Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten – Teil 1

Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten

Teil 1: Die ostdeutsche Dominanz in Mathematik

Beim Lesen des IQB-Berichts zum Ländervergleich 2012 (1) bin ich auf ein paar bemerkenswerte Zusammenhänge gestoßen.

Im IQB Ländervergleich 2012 wurde der Leistungsstand deutscher Schüler am Ende der Sekundarstufe I überprüft. An der Studie nahmen 44.584 Schüler der 9. Jahrgangsstufen aus allen 16 Bundesländern teil. Dabei wurden die Leistungen in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik getestet. In dieser kurzen Serie betrachte ich lediglich das Fach Mathematik.

Die Testleistungen wurden so normiert, dass für Deutschland insgesamt der Mittelwert = 500 und die Standardabweichung = 100 beträgt. In Tabelle 1.1 sind die Bundesländer nach absteigender Punktzahl geordnet.

Mathematik
Sachsen 536
Thüringen 521
Brandenburg 518
Bayern 517
Sachsen-Anhalt 513
Mecklenburg-Vorpommern 505
Rheinland-Pfalz 503
Schleswig-Holstein 502
Baden-Württemberg 500
Hessen 495
Niedersachsen 495
Hamburg 489
Saarland 489
Nordrhein-Westfalen 486
Berlin 479
Bremen 471
Deutschland 500
Tabelle 1.1: IQB Ländervergleich 2012. Leistungen in Mathematik, 9. Jahrgangsstufe. Rangordnung der Bundesländer.
Grün unterlegt: Signifikant besser als der Bundesdurchschnitt.
Rot unterlegt: Signifikant schlechter als der Bundesdurchschnitt.


Spitzenreiter im Fach Mathematik war Sachsen mit 536 Punkten, Schlusslicht war Bremen mit 471 Punkten (2).

Statistisch signifikant besser als der bundesdeutsche Gesamtmittelwert waren Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Signifikant schlechter als der Bundesdurchschnitt waren das Saarland, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bremen.

Das herausragende Phänomen sind die fünf ostdeutschen Flächenländer: Sie belegen die Rangplätze 1, 2, 3, 5 und 6. Vier der fünf Länder sind signifikant besser als der Bundesdurchschnitt. Lediglich Bayern auf Platz 4 kann sich gegen die ostdeutsche Phalanx behaupten.

So weit, so gut. Interessant wird es durch die folgenden Betrachtungen → Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten. Teil 2: Die segensreiche Frauenquote.

*

Quellen und Anmerkungen:

(1) Hans Anand Pant, Petra Stanat, Ulrich Schroeders, Alexander Roppelt, Thilo Siegle, Claudia Pöhlmann (Hrsg.): IQB-Ländervergleich 2012 Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I. Münster: Waxmann Verlag GmbH, 2013.
Im Internet erhältlich unter https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/lv2012/Bericht

(2) Das Bundesland Bremen ist in allen bundesweiten Schulleistungstests und praktisch in allen Fächern das Schlusslicht. Der Leistungsabstand zu den besten Bundesländern beträgt oft mehr als ein Schuljahr. Vergleichbar schlechte Leistungen zeigen sich zumeist in den beiden anderen Stadtstaaten, Hamburg und Berlin.

***
Stichwörter:
Bildung, Mathematik, IQB, Bildungsstudie, Bundesland, Schulleistungen, 2012

4 Kommentare zu „Von Mathematik, älteren Lehrerinnen und Migranten – Teil 1

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