Rasse Ethnie und Schulleistungen CAASPP 2017 Teil 4

CAASPP 2017 - Mathematik Anforderungen erfüllt

Rasse/Ethnie und Schulleistungen

CAASPP 2017 – Schulleistungen in Kalifornien (Folge 4)

Im letzten → Beitrag zur CAASPP-Studie 2017 (1) haben wir gesehen, dass die Unterschiede zwischen Asiaten, Weißen, Hispanics und Schwarzen sowohl im verbalen Bereich als auch in Mathematik über alle Klassenstufen einen nahezu identischen Verlauf aufweisen.

Nur eine einzige nennenswerte Ausnahme zeigte sich bei der 11. Klasse in Mathematik; siehe Abbildung 1.

CAASPP 2017 - Mathematik Anforderungen erfüllt
Abbildung 1: CAASPP 2017 – Mathematik Anforderungen erfüllt

Abbildung 1 zeigt, dass in Klasse 11 der Abfall bei den Weißen stärker ausfiel als bei Asiaten, Hispanics und Schwarzen. Dies lässt sich nicht als singuläres Phänomen abtun, da bei CAASPP 2015 und CAASPP 2016 exakt dasselbe zu beobachten war: 2015 betrug der Abfall bei Asiaten 4, bei Schwarzen 3, bei Hispanics 2 und bei den Weißen 8 Prozentpunkte; 2016 waren es bei Asiaten 3, bei Hispanics 3, bei Schwarzen 2 und bei Weißen 6 Prozentpunkte.

Bevor man die Unterschiede diskutiert, ist zu bedenken, dass zwischen Klasse 11 und Klasse 8 ein Abstand von 3 Jahren besteht; von Klasse 3 bis Klasse 8 liegen die Daten hingegen für jede Klassenstufe vor. Würde man die fehlenden Klassen 9 und 10 in die Abbildung einfügen, wäre die Verlaufskurve bei allen Gruppen am rechten Ende viel flacher.

Dass alle vier Gruppen 2015, 2016 und 2017 in der 11. Klasse schlechter abgeschnitten als in der 8. Klasse, erscheint einleuchtend. Das Fach Mathematik wird zunehmend abstrakter und komplexer und die Anforderungen an das kognitive Leistungsvermögen nehmen erheblich zu. Dementsprechend wird der Anteil der erfolgreichen Schüler zunehmend kleiner. Die kognitive Leistungsfähigkeit – sprich: die Intelligenz – setzt Grenzen, die nicht überschritten werden können; und dies wird im mathematischen Bereich besonders augenfällig.

Die psychologische Intelligenzforschung zeigt, dass Asiaten (genauer: Ostasiaten) gerade im mathematischen Bereich hervorragend abschneiden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass mehr als 70 Prozent der asiatischen Schüler den Anforderungen der 11. Klasse genügen.

Bei den Weißen ist hingegen der Anteil der erfolgreichen Schüler von 51,4 auf 44,5 Prozent gesunken; die Differenz beträgt 6,9 Prozentpunkte. Bei den Hispanics beträgt der Verlust 3,8 und bei den Schwarzen 3,2 Prozentpunkte. Hier ist aber zu beachten, dass Hispanics und Schwarze ein außerordentlich niedriges Ausgangsniveau aufweisen – wenn in Klasse 8 ohnehin nur 23,4 (Hispanics) bzw. 17,8 Prozent (Schwarze) die Anforderungen erfüllen, dann ist kaum noch Luft nach unten. Hier liegt also ein typischer Bodeneffekt vor. Betrachtet man nicht die Prozentpunkte, sondern den prozentualen Verlust gemessen an der Ausgangsbasis, dann schneiden Hispanics und Schwarze auch in dem speziellen Punkt Übergang von Klasse 8 zu Klasse 11 schlechter ab als die Weißen.

Hier gibt es die Fortsetzung.

Quellen und Anmerkungen:

(1) CAASPP-2017 California Assessment of Student Performance and Progress Online Tests

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Stichwörter:
Bildung, Mathematik, Mathematik, Rasse, Ethnie, USA, Kalifornien, Schulleistungen, Intelligenz, Asiaten, Weiße, Hispanics, Latinos, Schwarze, CAASPP

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5 Kommentare zu „Rasse Ethnie und Schulleistungen CAASPP 2017 Teil 4

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