gesamtstichprobe
OECD-PISA: Einheimische nach der Klassifikation der OECD; offizielle PISA-Studien
Nat.-IQB: Einheimische nach der nationalen Klassifikation, die auch den IQB-Studien zugrunde liegt.

Der linke und mittlere Teil von Abbildung 11.1 zeigen das bereits Bekannte: In der Gesamtstichprobe liegt Deutschland 25 Punkte hinter Estland. Bereits im offiziellen PISA-Bericht (Mitte) ist bei den Einheimischen der Abstand auf 12 Punkte geschrumpft. Der Abstand zu Finnland hat sich von 22 auf 8 Punkte reduziert.

Der springende Punkt liegt im rechten Teil der Abbildung: Auf der Basis der nationalen Klassifikation ist die Leistung der einheimischen Deutschen um weitere 5 Punkte gestiegen. Für Finnland ergeben die beiden Klassifikationssysteme identische Werte. Damit hat sich der Abstand Deutschland-Finnland von 22 über 8 auf nur noch 3 Punkte reduziert. Drei Punkte sind statistisch und inhaltlich bedeutungslos. Einheimische Finnen und einheimische Deutsche zeigen dasselbe sehr hohe Leistungsniveau.

Für Estland sind leider keine Daten auf der Basis der nationalen Klassifikation verfügbar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die unterschiedlichen Klassifikationssysteme auch für Estland bedeutungslos sind. Zum einen hat Estland viel bessere Migranten, zum anderen hat Estland viel weniger Migranten. Es ist fraglich, ob Estland nach der nationalen Klassifikation überhaupt einen einzigen Punkt hinzugewinnen würde. Durch den 5-Punkte-Zugewinn hat Deutschland auf jeden Fall noch weiter zu Estland aufgeschlossen. Der 25-Punkte-Vorsprung Estlands in der Gesamtstichprobe ist bei den Einheimischen auf 7+x mit einem sehr, sehr kleinen x zusammengeschmolzen.

Auf der Basis der nationalen Klassifikation wird das Kernergebnis noch stärker gestützt als ohnehin schon:

  • Zwischen einheimischen Deutschen, Esten und Finnen bestehen keine nennenswerten Unterschiede.

Im nächsten Beitrag werden wir diese Betrachtung auf die Lesekompetenz und Mathematik ausdehnen, welche 2015 kein Schwerpunktthema waren.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 12.


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

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Stichwörter:
Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, IQB, OECD, Naturwissenschaften

Auf nach Estland! – Teil 10

Auf nach Estland!

Teil 10: Migrationsstatus – Was versteht man eigentlich unter Zuwanderungs- oder Migrationshintergrund?

In dieser Serie haben wir gezeigt, dass die Migranten einen außerordentlich starken negativen Effekt auf das Bildungsniveau in Deutschland haben. Dabei ist auch klar geworden, dass der Effekt sowohl vom Leistungsniveau als auch von dem relativen Anteil der Migranten, also der Migrantenquote, abhängt.

Laut PISA 2015 (1) betrug der Anteil Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland 16,9 Prozent. Jeder, der in diesem Jahrhundert mit offenen Augen durch Deutschland gegangen ist, weiß, dass mit dieser Zahl etwas nicht in Ordnung ist. Bereits der nationale PISA-Report für das Jahr 2000 (2) weist für Deutschland eine Migrantenquote von 21,8 Prozent aus! Die Zeiten, in denen die Quote noch 16,9 Prozent betrug, sind lange vorbei; das war etliche Jahre vor der Jahrtausendwende.

Die offizielle PISA-Studie der OECD liefert zwei Hinweise, worauf das Missverhältnis zurückzuführen ist.

Eine Fußnote auf Seite 284 lautet: „Bei der Interpretation der Ergebnisse für Deutschland ist aufgrund fehlender Daten für die Variablen Migrationshintergrund und zu Hause gesprochene Spache Vorsicht geboten.“ Bezeichnenderweise gibt es einen solchen Warnhinweis für kein anderes Land. Lediglich in Deutschland gibt es einige Bundesländer, die unter dem Deckmantel Datenschutz die Bildungsforschung ad absurdum führen.

