Auf nach Estland! – Teil 17

Auf nach Estland!

Teil 17: Deutsche Schüler sind Weltspitze!

Ausgangspunkt dieser Serie war der SPIEGEL-ONLINE-Artikel „Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind“ von Julia Köppe (1). Alle nationalen und internationalen Bildungsstudien lassen darauf nur eine Antwort zu:

  • Nein, Frau Köppe, Estland hat nicht das bessere Bildungssystem – Estland hat lediglich die besseren Migranten! Es ist einzig und allein die große Masse sehr schlechter Migranten, die die exzellenten Leistungen der einheimischen deutschen Schüler verdecken.

Nachdem wir ausführlich über den negativen Beitrag der Migranten gesprochen haben, richten wir zum Abschluss dieser Serie den Blick auf die positive Seite, nämlich die hervorragenden Leistungen der deutschen Schüler. Wenn wir im Folgenden von deutschen Schülern sprechen, dann meinen wir damit die einheimischen deutschen Schüler – die sind etwas anderes als die Schüler in Deutschland.

Wenn man jeweils nur die einheimischen Schüler betrachtet, dann kommt man zu einem Ergebnis, das in der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannt ist – ich selbst hatte bislang keine Ahnung davon und es ist mir erst im Zuge der eigenen Recherchen klar geworden:

  • Deutsche Schüler sind Weltspitze!

Dass Estland und Finnland zur Weltspitze gehören, ist allgemein bekannt. Unsere Analyse der Einheimischen hat gezeigt, dass Deutschland, Estland und Finnland absolut ebenbürtig sind. Das gilt bereits auf der Basis der OECD-PISA-Klassifikation. Noch stärker gilt es für die wesentlich angemessenere nationale Klassifikation. Hier sind die drei Länder nur durch statistisch und betragsmäßig unbedeutende Punktdifferenzen voneinander getrennt. In den drei Fächern belegt jedes Land einmal Platz 1, einmal Platz 2 und einmal Platz 3. Damit gehört Deutschland ebenso wie Estland und Finnland zur Weltspitze.

In allen drei Fächern zeigen die deutschen Schüler Spitzenleistungen. Berücksichtigt man die Gesamtleistung, also den Durchschnitt der drei Fächer, dann ergibt sich auf der Basis der OECD-PISA-Klassifikation folgendes Bild:

  • Unangefochtener Spitzenreiter ist Singapur mit 547 Punkten.
  • Zweiter ist Hong Kong mit 538 Punkten. (2)
  • Dahinter folgt eine Gruppe, bei der die Unterschiede zwischen den Punktwerten statistisch bedeutungslos sind: Japan (530), Estland (528), Finnland (527), Schweiz (525), Taipeh (525) (2), Deutschland (524), Kanada (524).

Würde man die angemessenere nationale Klassifikation zugrunde legen, dann stünde Deutschland mit 529 Punkten sogar noch etwas besser da, aber das wäre statistisch und inhaltlich irrelevant (3).

Der Befund, dass die deutschen Schüler Weltklasseleistungen zeigen, ist so bedeutsam, dass ich dieses Thema in einem gesonderten Beitrag vertiefen werde (siehe die Serie → Bildung und Intelligenz. Die Weltspitze.). Hier möchte ich lediglich die wichtige Aussage noch einmal wiederholen:

  • Deutsche Schüler sind Weltspitze!

Zum Abschluss geht mein Dank an die Autorin Julia Köppe, die mich mit ihrer unsinnigen These von der wundersamen Wirkung der Digitalisierung Estlands dazu angeregt hat, der Sache auf den Grund zu gehen. Das war ein spannendes Unterfangen, bei dem ich selbst viel Interessantes dazugelernt habe. – Herzlichen Dank, Frau Köppe!

Zum Anfang dieser Serie


*

Quellen und Anmerkungen

(1) Julia Köppe: Digitales Klassenzimmer. Warum Estlands Schüler den deutschen weit voraus sind. SPIEGEL ONLINE, 08. November 2017.

(2) Dass Hong Kong und Taipeh hier aufgelistet sind, ist eigentlich Unsinn. Taipeh ist die Hauptstadt von Taiwan. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Bildungsniveau im Hinterland deutlich niedriger, so dass Taiwan insgesamt schlechter abschneiden würde. Es macht keinen Sinn, die Spitzenregion eines Landes mit Gesamtländern zu vergleichen. Dasselbe gilt im Grunde auch für Hong Kong sowie die nicht in der Top-Liste enthaltenen Macau und die vier P-S-J-G-Regionen, die allesamt Teile von China sind.
Nachtrag: In Bezug auf Taiwan lag ich offenbar daneben, wie der → Kommentar zu diesem Beitrag zeigt. Herzlichen Dank an den Kommentator.

(3) Dasselbe würde auch für die Schweiz gelten. Auch dort wird das Niveau durch eine Masse sehr schlechter Migranten stark nach unten gedrückt. Damit wird völlig verdeckt, dass die Schweizer Schüler ebenfalls zur Weltspitze gehören.

***
Stichwörter:
Bildung, PISA, Deutschland, Estland, Finnland, SPIEGEL ONLINE,

3 Kommentare zu „Auf nach Estland! – Teil 17

  1. Zu Fußnote 2:

    Verwechseln Sie „Chinese Taipei“ (d.h. die Republik China/Taiwan) mit Taipeh? Wahrscheinlich ist ganz Taiwan unter dem Namen „Chinese Taipei“ geprüft worden. Hongkong und Macau haben, da sie erst kürzlich Teil der VR China geworden sind, ein anderes Schulsystem (britisch/portugiesisch geprägt).
    Ihre Kritik trifft insofern auf die PSJG-Region zu, allerdings dürfte eine chinesische Dorfschule in der Inneren Mongolei wohl nicht an Peking oder Schanghai herankommen …

    1. Herzlichen Dank für den Hinweis.

      Was mit Chinese Taipei oder Chinesisch Taipeh gemeint ist, war mir nicht klar. Ich dachte, das sei ähnlich wie bei CABA (Argentinien). Dort ist definitiv nur die Autonome Region Buenos Aires gemeint. Vermutlich ist bei Taipeh tatsächlich das gesamte Land gemeint. Das muss hier also rausgenommen werden.
      Die gesonderte Betrachtung von Hongkong und Macau ist berechtigt, wenn es um Schulsysteme geht. Mit diesem Argument kann mann aber auch die Bundesländer getrennt betrachten. Der Freistaat Bayern und der Freistaat Sachsen können dann fast mit den Ostasiaten gleichziehen.

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