Noch wichtiger ist die PISA-Definition von Migrationshintergrund: „Schüler ohne Migrationshintergrund   sind Schüler, deren Mutter und/oder Vater in dem Land … geboren sind, in dem … sie am PISA-Test teilnahmen, unabhängig davon, ob sie selbst in diesem Land … geboren sind“.

Wenn zum Beispiel der in Deutschland geborene türkischstämmige Mustafa die in Anatolien geborene Ayshe heiratet und deren Kinder in Deutschland zur Schule gehen, dann sind diese nach PISA Schüler ohne Migrationshintergrund. Diese Definition ist schlechterdings absurd! Sie wird gleichwohl in den von der OECD getragenen PISA-Studien durchgängig angewandt. Da die Kinder der Mustafas und Ayshes in der Regel sehr viel schlechter sind, ziehen sie das Leistungsniveau der echten Einheimischen nach unten.

In den nationalen Bildungsstudien des IQB und den nationalen Berichten zu den PISA-Studien wird der Migrationsstatus gottseidank anders definiert. Rauch, Mang, Härtig & Haag (2016) (3) treffen folgende Unterscheidung:

  • Ohne Zuwanderungshintergrund:   Kein Elternteil im Ausland geboren.
  • Ein Elternteil im Ausland geboren:   Ein Elternteil im Ausland, ein Elternteil in Deutschland … geboren.
  • Zweite Generation:   Beide Elternteile im Ausland geboren, Jugendliche/r in Deutschland … geboren.
  • Erste Generation:   Beide Elternteile und Jugendliche/r im Ausland geboren.

Damit werden zwar absurderweise immer noch die Kinder der beiderseits in Deutschland geborenen Mohammeds und Fatimas unter dem Etikett Ohne Zuwanderungshintergrund  geführt, aber es ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der völlig abstrusen OECD-PISA-Definition.

Nach Rauch et al. (2016) (3) ergeben sich für PISA 2015 die folgenden Werte:

Nicht zuzuordnen:   14,3 %

Unter den gültigen Werten:

Ohne Zuwanderungshintergrund:   72,2 Prozent
Mit Zuwanderungshintergrund:   27,8 Prozent

Nach Generationenstatus:
Ein Elternteil im Ausland geboren:   11,0%
Zweite Generation:   13,1 Prozent
Erste Generation:   3,7 Prozent

Nach Herkunftsregion:
Ehemalige Sowjetunion:   4,8 Prozent
Türkei:   5.5 Prozent
Polen:   2,4 Prozent
Anderes Land:   15,2 Prozent

Nach der PISA-Definition hatten lediglich 16,9 Prozent der Schüler einen Zuwanderungshintergrund – nach der nationalen Klassifikation sind es hingegen 27,8 Prozent! (In dieser Zahl sind die 14,3 Prozent Nichtzuzuordnenden, die mit großer Sicherheit zum allergrößten Teil Migranten sind, naturgemäß nicht mitgezählt.)

In der nächsten Folge werden wir sehen, wie der Effekt der Migranten nach der nationalen Klassifikation aussieht.

Hier gibt es die Fortsetzung → Teil 11


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Quellen und Anmerkungen

(1) OECD (2016), PISA 2015 Ergebnisse (Band I). Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung. W. Bertelsmann Verlag, Germany. DOI 10.3278/6004573w
PISA 2015. Zusatzmaterialien im Internet. Anhang zu Kapitel 7. http://dx.doi.org/10.1787/888933433226

(2) Jürgen Baumert et al. (Hrsg.) (2000). PISA 2000 – Die Länder der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich. Oppladen: Leske + Budrich.

(3) Dominique Rauch, Julia Mang, Hendrik Härtig & Nicole Haag (2016). Naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungshintergrund. In Kristina Reiss, Christine Sälzer, Anja Schiepe-Tiska, Eckhard Klieme & Olaf Köller (Hrsg.). PISA 2015. Eine Studie zwischen Kontinuität und Innovation. Münster: Waxmann (S.316-347).

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Bildung, PISA, Migranten, Migrationshintergrund, Zuwanderungshintergrund, Migrationsstatus, IQB, OECD